{"id":292401,"date":"2021-06-01T17:00:00","date_gmt":"2021-06-01T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=292401"},"modified":"2021-06-01T17:00:00","modified_gmt":"2021-06-01T15:00:00","slug":"so-sehr-belastet-mikropastik-landwirtschaftliche-boeden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/so-sehr-belastet-mikropastik-landwirtschaftliche-boeden\/","title":{"rendered":"So sehr belastet Mikroplastik landwirtschaftliche B\u00f6den"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Menschheit ein Plastik- und Mikroplastikproblem hat. In erster Linie ist Mikroplastik in Verpackungsmaterialien und auch Kosmetika zu finden. Dadurch gelangt es auf dem weiteren Weg ins Abwasser, in Fl\u00fcsse und Seen und schlie\u00dflich in die Ozeane \u2013 und deren Bewohner \u2013 die dann wiederum auf unseren Tellern landen. Wie sieht es aber mit landwirtschaftlichen Produkten aus? Wie viel Mikroplastik landet in den \u00c4ckern und Wiesen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftler des <a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fraunhofer-Instituts<\/a> f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und des Instituts f\u00fcr \u00d6kologie und Politik <a href=\"https:\/\/oekopol.de\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6kopol<\/a> haben nun im Auftrag des <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NABU<\/a> (Naturschutzbund Deutschland) e. V. zum ersten Mal untersucht, wie viel Mikro- und Makroplastik in landwirtschaftliche B\u00f6den gelangt und aus welchen Quellen es stammt. Dabei ber\u00fccksichtigten sie sowohl Kunststoffe, die direkt aus der Landwirtschaft stammen, als auch beispielsweise Kl\u00e4rschlamm, Komposte, G\u00e4rreste und weggeworfenen M\u00fcll.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Grundlage f\u00fcr weitere Analysen<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit der im Mai publizierten Studie <a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/publikationen\/2021\/umsicht-studie-plastikemissionen-landwirtschaft.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8220;Kunststoffe in der Umwelt: Emissionen in landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den&#8221;<\/a> wollten die Forscher nach eigenen Aussagen &#8220;Wissensl\u00fccken schlie\u00dfen, einen ersten Gesamt\u00fcberblick liefern, Bedarfe f\u00fcr weitere empirische Detailuntersuchungen aufdecken und erste Handlungsempfehlungen geben&#8221;. Dazu wurden in Expertenrunden auch Vertreter der Landwirtschaft und der Kunststoffindustrie eingebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Unsere Ergebnisse sind eine Einsch\u00e4tzung auf Basis einer Vielzahl von Daten \u2013 sowohl Literaturquellen und Fachmeinungen als auch eigene Annahmen und Sch\u00e4tzungen&#8221;, erkl\u00e4rt der Autor der Studie, J\u00fcrgen Bertling vom Fraunhofer UMSICHT. &#8220;Der Bericht ist somit nicht als endg\u00fcltig zu verstehen, sondern als Grundlage f\u00fcr weitere \u2013 vor allem experimentelle \u2013 Analysen und eine Debatte \u00fcber das Thema sowie die Entwicklung ad\u00e4quater Ma\u00dfnahmen, um Kunststoffemissionen zu reduzieren.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen der Studie zeigen, dass die deutsche Landwirtschaft pro Jahr ca. 1,1 Millionen Tonnen Kunststoff verbraucht. Das sind 4,7 % des deutschen Gesamtverbrauch von 23,6 Millionen Tonnen. Allerdings werden ca. 37% aller in der Landwirtschaft verbrauchten Kunststoffe wieder recycelt. Damit ist die Landwirtschaft anderen Kunststoffanwendungen bei der Umsetzung einer Circular Economy deutlich voraus. Trotzdem sch\u00e4tzen die Forscher die Kunststoffemissionen in landwirtschaftliche B\u00f6den in auf mindestens 19.055 Tonnen pro Jahr. Davon k\u00e4men 19%, also 3.635 Tonnen, direkt aus der Landwirtschaft, w\u00e4hrend 81% (15.420 Tonnen) von au\u00dferhalb k\u00e4men.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Recycling weiter st\u00e4rken<\/h3>\n\n\n\n<p>D\u00fcngemittel, Bodenverbesserer, Pflanzenschutzmittel, Saatgut, aber auch die Freisetzung von Kunststoffen im Futter- und Pflanzenbau, bei Pflanzhilfen, Pflanzbeh\u00e4ltern oder Bew\u00e4sserungssystemen, sind hier die \u00dcbelt\u00e4ter. &#8220;Bestimmte landwirtschaftliche Praktiken f\u00fchren zu besonders hohen Fl\u00e4cheneintr\u00e4gen wie Pflanzhilfen im Wein- und Gartenbau, D\u00fcngung mit Kompost, Anbau unter Folien, Anwendung von Kl\u00e4rschlamm und Langzeitd\u00fcnger sowie Bodenverbesserern in Form von Hydrogelen&#8221;, erkl\u00e4ren die Forscher. Andererseits w\u00fcrde der Einsatz von Folien aber auch die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren und auch erst einen regionalen Anbau von beispielsweise Erdbeeren oder Spargel m\u00f6glich machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Folge der Studie haben die Autoren Vorschl\u00e4ge entwickelt, wie die Kunststoffemissionen in der Landwirtschaft verringert werden k\u00f6nnten. So sollte eine Bildungsinitiative \u00fcber alternative Praktiken informieren, die ohne Kunststoffemissionen auskommen. Au\u00dferdem solle bei allen Kunststoffanwendungen das Recycling weiter gest\u00e4rkt werden. &#8220;Besonders wichtig w\u00e4re aber eine ausreichende Abbaubarkeit in allen umweltoffenen Anwendungen und solchen, in denen Verluste nicht ausreichend ausgeschlossen werden k\u00f6nnen&#8221;, hei\u00dft es weiter. &#8220;F\u00fcr ein umfassendes und notwendiges Umweltmonitoring ist weiterhin eine geeignete und reproduzierbare Messmethodik f\u00fcr Kunststoffe in B\u00f6den erforderlich.&#8221; Nicht zuletzt sollten dar\u00fcber hinaus auch die Grenz- und Schwellenwerte f\u00fcr Kunststoffe als Fremdstoffbestandteile deutlich versch\u00e4rft werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Titelbild:<\/em><\/strong><em> Strohballen werden oft mit Erntegarn gebunden, um sie in Form zu halten und zu fixieren. \u00a9 NABU\/Katharina Istel<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/mikroplastik-in-suessgewaessern-und-alpinen-fluessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mikroplastik in S\u00fc\u00dfgew\u00e4ssern und alpinen Fl\u00fcssen<\/a><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/mikroplastik-neuer-filter-abwasser\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mit neuem Filter gegen Mikroplastik im Abwasser<\/a><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/student-findet-innovative-loesung-gegen-mikroplastik-im-wasser\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Student findet innovative L\u00f6sung gegen Mikroplastik im Wasser<\/a><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/ohne-mikroplastik-und-schadstoffe-produktion-nachhaltiger-lebensmittel-in-aquakulturen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ohne Mikroplastik und Schadstoffe \u2013 Produktion nachhaltiger Lebensmittel in Aquakulturen<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Menschheit ein Plastik- und Mikroplastikproblem hat. 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