{"id":486183,"date":"2024-08-31T11:56:00","date_gmt":"2024-08-31T09:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=486183"},"modified":"2024-08-31T11:56:00","modified_gmt":"2024-08-31T09:56:00","slug":"haette-haette-fahrradkette-die-deutsche-energiewende-vor-dem-totalen-bankrott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/haette-haette-fahrradkette-die-deutsche-energiewende-vor-dem-totalen-bankrott\/","title":{"rendered":"\u201eH\u00e4tte, h\u00e4tte, Fahrradkette\u201c. Die deutsche Energiewende vor dem totalen Bankrott"},"content":{"rendered":"\n<p>Derzeit macht ein neues \u201e\u00c4rgernis\u201c der Energiewende in den Sozialen Medien die Runde: Unternehmen sollen sich, so die Bundesnetzagentur, auf eine \u201eAngebotsorientierte Stromversorgung\u201c einstellen. Will sagen: ist genug&nbsp; EE-Strom da, wird produziert, wenn nicht, d\u00fcrfen die Mitarbeiter buchst\u00e4blich zuhause bleiben. Freilich wolle man dies durch die Bepreisung steuern. Mit anderen Worten: wenn wenig Energie zur Verf\u00fcgung steht (weil Sonne und Wind fehlen), geht der Strompreis durch die Decke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das ist kein Witz<\/h2>\n\n\n\n<p>Das, was sich wie ein schlechter Scherz anh\u00f6rt, ist tats\u00e4chlich deutsche Realit\u00e4t. Nachdem sich Wirtschaftsvertreter bitterlich beklagt hatten, ruderte das Wirtschaftsministerium zur\u00fcck und lie\u00df durch einen Sprecher erkl\u00e4ren, dass das \u201e\u00dcberlegungen der Bundesnetzagentur seien, die zur Diskussion gestellt wurden, keine Pl\u00e4ne des Ministers.\u201c Also mal wieder ein \u201e<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/voellig-gaga-solar-plan-von-habeck-behoerde-empoert-wirtschaft-66cc48052e96240be0bb9f17?t_ref=https%3A%2F%2Ft.co%2F\">Testballon<\/a>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Energie \u2013 der Treibstoff f\u00fcr Wohlstand<\/h2>\n\n\n\n<p>Kennen Sie ein Land, das mit weniger, bzw. drastisch sinkendem Energieverbrauch seinen Wohlstand mehrte bzw. bewahrte? Lassen wir das und blicken wir nur kurz auf das Chart dazu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-rt.googleusercontent.com\/docsz\/AD_4nXccqLPOoxPnKcGBfy3Ahv8a81tFmUzkqxVwyGs1utDqgNyNq6xRzMiNslR1HZVR7Vi1jy038JZVZTImW0tk87pkpSG3TbBC0xTLRNd2RR6B01N_BAPXBpUfkg_374JmJHBEY21ocwgoisc1rPK7kDEv9StIF8FxNscd9sMsvQbyuWioM6AvDA0?key=kSrWfxJ_rhulvS2Y05gubQ\" alt=\"Ein Bild, das Text, Screenshot, Diagramm enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 <a href=\"https:\/\/www.geothermie.de\/bibliothek\/lexikon-der-geothermie\/e\/energiebedarf\">IEA, World Bank<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das \u201eInternational Journal of Sustainable Energy\u201c ver\u00f6ffentlichte unl\u00e4ngst eine \u00dcberlegung des norwegischen Wissenschaftlers Prof. Jan Emblemsv\u00e5g an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universit\u00e4t, Trondheim (NTNU): \u201e<em>What if Germany had invested in nuclear power? A comparison between the German energy policy the last 20 years and an alternative policy of investing in nuclear power\u201d.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Emblemsv\u00e5g versucht die schwierige Berechnung eines alternativen Szenarios. N\u00e4mlich: was h\u00e4tte es dem Klima und der Energieversorgung gebracht, wenn Deutschland seine AKW nicht abgestellt und sogar Neue dazugebaut h\u00e4tte. Dabei verglich der die Kosten der \u201eEnergiewende\u201c mit den Kosten, die nach heutigen Erkenntnissen f\u00fcr den Bau und Unterhalt von AKW angefallen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 2002 und 2022 (dem Untersuchungszeitraum) wurden die tats\u00e4chlichen Klimagasemissionen in Deutschland um -25 % reduziert. Durch Triangulation der verf\u00fcgbaren Informationsquellen sch\u00e4tzt Emblemsv\u00e5g die nominalen Gesamtausgaben f\u00fcr diese Reduktion auf 387 Mrd. Euro, die damit verbundenen Subventionen beziffert er mit nochmals 310 Mrd. Euro, so dass sich die nominalen Gesamtausgaben f\u00fcr die Energiewende auf rund 696 Mrd. Euro belaufen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alternative Kernkraft<\/h2>\n\n\n\n<p>Alternativ h\u00e4tte Deutschland im Jahr 2002 die bestehende Kernkraft beibehalten und, so Emblemsv\u00e5g, in neue Kernkraftkapazit\u00e4ten investieren k\u00f6nnen. Die Analyse dieser beiden Alternativen zeigt, dass Deutschland sein Klimagasemissionsziel bequem h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen, indem es die Emissionen bis 2022 zus\u00e4tzlich zu den bereits erreichten Werten um 73 % reduziert und gleichzeitig die Ausgaben im Vergleich zur Energiewende halbiert h\u00e4tte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Res\u00fcm\u00e9e: Deutschland h\u00e4tte also eine Energiepolitik betreiben sollen, die auf der Beibehaltung und dem Ausbau der Kernenergie basiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Politische Voraussetzungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist dem Autor der Betrachtung klar geworden, dass die \u201eEnergiewende\u201c vorwiegend auf ideologischen \u00dcberlegungen basierte. Zudem ist es ein typisches \u201eH\u00e4tte, h\u00e4tte, Fahrradkette-Szenario (Schoulda, coulda, woulda)\u201c. Denn der Zug ist definitiv abgefahren, weil der Zeithorizont nun ein anderer ist. Im Klartext: 20 Jahre eklatante Fehlentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Pikant ist, dass Jan Emblemsv\u00e5g keine Prognosen hinsichtlich einer alternativen Strompreisentwicklung gibt. Trotzdem beziffert er die Vorteile dieser alternativen Strompolitik folgenderma\u00dfen: \u201eAlles in allem h\u00e4tte die Atompolitik, einschlie\u00dflich der Aufrechterhaltung des Betriebs der bestehenden KKW im Jahr 2002, Ausgaben in H\u00f6he von 364 Mrd. EUR erfordert, also 332 Mrd. EUR weniger als die Energiewende.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die dunklen Flecken auf der wei\u00dfen Energiewende-Weste<\/h2>\n\n\n\n<p>Zudem weist er auf eine Tatsache hin, die von den Verfechtern der regenerativen Energieerzeugung gerne vernachl\u00e4ssigt wird. Die Problematik des Sonderm\u00fclls. \u201eBis 2050 werden weltweit 43 Millionen Tonnen Rotorblattabf\u00e4lle [von Windkraftwerken] erwartet (Liu und Barlow 2017), und das Recycling ist minimal (Martin 2020). Weitere 78 Millionen Tonnen Solarpaneele werden bis 2050 weltweit erwartet (IRENA 2016).\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Emblemsv\u00e5g weiter: \u201eDie Energiewende hat auch in Bezug auf die Energiesicherheit schlecht abgeschnitten, da sie auf Gaskraftwerke als Ausgleichs- und Reserveenergie angewiesen ist, wie der Krieg in der Ukraine gezeigt hat. Die Energiekrise hat die Deutschen 1.500 Mrd. EUR gekostet (Woodard et al. 2023), die vermieden worden w\u00e4ren, wenn Deutschland nicht auf Gasimporte aus Russland angewiesen gewesen w\u00e4re.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Womit wir wieder am Anfang angelangt sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alles ist mit allem verbunden<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Problem ist, dass \u201eAlles mit allem verbunden\u201c ist. Die Alternative h\u00e4tte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr gesorgt, dass der Industriestrompreis (wegen des \u00dcberangebots) in Regionen gesunken w\u00e4re, so da\u00df eine Abwanderung der Industrie, wie sie derzeit in Deutschland zu beobachten ist, nie stattgefunden h\u00e4tte. Zudem h\u00e4tte die Abh\u00e4ngigkeit (siehe oben) vom russischen Gas nie bestanden. Des Weiteren w\u00e4re auch die Energieerzeugung mit Kohle bereits vor vielen Jahren ausgephast worden, ganz so wie in Frankreich, wo Kohle faktisch nicht existent ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-rt.googleusercontent.com\/docsz\/AD_4nXeRJ2Y4Ra0RPg4-b7FseUkb8mPt7JaNtPrqvIZXn7tvkqk7gP2DgrDZmdhJAtEYf5LbqrVygjgyRv8pLkUtlKWUBEIJ-o5KBLLU8FIdppmVOiejdCKxCg2jNsaSJ75-Bs4V5idvU27IZxXpKBfM_FVa_x1JAz-KS4ak1X7hlZVldo5SMsakpw4?key=kSrWfxJ_rhulvS2Y05gubQ\" alt=\"Ein Bild, das Text, Screenshot, Software, Webseite enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Frankreich Energiemix-Daten: Abgerufen am 29. August 8:08 Uhr<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und zu guter Letzt: Die Verkehrswende hin zur Elektrifizierung der Fahrzeuge sowie die Umstellung auf W\u00e4rmepumpen in Privathaushalten w\u00e4re letztlich durch moderate Strompreise ein Selbstl\u00e4ufer wie etwa in nordischen L\u00e4ndern wie Norwegen geworden. Deutschland h\u00e4tte sich, klimatechnisch und besch\u00e4ftigungstechnisch, goldenen Zeiten gegen\u00fcbergesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/14786451.2024.2355642\">Die gesamte Betrachtung kann hier eingesehen werden.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit macht ein neues \u201e\u00c4rgernis\u201c der Energiewende in den Sozialen Medien die Runde: Unternehmen sollen sich, so die Bundesnetzagentur, auf eine \u201eAngebotsorientierte Stromversorgung\u201c einstellen. Will sagen: ist genug&nbsp; EE-Strom da, wird produziert, wenn nicht, d\u00fcrfen die Mitarbeiter buchst\u00e4blich zuhause bleiben. 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