{"id":289863,"date":"2021-05-18T09:00:00","date_gmt":"2021-05-18T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=289863"},"modified":"2021-05-18T09:00:00","modified_gmt":"2021-05-18T07:00:00","slug":"mit-smartphone-apps-den-oekologischen-wandel-protokollieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/mit-smartphone-apps-den-oekologischen-wandel-protokollieren\/","title":{"rendered":"Mit Smartphone Apps den \u00f6kologischen Wandel protokollieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit rund drei Jahren k\u00f6nnen Smartphone-Nutzer mit der App &#8220;<a href=\"https:\/\/floraincognita.com\/?noredirect=en_US\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Flora Incognita<\/a>&#8221; Pflanzen bestimmen und im Handumdrehen deren Namen herausfinden. Und Laufe dieser Zeit haben sie Unmengen von Daten gesammelt, die nun einen weiteren, wichtigen Nutzen haben k\u00f6nnen. Forscher k\u00f6nnen damit herausfinden, wie sich Umweltbedingungen vor dem Hintergrund von Klimawandel, dem Verlust von Lebensr\u00e4umen und ge\u00e4nderter Landnutzung ver\u00e4ndern. <\/p>\n\n\n\n<p>Forscher des Deutschen Zentrums f\u00fcr Biodiversit\u00e4tsforschung, des Remote Sensing Center for Earth System Research der <a href=\"https:\/\/www.uni-leipzig.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4t Leipzig<\/a> und des<a href=\"https:\/\/www.ufz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung<\/a>, des <a href=\"https:\/\/www.bgc-jena.mpg.de\/index.php\/Main\/HomePage\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Max-Planck-Instituts f\u00fcr Biogeochemie<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.tu-ilmenau.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Technischen Universit\u00e4t Ilmenau<\/a> sind nun der Frage nachgegangen, wie zuverl\u00e4ssig die so gesammelten Informationen sind und, ob sie ebenso akkurat sind wie langfristig angelegte Datens\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu untersuchten die Wissenschaftler Daten, die User mithilfe von Flora Incognita zwischen 2018 und 2019 in Deutschland erfasst haben und verglichen diese mit der Datenbank FlorKart des <a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz<\/a>. Die Daten des Bundesamtes waren mit herk\u00f6mmlicher Langzeit-Kartierung \u00fcber einen Zeitraum von \u00fcber 70 Jahren und mit Hilfe von mehr als 5.000 Pflanzenexperten gesammelt worden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einfluss von Umweltfaktoren auf die Verbreitung von Pflanzen<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass von den Daten, die innerhalb von nur zwei Jahren mit der App Flora Incognita gesammelt worden waren, durchaus \u00f6kologische Muster abgeleitet werden k\u00f6nnen, die mit jenen aus einer langfristigen Kartierung der Flora Deutschlands vergleichbar sind. Au\u00dferdem konnten die Forscher aus den Daten auch erkennen, inwieweit die Verbreitung verschiedener Pflanzenarten durch unterschiedliche Umweltfaktoren beeinflusst wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>In Gebieten mit geringer Bev\u00f6lkerungsdichte zeigte sich bei einem direkten Vergleich beider Datens\u00e4tze jedoch eine gr\u00f6\u00dfere Abweichung. &#8220;Wie viele Daten in einer bestimmten Region mit einer App gesammelt werden, ist nat\u00fcrlich stark davon abh\u00e4ngig, wie viele Smartphone-Nutzende es dort gibt\u201c, sagt Jana W\u00e4ldchen, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie und Mitentwicklerin der App. Aus diesem Grunde seien die Abweichungen in l\u00e4ndlichen Regionen eben st\u00e4rker. Eine Ausnahme bildeten beliebte touristische Ziele, wie zum Beispiel die Gegeng um die Zugspitze oder die Nordsee-Insel Amrum.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tten auch die individuellen Interessen der Nutzer einen Einfluss auf die erfassten Pflanzenarten. &#8220;Die mit der App gesammelten Pflanzenobservationen geben das wieder, was die Menschen in der Natur sehen und wof\u00fcr sie sich interessieren\u201d, sagt W\u00e4ldchen. Arten, die h\u00e4ufig vorkommen und durch ihre Erscheinung auffallen, w\u00fcrden somit auch \u00f6fter bestimmt als welche, die selten vorkommen und weniger auff\u00e4llig sind. Alleine die Menge der Daten erm\u00f6gliche es aber, bekannte biogeographische Muster zu rekonstruieren, erkl\u00e4ren die Forscher. Sie hatten f\u00fcr ihre Studie aus den ersten beiden Jahren, in denen die App genutzt wurde, mehr als 900.000 Observationsdaten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weltweite Erfassung in Echtzeit<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8220;Wir sind \u00fcberzeugt, dass die automatische Arterkennung in Zukunft noch viel gr\u00f6\u00dfere Potentiale hat als bisher angenommen und eine schnelle Erfassung von \u00c4nderungen der Biodiversit\u00e4t erm\u00f6glichen k\u00f6nnte\u201c, sagt Miguel Mahecha, Professor an der Universit\u00e4t Leipzig. So k\u00f6nne diese Art von Datenerfassung f\u00fcr die Biodiversit\u00e4ts- und Umweltforschung schon bald in Strategien zur Langzeit-Kartierung integriert werden. Dabei k\u00f6nnten Ver\u00e4nderungen der \u00d6kosysteme umso besser analysiert und sogar in Echtzeit erfasst werden, je mehr Menschen Apps wie Flora Incognita nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Flora Incognita wurde an der TU Ilmenau entwickelt und ist in Deutschland die erste angewandte App zur Pflanzenbestimmung, deren tiefe k\u00fcnstliche neuronale Netze mit Tausenden Pflanzenbildern trainiert wurden. Bereits heute kann die App mehr als 4.800 Pflanzenarten erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Bei der Entwicklung von Flora Incognita haben wir festgestellt, dass es einen gro\u00dfen Bedarf und ein gro\u00dfes Interesse an besseren Technologien zur Erfassung von Biodiversit\u00e4tsdaten gibt. F\u00fcr uns als Informatiker ist es erfreulich zu sehen, dass die von uns entwickelten Technologien einen wichtigen Beitrag zur Biodiversit\u00e4tsforschung leisten\u201d, sagt Patrick M\u00e4der, Professor an der TU Ilmenau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Titelbild<\/em><\/strong><em>: Die App Flora Incognita kann Pflanzen bestimmen. Mithilfe der Standortdaten der erfassten Pflanzenarten entstehen au\u00dferdem wertvolle Datens\u00e4tze zur Verbreitung der verschiedenen Arten. \u00a9 Jana W\u00e4ldchen \/ MPI-BGC<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Artikel zum Thema Smartphone-Apps finden Sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=app\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit rund drei Jahren k\u00f6nnen Smartphone-Nutzer mit der App &#8220;Flora Incognita&#8221; Pflanzen bestimmen und im Handumdrehen deren Namen herausfinden. 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