{"id":280001,"date":"2021-03-23T09:00:07","date_gmt":"2021-03-23T08:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=280001"},"modified":"2021-03-23T09:00:07","modified_gmt":"2021-03-23T08:00:07","slug":"scheitert-die-energiewende-vielerorts-an-wasserknappheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/scheitert-die-energiewende-vielerorts-an-wasserknappheit\/","title":{"rendered":"Scheitert die Energiewende vielerorts an Wasserknappheit?"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach den Pl\u00e4nen der Bundesregierung soll es bis 2050 soweit sein, dass Deutschland seine Energie in erster Linie aus regenerativen Quellen wie Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Geothermie oder nachwachsenden Rohstoffen bezieht. Neun Forschungseinrichtungen, inklusive der <a href=\"https:\/\/news.rub.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ruhr-Universit\u00e4t Bochum<\/a> (RUB) und der<a href=\"https:\/\/www.uni-kassel.de\/uni\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Universit\u00e4t Kassel<\/a>, haben nun gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen untersucht, inwieweit das weltweit zur Verf\u00fcgung stehende Wasser einen Einfluss auf die Verbreitung erneuerbarer Energien hat. Im Rahmen des \u00fcber drei Jahre laufenden Verbundprojekts \u201eWasserressourcen als bedeutsamer Faktor der Energiewende auf lokaler und globaler Ebene \u2013 WANDEL\u201c untersuchten sie beispielsweise den &#8220;Wasserfu\u00dfabdruck&#8221; unterschiedlicher Energiesysteme und entwickelten Werkzeuge f\u00fcr das Wassermanagement. Gef\u00f6rdert wurde das Ende 2020 beendete Projekt vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wasser ist bei der Energieerzeugung von gro\u00dfer Bedeutung \u2013 und bei weitem nicht nur bei Wasserkraftwerken. So wird Wasser beispielweise bei thermischen Kraftwerken zur K\u00fchlung verwendet. Auch werden zur Wasserkraftnutzung Flussl\u00e4ufe reguliert, was wiederum Einfluss auf lokale Wasser- und Umweltsysteme am Standort des Kraftwerks hat. Je nach Energiesystem ist der Wasserverbrauch mehr oder weniger gro\u00df. Aber es gibt auch andere, indirekte Auswirkungen auf Wasserressourcen, \u00fcber die man nur weniger spricht. So zum Beispiel in Regionen, in denen Kohle oder Kupfer abgebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forscher untersuchten im Projekt WANDEL vier unterschiedliche Energieszenarien und deren Auswirkungen auf Wasserressourcen: ein Kohlekraftwerk mit Wasserk\u00fchlung an der Weser, eine Kette aus sechs Laufwasserkraftwerken an der Donau, ein solarthermisches Kraftwerk in Marokko und die Nutzung von Zuckerrohr-Bagasse zur Stromerzeugung in Brasilien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterschiedlich gro\u00dfer Wasserfu\u00dfabdruck f\u00fcr unterschiedliche Energiesysteme<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Projektergebnisse w\u00fcrden zeigen, &#8220;dass Strategien zur Transformation des Energiesystems im Rahmen der Energiewende nicht nur die Reduktion von Treibhausgasemissionen ber\u00fccksichtigen sollten, sondern auch den Wasserverbrauch&#8221;, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler. So w\u00fcrden Szenarien, die sich ein kohlenstoffarmes Energiesystem zum Ziel gesetzt haben, weltweit nicht automatisch auch zu einem geringeren Wasserverbrauch f\u00fchren. Ganz im Gegenteil. Die Gesamtmenge des weltweit verbrauchten Wassers f\u00fcr thermische Kraftwerke zur Stromproduktion w\u00fcrde sogar weiter ansteigen. Der Verbrauch k\u00f6nne nur gesenkt werden, wenn die Effizienz der Kraftwerks- und K\u00fchltechnik steigen w\u00fcrde. Die Folge ist, dass die thermische Stromproduktion immer anf\u00e4lliger f\u00fcr die zunehmende Wasserknappheit w\u00fcrde, die durch den Klimawandel zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wasserfu\u00dfabdruck-Analyse, die das Team durchf\u00fchrte, umfasste sowohl den lokalen als auch entfernten Wasserbedarf entlang der gesamten Energieversorgungskette. Sie verglichen den Verbrauch pro erzeugter Energieeinheit f\u00fcr verschiedene Energiesysteme, wobei das Ergebnis zeigte, dass beispielsweise der Verbrauch bei nachwachsenden Rohstoffen sehr hoch war. Andererseits fiele der Wasserfu\u00dfabdruck dieser Art der Energieerzeugung aber viel geringer aus, wenn man Systeme integrieren w\u00fcrde, die Abfallstoffe nutzen, z.B. die Zuckerrohr-Bagasse.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Risiko- und Nachhaltigkeitsanalysen zeigen, dass die Energieversorgung mit zunehmend h\u00e4ufigerer Wasserknappheit und D\u00fcrre unter Klimawandelbedingungen verwundbarer wird&#8221;, betonen die Forscher. Besonders in Regionen mit Wasserknappheit, wie W\u00fcsten- und Steppenregionen, stellt der Wassermangel bereits heute ein Problem f\u00fcr Wirtschaftswachstum und eine landwirtschaftliche Produktion dar. In diesen Gebieten gef\u00e4hrdet die mangelnde Versorgung mit Wasser sowohl die Gesundheit der Menschen, als auch die \u00d6kosysteme und in der Folge auch eine nachhaltige Energieerzeugung. Da sich die Nutzung der Wasserkraft auf die S\u00fc\u00dfwasser-Megafauna auswirke, sollte laut Aussagen der Wissenschaftler auch die &#8220;Biodiversit\u00e4t bei der Bewertung von Strategien f\u00fcr den \u00dcbergang zu kohlenstoffarmen Energien&#8221; mit einbezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Wege<\/h3>\n\n\n\n<p>Um all diese Probleme anzugehen, entwickelten die Projektpartner verschiedene Werkzeuge f\u00fcr das Wassermanagement und einen Simulator, an dem Kraftwerkspersonal ausgebildet werden soll. Dadurch k\u00f6nnten Talsperren und Stauanlagen optimal betrieben werden, wodurch auch die Effizienz und Sicherheit von Wasserstra\u00dfen und &#8220;staugeregelten Flie\u00dfgew\u00e4ssern&#8221; erh\u00f6ht werden. Das sogenannte &#8220;Environmental Sustainability Assessment&#8221; verbessert die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung  und es kann die Nachhaltigkeit der von Menschen geschaffenen Prozesse mit vorgelagerten Lieferketten bewerten. &#8220;Ein Indikatoren-Set zur Bestimmung der Vulnerabilit\u00e4t von Energiesystemen und Wasserressourcen unterst\u00fctzt Entscheidungstr\u00e4ger dabei, die Nachhaltigkeit von Ma\u00dfnahmen zu beurteilen, die im Kontext von Energie- und Wassersicherheit stehen&#8221;, schreiben die Projektpartner.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Artikel zum Thema Energiewende finden Sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=energiewende\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den Pl\u00e4nen der Bundesregierung soll es bis 2050 soweit sein, dass Deutschland seine Energie in erster Linie aus regenerativen Quellen wie Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Geothermie oder nachwachsenden Rohstoffen bezieht. 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