{"id":261452,"date":"2020-12-08T09:00:39","date_gmt":"2020-12-08T08:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=261452"},"modified":"2020-12-08T09:00:39","modified_gmt":"2020-12-08T08:00:39","slug":"herausforderung-autonomes-fahren-reisekrankheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/herausforderung-autonomes-fahren-reisekrankheit\/","title":{"rendered":"Herausforderung des autonomen Fahrens: Reisekrankheit"},"content":{"rendered":"\n<p>Davon k\u00f6nnen viele Menschen auch in herk\u00f6mmlichen Autos ein Lied singen &#8211; ohne dass sie auch noch entgegen der Fahrtrichtung sitzen: W\u00e4hrend der Fahrer gelassen um die Kurven und die Berge rauf und runter f\u00e4hrt, ist den Mitreisenden auf der R\u00fcckbank \u00fcbel. Oder man sitzt auf dem Beifahrersitz und liest. Der gleiche Effekt, die gleiche unangenehme \u00dcbelkeit. Die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde sind dabei auch immer gleich: Man sieht nicht, wo die Reise hingeht. \u00a0\u201eReisekrankheit ist eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Entwicklung autonomer Fahrzeuge\u201c, sagt Prof. Dr. Heinrich B\u00fclthoff, Emeritus-Direktor am <a href=\"http:\/\/tuebingen.mpg.de\/startseite\/\">Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik<\/a> in T\u00fcbingen. \u201eWenn wir an geschlossene Kabinen denken, die in der Zukunft quasi als fahrendes B\u00fcro dazu dienen sollen, Reisezeit sinnvoll zu nutzen, m\u00fcssen wir dieses Problem l\u00f6sen.\u201c<br><br>Der genaue Ausl\u00f6ser f\u00fcr Reisekrankheit konnte bisher aber noch immer nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt werden. Eine Vernutung ist, dass die Ursache in einem sensorischen Konflikt liegt. Das hei\u00dft, die Bewegung und das, was wir aufgrund dieser Bewegung erwarten stimmen mit dem, was wir sehen, nicht \u00fcberein. Also sollte es doch helfen, wenn die Fahrzeuginsassen so genaue Informationen wie m\u00f6glich \u00fcber die bevorstehende Bewegung bekommen, wie Beschleunigung, Kurven, Abbremsen und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ern\u00fcchternde Studienergebnisse<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In der Vergangenheit zeigten einige Studien bereits, dass selbst simple Blinkzeichen vor einer Kurve bereits dazu beitragen k\u00f6nnen, das Risiko f\u00fcr Reise\u00fcbelkeit etwas zu mindern. W\u00fcrde es also ausreichen, den Fahrg\u00e4sten \u00fcber ein Display optische Informationen  zu \u00fcbermitteln, um das Problem zu l\u00f6sen? Wissenschaftler um Prof. B\u00fclthoff haben diese M\u00f6glichkeit nun untersucht.<br><br>Dazu baten die Forscher Freiwillige, in einem Fahrsimulator Platz zu nehmen. Dann wurden die Teilnehmer mittels Virtual-Reality-Brillen in ein virtuelles Fahrzeug versetzt, in dem sie optische Simulationen von einer Fahrstrecke eingespielt bekamen. In einer Version des Experiments bekamen sie zus\u00e4tzlich Wolken zu sehen und Lichtpunkte, die sich an den Seiten und am Boden des Fahrzeugs bewegten. Diese optischen Einspielungen sollten dazu dienen, zus\u00e4tzliche, optische Informationen \u00fcber Beschleunigen, Abbremsen und Kurven zu vermitteln.<br><br>Das Ergebnis sei jedoch ern\u00fcchternd gewesen, sagen die Wissenschaftler: \u201eWir beobachteten in unseren Simulationen keine Linderung der Reisekrankheit\u201c, sagt Ksander de Winkel, Erstautor der Studie, der jetzt an der Universit\u00e4t Delft forscht. \u201eJedenfalls gab es keinen positiven Effekt, der \u00fcber das hinausging, was sich bereits dadurch erreichen l\u00e4sst, dass man aus dem Fenster schaut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Akustische Signale und Sicht nach drau\u00dfen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>De Winkel zieht daraus zwei Schl\u00fcsse: Entweder man brauche zus\u00e4tzliche sensorische Informationen zur Fahrtstrecke, die auch andere Sinne mit einbeziehen, also etwa akustische Signale oder ver\u00e4nderte Vibration. \u201eOder wir m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit in Betracht ziehen, dass die bisherigen Annahmen zum Ursprung der Reisekrankheit unvollst\u00e4ndig sind, und der \u00dcbelkeit andere Ursachen zugrunde liegen.\u201c<br><br>Au\u00dferdem m\u00fcsse man es schaffen, dass sich autonome Fahrzeuge im Stra\u00dfenverkehr m\u00f6glichst ruhig bewegen, sagt B\u00fclthoff. \u201ePolitiker arbeiten h\u00e4ufig im fahrenden Auto. Sie haben in der Regel aber auch au\u00dferordentlich gut geschulte Chauffeure, mit einem h\u00f6chst vorausschauenden und dadurch sehr ruhigen Fahrstil.\u201c Zus\u00e4tzlich m\u00fcsse man bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge immer auch f\u00fcr ausreichende Sicht nach drau\u00dfen sorgen. Insbesondere in Fahrtrichtung. \u201eUnd wenn es dann statt \u00fcber die Autobahn auf eine kurvenreiche Strecke geht, werden die Insassen auch in Zukunft wahrscheinlich nicht drum herumkommen, ihre Computer und Akten zuzuklappen und nach vorne aus dem Fahrzeug auf die Strecke zu schauen.\u201c<br><br><strong><em>Titelbild<\/em><\/strong><em>: Blick durch die VR-Brille, \u00a9 Ksander de Winkel, Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Davon k\u00f6nnen viele Menschen auch in herk\u00f6mmlichen Autos ein Lied singen &#8211; ohne dass sie auch noch entgegen der Fahrtrichtung sitzen: W\u00e4hrend der Fahrer gelassen um die Kurven und die Berge rauf und runter f\u00e4hrt, ist den Mitreisenden auf der R\u00fcckbank \u00fcbel. Oder man sitzt auf dem Beifahrersitz und liest. 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