{"id":245115,"date":"2020-09-23T17:00:00","date_gmt":"2020-09-23T15:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/innovationorigins.com\/?p=245115"},"modified":"2020-09-23T17:00:00","modified_gmt":"2020-09-23T15:00:00","slug":"munchener-start-up-zuchtet-insektenlarven-als-futter-fur-nutztiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/munchener-start-up-zuchtet-insektenlarven-als-futter-fur-nutztiere\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchener Start-up z\u00fcchtet Insektenlarven als Futter f\u00fcr Nutztiere"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Nutztierz\u00fcchtung basiert die traditionelle F\u00fctterung haupts\u00e4chlich auf Maissilage und Kraftfutter aus Sojaextraktionsschrot, Rapsextraktionsschrot und Getreideschlempe aus Weizen und Gerste. Teilweise wird auch Fischmehl verf\u00fcttert. All diese Stoffe sollen die Tiere mit ausreichend Proteinen versorgen und so eine kontrollierte Aufzucht gew\u00e4hrleisten. Wolfgang Westermeier, Thomas K\u00fchn und Andre Kl\u00f6ckner, Absolventen der <a href=\"https:\/\/www.tum.de\/en\/\">Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/a> (TUM), haben mit ihrem Start-up <a href=\"https:\/\/farminsect.eu\/\">FarmInsect<\/a> nun eine Technologie entwickelt, durch die das traditionelle Proteinfutter ersetz werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem von FarmInsect entwickelten Prinzip k\u00f6nnen Reststoffe aus der Region, wie Ernte- oder Sch\u00e4lreste eines landwirtschaftlichen Betriebs oder Reststoffe der regionalen Lebensmittelindustrie \u2013 zum Beispiel Biertreber oder Altbrot \u2013 an Insektenlarven verf\u00fcttert werden, um sie zu m\u00e4sten. Das spart sowohl bis zu 50% CO2 als auch Kosten. Die Verf\u00fctterung von lebenden Insekten ist f\u00fcr H\u00fchner, Schweine und Fische gesetzlich erlaubt, ebenso wie die Verwendung von Insektenmehl in der Aquakultur. Eine Zulassung f\u00fcr die Gefl\u00fcgel- und Schweinemast wird f\u00fcr 2021 erwartet.<br><br>\u201eUnser dezentrales Verfahren zur Insektenproduktion bietet die M\u00f6glichkeit, dass die Larven lebend verf\u00fcttert werden k\u00f6nnen, weil keine langen Transportwege anfallen\u201c, sagt Co-Gr\u00fcnder und Agrarwissenschaftler Wolfgang Westermeier. \u201eDies stimuliert die Tiere, ihren nat\u00fcrlichen Trieb zu picken und zu w\u00fchlen besser auszuleben und f\u00f6rdert so das Tierwohl.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Regionale Stoffe f\u00fcr Verf\u00fctterung vor Ort<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>FarmInsect liefere Anlagen zur Insektenzucht, die modular in die Infrastruktur jedes Tierzucht-Betriebs integriert werden k\u00f6nnen, erkl\u00e4ren die Erfinder. \u201eDas Schwierigste ist es, aus Eiern Junglarven zu machen\u201c, meint FarmInsect-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Co-Gr\u00fcnder Thomas K\u00fchn. Das Unternehmen z\u00fcchtet in einer eigenen Anlage die Junglarven der \u201ebesonders anspruchslosen und robusten\u201c Schwarzen Soldatenfliege. Diese werden dann, je nach Bedarf, an Betriebe ausgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/FarmInsect_Kreislaufwirtschaft-scaled-1-1004x465.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-245114\"\/><figcaption>Die FarmInsect-Kreislaufwirtschaft \u00a9 FarmInsect <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Junglarven wachsen laut Angaben von FarmInsect in einer Woche in der Klimakammer zu 1,5 Zentimeter gro\u00dfen Larven heran und erh\u00f6hen ihr Gewicht um den Faktor 1.000. Zur Herstellung des Insekten-Futtermittels muss lediglich ein Mischtopf mit Biomasse gef\u00fcllt werden und die Klimakammer mit jungen Larven be- und mit ausgewachsenen Larven entladen werden. Die Larven k\u00f6nnen dann direkt verf\u00fcttert werden. Aktuell haupts\u00e4chlich an Fische, in Zukunft aber wohl auch an H\u00fchner oder Schweine.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eigene IT-Plattform zur R\u00fcckverfolgung der Herkunft<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Verwendung von regionalen Reststoffen als Futtermittel m\u00fcssten die strengen Regeln des Futtermittelrechts beachtet werden, betont Mitgr\u00fcnder Andre Kl\u00f6ckner, der f\u00fcr die technische Entwicklung und Programmierung verantwortlich ist. Eine besondere Herausforderung sei dabei die l\u00fcckenlose R\u00fcckverfolgung ihrer Herkunft. \u201eUm diese zu dokumentieren haben wir eine IT-Plattform entwickelt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Seit April 2020 wird FarmInsect vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium und der Europ\u00e4ischen Union (EU) im Rahmen des Programms <a href=\"https:\/\/www.stmelf.bayern.de\/eip-agri\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eEurop\u00e4ische Innovationspartnerschaften\u201c<\/a> gef\u00f6rdert. Im Sommer 2020 wurde das Start-up als eines der vielversprechendsten Food- und Agritech-Start-ups in Europa in das EIT Food Accelerator Network der EU aufgenommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In wenigen Wochen wird FarmInscet eine Pilotanlage bei einem der gr\u00f6\u00dften Aquakultur-Betriebe in Bayern in Betrieb nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong><em>Titelbild<\/em><\/strong><em>: Die TUM-Absolventen Wolfgang Westermeier, Thomas K\u00fchn und Andre Kl\u00f6ckner haben das Start-up FarmInsect gegr\u00fcndet.<\/em> \u00a9 FarmInsect <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nutztierz\u00fcchtung basiert die traditionelle F\u00fctterung haupts\u00e4chlich auf Maissilage und Kraftfutter aus Sojaextraktionsschrot, Rapsextraktionsschrot und Getreideschlempe aus Weizen und Gerste. Teilweise wird auch Fischmehl verf\u00fcttert. All diese Stoffe sollen die Tiere mit ausreichend Proteinen versorgen und so eine kontrollierte Aufzucht gew\u00e4hrleisten. 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