{"id":270657,"date":"2021-01-27T17:00:08","date_gmt":"2021-01-27T16:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=270657"},"modified":"2021-01-27T17:00:08","modified_gmt":"2021-01-27T16:00:08","slug":"neues-sensorsystem-zur-schnellen-und-sicheren-ortung-von-verschutteten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/neues-sensorsystem-zur-schnellen-und-sicheren-ortung-von-verschutteten\/","title":{"rendered":"Neues Sensorsystem zur schnellen und sicheren Ortung von Versch\u00fctteten"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach Erdbeben oder Gasexplosionen dauert es oft viel zu lange, Versch\u00fcttete zu lokalisieren und zu bergen. Damit Rettungskr\u00e4fte k\u00fcnftig schneller bessere und genauere Informationen von der Situation vor Ort bekommen, entwickeln internationale Wissenschaftler nun im Rahmen des Forschungsprojektes \u201eSensorsysteme zur Lokalisierung von versch\u00fctteten Personen in eingest\u00fcrzten Geb\u00e4uden\u201c (SORTIE) ein modulares Sensorsystem f\u00fcr eine Drohne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGeb\u00e4udeeinst\u00fcrze geschehen oftmals pl\u00f6tzlich und ohne jegliche Vorwarnung, zum Beispiel bei Gasexplosionen oder Erdbeben. Such- und Rettungsmannschaften k\u00f6nnen sich in der Regel nur langsam auf dem instabilen Schutt der Ruinen bewegen\u201c, sagt Prof. Dr. Ompe Aim\u00e9 Mudimu, stellvertretender Institutsleiter des Instituts f\u00fcr Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der <a href=\"https:\/\/www.th-koeln.de\/startseite_16.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TH K\u00f6ln<\/a> und Leiter des Teilprojekts der TH K\u00f6ln. Deshalb sei es sehr wichtig, dass man umfangreiche Gebiete effizient und sicher absuchen k\u00f6nne. Daf\u00fcr eigne sich insbesondere die Analyse aus der Luft durch Drohnen. Einsatzkr\u00e4fte k\u00f6nnten bei der Suche nach Versch\u00fctteten so entlastet werden-<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vier Module zur Unterst\u00fctzung von Einsatzkr\u00e4ften<\/h3>\n\n\n\n<p>Bis Ende Dezember 2022 wollen die Forscher ein modulares System f\u00fcr eine Drohne entwickeln, an die vier verschiedene Sensorpaketen angeschlossen werden k\u00f6nnen: \u201eBioradar\u201c zur Erkennung von Atembewegungen Versch\u00fctteter, \u201eHandyortung\u201c, \u201eLaser-Gasmessung\u201c zur Ferndetektion von explosiven Atmosph\u00e4ren und \u201eTr\u00fcmmerstrukturanalyse\u201c zur Bewertung der Stabilit\u00e4t von Tr\u00fcmmern. Damit die Drohne nicht zu schwer w\u00fcrde und l\u00e4nger in der Luft bleiben k\u00f6nne, k\u00e4men die Sensorpakete einzeln zum Einsatz, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Institut f\u00fcr Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der TH K\u00f6ln ist bei SORTIE unter anderem daf\u00fcr zust\u00e4ndig, die funktionalen und technischen Anforderungen zu ermitteln und bestehende Einsatzkonzepte einzubinden. Au\u00dferdem ist es f\u00fcr die operative und einsatztaktische Umsetzung verantwortlich. Die Endanwenderanalyse hat das Team bereits abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Realistische Szenarien<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk ermittelt, was das System hinsichtlich der Flugzeit und anderer Parameter leisten muss und in welcher Reihenfolge die Module am besten zum Einsatz kommen\u201c, erl\u00e4utert Lennart Landsberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Mudimu. \u201eDazu haben wir verschiedene repr\u00e4sentative und realistische Szenarien erstellt, anhand derer Einsatzkr\u00e4fte im Rahmen von Interviews und Umfragen auf die Anforderungen an ein solches System eingehen konnten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Momentan arbeitet das Team daran, die neue Technologie innerhalb der Einsatzorganisationsstruktur einzubinden. Anschlie\u00dfend soll das Gesamtsystem sowie die einsatztaktische Implementierung durch Labor- und Real\u00fcbungen evaluiert und validiert werden. So solle zum Beispiel erprobt werden, ob die von den Einsatzkr\u00e4ften geforderte Flugzeit von 30 bis 45 Minuten und ein Modultausch in unter f\u00fcnf Minuten realisierbar seien und ob ein gleichzeitiger Einsatz anderer Ortungsmethoden m\u00f6glich sei, ohne dass sich die Ger\u00e4te gegenseitig st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projektpartner<\/h3>\n\n\n\n<p>An dem Projekt beteiligt sind die Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg (Projektleitung), die TH K\u00f6ln, das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Physikalische Messtechnik (Freiburg), die Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg, die Universit\u00e4t der Bundeswehr (M\u00fcnchen) und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (Bonn). Da Erdbeben im Allgemeinen vor allem im Ausland vorkommen, sind auch Kooperationspartner aus Indien mit eingebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie internationale Kooperation erm\u00f6glicht uns einen gewinnbringenden Erfahrungs- und Wissenstransfer. Dadurch k\u00f6nnen wir ein gutes Werkzeug entwickeln, das sich f\u00fcr verschiedene Einsatzszenarien eignet\u201c, sagt Mudimu. Projektpartner aus Indien sind das Indian Institute of Technology, das Indian Institute of Science, die private Universit\u00e4t Amrita Vishwa Vidyapeetham, das indische Innenministerium, das National Institute of Disaster Management und das National Fire Service College.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung<\/a> f\u00f6rdert SORTIE im Rahmen des Programms \u201eForschung f\u00fcr die zivile Sicherheit\u201c \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,63 Millionen Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Erdbeben oder Gasexplosionen dauert es oft viel zu lange, Versch\u00fcttete zu lokalisieren und zu bergen. 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