{"id":303441,"date":"2021-08-11T17:00:00","date_gmt":"2021-08-11T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=303441"},"modified":"2021-08-11T17:00:00","modified_gmt":"2021-08-11T15:00:00","slug":"robotik-unter-tage-fuer-geomonitoring-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/robotik-unter-tage-fuer-geomonitoring-nutzen\/","title":{"rendered":"Robotik unter Tage f\u00fcr Geomonitoring nutzen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wissenschaftler der <a href=\"https:\/\/tu-freiberg.de\">TU Bergakademie Freiberg<\/a> haben einen autonomen Vermessungsroboter entwickelt. Das System soll eine unbekannte Umgebung autonom erfassen und mit den Daten ein dreidimensionales Modell einer Lagerst\u00e4tte erstellen. Ab Herbst testen Forschende der TU Bergakademie Freiberg den Roboter \u00fcber und unter Tage.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcnftig k\u00f6nnte das Multisensorsystem Grundlagen zur Erschlie\u00dfung neuer Lagerst\u00e4tten liefern und die Sicherheit in Bergwerken \u00fcberwachen. F\u00fcr die Entwicklung des neuen Roboters hat sich das Institut f\u00fcr Markscheidewesen und Geod\u00e4sie (Arbeitsgruppen Sensorik und Lagerst\u00e4tten) mit den Professoren Gerhard Heide (Mineralogie) sowie Bernhard Jung (Virtuelle Realit\u00e4t und Robotik) zusammengeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das System besteht aus einem elektrisch angetriebenen Allradfahrzeug und der installierten Sensorik. Ein Teil der Sensoren, eine Stereokamera sowie die Profillaserscanner und eine bildgebende \u00dcberwachungskamera geh\u00f6ren zur Standardausr\u00fcstung eines mobilen Roboters. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErg\u00e4nzt wird die Technik nun um eine hochaufl\u00f6sende Multispektralkamera sowie drei Radarsensoren und eine Inertialmesseinheit, mit der sich der Roboter im Zentimeterbereich pr\u00e4zise platzieren kann. Die Hyperspektralkamera wird f\u00fcr die bildbasierte Analyse von Gesteinsoberfl\u00e4chen ben\u00f6tigt\u201c, erkl\u00e4rt Priv.-Doz. Ralf Donner vom Institut f\u00fcr Markscheidewesen. Die Daten aller Sensoren werden zu einer sogenannten attributierten 3D-Punktwolke fusioniert, die die Grundlage f\u00fcr die Auswertungen der Daten bildet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Radarinterferometrie<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDie schwierigen untert\u00e4gigen Bedingungen, zum Beispiel Nebel und Staub, verhindern oftmals die alleinige Aufnahme der Lagerst\u00e4ttengeometrie mit optischen Methoden wie Kameras oder Laserscannern. Eine robuste Alternative dazu bilden Radar-Sensoren, welche aufgrund ihrer l\u00e4ngeren elektromagnetischen Wellenl\u00e4nge diese Hindernisse ungest\u00f6rt durchdringen. Insbesondere im Monitoring von \u00c4nderungen im Millimeter-Bereich hat sich die Radarinterferometrie als leistungsstarke Technik im \u00fcbert\u00e4gigen satellitengest\u00fctzten als auch station\u00e4ren terrestrischen Bereich erwiesen\u201c, so der wissenschaftliche Mitarbeiter. <\/p>\n\n\n\n<p>Ziel des Forschendenteams ist es, die interferometrische Technik zur hochgenauen \u00c4nderungsdetektion in das nicht station\u00e4re, untert\u00e4gige Umfeld zu \u00fcbertragen. \u201eDas neue Messsystem ist jetzt einsatzbereit und wird in den kommenden Monaten in einem \u00fcbert\u00e4gigen Testparcours erste Messungen vornehmen\u201c, sagt Prof. J\u00f6rg Benndorf. \u201eSobald die Arbeiten am Schacht des Forschungs- und Lehrbergwerks abgeschlossen sind und die Grube wieder zug\u00e4nglich ist, planen wir die erste untert\u00e4gige Erkundungsfahrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Digitales Modell<\/h3>\n\n\n\n<p>Bis dahin stehen Instrumentenpr\u00fcfungen und die Automatisierung der Fahrzeugsteuerung im Mittelpunkt der Weiterentwicklung. \u201eIn einem ersten Schritt muss das System in einer bekannten Umgebung sicher autonom fahren. Sp\u00e4ter soll auch eine unbekannte Umgebung autonom erschlossen werden k\u00f6nnen\u201c, so Ralf Donner. <\/p>\n\n\n\n<p>Laut den Forschenden ist die Automatisierung des untert\u00e4gigen Erkundens und Monitorings essenziell f\u00fcr ein umfassendes digitales Modell einer Lagerst\u00e4tte. Wird das optimierte digitale Modell Fachleuten zur Verf\u00fcgung gestellt, k\u00f6nnen sie wichtige Informationen entnehmen: \u201cWo befinden sich werthaltige Minerale, wie k\u00f6nnen sie effektiv abgebaut werden und welche Gegebenheiten sind relevant f\u00fcr die Sicherheit im Bergwerk?\u201c, nennt Prof. J\u00f6rg Benndorf als Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Multisensorsystem wurde gef\u00f6rdert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie das S\u00e4chsische Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Foto: Das neue Multisensorsystem.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch interessant: <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/umweltfreundlicher-und-effizienter-bergbau-durch-roentgenanalyse\/\">Umweltfreundlicher und effizienter Bergbau durch R\u00f6ntgenanalyse<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg haben einen autonomen Vermessungsroboter entwickelt. 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