{"id":267808,"date":"2021-01-12T17:00:44","date_gmt":"2021-01-12T16:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=267808"},"modified":"2021-01-12T17:00:44","modified_gmt":"2021-01-12T16:00:44","slug":"photovoltaik-anlagen-nach-vorbild-eines-schmetterlingsflugels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/photovoltaik-anlagen-nach-vorbild-eines-schmetterlingsflugels\/","title":{"rendered":"Photovoltaik-Anlagen nach Vorbild eines Schmetterlingsfl\u00fcgels"},"content":{"rendered":"\n<p>Sch\u00f6n ist etwas anderes. Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen auf Hausd\u00e4chern oder in Reihen in der Landschaft sind kein wirklich \u00e4sthetisch ansprechender Anblick. Zwar hat sich Solarstrom in den vergangenen 20 Jahren immer mehr zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit entwickelt, die Optik der Module ist aber gleichgeblieben: Schwarz-gl\u00e4nzende Platten mit einer Schutzhaut aus Glas. Darunter befinden sich die Photovoltaik-Zellen in Gr\u00f6\u00dfe kleiner Badezimmerkacheln, die wie auf einem Schachbrett miteinander verl\u00f6tet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob alleine die Optik noch mehr Menschen davon abh\u00e4lt, derartige Anlagen auf ihren Hausd\u00e4chern zu platzieren, ist zwar fraglich, auf alle F\u00e4lle w\u00e4re es aber sinnvoll, nicht nur die D\u00e4cher, sondern auch Hausw\u00e4nde mit Photovoltaik-Anlagen zu versehen. Ein Ausbau erneuerbarer Energien ist n\u00e4mlich der einzige Weg, die angedachte Energiewende auch zu schaffen. 2500 Quadratkilometer zus\u00e4tzlicher Photovoltaik-Anlagen w\u00fcrden daf\u00fcr ben\u00f6tigt, sagen Forscher. Gen\u00fcgend Platz g\u00e4be es.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Solarmodule fast unsichtbar in Fassaden und D\u00e4cher integrierbar<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Bauherren und Architekten sind Photovoltaik-Anlagen als gestalterisches Element wenig beliebt, wei\u00df man bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Sie seien einfach \u201ezu st\u00f6rend\u201c. Deswegen haben Forscher vom <a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE<\/a> in Freiburg \u00e4sthetische, farbige Module f\u00fcr die Gestaltung von Fassaden entwickelt, \u201edenen man ihren eigentlichen Zweck gar nicht mehr ansieht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese bunten Bauteile k\u00f6nnen in jeder gew\u00fcnschten Farbe produziert und fast unsichtbar in eine Fassade oder ein Dach integriert werden. Modernen Geb\u00e4uden mit vorgeh\u00e4ngter, hinterl\u00fcfteter Fassade k\u00f6nnten sie gar den letzten Schliff geben. \u201eDie z\u00fcndende Idee f\u00fcr die Entwicklung bestand darin, die Deckgl\u00e4ser der Module nicht mit Farbpigmenten einzuf\u00e4rben, sondern vielmehr den physikalischen Effekt des Schmetterlingsfl\u00fcgels nachzuahmen\u201c, sagt Dr. Thomas Kroyer, Leiter der Gruppe Beschichtungstechnologien und -systeme. Beschichtete Gl\u00e4ser w\u00fcrden n\u00e4mlich viel von ihrem Wirkungsgrad einb\u00fc\u00dfen, weil das Licht nicht mehr ungehindert in das Modul eindringen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorbild: Blauer Morpho-Falter<\/h3>\n\n\n\n<p>Ihr Vorbild f\u00fcr die neuartigen Solarmodule fanden die Wissenschaftler in der Natur. Im Fl\u00fcgel des Morpho-Falters. Der im tropischen Regenwald in Mittel- und S\u00fcdamerika lebende Schmetterling wirkt nicht durch farbige Pigmente farbig, sondern durch einen optischen Effekt. Die mikrometerfeine Oberfl\u00e4chenstruktur des Schmetterlingsfl\u00fcgels reflektiert gezielt einen engen Wellenl\u00e4ngenbereich, d.h. er reflektiert eine Farbe. Die Fraunhofer ISE-Experten konnten durch einen Vakuumprozess auf die R\u00fcckseite des Deckglases ihrer Photovoltaik-Module eine \u00e4hnliche Oberfl\u00e4chenstruktur aufbringen. Je nach Feinstruktur lie\u00dfen sich so Deckgl\u00e4ser in knackigem Blau, Gr\u00fcn oder Rot herstellen. \u201eRund 93 Prozent des Lichts k\u00f6nnen diese Schicht durchdringen \u2013 nur etwa sieben Prozent werden reflektiert und l\u00f6sen den Farbeffekt aus\u201c, erl\u00e4utert Thomas Kroyer. Die Wissenschaftler haben ihre Technologie MorphoColor benannt, nach dem strahlend blau leuchtenden Morpho-Falter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/bau-2021-ise-solartechnik-schoen-wie-ein-schmetterlingsfluegel-bild-2-1004x670.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-267806\"\/><figcaption>Rund 93 Prozent des Sonnenlichts k\u00f6nnen die spezielle Oberfl\u00e4chenstruktur durchdringen. \u00a9 Fraunhofer ISE<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum ansprechenden Aussehen geh\u00f6re aber nicht allein die Farbe, betonen die Forscher und haben eine weitere L\u00f6sung gefunden, um Photovoltaik-Anlagen sch\u00f6ner zu machen. Sie haben eine Montagemethode entwickelt, die an das Prinzip der Dachschindeln erinnert. Diese werden \u00fcberlappend aufeinander gelegt, damit der Regen abflie\u00dfen kann. Nach dem gleichen Prinzip fertigen die Freiburger Solarforscher Photovoltaik-Zellen in Streifen an und klebten sie so zu einem gr\u00f6\u00dferen Modul zusammen, dass sie wenige Millimeter \u00fcberlappen. Das Ergebnis ist ein homogenes Ganzes ohne st\u00f6rende Zwischenr\u00e4ume oder sichtbare Kontaktdr\u00e4hte. Es schimmern keine aneinander gel\u00f6teten Photovoltaik-Zellen wie ein Schachbrett durch das farbige Deckglas. \u201eMan kann aus verschiedenen Winkeln auf unsere geschindelten Photovoltaik-Module mit MorphoColor-Beschichtung schauen \u2013 und trotzdem bleibt der homogene Eindruck.\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00c4sthetisches Plus-Energie-Haus<\/h3>\n\n\n\n<p>Vom 13. bis 15. Januar 2021 werden die geschindelten Module auf der Online-Messe BAU als Exponat gezeigt. Au\u00dferdem wird es einen Solarthermie-Kollektor mit MorphoColor-Beschichtung zu sehen geben. Denn die im Vakuumverfahren bedampften Deckgl\u00e4ser lie\u00dfen sich sowohl zu Photovoltaik-Modulen laminieren als auch in einen Kollektor zur solaren W\u00e4rmezeugung integrieren, betonen die Wissenschaftler. Das sei ein echter Gewinn, weil man mit einer Fertigungslinie beide Produkte bedienen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDieser Doppelnutzen hat auch f\u00fcr den Endanwender seinen Reiz\u201c, freuen sie sich. \u201ePhotovoltaik- und Solarthermie-Module k\u00f6nnen k\u00fcnftig mit derselben Farbe versehen und quasi unsichtbar nebeneinander auf das Dach oder an die Fassade montiert werden.\u201c Wenn man dann noch den Farbton an das restliche Geb\u00e4ude anpasst, kann eine Hauswand mit einem absolut homogenen \u00c4u\u00dferen eine Fassade sein, die zugleich Strom und W\u00e4rme liefert. \u201eDamit kann das Haus der Zukunft zum besonders \u00e4sthetischen Plus-Energie-Haus werden, das mehr Energie liefert als es verbraucht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Titelbild<\/em><\/strong><em>: Die neuen Photovoltaikmodule lassen sich in der gew\u00fcnschten Farbe herstellen. <\/em><em>\u00a9 Fraunhofer ISE<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6n ist etwas anderes. 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