{"id":282259,"date":"2021-04-07T12:13:20","date_gmt":"2021-04-07T10:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=282259"},"modified":"2021-04-07T12:13:20","modified_gmt":"2021-04-07T10:13:20","slug":"horis-besserer-schutz-fur-fusganger-bei-autonomen-fahrzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/horis-besserer-schutz-fur-fusganger-bei-autonomen-fahrzeugen\/","title":{"rendered":"HORIS: Besserer Schutz f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger bei autonomen Fahrzeugen"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei Gefahren schnell zu reagieren, kann f\u00fcr Autofahrer den Unterschied zwischen Leben und Tod \u2013 f\u00fcr sich und andere \u2013 ausmachen. In der Regel betr\u00e4gt die Reaktionszeit unter einer halben Sekunde. Geht es zus\u00e4tzlich darum, umzulenken und\/oder zu bremsen, kommt nochmal knapp eine Sekunde dazu. Insbesondere an Kreuzungen, an denen viele Autos, Radfahrer, Busse, Stra\u00dfenbahnen und auch Fu\u00dfg\u00e4nger aufeinandertreffen, wird es schnell un\u00fcbersichtlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Forscher der Fraunhofer-Institute f\u00fcr Hochfrequenzphysik und Radartechnik <a href=\"https:\/\/www.fhr.fraunhofer.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FHR<\/a>, f\u00fcr Integrierte Schaltungen <a href=\"https:\/\/www.iis.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IIS<\/a> und das<a href=\"https:\/\/www.ivi.fraunhofer.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> IVI<\/a>-Anwendungszentrum &#8220;Vernetzte Mobilit\u00e4t und Infrastruktur\u201c haben nun im Rahmen des Projekts HORIS ein Radar-Sensorsystem erfunden, das Autofahrer und autonom fahrende Fahrzeuge mit Hilfe von K\u00fcnstlicher Intelligenz k\u00fcnftig fr\u00fchzeitig warnen soll, wenn ein Fu\u00dfg\u00e4nger in Richtung Stra\u00dfe und Auto l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geschwindigkeit statt Abstand<\/h3>\n\n\n\n<p>Abstandssensoren an modernen Autos k\u00f6nnen den Fahrer zwar warnen, wenn er einem Objekt zu nahekommt \u2013 wie beim Einparken \u2013 wenn aber beispielsweise pl\u00f6tzlich ein Kind \u00fcber die Stra\u00dfe l\u00e4uft, kommt diese Warnung zu sp\u00e4t. &#8220;Statt wie bisher allein auf eine Abstandswarnung im Auto zu setzen, steht hier eine zuverl\u00e4ssige Verhaltensvorhersage im Fokus&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Reinhold Herschel, Gruppenleiter am Fraunhofer FHR. L\u00e4uft ein Mensch auf die Stra\u00dfe, sollen die Sensoren die drohende Gefahr bereits am Anfang einer Bewegung erkennen. So w\u00fcrde man wertvolle, mitunter gar lebensrettende Zeit gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neuartigen Sensoren sollen als erstes an kritischen Punkten wie Bus- und Stra\u00dfenbahnhaltestellen zum Einsatz kommen. Sie \u00fcberwachen da die Bewegungen der wartenden Menschen und \u00fcbermitteln die Daten an den flie\u00dfenden Verkehr. Da es sich um Radarsensoren handelt, die keine optischen Bilder aufnehmen, w\u00e4ren Datenschutz und Privatsph\u00e4re kein Problem, betonen die Wissenschaftler. Auf Dauer k\u00f6nnten die Algorithmen zur Auswertung auch in den Radarsensoren im Auto verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufgabenteilung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die drei Fraunhofer-Institute haben die Aufgaben unter sich aufgeteilt. Das Fraunhofer FHR entwickelt die Algorithmen, die ein Objekt als Person erkennen. Sie setzen einen Marker und bestimmen die Geschwindigkeit, mit der sich die Person bewegt. &#8220;L\u00e4uft sie auf den Radarsensor und damit auf die Stra\u00dfe zu? Dabei gilt es, den schmalen Grat zwischen Fehlalarmen und zu sp\u00e4tem Alarm zu finden&#8221;, erkl\u00e4ren die Forscher. Dabei macht der Radarsensor etwa hundert Messungen pro Sekunde. Der Alarm wird ausgel\u00f6st, &#8220;wenn sich die Person \u00fcber mehrere Messungen hinweg konsequent mit einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit in Richtung Stra\u00dfe bewegt&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-HORIS-Sensor-669x1004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-282257\"\/><figcaption>Am Fraunhofer FHR entwickelter MIMO-Radarsensor zur Bewegungserfassung.  \u00a9 A. Shoykhetbrod \/ Fraunhofer FHR\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Beim Fraunhofer IIS k\u00fcmmert man sich um die Referenzmesstechnik und die Bewegungserfassung. &#8220;Mit unserem L.I.N.K. Test- und Anwendungszentrum haben wir eine einzigartige Messm\u00f6glichkeiten: Die Halle ist so gro\u00df, dass man sowohl eine Bushaltestelle aufbauen als auch ein Auto hineinstellen kann&#8221;, sagt Nicolas Witt, Gruppenleiter am Fraunhofer IIS. Die Wissenschaftler nutzen hier in mehreren Messkampagnen 30 Motion-Capture-Kameras, die Personen, die mit kleinen Markern versehen sind, auf einer Fl\u00e4che von 20 mal 30 Metern erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Fraunhofer IVI werden schlie\u00dflich passende Testszenarien ausgestaltet. &#8220;Wir haben beispielsweise zwei Radarsensoren in einer Test-Bushaltestelle auf dem Campus der Technischen Hochschule Ingolstadt verbaut, die die Szenerie aus verschiedenen Blickwinkeln beobachten&#8221;, sagt Prof. Dr. Gordon Elger, Leiter des Anwendungszentrums. Je nach Anzahl der wartenden Personen an der Bushaltestelle, k\u00f6nnten vernetzte oder autonome Fahrzeuge k\u00fcnftig den Hinweis bekommen, langsamer zu fahren. Steht niemand an der Haltestelle, k\u00f6nnte das Auto mit normaler Geschwindigkeit vorbeifahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Demonstration f\u00fcr Fr\u00fchjahr 2021 geplant<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Demonstrator funktioniert momentan mit bis zu acht Personen. Diese kann er gleichzeitig erfassen und feststellen, ob sie sich in Richtung Stra\u00dfe bewegen. Laut Fraunhofer-Gesellschaft ist eine Demonstration sowie eine Pr\u00e4sentation f\u00fcr interessierte Kunden &#8211; je nach Corona-Lage &#8211; f\u00fcr das zweite Quartal 2021 geplant.<\/p>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chstes Projekt wollen die Forscher der drei Institute auf die Ergebnisse aus HORIS aufbauen und den Sensor weiter optimieren. Dort ginge es um das &#8220;Wie&#8221; statt nur um das &#8220;Ob&#8221;. Das System soll dann mit Hilfe von KI und einer zus\u00e4tzlichen Infrarotkamera nicht nur sehen, dass sich jemand auf das Auto zubewegt, sondern die gesamte Szene verstehen. Erkennt das System beispielsweise, dass ein Ball auf die Stra\u00dfe rollt, versteht es, dass einige Sekunden sp\u00e4ter ein Kind folgen k\u00f6nnte. \u00c4hnlich bei einem Bus, der anh\u00e4lt. Hier k\u00f6nnte es passieren, dass jemand \u00fcber die Stra\u00dfe rennt. So k\u00f6nnte die Reaktionszeit des Systems verbessert und wertvolle Sekunden gewonnen werden, um den Fahrer zu warnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Titelbild:<\/em><\/strong><em> Testmessung am Fraunhofer IIS: Eine Person wird vor und nach dem Loslaufen vom Radar erfasst, die ermittelte Position \u00fcber einen optisch \u00fcberwachten Marker auf dem Helm \u00fcberpr\u00fcft. \u00a9 Fraunhofer FHR<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong> <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/neues-fruhwarnsystem-fur-selbstfahrende-autos-warnt-vor-zu-komplexen-situationen\/\"><strong>Neues Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr selbstfahrende Autos warnt vor zu komplexen Situationen<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Gefahren schnell zu reagieren, kann f\u00fcr Autofahrer den Unterschied zwischen Leben und Tod \u2013 f\u00fcr sich und andere \u2013 ausmachen. In der Regel betr\u00e4gt die Reaktionszeit unter einer halben Sekunde. 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