{"id":365630,"date":"2022-04-06T09:50:26","date_gmt":"2022-04-06T07:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?post_type=selected&amp;p=365630"},"modified":"2022-04-06T09:50:26","modified_gmt":"2022-04-06T07:50:26","slug":"riesengras-miscanthus-bioethanol-quelle-mit-negativer-co2-bilanz","status":"publish","type":"selected","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/selected\/riesengras-miscanthus-bioethanol-quelle-mit-negativer-co2-bilanz\/","title":{"rendered":"Riesengras Miscanthus: Bioethanol-Quelle mit negativer CO2-Bilanz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&nbsp;<br><\/strong>Eine deutliche Verringerung von Treibhausgas ist machbar. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universit\u00e4t Hohenheim in Stuttgart. Der Clou: Eine Kombination von Bioethanol-Produktion aus nachwachsenden Rohstoffen mit Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Je nach Berechnungsansatz ist so eine Reduktion von mehr als 100 Prozent gegen\u00fcber dem EU-Vergleichswert f\u00fcr fossile Kraftstoffe wahrscheinlich \u2013 und damit sogar eine negative CO<sub>2<\/sub>-Bilanz. Zum Einsatz kommt dabei das Riesengras Miscanthus, das so innerhalb des europ\u00e4ischen EU-Verbundprojektes GRACE erfolgreich seine Nutzbarkeit f\u00fcr diese Form der Biokraftstoffproduktion bewiesen hat, so die Universit\u00e4t Hohenheim <a href=\"https:\/\/www.uni-hohenheim.de\/expertenliste-biooekonomie\">in einer Pressemeldung<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Berechnungen der Forschenden kann die Bioethanol-Produktion aus Miscanthus in Kombination mit der Kohlenstoffspeicherung erheblich zur Verringerung der Treibhausgasemissionen im europ\u00e4ischen Verkehrssektor beitragen: \u201eJe nach Bilanzierungsansatz f\u00fcr die biologische Kohlenstoffspeicherung ist ein Reduktionspotenzial von mehr als 100 Prozent gegen\u00fcber dem EU-Vergleichswert f\u00fcr fossile Kraftstoffe wahrscheinlich\u201c, fasst Dr. Lask die Ergebnisse zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Wie diese bereits etablierte Technologie noch weiter optimiert werden kann, untersuchen derzeit Forschende innerhalb des Verbundprojektes \u201eGrowing Advanced industrial Crops on Marginal Lands for Biorefineries\u201d (GRACE) in einem neuen Ansatz. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wenn man die Produktion von Bioethanol mit Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung kombiniert, k\u00f6nnte man dazu beitragen Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) aus der Atmosph\u00e4re zu entfernen\u201c, ist Projektkoordinator Dr. Andreas Kiesel vom Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe in der Bio\u00f6konomie der Universit\u00e4t Hohenheim \u00fcberzeugt.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"vlp-link-container vlp-layout-basic wp-block-visual-link-preview-link\"><a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/amazonaswald-resilienter-als-gedacht-doch-klimawandel-und-rodung-birgen-erhebliche-gefahren\/\" class=\"vlp-link\" title=\"Amazonaswald kann Resilienz trainieren \u2013 doch Klimawandel und Rodung als Gefahr\"><\/a><div class=\"vlp-layout-zone-side\"><div class=\"vlp-block-2 vlp-link-image\"><\/div><\/div><div class=\"vlp-layout-zone-main\"><div class=\"vlp-block-0 vlp-link-title\">Amazonaswald kann Resilienz trainieren \u2013 doch Klimawandel und Rodung als Gefahr<\/div><div class=\"vlp-block-1 vlp-link-summary\">Keine Frage: beim globalen Klimaschutz hat der Amazonaswald als gr\u00f6\u00dfter zusammenh\u00e4ngender Regenwald eine bedeutende Rolle.<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bio-ethanol<\/h2>\n\n\n\n<p>Zusammen mit kroatischen Forschenden wird daf\u00fcr derzeit in Kroatien ein <a href=\"https:\/\/www.grace-bbi.eu\">neuartiges Bioraffinerie-Projekt<\/a> entwickelt. Eine Bioethanol-Anlage soll in eine bestehende \u00d6lraffinerie des \u00d6l- und Gasunternehmens INA in Sisak integriert werden. Ziel ist es, das bei der Bioethanol-Produktion entstehende CO<sub>2<\/sub>&nbsp;zu komprimieren, in die vorhandenen Hohlr\u00e4ume der ausgebeuteten Erd\u00f6llagerst\u00e4tten zu injizieren und dort f\u00fcr mehrere hundert Jahre zu speichern.<br>Nach Ansicht von Dr. Jan Lask, der dieses Teilprojekt an der Universit\u00e4t Hohenheim betreut, bietet der Standort zwei gro\u00dfe Vorteile: \u201eZum einen liegt die Raffinerie in unmittelbarer N\u00e4he zu ausgebeuteten Erd\u00f6llagerst\u00e4tten, die f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Speicherung eingesetzt werden k\u00f6nnen und laut&nbsp;Expertenmeinung f\u00fcr die n\u00e4chsten 1000 Jahre und auch dar\u00fcber hinaus langfristig stabil sind.\u201c<br>Zum anderen befinden sich Sch\u00e4tzungen zufolge in der Gespannschaft Sisak-Moslavina rund 60.000 Hektar ungenutzter landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen, die zum Teil zur Produktion der f\u00fcr die Bioethanol-Herstellung notwendigen Biomasse verwendet werden k\u00f6nnen. Gro\u00dfe Teile dieser Fl\u00e4chen wurden in der Vergangenheit landwirtschaftlich genutzt, aber w\u00e4hrend des Jugoslawien-Krieges in den 1990er Jahren aufgegeben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Miscanthus&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das besondere Augenmerk der Forschenden gilt&nbsp;<em>Miscanthus x giganteus<\/em>. Dieses urspr\u00fcnglich aus S\u00fcdostasien stammende Riesengras wird bis zu drei Meter hoch und ist ausgesprochen gen\u00fcgsam. \u201eMiscanthus kann auf sogenannten marginalen Fl\u00e4chen kultiviert werden, die f\u00fcr einen profitablen Anbau anderer Kulturen nicht geeignet sind. So kann ungenutztes Land wieder bewirtschaftet werden, ohne dabei in Konkurrenz mit Nahrungs- und Futterpflanzen oder anderweitigen Produkten zu treten\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Lask. <\/p>\n\n\n\n<p>Einmal etabliert, senkt zudem Miscanthus als Dauerkultur nicht nur das Erosionsrisiko und stabilisiert den Boden, es unterdr\u00fcckt auch wirksam das Wachstum von Unkr\u00e4utern. Denn in dem betreffenden Gebiet breitet sich derzeit der Bastard-Indigo (<em>Amorpha fruticosa)<\/em>&nbsp;stark aus, eine aus Nordamerika stammende invasive Pflanze. \u201eDer gro\u00dffl\u00e4chige Anbau von Miscanthus k\u00f6nnte eine Option sein, um die Ausbreitung dieser Art zu verringern\u201c, sagt Dr. Lask.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Umwelt<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei aller Begeisterung f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten der Bio\u00f6konomie untersuchen die Partner aber auch, ob es negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt geben k\u00f6nnte und in welcher Intensit\u00e4t der Anbau von Biomasse sinnvoll und risikofrei ist: Negativ w\u00e4re es beispielsweise, wenn durch die verst\u00e4rkte Biomasseproduktion andere Nutzungen verdr\u00e4ngt w\u00fcrden. Im besten Falle entstehen dadurch jedoch in den seit dem Krieg unterbev\u00f6lkerten Regionen Kroatiens neue Arbeitspl\u00e4tze.<br>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1760,"featured_media":365670,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":""},"categories":[25213],"tags":[],"location":[],"internal_archives":[],"class_list":["post-365630","selected","type-selected","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-nachhaltigkeit-de"],"blocksy_meta":[],"acf":[],"featured_img":false,"coauthors":[],"author_meta":{"author_link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/author\/arnoud-cornelissen\/","display_name":"Arnoud Cornelissen"},"relative_dates":{"created":"Posted 4 years ago","modified":"Updated 4 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on April 6, 2022","modified":"Updated on April 6, 2022"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on April 6, 2022 9:50 am","modified":"Updated on April 6, 2022 9:50 am"},"featured_img_caption":"","tax_additional":{"category":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Nachhaltigkeit<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Nachhaltigkeit<\/span>"],"slug":"category","name":"Categories"},"post_tag":{"linked":[],"unlinked":[],"slug":"post_tag","name":"Tags"},"language":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">DE<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">DE<\/span>"],"slug":"language","name":"Tags"},"post_translations":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/?taxonomy=post_translations&#038;term=pll_624d460b4a011\" class=\"advgb-post-tax-term\">pll_624d460b4a011<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">pll_624d460b4a011<\/span>"],"slug":"post_translations","name":""},"location":{"linked":[],"unlinked":[],"slug":"location","name":"Locations"},"internal_archives":{"linked":[],"unlinked":[],"slug":"internal_archives","name":"Internal Archives"}},"series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/selected\/365630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/selected"}],"about":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/selected"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1760"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=365630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=365630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=365630"},{"taxonomy":"location","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/location?post=365630"},{"taxonomy":"internal_archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/internal_archives?post=365630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}