{"id":228761,"date":"2020-06-10T09:00:23","date_gmt":"2020-06-10T07:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=226330"},"modified":"2020-06-10T09:00:23","modified_gmt":"2020-06-10T07:00:23","slug":"mit-immuntherapie-gegen-strahlenresistente-krebszellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/mit-immuntherapie-gegen-strahlenresistente-krebszellen\/","title":{"rendered":"Mit Immuntherapie gegen strahlenresistente Krebszellen"},"content":{"rendered":"<p>Krebserkrankungen werden im Allgemeinen mit Operation, Chemo- und\/oder Strahlentherapie behandelt. In vielen F\u00e4llen verzeichnet diese Herangehensweise auch Erfolge. Die Patienten k\u00f6nnen geheilt oder die Tumorerkrankungen zumindest kontrolliert werden. Allerdings trifft das nicht auf alle zu. Oft gibt es im Tumorgewebe sehr widerstandf\u00e4hige Krebsstammzellen, die nicht vollst\u00e4ndig vernichtet werden k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen nach einer zun\u00e4chst erfolgreichen Therapie erneut zu einem Wachstum des Tumors f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wissenschaftlern des <strong><a href=\"https:\/\/www.hzdr.de\/db\/Cms?pNid=0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf<\/a> <\/strong>(HZDR) und am <strong><a href=\"https:\/\/www.nct-dresden.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Nationalen Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen Dresden<\/a><\/strong> (NCT\/UCC) ist es in Laborversuchen gelungen, solche strahlenresistenten Krebszellen abzut\u00f6ten. Sie konnten diese Tumoren im Kopf-Hals-Bereich mithilfe einer gezielten Immuntherapie mit \u201eUniCAR-T-Zellen\u201c sowohl im Reagenzglas als auch im Maus-Experiment zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass die Immuntherapie mit dem UniCAR-System k\u00fcnftig ganz gezielt dazu dienen k\u00f6nnte, in Kombination mit einer Radiotherapie besonders strahlenresistente Tumorzellen erfolgreich zu bek\u00e4mpfen\u201c, sagt Prof. Michael Bachmann, Direktor am HZDR-Institut f\u00fcr Radiopharmazeutische Krebsforschung. Patienten mit einem wiederauftretenden Plattenepithelkarzinom w\u00fcrden meist nur einen Zeitraum von weniger als sechs Monaten \u00fcberleben.<\/p>\n<h3>Bessere \u00dcberlebenschancen<\/h3>\n<p>\u201eVerantwortlich f\u00fcr die schlechte Prognose ist die Widerstandf\u00e4higkeit bestimmter Krebszellen gegen eine Strahlentherapie. Mithilfe der UniCAR-T-Zell-Therapie k\u00f6nnten sich die Heilungschancen von Patienten mit strahlenresistenten Tumoren k\u00fcnftig deutlich verbessern\u201c, erl\u00e4utert Prof. Mechthild Krause, Direktorin der Klinik f\u00fcr Strahlentherapie und Radioonkologie des Universit\u00e4tsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.<\/p>\n<p>Die UniCAR-Technologie sei eine Weiterentwicklung der CAR-T-Zell-Therapie, die derzeit zu den vielversprechendsten Ans\u00e4tzen der Immuntherapie z\u00e4hlt, erkl\u00e4ren die Forscher. \u201eBei der CAR-T-Zell-Therapie wird in die T-Zellen \u2013 wei\u00dfe Blutzellen des Immunsystems \u2013 ein k\u00fcnstliches Molek\u00fcl \u201aCAR\u2018 (\u201achimeric antigen receptor\u2018) eingebaut, das die Zellen wie ein Navigationssystem zu bestimmten Oberfl\u00e4chenmerkmalen von Tumorzellen leitet. Beim so genannten UniCAR-System bindet die ver\u00e4nderte T-Zelle hingegen nicht direkt an die Tumorzelle. Vielmehr ist zwischen Immun- und Krebszelle ein spezielles Bindeglied (Zielmodul) zwischengeschaltet, das die Bindung und damit die Immunantwort erst erm\u00f6glicht.\u201c Da die k\u00fcnstlich erzeugten Zielmodule kurzlebig seien, lie\u00dfe sich die Aktivit\u00e4t der T-Zellen \u00fcber die verabreichte Zielmodul-Dosis steuern und die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen deutlich verringern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_226326\" aria-describedby=\"caption-attachment-226326\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-226326\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/UniCAR-T-Zelle-1-600x600.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-226326\" class=\"wp-caption-text\">Bispezifische Antik\u00f6rper sollen dem Immunsystem auf die Spr\u00fcnge helfen. Diese k\u00fcnstlich hergestellten Proteine docken an speziellen Strukturen auf der Oberfl\u00e4che der Immunzellen an. Das andere Ende des Antik\u00f6rpers bindet wiederum an die Krebszellen und lenkt so die bis dahin unt\u00e4tigen Abwehrkr\u00e4fte zum Tumor. Quelle: HZDR \/ Sahnewei\u00df \/ Kjpargeter, Freepik<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Neues molekulares Bindeglied<\/h3>\n<p>F\u00fcr Ihre Untersuchungen, deren Ergebnisse im Magazin <strong><a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/toc\/koni20\/current\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Oncoimmunology<\/em> <\/a><\/strong>ver\u00f6ffentlicht wurden, entwickelten die Wissenschaftler ein neues molekulares Bindeglied, das die UniCAR-T-Zellen an den Oberfl\u00e4chenmarker CD98 der untersuchten Krebszellen koppelt und so aktiviert. Dieser Marker ist auf den untersuchten radioresistenten Krebszellen reichlich vorhanden. Dar\u00fcber hinaus nutzen sie als zus\u00e4tzliches Angriffsziel f\u00fcr die Immunzellen das Zellmembran-Protein EGFR (Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor). F\u00fcr dieses Protein gabe es bereits ein spezifisches Bindeglied.<\/p>\n<p>\u201eDie kombinierte Radio-Immuntherapie mit UniCAR-T-Zellen k\u00f6nnte k\u00fcnftig die Heilungschancen von Krebspatienten mit strahlenresistenten Tumoren verbessern\u201c, glauben die Forscher. \u201eDie M\u00f6glichkeit, die Aktivit\u00e4t der ver\u00e4nderten Immunzellen zu steuern, ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die Oberfl\u00e4chenmerkmale von Krebszellen, die als Angriffsziel f\u00fcr die UniCAR-T-Zellen dienen, oftmals nicht ausschlie\u00dflich auf Tumoren vorhanden sind.\u201c So sei etwa die auf strahlenresistenten Plattenepithelkarzinom-Zellen des Kopf-Hals-Bereiches pr\u00e4sente Zielstruktur CD98 auch auf der Oberfl\u00e4che der UniCAR-T-Zellen selbst vorhanden \u2013 allerdings in weitaus geringerem Ma\u00dfe.<\/p>\n<p>\u201eWir konnten zeigen, dass sich die Aktivit\u00e4t des UniCAR-Systems zun\u00e4chst gegen Zellen mit einer besonders hohen Dichte des jeweiligen Ziel-Merkmals richtet. Sind die entsprechenden Zellen beseitigt, l\u00e4sst sich die Aktivit\u00e4t der UniCAR-T-Zellen stoppen, indem die Zufuhr des spezifischen Bindeglieds beendet wird\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Claudia Arndt, Wissenschaftlerin am HZDR.<\/p>\n<h3>Weitere Laborexperimente<\/h3>\n<p>Bevor die Ergebnisse der Untersuchung in klinischen Studien \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen, wollen die Forscher die Wirksamkeit des UniCAR-Systems auf strahlenresistente Tumorzellen in weiteren Laborexperimenten untersuchen.<\/p>\n<p><em>Das Nationale Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen Dresden (NCT\/UCC) ist eine gemeinsame Einrichtung des Universit\u00e4tsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen Fakult\u00e4t Carl Gustav Carus der TU Dresden, des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krebserkrankungen werden im Allgemeinen mit Operation, Chemo- und\/oder Strahlentherapie behandelt. 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