{"id":279019,"date":"2021-03-16T17:00:36","date_gmt":"2021-03-16T16:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=279019"},"modified":"2021-03-16T17:00:36","modified_gmt":"2021-03-16T16:00:36","slug":"autonomes-fahren-ohne-tote-winkel-dank-3d-radarsensoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/autonomes-fahren-ohne-tote-winkel-dank-3d-radarsensoren\/","title":{"rendered":"Autonomes Fahren ohne tote Winkel dank 3D-Radarsensoren"},"content":{"rendered":"\n<p>Bis zum Jahr 2030 sollen alleine in Europa zehn Millionen selbstfahrende Autos unterwegs sein und die Vorteile sind offensichtlich. Durch die Vernetzung aller Fahrzeuge l\u00e4uft der Stra\u00dfenverkehr effizienterer. F\u00fcr die Fahrer bzw. Passagiere sind die Autofahrten komfortabler und man spart nebenbei auch noch Zeit. Nicht zuletzt wird Autofahren aber um einiges sicherer, denn bis jetzt passieren die meisten Verkehrsunf\u00e4lle aufgrund menschlicher Fehler. Ein gro\u00dfes Manko sind aktuell allerdings noch die Sensoren, die ihre Umgebung scannen und verarbeiten. Sie sind fl\u00e4chig aufgebaut in erster Linie an Front und Heck des Fahrzeugs angebracht. Dadurch \u00fcberwachen sie \u00fcblicherweise einen Bereich von &#8220;nur&#8221; 180\u00b0.<\/p>\n\n\n\n<p>Forscherinnen und Forscher am <a href=\"https:\/\/www.izm.fraunhofer.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fraunhofer IZM<\/a> haben nun zusammen mit Partnern im Projekt &#8220;KoRRund&#8221; (Konforme und multistatische MIMO-Radarkonfigurationen zur Radarumsicht f\u00fcr das automatisierte Fahren) 3D-Radarmodule entwickelt, die freier am Fahrzeug positioniert werden k\u00f6nnen und somit \u2013 eingebunden in ein Sensornetzwerk \u2013 eine 360\u00b0-Rundumsicht erm\u00f6glichen. Sie k\u00f6nnen ihr Umfeld in Echtzeit und aus allen Perspektiven gleichzeitig analysieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese &#8220;Packaging-Verfahren f\u00fcr zuverl\u00e4ssige Radarsensoren mit revolution\u00e4ren Freiformfl\u00e4chen&#8221; w\u00fcrden k\u00fcnftig jede Antennenform und Anbringung am Fahrzeug erm\u00f6glichen, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler. Um diese 360\u00b0-Echtzeiterfassung zu realisieren und auch kleinste Objekte und Lebewesen aus verschiedenen Perspektiven miteinzubeziehen, erforschten sie &#8220;neue Ans\u00e4tze r\u00e4umlicher Aufl\u00f6sung sowie der Zielklassifikation&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vor der zweiten in die dritte Dimension<\/h3>\n\n\n\n<p>Dabei hatte das Fraunhofer IZM einen ma\u00dfgeblichen Anteil an den Entwicklungen des Teilvorhabens, in dem, gemeinsam mit <a href=\"http:\/\/www.bosch.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bosch<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.schweizer.ag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schweizer Electronic AG<\/a> (SEAG), Moldtechnologien f\u00fcr die 3D-Radarsensorik simuliert, aufgebaut und getestet wurden. Au\u00dferdem haben die drei Partner einzeln L\u00f6sungsans\u00e4tze erarbeitet, um optimale Hochfrequenz-Antennen mit den Methoden der H\u00f6chstintegration zu entwickeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese wurden zusammen mit dem <a href=\"http:\/\/www.kit.edu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/a> (KIT) bez\u00fcglich ihrer HF-Eignung bewertet. SEAG und Bosch legten ihren Fokus bei dem Projekt auf den Transfer vom Zweidimensionalen in die dritte Dimension durch das &#8220;Einf\u00fchren von flexiblen Bereichen, also die Realisierung klappbarer Aufbauten auf Basis etablierter Fertigungstechnologien&#8221;. Das Fraunhofer IZM habe dabei auf Basis der Compression Mold Technologie einen vielversprechenden Weg hin zu 3D strukturierten Radarmodulen eingeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu wurde das zuvor planare Hochfrequenz-Substrat in gebogener Form verkapselt, so dass im Nachgang keine Fixierung mehr notwendig ist. Das Ergebnis war eine Freiformfl\u00e4che f\u00fcr Antennen, die bei 76 GHz eingesetzt werden k\u00f6nnen und gleichzeitig nur ein &#8220;Minimum an Bauraum&#8221; beanspruchen. Mit Hilfe eines speziellen Verkapselungssystems werde es m\u00f6glich, das best\u00fcckte Substrat zeitgleich formgebend zu hinterspritzen und eine auf dem Substrat montierte Hochfrequenz-Schaltung zu \u00fcbermolden, also sch\u00fctzend zu umspritzen und \u2013 bei Flip Chips \u2013 zu unterf\u00fcllen. Somit k\u00f6nne nahezu jede beliebige Geometrie robuster und kosteng\u00fcnstiger 3D-Antennen realisiert und auch in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vielseitig anwendbar<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Pluspunkt an dieser Technik ist, dass sie nicht nur f\u00fcr die Rundumsicht am Auto, sondern auch in verschiedensten Antennendesigns von Nutzen sein kann. &#8220;Von runden, eckigen bis hin zu ganz speziellen Formen \u2013 mit dieser Freiform-Technik sind industrielle Anwendungen in fast allen Bereichen des Radars, der Optik und auch der Sensorik denkbar&#8221;, freuen sich die Wissenschaftler.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Projektlaufzeit von drei Jahren wurde das Projekt KoRRund Ende 2020 erfolgreich abgeschlossen. Unter der Koordination von Bosch haben die Projektpartner Inmach, die Hochschule Ulm, das KIT, die Schweizer Electronics AG und die Universit\u00e4t Ulm am Projekt ebenso mitgewirkt wie das Fraunhofer IZM. Gef\u00f6rdert wurde das Projekt vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung mit einer Summe von 4,6 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Titelbild:<\/em><\/strong><em> 360\u00b0-Rundumsicht in automatisierten Fahrzeugen: Dank Panel Level Moldtechnologien wird dreidimensionale, in Form frei w\u00e4hlbare Radarsensorik m\u00f6glich. \u00a9 Fraunhofer IZM<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Artikel zum Thema Autonomes Fahren finden Sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=autonom\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum Jahr 2030 sollen alleine in Europa zehn Millionen selbstfahrende Autos unterwegs sein und die Vorteile sind offensichtlich. Durch die Vernetzung aller Fahrzeuge l\u00e4uft der Stra\u00dfenverkehr effizienterer. F\u00fcr die Fahrer bzw. Passagiere sind die Autofahrten komfortabler und man spart nebenbei auch noch Zeit. 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