{"id":455845,"date":"2023-08-19T13:49:00","date_gmt":"2023-08-19T11:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=455845"},"modified":"2023-08-19T13:49:00","modified_gmt":"2023-08-19T11:49:00","slug":"app-angebot-schrumpft-nach-verbot-personalisierter-werbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/app-angebot-schrumpft-nach-verbot-personalisierter-werbung\/","title":{"rendered":"App-Angebot schrumpft nach Verbot personalisierter Werbung"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Verbot, mit Apps Daten zu erfassen und damit Werbung zu personalisieren, w\u00fcrde das App-Angebot und die Zahl der Updates deutlich reduzieren. Dies zeigt eine Studie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) anhand des Verbots bei Kinder-Android-Apps. Die Ergebnisse k\u00f6nnen den Unternehmen bei ihren Gesch\u00e4ftsmodellen und der Politik bei der Regulierung des \u201eTargeted Advertising\u201c helfen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"io-block io-block__summary\"><ul><li>Eine Studie von TUM-Forschern ergab, dass das Verbot personalisierter Werbung in Apps die Zahl neuer Apps um ein Drittel reduziert und zu weniger App-Updates f\u00fchrt.<\/li><li>Die Studie analysierte die Auswirkungen von Googles Verbot gezielter Werbung in Android-Apps f\u00fcr Kinder im Jahr 2019.<\/li><li>Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein breiteres Verbot von gezielter Werbung \u00e4hnliche Auswirkungen haben k\u00f6nnte und Unternehmen vor die Herausforderung stellt, alternative Gesch\u00e4ftsmodelle zu finden.<\/li><\/ul><\/div>\n\n\n\n<p>Die meisten Smartphone-Apps sind kostenlos, die Anbieter:innen finanzieren sie mit Werbung \u2013 vielfach mit sogenanntem Targeted Advertising. Die Apps werten Daten wie das Nutzungsverhalten und den Standort bis hin zu Fotos und Nachrichten aus, um dann Werbung anzuzeigen, die auf die Personen zugeschnitten ist. Diese Praxis steht als Eingriff in die Privatsph\u00e4re in der Kritik, ihr Verbot wird vielfach gefordert. Die EU wird Targeted Advertising mit dem Digital Services Act ab 2024 st\u00e4rker regulieren, in den USA gibt es \u00e4hnliche Pl\u00e4ne. Unternehmen wenden sich gegen Einschr\u00e4nkungen und argumentieren, ohne Einnahmen aus personalisierter Werbung k\u00f6nnten viele Apps nicht mehr angeboten werden und fehle der Anreiz, neue Produkte zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Jens F\u00f6rderer und Tobias Kircher von der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.mgt.tum.de\/center-for-digital-transformation\/prof-dr-jens-foerderer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Professur f\u00fcr Innovation und Digitalisierung<\/a>&nbsp;am TUM Campus Heilbronn haben deshalb erstmals empirisch untersucht, wie sich ein Wegfall von personalisierter Werbung auf das App-Angebot auswirkt. Daf\u00fcr analysierten sie die Folgen des Verbots von Targeted Advertising, das Google 2019 in seinem Play Store f\u00fcr Android-Apps erlie\u00df, die sich an Kinder richten. Die Forscher verglichen den Zeitraum ein Jahr vor und zehn Monate nach dem Bann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Angebote um ein Drittel reduziert<\/h2>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1287\/mnsc.2023.4726\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a>&nbsp;zeigt, dass nach dem Verbot personalisierter Werbung weniger neue Apps auf den Markt kamen, mehr Apps als zuvor eingestellt wurden und weniger Updates in bestehenden Apps angeboten wurden als vor dem Bann:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Zahl neuer Apps, die pro Anbieter:in ver\u00f6ffentlicht wurde, ging um mehr als ein Drittel zur\u00fcck.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Wahrscheinlichkeit, dass eine App vom Markt genommen wurde, stieg um gut 10 Prozent.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Betreiber:innen spielten 17 Prozent weniger Updates ein. Dabei handelte es sich nicht nur um Weiterentwicklungen der Apps, sondern auch um Wartungs- und Sicherheitsupdates.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Forscher stellten diese Entwicklung bei nahezu allen Anbieter:innen fest. Besonders ausgepr\u00e4gt war sie bei kleinen und jungen Firmen, also vor allem bei Start-ups. Ausgenommen waren lediglich au\u00dferordentlich beliebte Apps, auf deren Weiterentwicklung sich die Unternehmen offenbar konzentrierten. Die Forscher gehen davon aus, dass es einen \u00e4hnlichen R\u00fcckgang des App-Angebots nach einem Verbot von Targeted Advertising auch bei Apps f\u00fcr Erwachsene geben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eHerausfinden, wof\u00fcr Nutzer:innen zahlen w\u00fcrden\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eBesserer Datenschutz bei Smartphone-Apps ist ein wichtiger Schritt, gerade bei Kindern\u201c, betont Jens F\u00f6rderer. \u201eDie Frage ist: Wie finden wir einen Weg aus der Falle, dass die Verbraucher:innen gewohnt sind, Apps kostenlos zu nutzen, und die Unternehmen ihr Gesch\u00e4ftsmodell auf personalisierter Werbung aufgebaut haben? Und zwar ohne das Angebot bei innovativen Apps zu verringern, die f\u00fcr die Verbraucher:innen sehr n\u00fctzlich sind? Unsere Erkenntnisse bieten sowohl f\u00fcr die Politik als f\u00fcr die Wirtschaft eine Entscheidungsgrundlage.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen sollten sich rechtzeitig auf gesetzliche Regulierungen einstellen. \u201eF\u00fcr den Fall eines Targeted-Advertising-Verbots m\u00fcssen Unternehmen mit gravierenden Folgen f\u00fcr ihren Umsatz rechnen\u201c, sagt Tobias Kircher. \u201eSie sollten deshalb dringend herausfinden, f\u00fcr welche App-Funktionen Nutzer:innen zahlen w\u00fcrden. Mehr noch: Sie sollten Strategien entwickeln, die Zahlungsbereitschaft zu erh\u00f6hen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Verbot, mit Apps Daten zu erfassen und damit Werbung zu personalisieren, w\u00fcrde das App-Angebot und die Zahl der Updates deutlich reduzieren. Dies zeigt eine Studie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) anhand des Verbots bei Kinder-Android-Apps. 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