{"id":288983,"date":"2021-05-12T09:00:00","date_gmt":"2021-05-12T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=288983"},"modified":"2021-05-12T09:00:00","modified_gmt":"2021-05-12T07:00:00","slug":"statt-plastik-biologisch-abbaubare-materialien-aus-holzbestandteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/statt-plastik-biologisch-abbaubare-materialien-aus-holzbestandteilen\/","title":{"rendered":"Statt Plastik: Biologisch abbaubare Materialien aus Holzbestandteilen"},"content":{"rendered":"\n<p>Fossile Rohstoffe wie Erd\u00f6l, Erdgas und Kohle m\u00fcssen langfristig durch nachwachsende Stoffe ersetzt werden, soll Leben auf der Erde, wie wir es kennen, auch weiterhin existieren. Au\u00dferdem gehen diese fossilen Rohstoffe auch irgendwann zu Ende. Ein Rohstoff, der dagegen immer wieder nachw\u00e4chst, ist Holz. Als nachwachsende Ressource hat es im Kampf gegen den Klimawandel gro\u00dfes Potential. Auf der einen Seite bindet es pro Kubikmeter rund eine Tonne Kohlenstoff. Auf der anderen Seite stellt es auch eine umweltfreundliche Alternative zu den fossilen Rohstoffen dar, die f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind. Deswegen haben Forscher am Institut f\u00fcr Biobasierte Produkte und Papiertechnik der <a href=\"https:\/\/www.tugraz.at\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TU Graz<\/a> damit begonnen, aus den Holzbestandteilen Cellulose, Hemicellulose und Lignin biologisch abbaubare Materialien herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um k\u00fcnftig weniger Plastik und mehr biologisch abbaubare Materialien zu verwenden, forscht der promovierte Diplomingenieur Samir Kopacic im sogenannten &#8220;Barrier-Lab\u201c des Instituts gemeinsam mit akademischen und industriellen Partnern an neuartigen Verpackungsmaterialien. Diese biobasierten Materialien sollen ebenso gute Barriere-Eigenschaften aufweisen synthetische Kunststoffe. In der Praxis bedeutet das, dass sie den Verpackungsinhalt wie Lebensmittel, Kosmetika, Medikamente, etc. genauso sicher vor Sauerstoff, Luftfeuchtigkeit und anderen \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen sch\u00fctzen m\u00fcssen wie herk\u00f6mmliches Plastik. Bei Lebensmitteln kommt dazu, dass neben der Frische der Produkte auch das Aroma bewahrt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Voraussetzungen f\u00fcr einen entscheidenden Durchbruch gegeben<\/h3>\n\n\n\n<p>Plastik einfach durch Papier oder Karton zu ersetzen, reicht jedoch nicht. &#8220;Papier und Karton sind por\u00f6s und faserig&#8221;, sagt Kopacic. &#8220;Um die notwendige Undurchl\u00e4ssigkeit zu erreichen, werden sie h\u00e4ufig mit synthetischen, biologisch nicht abbaubaren und schwer recyclebaren Polymeren beschichtet, oder mit Metallfolien kaschiert.&#8221; Er m\u00f6chte das in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der \u00d6sterreichischen Papierindustrie <a href=\"https:\/\/austropapier.at\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Austropapier<\/a> und der Hilfe industrieller Partner \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Kopacic und sein Team verfolgen im FFG-Forschungsprojekt &#8220;PapSpray&#8221; das Ziel, Papier oder Karton mit Biopolymeren zu bespr\u00fchen. &#8220;Beim Auftragen von biobasierten Barriere-Materialien auf Papier waren konventionelle Beschichtungsverfahren aufgrund des komplexen Flie\u00dfverhaltens dieser Materialien nur begrenzt erfolgreich&#8221;, erkl\u00e4rt Projektleiter Kopacic. &#8220;Wir testen nun die Tauglichkeit von Spr\u00fchbeschichtungsverfahren und untersuchen, wie Biopolymere auf Papier aufgespr\u00fcht werden m\u00fcssen, um die gew\u00fcnschten Barriere-Eigenschaften zu bekommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr einen entscheidenden Durchbruch seien gegeben, betont er: &#8220;Aus technologischer Sicht ist das Spr\u00fchbeschichtungsverfahren ein flexibler und in die Papierproduktion integrierbarer Prozess, der auch in Kombination bzw. als Erg\u00e4nzung konventioneller Beschichtungstechnologien eingesetzt werden kann.\u201c In dem dreij\u00e4hrigen Forschungsprojekt, das im Rahmen des EU-Projekts &#8220;BreadCell&#8221; mit 810.000 Euro gef\u00f6rdert wird, soll laut Kopacic &#8220;ein grundlegendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Wechselwirkungen zwischen Papier, Biopolymer und Spr\u00fchprozess entstehen. &#8221; Auf diese Weise solle die Basis geschaffen werden, kunststofffreie und recyclebare Papierverpackungen k\u00fcnftig auf noch breiterer Basis zu produzieren und einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicht nur Verpackungsmaterial<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben neuartigen Verpackungsmaterialien stehen bei &#8220;BreadCell&#8221; verschiedene weitere Projekte im Fokus. So Beispiel die <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/schaumstoff-ganz-einfach-backen-ohne-kunststoff\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Entwicklung von Polymersch\u00e4umen aus Cellulose, die ohne Kunststoff gefertigt werden<\/a>, f\u00fcr umweltfreundliche Leichtbau-Materialien auf Holz- bzw. Cellulosebasis. Hier wollen Forscher der <a href=\"https:\/\/www.tugraz.at\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TU Graz<\/a>, der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4t Wien<\/a>,\u00a0der <a href=\"https:\/\/www.tecnalia.com\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fundacion Tecnalia Research &amp; Innovation<\/a>\u00a0und der <a href=\"https:\/\/www.bnn.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bionanonet Forschungsgesellschaft mbH<\/a>\u00a0unter Leitung der <a href=\"https:\/\/www.chalmers.se\/en\/pages\/default.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chalmers University of Technology<\/a> eine radikal neue Technologie zur Herstellung umweltfreundlicher Leichtbau-Materialien auf Holz- bzw. Cellulosebasis entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Momentan bestehen die Leichtbau-Materialien, die beispielsweise f\u00fcr Sicherheitskomponenten in Autos oder f\u00fcr leichte, robuste und widerstandsf\u00e4hige Sportger\u00e4te eingesetzt werden, aus synthetischen Polymeren. &#8220;Wir wollen Alternativen anbieten und arbeiten an nachhaltigen Cellulose-Sch\u00e4umen, die die bestehenden Verbundwerkstoffe ersetzen sollen\u201c, erkl\u00e4rt Assoc. Prof. Stefan Spirk. Unterst\u00fctz wird das Projekt von Hermann Steffan und Florian Feist vom Institut f\u00fcr Fahrzeugsicherheit, die ihre Erfahrung auf dem Gebiet der crashsicheren Werkstoffe einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Artikel zum Thema finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=plastikm%C3%BCll\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fossile Rohstoffe wie Erd\u00f6l, Erdgas und Kohle m\u00fcssen langfristig durch nachwachsende Stoffe ersetzt werden, soll Leben auf der Erde, wie wir es kennen, auch weiterhin existieren. Au\u00dferdem gehen diese fossilen Rohstoffe auch irgendwann zu Ende. Ein Rohstoff, der dagegen immer wieder nachw\u00e4chst, ist Holz. 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