{"id":291305,"date":"2021-05-26T17:00:00","date_gmt":"2021-05-26T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=291305"},"modified":"2021-05-26T17:00:00","modified_gmt":"2021-05-26T15:00:00","slug":"neue-generation-von-mikroimplantaten-als-weiterer-schritt-zu-personalisierter-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/neue-generation-von-mikroimplantaten-als-weiterer-schritt-zu-personalisierter-medizin\/","title":{"rendered":"Neue Generation von Mikroimplantaten als weiterer Schritt zu personalisierter Medizin"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Behandlung von Krankheiten geschieht gr\u00f6\u00dftenteils noch immer nach Schema F. Sei es von chronischen Krankheiten oder von akuten Beschwerden. Ebenfalls zum gro\u00dfen Teil ist das mit hohen Kosten verbunden, sowohl f\u00fcr lange Krankenhausaufenthalte als auch f\u00fcr Medikamente. Von deren Nebenwirkungen ganz zu schweigen, die von Patient zu Patient betr\u00e4chtlich variieren k\u00f6nnen. Zur Behandlung von Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, chronische Kopfschmerzen, Asthma oder auch Parkinson greifen \u00c4rzte deshalb seit einigen Jahren immer mehr auch auf Neuromodulation zur\u00fcck, d.h. die Stimulation von Nerven durch elektrische Impulse.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese personalisierte Behandlungsmethode reduziert nicht nur Krankenhausaufenthalte und Kosten im Gesundheitswesen, sie bringt auch wichtige Vorteile f\u00fcr den Patienten. Neben speziellen Medikamenten werden hierzu in erster Linie sogenannte Elektrozeutika eingesetzt, also Mikroimplantate, die mit Strom personalisiert und lokal behandeln und dabei keine Nebenwirkungen im K\u00f6rper ausl\u00f6sen. Forscher des <a href=\"https:\/\/www.izm.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fraunhofer IZM<\/a> entwickeln nun im Rahmen des europaweiten, EU-gef\u00f6rderten Projekts <a href=\"https:\/\/moore4medical.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Moore4Medical<\/a> eine neue Generation von Mikroimplantaten, die anstelle von Strom auf Ultraschall setzen. Dadurch k\u00f6nnen die neuartigen Implantate auch komplett kabellos geladen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Implantate nicht nur in Hautn\u00e4he<\/h3>\n\n\n\n<p>Ultraschallwellen dringen von au\u00dfen in den K\u00f6rper ein, wodurch sie auch das Mikroimplantat erreichen. Anders als herk\u00f6mmliche batteriegeladenen Ger\u00e4te k\u00f6nnen solche Implantate daher auch von au\u00dfen geladen werden. Das macht Operationen zum Batteriewechsel oder eine kabelgebundene Ladung \u00fcberfl\u00fcssig. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die neuartigen Mikroimplantate, da keine zus\u00e4tzliche Batterie n\u00f6tig ist, auch viel kleiner konzipiert werden. Sie k\u00f6nnen so sogar winzige, nur 20 Mikrometer kleine Nerven pr\u00e4zise stimulieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Implantate, im Gegensatz zu batteriebetriebenen L\u00f6sungen, auch weit im K\u00f6rperinneren eingesetzt werden k\u00f6nnen. Herk\u00f6mmliche Implantate k\u00f6nnen nur in Hautn\u00e4he eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch die Funktionsweise unterscheidet sich etwas. W\u00e4hrend batteriebetriebene Implantate direkte Stromimpulse aussenden, werden die neuartigen Implantate durch hochfrequenten Schall in Schwingung versetzt, wobei diese Bewgung dann in elektrische Energie f\u00fcr das Mikroimplantat umgewandelt wird. Eine Herausforderung besteht laut Aussagen der Wissenschaftler darin, die schwingenden Mikrostrukturen optimal auszurichten, um hohe Verluste bei der Energie\u00fcbertragung zu vermeiden. Eine weitere H\u00fcrde ist, dass die Gesamtgr\u00f6\u00dfe des Implantats einige Millimeter nicht \u00fcberschreiten darf. Das hei\u00dft, Ultraschallwandler, Elektroden zur Aufzeichnung neuronaler Aktivit\u00e4ten sowie alle anderen Komponenten m\u00fcssen auf wenige Millimeter miniaturisiert, integriert und langlebig aufgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Grundbausteine f\u00fcr zahlreiche Anwendungen weiterentwickeln<\/h3>\n\n\n\n<p>Zur Zeit arbeiten die Forscher daran, die richtigen Materialien f\u00fcr den Prototypen zusammenzustellen. Diese m\u00fcssen biokompatibel sein und gleichzeitig auch f\u00fcr die Verkapselung und Energie\u00fcbertragung durch Schallwellen geeignet sein. Als n\u00e4chstes w\u00fcrden mehrere Schallwandler auch in Gruppen aufgebaut, &#8220;so dass eine Kombination der elektronischen Komponenten und dadurch ein konzentrierteres Ausstrahlen der Ultraschallwelle erreicht wird&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt l\u00e4uft noch bis Juni 2023. Bis dahin soll eine Art Toolbox entstehen, durch die schnellere, kosteng\u00fcnstigere und leistungsf\u00e4higere Medizintechnik m\u00f6glich wird. In Zukunft k\u00f6nnten die im Rahmen von Moore4Medical entwickelten Grundbausteine in weiteren Forschungen weiterentwickelt werden, glauben die Wissenschaftler. Zum Beispiel f\u00fcr spezialisierte Anwendungen in den Bereichen kabellose Mikroimplantate, Organ-on-Chip, 3D-Ultraschall, dauerhaftes Monitoring mittels Sensoren, Medikamenten-Adh\u00e4renz durch intelligente Verabreichung und auch r\u00f6ntgenfreie Chirurgie mit optischer Erfassung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/krebsforschung-personalisierte-therapien-moeglich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Krebsforschung \u2013 personalisierte Therapien m\u00f6glich<\/a><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/herzinfarkt-schnellere-erkennung-personalisierter-algorithmus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schnellere Erkennung von Herzinfarkt mit personalisiertem Algorithmus<\/a><br><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/digitaler-zwilling-personalisierte-therapien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Digitaler Zwilling f\u00fcr personalisierte Therapien<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Behandlung von Krankheiten geschieht gr\u00f6\u00dftenteils noch immer nach Schema F. 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