{"id":266604,"date":"2021-01-21T11:00:00","date_gmt":"2021-01-21T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=266604"},"modified":"2021-01-21T11:00:00","modified_gmt":"2021-01-21T10:00:00","slug":"startup-of-the-day-den-eigenen-co2-fusabdruck-ausgleichen-mit-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/startup-of-the-day-den-eigenen-co2-fusabdruck-ausgleichen-mit-klima\/","title":{"rendered":"Den eigenen CO2-Fu\u00dfabdruck ausgleichen mit Klima"},"content":{"rendered":"\n<p>Klimafreundlicher leben, aber wie? Wenn man bereits mit dem Fahrrad zur Arbeit f\u00e4hrt oder den Fleischkonsum reduziert hat, wei\u00df man oft nicht mehr, was man sonst noch tun k\u00f6nnte. Klima bietet eine m\u00f6gliche L\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ungef\u00e4hr eineinhalb Jahren begannen die Gr\u00fcnder Markus Gilles, Jonas Brandau und Andreas Pursian-Ehrlich mit der Entwicklung der Klima-App, die seit Dezember im App-Store verf\u00fcgbar ist. Das Berliner Startup soll es jedem erm\u00f6glichen, seinen CO2-Fu\u00dfabdruck unkompliziert auszugleichen und langfristig zu reduzieren. Mit einem kurzen Fragebogen wird der CO2-Fu\u00dfabdruck des Nutzers berechnet. Durch ein Klima-Abo k\u00f6nnen verschiedene klimafokussierte Projekte in den Bereichen Natur, Technologie und Sozial unterst\u00fctzt und der Fu\u00dfabdruck so ausgeglichen werden. So werden beispielsweise B\u00e4ume gepflanzt, die Ausweitung erneuerbarer Energien unterst\u00fctz oder Gemeinden mit klimafreundlichen Kochherden ausgestattet. Der Fortschritt kann in der App mitverfolgt werden. Und da h\u00f6rt es nicht auf: Damit der CO2-Fu\u00dfabdruck nicht nur ausgeglichen, sondern auch langfristig reduziert wird, erh\u00e4lt der Nutzer individuelle Tipps, wie er klimafreundlicher leben kann. Das hat finanzielle Vorteile f\u00fcr den Nutzer \u2013 und \u00f6kologische Vorteile f\u00fcr den Planeten. Wir haben Mitgr\u00fcnder Markus Gilles interviewt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was hat Sie inspiriert?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir arbeiten als Gr\u00fcnder schon seit fast 10 Jahren im Bereich App-Entwicklung zusammen. Wir haben \u00fcberlegt was als N\u00e4chstes ansteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischendurch war ich l\u00e4ngere Zeit &nbsp;auf Reisen. Ich bin vom Norden Alaskas bis an die S\u00fcdspitze Patagoniens mit dem Rucksack unterwegs gewesen. Und habe da nat\u00fcrlich ganz intensive Naturerfahrungen gemacht, ob das jetzt im Amazonas war oder den Anden. Und so habe ich auch ein Bewusstsein daf\u00fcr entwickelt wie wundersch\u00f6n aber auch fragil die Natur ist und wie viel davon gerade bedroht ist. Kurz darauf kam dann der <a href=\"https:\/\/www.ipcc.ch\/sr15\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Special Report des IPCC zur 1,5 Grad Erw\u00e4rmung<\/a>, der nochmal knallhart wissenschaftlich dargelegt hat wie gro\u00df die Krise eigentlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Da haben wir als Gr\u00fcnder dann \u00fcberlegt, was k\u00f6nnen wir denn dazu machen?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was setzt Klima von anderen Angeboten ab, bei denen man seinen CO2-Abdruck ausgleichen kann?<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach einiger Recherche ist ziemlich schnell klar geworden, dass noch eine gro\u00dfe L\u00fccke geschlossen werden muss. Und zwar die L\u00fccke zwischen Individuum &#8211; so wie dir und mir &#8211; die eigentlich gerne was tun wollen aber nicht die M\u00f6glichkeit haben, das irgendwie umzusetzen. Nicht jeder kann sich eine Solaranlage aufs Dach machen, zum Beispiel wenn man in einer Wohnung wohnt. Und nicht jeder kann Freitags streiken, vielleicht weil man angestellt ist. Es gibt verschiedene Klima-Aktivit\u00e4ten die nicht jedem zur Verf\u00fcgung stehen. Gleichzeitig gibt es unheimlich viele tolle und effiziente Klimaprojekte, wo Profis am Werk sind, die eben L\u00f6sungen vorantreiben um CO2 zu reduzieren. Da gab es keine gute Verbindung. Ich meine, CO2 Ausgleiche gibt es ja schon seit einer Weile, aber wir fanden dass die noch nicht nutzerfreundlich genug waren um mit einer Breite angenommen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>In dem Fragebogen, der den CO2-Fu\u00dfabdruck der Nutzer berechnen soll, wird nach groben Kategorien (z.B. Wohnungsgr\u00f6\u00dfe und Ern\u00e4hrungsweise) gefragt. Wie ist es zu diesen Fragen gekommen und warum haben Sie sich gegen eine detailliertere Abfrage, z.B. nach dem tats\u00e4chlichen Energieverbrauch, entschieden?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Man kann das nat\u00fcrlich unendlich komplex machen. Wir haben halt \u00fcberlegt, was ist eine gute Balance von Fragen? Wenn es kompliziert wird, dann verliert man auch wieder Leute. Dann hat man halt noch weniger erzielt, als wenn man sagt: Lass uns mal eine Balance finden von Fragen, die erstens jeder sofort beantworten kann und zweitens die von Nutzern auch individuell beeinflussbar sind. Wir sind da nat\u00fcrlich auch in der Weiterentwicklung und es wird auch nicht ausgeschlossen, dass wir es dann auch Leuten erm\u00f6glichen, die nochmal ein bisschen granularer was machen wollen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie kam es zu den drei Projekt-Kategorien, Natur, Technologie und Sozial, die man durch ein Klima-Abo unterst\u00fctzen kann?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das sind eigentlich die drei Bereiche, die wir alle angehen m\u00fcssen, wenn wir die Klimakrise meistern wollen. Auf eine Art und Weise, die einerseits mit der Natur arbeitet. Acht Prozent der CO2 Emissionen jedes Jahr entstehen nur durch <a href=\"https:\/\/www.wri.org\/blog\/2018\/10\/numbers-value-tropical-forests-climate-change-equation\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Abholzung von tropischen Regenw\u00e4ldern<\/a>. Da sieht man mal, was f\u00fcr einen krassen Einfluss B\u00e4ume haben aber auch was f\u00fcr eine M\u00f6glichkeit darin steckt, wenn wir anfangen mit der Natur zu arbeiten statt dagegen. Der zweite Bereich ist Technologie und konkret nachhaltige beziehungsweise erneuerbare Energien. Wir m\u00fcssen dekarbonisieren, indem wir von Kohle und fossilen Brennstoffe wegkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Aspekt ist, dass es eben auch um Klimagerechtigkeit geht. Man hat nat\u00fcrlich mit seinen Projekten vor Ort immer auch irgendeine Wirkung auf die Community und man sollte darauf achten dass es auch eine positive Wirkung ist. Kochherde eben auf eine besondere Art und Weise. Als Kontext: weltweit <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.who.int\/news-room\/fact-sheets\/detail\/household-air-pollution-and-health\" target=\"_blank\">40 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung kochen auf offenen Feuern<\/a>. Das hei\u00dft, rund drei Milliarden Menschen sind darauf angewiesen, B\u00e4ume zu f\u00e4llen um eine warme Mahlzeit zu haben. Das ist ein riesengro\u00dfer Faktor, dem man entgegenwirken kann, indem man neue Technologien &#8211; effiziente Kochherde &#8211; zur Verf\u00fcgung stellt, die den Bedarf an Holz oder Holzkohle extrem verringern. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.who.int\/news-room\/fact-sheets\/detail\/household-air-pollution-and-health\" target=\"_blank\">Vier Millionen Menschen sterben jedes Jahr<\/a> an dem Effekt von Rauch von Feuer in den eigenen H\u00e4usern. Man spart also CO2 ein, rettet das Klima und rettet gleichzeitig auch noch Leben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was motiviert Nutzer zur kontinuierlichen Nutzung der App?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn ich den Fragebogen ausgef\u00fcllt habe, kann ich ein Klima-Abo abschlie\u00dfen. Dann sehe ich meinen Impact. Ein wichtiger Punkt ist die Wirkungs-Transparenz. Wir haben einen Impact Tracker in der App, der dir sofort anzeigt, wie viel CO2 setze ich jetzt jede Minute, jede Stunde, jeden Tag, jede Woche und so weiter ab, auch in den drei Kategorien. Da kann ich dann sehen, wie viele B\u00e4ume wurden jetzt schon von meinen Betr\u00e4gen gepflanzt? Wie viele Kilowattstunden gr\u00fcner Strom wurden schon produzierte und m\u00f6glich gemacht durch meine Beitr\u00e4ge? &nbsp;Ich hab zudem eine Klima Checkliste in der ich dann personalisierte Tipps bekomme, wie ich meinen CO2-Fu\u00dfabdruck verringern kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie kann es vermieden werden, dass Nutzer sich durch den CO2-Ausgleich nicht aus der Verantwortung ziehen, selber etwas zu tun?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die zwei Dinge m\u00fcssen auf jeden Fall Hand in Hand gehen. Deswegen kriegt man immer Tipps. Was ist der n\u00e4chste Schritt f\u00fcr mich pers\u00f6nlich? Wenn ich sage ich esse Fleisch, dann w\u00e4re ein n\u00e4chster Schritt vielleicht, nur noch Fisch zu essen. Wenn ich mich entscheide, eine Lifestyle- \u00c4nderung zu machen, kann ich das auch ankreuzen und so meinen monatlichen Beitrag reduzieren. Das sind dann so die Anreizsysteme, die wir dahaben damit die Leute immer mehr \u00fcber ihren Fu\u00dfabdruck verstehen und Verhaltens\u00e4nderung angef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was m\u00f6chten Sie in f\u00fcnf Jahren mit Klima erreicht haben?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir wollen in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren 20 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr offsetten. Um das mal zu vergleichen: Das ist ungef\u00e4hr der <a href=\"https:\/\/www.worldometers.info\/co2-emissions\/croatia-co2-emissions\/#:~:text=CO2%20emissions%20per%20capita%20in,in%20CO2%20emissions%20per%20capita.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CO2-Fu\u00dfabdruck von Kroatien<\/a>, also immerhin einem mittleren europ\u00e4ischen Land. Oder ein ausgewachsener Wald von einer Millionen ausgewachsenen B\u00e4umen. Das ist durchaus ambitioniert. Aber gerade deshalb ist das unser Ziel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimafreundlicher leben, aber wie? Wenn man bereits mit dem Fahrrad zur Arbeit f\u00e4hrt oder den Fleischkonsum reduziert hat, wei\u00df man oft nicht mehr, was man sonst noch tun k\u00f6nnte. Klima bietet eine m\u00f6gliche L\u00f6sung. 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