{"id":248241,"date":"2020-10-06T17:00:54","date_gmt":"2020-10-06T15:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=248241"},"modified":"2020-10-06T17:00:54","modified_gmt":"2020-10-06T15:00:54","slug":"neue-krebsbehandlung-wirksamer-als-chemotherapie-und-ohne-nebenwirkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/neue-krebsbehandlung-wirksamer-als-chemotherapie-und-ohne-nebenwirkungen\/","title":{"rendered":"Neue Krebsbehandlung: wirksamer als Chemotherapie und ohne Nebenwirkungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Standardtherapie bei Krebserkrankungen ist Radio- oder Chemotherapie. Die schl\u00e4gt allerdings bei weitem nicht bei allen Menschen an und hat zudem zahlreiche unerw\u00fcnschte und belastendende Nebenwirkungen. Der Grund: sie greift nicht nur die kranken Zellen an, sondern den gesamten Organismus. Au\u00dferdem erh\u00f6ht sie das Risiko, Resistenzen gegen die Behandlung zu entwickeln.<br><br>Wissenschaftler der <a href=\"https:\/\/www.unige.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4t Genf <\/a>(UNIGE) haben nun eine Technik entwickelt, die nicht nur wirksamer ist als eine Chemotherapie, sondern auch ohne Nebenwirkungen auskommt. Bei dieser Therapie k\u00f6nnen aus einer gro\u00dfen Zahl vorhandener Medikamente schnell die optimale Kombination und Dosis von Produkten ermittelt werden, die zwar die Tumorzellen abt\u00f6ten k\u00f6nnen, gesunde Zellen aber nicht beeintr\u00e4chtigen. Die Wirksamkeit dieser Methode konnten die Forscher in Zusammenarbeit mit dem <a href=\"https:\/\/www.hug.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4tskrankenhaus Genf<\/a> (HUG) und dem <a href=\"https:\/\/www.amc.nl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4tsklinikum Amsterdam<\/a> bereits bei Darmkrebs nachweisen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In-vitro und in-vivo<\/h3>\n\n\n\n<p>Um die besten Arzneimittelkombinationen zu bewerten, nutzten die Wissenschaftler zuerst In-vitro-Tests und zum ersten Mal auch In-vivo-Tests in Mausmodellen. Dabei h\u00e4tten sich alle Kombinationen als wirksamer erwiesen als eine Chemotherapie und h\u00e4tten zudem weder in den gesunden Zellen noch in den Tieren eine offensichtliche Toxizit\u00e4t verursacht, betonen die Forscher.<br><br>\u201eDie Technik, die wir entwickelt und patentiert haben, hei\u00dft TGMO, was f\u00fcr ph\u00e4notypisch gesteuerte, therapeutisch gef\u00fchrte Multidrug-Optimierung steht. Sie kombiniert Tests und hochentwickelte statistische Analysen&#8221;, sagt Patrycja Nowak-Sliwinska, Professorin an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Pharmazeutische Wissenschaften der wissenschaftlichen Fakult\u00e4t der UNIGE. \u201eDamit k\u00f6nnen in wenigen Schritten gleichzeitig Tests an krebsartigen und gesunden Zellen (desselben Patienten) durchgef\u00fchrt und alle m\u00f6glichen Arzneimittelkombinationen bewertet werden, die wir zu diesem Zweck ausgew\u00e4hlt haben. Die positiven Synergien bleiben erhalten, w\u00e4hrend die Antagonismen abgelehnt werden.\u201c<br><br>Das Experiment wurde mit 12 Medikamente durchgef\u00fchrt, die alle vor kurzem f\u00fcr die Kommerzialisierung zugelassen wurden oder aich in der letzten Phase der klinischen Versuche befanden. \u201eDarmkrebs-Zelllinien, die f\u00fcr die Anforderungen der wissenschaftlichen Studien perfekt charakterisiert worden waren, wurden der TGMO-basierten \u201aMaschinerie\u2018 vorgelegt\u201c, erkl\u00e4ren die Forscher. \u201eZiel der Suche war es, die Kombination von Produkten zu bestimmen, die dem gew\u00fcnschten Ergebnis am n\u00e4chsten kam: dem Absterben der Krebszelle bei gleichzeitiger Abwesenheit von Wirkung auf die gesunde Zelle &#8211; und das alles bei niedrigstm\u00f6glicher Dosierung der Medikamente.\u201c Dieses Verfahren habe zu Mehrfachkombinationen von drei oder vier Medikamenten gef\u00fchrt, die sich alle leicht voneinander unterschieden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Tumorwachstum um 80% reduziert<\/h3>\n\n\n\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt wurden die Kombinationen an einem dreidimensionalen Modell eines menschlichen Tumors \u00fcberpr\u00fcft; danach an M\u00e4usen als Versuchsmodell f\u00fcr Darmkrebs. Die Ergebnisse zeigten, dass die getesteten Medikamentenkombinationen das Tumorwachstum um etwa 80% reduzierten und so bei weitem wirksamer waren als eine Chemotherapie. Die gesunden Zellen wurden nicht dabei beeinflusst. Die Aktivit\u00e4t beschr\u00e4nkte sich auf Krebszellen, &#8220;die frisch von aktuellen Patienten in der Schweiz entnommen wurden&#8221;.<br><br>\u201eEs ist das erste Mal, dass in vivo-Tests mit Arzneimittelkombinationen durchgef\u00fchrt wurden, die von unserer TGMO-Technologie abgeleitet sind&#8221;, schw\u00e4rmt Patrycja Nowak-Sliwinska. \u201eDie Studie zeigt, dass es m\u00f6glich ist, unabh\u00e4ngig vom Mutationsstatus des Tumors effizient niedrig dosierte, synergistische und selektiv optimierte Arzneimittelkombinationen zu identifizieren, die wirksamer sind als eine konventionelle Chemotherapie.\u201c Derzeit werde eine klinische Studie an Patienten diskutiert, \u201edamit wir einen Schritt weiter gehen k\u00f6nnen. Aber diese Etappe, deren Finanzierung sehr stark von dem Interesse abh\u00e4ngt, das ein privater Sektor an unserem Ansatz haben k\u00f6nnte, ist in erster Linie die Arbeit von klinischen \u00c4rzten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ergebnisse in weniger<\/strong> <strong>als zwei Wochen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die TGMO-Technologie sei so konzipiert, dass sie in weniger als zwei Wochen Ergebnisse erziele, betonen die Forscher. Das entspricht dem Zeitraum, den \u00c4rzte nach der Diagnose ben\u00f6tigen, um die Therapie festzulegen. \u201eDieser Ansatz stellt eindeutig die Zukunft f\u00fcr Onkologie-Patienten dar&#8221;, sagt Thibaud Koessler, Leiter der Gastrointestinal-Onkologie in der Abteilung HUG Onkologie und einer der Autoren des Artikels, der in der Zeitschrift Molecular Oncology ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201eDie M\u00f6glichkeit, verschiedene Medikamente ex vivo zu testen und f\u00fcr jeden Patienten die Kombination auszuw\u00e4hlen, auf die der Krebs am empfindlichsten reagiert, d\u00fcrfte die Wirksamkeit der Behandlungen erh\u00f6hen und gleichzeitig die Toxizit\u00e4t verringern, zwei der problematischsten Aspekte bei den derzeitigen Therapien.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Titelbild<\/em><\/strong><em>: Schematische Darstellung von Kolon- und kolorektalem Karzinom. <\/em>\u00a9 <em>UNIGE\/Nowak-Sliwinska<\/em><em><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Standardtherapie bei Krebserkrankungen ist Radio- oder Chemotherapie. 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