{"id":302399,"date":"2021-08-04T09:00:00","date_gmt":"2021-08-04T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=302399"},"modified":"2021-08-04T09:00:00","modified_gmt":"2021-08-04T07:00:00","slug":"neues-messgeraet-hat-potenzial-die-baubranche-zu-revolutionieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/neues-messgeraet-hat-potenzial-die-baubranche-zu-revolutionieren\/","title":{"rendered":"Neues Messger\u00e4t hat Potenzial die Baubranche zu revolutionieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei der Verlegung von B\u00f6den werden Feuchtemesser eingesetzt, um den Feuchtegehalt in Bodenschichten wie Estrichen zu erfassen. Die neu entwickelte Methode erm\u00f6glicht es den Anwender, anhand der Feuchtigkeit im Baustoff auf dessen Belegreife zu schlie\u00dfen. Gemessen wird die Luftfeuchte in einer Kammer des eingebauten Ger\u00e4ts durch ein sogenanntes Hygrometer. Das an der TU Wien entwickelte und patentierte Messsystem bietet diverse Vorteile gegen\u00fcber der verbreiteten Calciumcarbid-Methode (CM) und hat das Potenzial, die Baubranche zu revolutionieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum braucht es hygrometrische Feuchtemesser?<\/h3>\n\n\n\n<p>Werden Geb\u00e4ude neu errichtet oder Altbauten saniert, sollten die entsprechenden&nbsp;Handwerker_innen den Feuchtegehalt in den Baustoffschichten messen, um Folgesch\u00e4den zu verhindern. Denn die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Restfeuchte in einer Baustoffschicht, beispielsweise in Estrichen, kann zum Problem werden, wenn darauf dampfbremsende oder -dichte Bel\u00e4ge wie Holz oder Fliesen angebracht werden. Diese verhindern, dass Feuchtigkeit aus der Unterkonstruktion nach oben diffundiert und f\u00fchren dazu, dass die Restfeuchte im Boden verbleibt. Dies wiederum kann zu erheblichen Sch\u00e4den f\u00fchren, wie zum Beispiel Aufquellen, Rissbildung, Belagsabl\u00f6sung oder Festigkeitsverlust des Belags. W\u00e4hrend die Restfeuchte in Bauteilen bislang prim\u00e4r mit der CM gemessen wird, liefern Forschende der TU Wien nun eine attraktive Alternative. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201cDer beobachtete Bedarf nach einer einfachen und kosteng\u00fcnstigen Methode, um die Belegreife von Estrichen oder \u00e4hnlichen Untergr\u00fcnden zu bewerten, hat unsere Entwicklung motiviert,\u201d berichtet Prof. Andreas Kolbitsch. Gemeinsam mit Dr. Leopold Berger und DI Karl Eichinger aus dem Forschungsbereich Hochbaukonstruktionen und Bauwerkserhaltung der <a href=\"http:\/\/www.tuwien.at\">TU Wien<\/a> entwickelte Kolbitsch daraufhin das hygrometrische Messger\u00e4t, mit dem sich Feuchteprofile von Bauwerken erstellen lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lowtech-Ger\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Herzst\u00fcck des an der TU Wien entwickelten Messger\u00e4ts ist eine mechanische Anzeige, die durch das schrumpfende, hygroskopische Medium aktiviert wird. \u201cEin hygroskopisches Medium ist ein Materialst\u00fcck, das sich abh\u00e4ngig von der Umgebungsfeuchtigkeit signifikant ausdehnt oder schrumpft\u201d, erkl\u00e4rt Kolbitsch, \u201cso zum Beispiel bestimmte Holzarten\u201d. Um die Anzeigewerte jederzeit ablesen zu k\u00f6nnen, wird das Ger\u00e4t so in den Baustoff eingegossen, dass der oberste Teil sichtbar bleibt. \u201cDer Feuchtemesser zeigt an, ob das umgebende Material einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt unterschritten hat. Ist dies der Fall, erreicht das hygroskopische Medium eine bestimmte Gr\u00f6\u00dfe und l\u00f6st den einfachen Anzeigemechanismus aus&#8221;,beschreibt Kolbitsch die Funktionsweise seiner Erfindung. Wird die Anzeige aktiviert, ist die entsprechende Belegreife erreicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hygrometrische Feuchtemessung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Funktionsweisen von CM und hygrometrischer Messung unterscheiden sich grundlegend: \u201cW\u00e4hrend die CM den Wassergehalt innerhalb eines Baustoffs misst, erfassen hygrometrische Messer die Bauteilfeuchtigkeit indirekt \u00fcber die relative Luftfeuchtigkeit in der Messkammer\u201c, so Kolbitsch. Diese Kammer ist Teil des Ger\u00e4ts. \u201eDamit kann der Wassergehalt im Bauteil relativ pr\u00e4zise bestimmt werden\u201d, f\u00fchrt Kolbitsch fort. Ebenso ist eine punktuelle Messung ausreichend, um die Restfeuchte in tieferen Schichten zu beurteilen. Arbeiten Handwerker_innen unter Zeitdruck oder verwenden Estrichmischungen mit Trocknungsbeschleuniger, kann der Feuchteindikator zuverl\u00e4ssig die Belegreife des Baustoffs anzeigen; es geht weder wertvolle Arbeitszeit verloren, noch entstehen Feuchtesch\u00e4den. Weitere Vorteile gegen\u00fcber der Calciumcarbid-Methode sind die materialschonende Messung sowie die M\u00f6glichkeit der Kontrolle und Wiederholung, da der Indikator fest verbaut ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Produkt ist in \u00d6sterreich, Deutschland, Frankreich und China patentiert. Prof. Kolbitsch und Kolleg_innen sind bereits mit einem m\u00f6glichen Anwender im Gespr\u00e4ch, um das Ger\u00e4t auf den Markt zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch interessant: <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/weltpremiere-im-brueckenbau-klappkonstruktion-verkuerzt-bauzeit-auf-wenige-tage\/\">Weltpremiere im Br\u00fcckenbau: Klappkonstruktion verk\u00fcrzt Bauzeit auf wenige Tage<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Verlegung von B\u00f6den werden Feuchtemesser eingesetzt, um den Feuchtegehalt in Bodenschichten wie Estrichen zu erfassen. Die neu entwickelte Methode erm\u00f6glicht es den Anwender, anhand der Feuchtigkeit im Baustoff auf dessen Belegreife zu schlie\u00dfen. Gemessen wird die Luftfeuchte in einer Kammer des eingebauten Ger\u00e4ts durch ein sogenanntes Hygrometer. 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