{"id":228752,"date":"2020-06-09T11:20:21","date_gmt":"2020-06-09T09:20:21","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=226230"},"modified":"2020-06-09T11:20:21","modified_gmt":"2020-06-09T09:20:21","slug":"corona-beschraenkungen-auswirkungen-psyche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/corona-beschraenkungen-auswirkungen-psyche\/","title":{"rendered":"Studie untersucht Auswirkungen der Corona-Beschr\u00e4nkungen auf die Psyche"},"content":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen der Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der <strong>Corona-Pandemie<\/strong> haben in Deutschland gut gegriffen. Die Ansteckungen konnten unter Kontrolle gehalten werden und das Gesundheitssystem war zu keinem Zeitpunkt \u00fcberlastet. Ziel erreicht. Zumindest das unmittelbar medizinische. Die negativen Auswirkungen des<strong> Lockdowns<\/strong> sind bekannterma\u00dfen aber weitreichend. Nicht nur wirtschaftlich. Insbesondere die Kontaktbeschr\u00e4nkungen haben teilweise gravierende Auswirkung auf die Psyche der Menschen.<\/p>\n<p>Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Youssef Shiban hat sich in einem Forschungsprojekt der <strong><a href=\"https:\/\/www.pfh.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PFH Private Hochschule G\u00f6ttingen<\/a><\/strong> genau mit diesem Thema besch\u00e4ftigt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass sich die \u201eschweren Symptombelastungen\u201c bei <strong>Depressivit\u00e4t<\/strong> verf\u00fcnffacht haben.<\/p>\n<p>\u201eAktuelle empirische Untersuchungen zeigen, dass <strong>Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen<\/strong> von psychologischen Auff\u00e4lligkeiten wie <strong>Depressivit\u00e4t<\/strong> und <strong>Stressreaktione<\/strong>n begleitet werden k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Youssef Shiban, Professor f\u00fcr Klinische Psychologie an der PFH. \u201eDie zur Eind\u00e4mmung von <strong>Covid-19<\/strong> eingef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten somit mit erheblichen Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden verbunden sein, die h\u00f6chstwahrscheinlich weit \u00fcber die akute <strong>Krise<\/strong> hinweg bestehen bleiben werden.&#8221; Ziel der Studie sei es, \u201edas Befinden der Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend der Einschnitte durch die <strong>Covid-19-Pandemie<\/strong> in das gesellschaftliche Leben zu dokumentieren, die belastenden Faktoren zu untersuchen sowie den Einfluss von Resilienzfaktoren, wie z. B. hilfreichen Emotionsregulationsstrategien zu erforschen.&#8221;<\/p>\n<h3>Symptombelastung entscheidend angestiegen<\/h3>\n<p>Eine erste Auswertung der Daten von rund 2.000 Testpersonen lassen laut Aussagen der Forscher bereits einen Trend erkennen: Im Vergleich zu einer Normierungsstichprobe h\u00e4tten sich deutliche Ver\u00e4nderungen bei der Symptombelastung der befragten Personen ergeben. Insbesondere f\u00fcr Depressivit\u00e4t konnten die Wissenschaftler einen deutlichen Unterschied im Vergleich mit den Stichproben vor der Pandemie erkennen. \u201eEs ergibt sich eine <strong>Verf\u00fcnffachung<\/strong> des Anteils an schwerer Symptombelastung im Vergleich zur Norm.\u201c \u00c4hnliche Ver\u00e4nderungen gab es beispielsweise auch bei <strong>Essst\u00f6rungen<\/strong>. Auch hier sei ein deutlicher Zuwachs bei einer mittleren und schweren Symptombelastung zu erkennen.<\/p>\n<p>\u201eZu Beginn der Pandemie haben wir mit einem Anstieg psychischer Belastung durch die Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen gerechnet. Jetzt deutet sich an, dass diese erheblich sein k\u00f6nnten\u201c, betont Shiban. \u201eZur Einordnung kann man auf die Datenlage zu dem SARS-Ausbruch 2003 in Kanada schauen. In einer Studie von Hawryluck et al. (2004) zeigten sich bei 30 Prozent der von Quarant\u00e4ne-Ma\u00dfnahmen betroffenen Studien-Teilnehmer Symptome von Depressionen und posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen.&#8221;<\/p>\n<h3>Nationaler und internationaler Vergleich<\/h3>\n<p>Im Rahmen von Kooperationen mit der Universit\u00e4t Regensburg, der Inland Norway University of Applied Sciences und der Carleton University in Kanada nehmen die Wissenschaftler auch verschiedene Vergleiche vor. Zwischen den einzelnen deutschen Bundesl\u00e4ndern ebenso wie einen internationalen Vergleich mit den L\u00e4ndern Kanada und Norwegen. Die erhobenen Daten sollen die \u201eGrundlage f\u00fcr weitere quantitative und qualitative Untersuchungen bilden. Dabei werden belastende und sch\u00fctzende Faktoren herausgearbeitet, um psychologische Handlungsstrategien f\u00fcr den Umgang mit der Pandemie abzuleiten.\u201c<\/p>\n<p>Die bisherigen Ergebnisse seien vorerst als Trend zu interpretieren, da es sich um eine laufende Studie handelt, sagt Shiban. \u201eWir streben eine baldige Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse an, um Entscheidungstr\u00e4gern einen fr\u00fchestm\u00f6glichen Datenzugriff und auf deren Basis die Entwicklung geeigneter Strategien zu erm\u00f6glichen.&#8221;<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen der Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Corona-Pandemie haben in Deutschland gut gegriffen. 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