{"id":435635,"date":"2023-02-04T13:00:00","date_gmt":"2023-02-04T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=435635"},"modified":"2023-02-04T13:00:00","modified_gmt":"2023-02-04T12:00:00","slug":"advocatus-diaboli-ueber-shitstorms-rants-und-ev-only-extremists","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/advocatus-diaboli-ueber-shitstorms-rants-und-ev-only-extremists\/","title":{"rendered":"Advocatus diaboli: \u00fcber Shitstorms, Rants und \u201cEV-only extremists\u201d"},"content":{"rendered":"\n<p>Sind Sie ein b\u00f6ser Mensch? Dann fahren Sie vermutlich noch einen Verbrenner, fliegen wenigstens einmal im Jahr in Urlaub und essen Fleisch. Im Umkehrschluss sind nur Veganer, Urlaubsradler und Elektroauto-Piloten gute Menschen.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"io-block io-block__expanded-box\"><summary class=\"expanded-box__header\">Warum wir \u00fcber dieses Thema schreiben:<\/summary><div>  <p class=\"expanded-box__content\">In einer w\u00f6chentlichen Kolumne, die abwechselnd von Eveline van Zeeland, Eugene Franken, Katleen Gabriels, PG Kroeger, Carina Weijma,\u00a0<strong>Bernd Maier-Leppla<\/strong>, Willemijn Brouwer und Colinda de Beer geschrieben wird, versucht Innovation Origins herauszufinden, wie die Zukunft aussehen wird. Diese Kolumnisten, die manchmal durch Gastblogger erg\u00e4nzt werden, arbeiten alle auf ihre Weise an L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme unserer Zeit.\u00a0Bitte\u00a0<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=besseres+morgen\">lesen Sie\u00a0hier die bisherige Episoden<\/a>.<\/p><\/div><\/details>\n\n\n\n<p>Der Autor dieser Zeilen geh\u00f6rt nach obiger Definition zu den schlechten Menschen. Zudem betrachtet er gerne mehrere Seiten der Medaille. So findet er, obwohl er ein Portal f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t betreibt, dass die Elektromobilit\u00e4t keinesfalls schon auf der ber\u00fchmten \u201eZw\u00f6lf\u201c, der blo\u00dfe Austausch von Verbrennern durch Stromer keine L\u00f6sung und das Blicken \u00fcber den Tellerrand eine der wichtigsten Eigenschaften von Journalisten aber auch Wissenschaftlern ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wagen es Wissenschaftler, die Elektromobilit\u00e4t als einzige L\u00f6sung der Verkehrs- und Klimaprobleme zu hinterfragen, wird es schon mal turbulenter.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn das kommt naturgem\u00e4\u00df in der \u00d6koblase, den \u201eEV-only extremists\u201c (Gill A. Pratt, Toyota) \u00e4u\u00dferst schlecht an, denn wie gesagt: entweder ist man ein schlechter Mensch oder geh\u00f6rt zu den Guten. Da gibt es keine Graut\u00f6ne.<\/p>\n\n\n<div class=\"vlp-link-container vlp-layout-basic wp-block-visual-link-preview-link advgb-dyn-17a94cc5\"><a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/selected\/autos-werden-den-verkehr-bald-mit-argusaugen-beobachten\/\" class=\"vlp-link\" title=\"Autos werden den Verkehr bald mit Argusaugen beobachten\"><\/a><div class=\"vlp-layout-zone-side\"><div class=\"vlp-block-2 vlp-link-image\"><\/div><\/div><div class=\"vlp-layout-zone-main\"><div class=\"vlp-block-0 vlp-link-title\">Autos werden den Verkehr bald mit Argusaugen beobachten<\/div><div class=\"vlp-block-1 vlp-link-summary\">Forscher der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) haben gemeinsam mit Industriepartnern eine Technologie entwickelt, die es erm\u00f6glicht, die Verkehrssituation aus der Vogelperspektive an ein selbstfahrendes Auto zu beobachten.<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die M\u00e4rchenstunde<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei den \u201eGuten\u201c ist oft (nicht immer) eine Haltung vorherrschend, die man am besten mit \u201eKompromisslosigkeit\u201c \u00fcbersetzen k\u00f6nnte. Das Leben, so gewinnt man den Eindruck, braucht keine Kompromisse. Wer den Pfad der&nbsp;<em>reinen Tugend<\/em>&nbsp;verl\u00e4sst, der wird, auch wenn er Mitglied der \u201eGuten\u201c ist, gnadenlos gema\u00dfregelt und \u2013 vor allem in den sozialen Medien \u2013&nbsp;&nbsp;sogar bisweilen ge\u00e4chtet und geblockt.<\/p>\n\n\n\n<p>Argumenten sind die \u201eGuten\u201c oft nur schwer zug\u00e4nglich, und die Realit\u00e4t verbiegt man sich gerne wie weiland Steve Jobs, des <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Reality_distortion_field\">Reality Distortion Field<\/a> legend\u00e4r war. Beispiele gef\u00e4llig?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Energiepolitik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Umstieg auf Elektroautos sei kein Problem. Strom, zumal er aus der Steckdose komme, sei gen\u00fcgend vorhanden. Nun stimmt das, zumindest f\u00fcr Deutschland, nicht mehr uneingeschr\u00e4nkt. Die Stromknappheit k\u00f6nnte sich tats\u00e4chlich zuk\u00fcnftig zeigen, wenn viel mehr Stromer gleichzeitig abends geladen werden. Dann, so erkl\u00e4rte die \u201eBundesnetzagentur\u201c gerade, sollten Energieversorger Wallboxen und sogar W\u00e4rmepumpen fernabschalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Emissionen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Elektroauto sei in jedem Fall sauberer als der Verbrenner. Das mag f\u00fcr die skandinavischen L\u00e4nder und Frankreich gelten, wo die Stromerzeugung selten \u00fcber 80 g CO2 pro erzeugter Kilowattstunde steigt. In Deutschland, wo der Kohlestrom gerade seine Renaissance erlebt, wird diese Behauptung zu beweisen zunehmend schwieriger. Vor allem dann, wenn man wei\u00df, dass zu Spitzenzeiten mehr als&nbsp;<strong><em>13.000 Tonnen Kohle pro Stunde<\/em><\/strong>&nbsp;f\u00fcr die Stromerzeugung verbrannt werden. Das wir uns richtig verstehen: das ist nicht die Schuld des Elektrofahrzeugs, wohl aber der bitteren Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>BEVs laufen nur mit regenerativen Energien<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Aber, so werden Sie nun sagen, Stromer werden doch \u00fcberwiegend mit regenerativen Energien betrieben. Zumindest in Deutschland r\u00fchmen sich die Ladeanbieter daf\u00fcr. Ungl\u00fccklicherweise ist das wie mit dem Prosecco-Gate vor einigen Jahren. Da wurde auch mehr des Kicherwassers einer bestimmten Region angeboten, als produziert werden konnte. Zwar k\u00f6nnten die Stromer mit \u00d6kostrom geladen werden, der fehlt aber dann woanders \u2013 der Durchschnitt z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reichweitenangst &amp; Co<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Und dann ist da die ber\u00fchmte Reichweitenangst, die es laut Fanblase gar nicht mehr gebe. Sie sei vor allem deshalb kein Problem, weil der durchschnittliche Pendler in Deutschland nur knapp \u00fcber 30 Kilometer am Tag fahre. Das Auto m\u00fcsste also nur einmal pro Woche geladen werden. Wie das beim Durchschnitt so ist, gibt\u2019s eben auch die andere Seite. Berufskraftfahrer, die hunderte von Kilometern pro Tag zur\u00fccklegen. Da gilt der alte Satz: Zeit ist Geld. Und auch mehrfaches t\u00e4gliches Laden am HPC schl\u00e4gt dann mit langen Zwangspausen zu Buche \u2013 vor allem im Winter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rohstoffe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es gebe gen\u00fcgend Rohstoffe f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t. Auch hier m\u00f6chte ich den kleinen und nur unwesentlichen Einwurf machen, dass dies zwar so ist, aber der Nachschub an Lithium, Kobalt, Kupfer und Nickel trotzdem b\u00f6se Bergbaufirmen dazu bringt, die \u00d6kologie hier und da mit F\u00fc\u00dfen zu treten. Zudem ist ein dramatischer Anstieg des Bergbaus vonn\u00f6ten, um zuk\u00fcnftig Abermillionen von Elektrofahrzeugen weltweit herzustellen. Und ja: auch die \u00d6lf\u00f6rderung ist schmutzig, und f\u00fchrt zu \u00f6kologischen Katastrophen biblischen Ausma\u00dfes. Aber \u201eWhataboutism\u201c ist eben kaum zielf\u00fchrend aber gerne als \u201eArgument\u201c genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles, und noch viel mehr, h\u00f6ren die Elektromobilt\u00e4ts-Fans nicht gerne und reagieren mit teilweise deftigen Kommentaren in den sozialen Medien oder Foren. RDF eben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da ist es auch kein Wunder, dass viele Elektroautos in Deutschland tats\u00e4chlich Zweitwagen sind. Den Verbrenner h\u00e4lt man sich dann in Reserve. Man kann nie wissen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Conclusio<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Man kann es drehen und wenden, wie man will. Wir alle sind per obiger Definition eigentlich schlechte Menschen. Aber statt mit dem Finger auf die anderen zu zeigen, sollten wir anfangen, pragmatisch vorzugehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Pragmatik jedoch verlangt nach Kompromissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind Sie ein b\u00f6ser Mensch? Dann fahren Sie vermutlich noch einen Verbrenner, fliegen wenigstens einmal im Jahr in Urlaub und essen Fleisch. Im Umkehrschluss sind nur Veganer, Urlaubsradler und Elektroauto-Piloten gute Menschen. Der Autor dieser Zeilen geh\u00f6rt nach obiger Definition zu den schlechten Menschen. Zudem betrachtet er gerne mehrere Seiten der Medaille. 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