{"id":482573,"date":"2024-07-07T11:13:00","date_gmt":"2024-07-07T09:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=482573"},"modified":"2024-07-07T11:13:00","modified_gmt":"2024-07-07T09:13:00","slug":"das-joint-venture-wirds-schon-richten-vws-hilfeersuchen-an-den-wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/das-joint-venture-wirds-schon-richten-vws-hilfeersuchen-an-den-wettbewerb\/","title":{"rendered":"Das Joint Venture wird\u2019s schon richten \u2013 VWs \u201eHilfeersuchen\u201c an den Wettbewerb"},"content":{"rendered":"\n<p>Ende Juni wurde bekannt, dass der VW-Konzern unter CEO Oliver Blume ein Joint Venture mit Rivian eingegangen sei. VW will bis zu 5 Mrd. US-Dollar in das US-Unternehmen und eine gemeinsame Unternehmung investieren, um an der digitalen Kompetenz der Amerikaner teilhaben zu k\u00f6nnen. Monate zuvor hatte die Marke VW bereits den Schulterschluss mit dem chinesischen Start-up XPeng und die Marke Audi mit SAIC gesucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Rivian ist bekanntlich das US Start-up, das mit seinen Trucks und SUVs den amerikanischen Mobilit\u00e4ts-Traum erf\u00fcllen will \u2013 nur eben elektrisch. Zudem fertigt man f\u00fcr amazon elektrische Zuliefer-Fahrzeuge.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das CARIAD-Desaster und kein Ende<\/h2>\n\n\n\n<p>Der VW-Konzern ist mit seinem Engagement f\u00fcrs Digitale im Auto bislang weitgehend gl\u00fccklos geblieben. Ein einheitliches Betriebssystem wird seit Jahren von der Softwaretochter CARIAD entwickelt, allein die Fortschritte halten sich in Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der ID.3 deb\u00fctierte, standen hunderte der Stromer erst einmal auf Halde, weil das Betriebssystem noch buggy war und auf ein \u201eAuslieferungs-Update\u201c warten musste.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die CARIAD-Chefs wechselten gef\u00fchlt im Dreimonatsrhytmus<\/h2>\n\n\n\n<p>Das digitale \u201ePowerhouse\u201c des Konzerns machte indes kaum Fortschritte. Man verf\u00fcgt zwar \u00fcber tausende von Entwicklern, aber die Ergebnisse lassen weiter auf sich warten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verz\u00f6gerungen wurde der Marke Porsche unter Oliver Blume schlie\u00dflich zu viel. F\u00fcr den elektrischen Macan entwickelte man in Eigenregie, auch Audi musste auf Plan B umsteigen, um den neuen Stromer Q6 e-tron, der wie der Macan auf der neuen PPE-Plattform basiert, versp\u00e4tet auf den Markt zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Software und Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p>Das CARIAD-Desaster indes zeigt eindrucksvoll, dass Deutschland bei der Software-Entwicklung \u00e4u\u00dferst r\u00fcckst\u00e4ndig ist&nbsp;\u2013 von K\u00fcnstlicher Intelligenz-Technologie ganz zu schweigen. Das gilt nicht nur f\u00fcr den Automotive-Bereich. In der Tat \u00fcberholen selbst Indien und China die Nation der Dichter und Denker regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig die \u00dcberzeugung des \u201eViel hilft Viel\u201c. Will sagen, wenn man genug Entwickler an die Thematik setzt, kommt blitzschnell ein \u00fcberragendes Software-Ergebnis heraus. Ein ph\u00e4nomenaler Irrtum.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kann das Rivian-VW-Join-Venture Wolfsburg \u201eretten\u201c?<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier sind gro\u00dfe Zweifel angebracht. Rivian hat zwar eine gute Software-Grundlage, ist aber von den Granden der Branche, wie amazon, Apple, Google, Microsoft &amp; Co weit entfernt. Zudem hat Tesla mit seinem OS, das als eines der ersten weltweit OTA-Updatef\u00e4hig war, die Pace vorgegeben. Die Poleposition hat die Musk-Company seitdem nicht verlassen, was auch die zunehmende Konkurrenz durch Googles Automotive OS nicht gef\u00e4hrdet wird. Was in den Teslas allein durch Software-Updates verbessert wurde, scheint in deutschen OEM-Chefetagen nur langsam klargeworden zu sein. Freilich war und ist Teslas Software-Erfolg eng mit dem Engineering seiner Fahrzeuge verbunden. OTA-Updates sind nur m\u00f6glich, wenn das ganze System darauf ausgelegt ist. Da tasten sich deutsche OEMs seit Jahren erst hin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer ist der Junior-Partner?<\/h2>\n\n\n\n<p>Rivian hat seit Gr\u00fcndung rund 85.000 Fahrzeuge abgesetzt. Wie bei vielen Start-ups sind die Kassen klamm. VW hingegen ist einer der gr\u00f6\u00dften Autohersteller der Welt. Man w\u00fcrde meinen, dass Rivian damit zum Juniorpartner der Wolfsburger werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Indes \u2013 wenn man sich die Software-Expertise der Deutschen betrachtet, d\u00fcrfte VW hier ein vivides Interesse haben, dass das CARIAD-Desaster durch die Zusammenarbeit gelindert wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Rivian hingegen wird das finanzielle Engagement der Wolfsburger erst einmal die Bef\u00e4higung verschaffen, seine vor ein paar Monaten pr\u00e4sentierten Neuvorstellungen, die bestens angenommen wurden, schneller auf den Markt zu werfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern ist die Zusammenarbeit die Parteien eine Win-Win-Situation. Auch finanziell ist der Deal f\u00fcr VW auf den ersten Blick von Vorteil. Die Software-Tochter CARIAD kostet j\u00e4hrlich Milliarden und f\u00e4hrt permanent gigantische Verluste ein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den zweiten Blick jedoch k\u00f6nnte sich die Abh\u00e4ngigkeit von einem weiteren Mitbewerber als fatale Entscheidung f\u00fcr die Zukunft erweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Juni wurde bekannt, dass der VW-Konzern unter CEO Oliver Blume ein Joint Venture mit Rivian eingegangen sei. VW will bis zu 5 Mrd. US-Dollar in das US-Unternehmen und eine gemeinsame Unternehmung investieren, um an der digitalen Kompetenz der Amerikaner teilhaben zu k\u00f6nnen. 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