{"id":227452,"date":"2020-06-24T15:00:44","date_gmt":"2020-06-24T13:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=227452"},"modified":"2020-06-24T15:00:44","modified_gmt":"2020-06-24T13:00:44","slug":"forscher-entwickeln-kostenguenstige-krebs-immuntherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/forscher-entwickeln-kostenguenstige-krebs-immuntherapie\/","title":{"rendered":"Forscher entwickeln kosteng\u00fcnstige Krebs-Immuntherapie"},"content":{"rendered":"<p>Im Kampf gegen einige Krebsarten des Bluts und des Lymphsystems konnten \u00c4rzte seit einiger Zeit immer wieder bedeutende Erfolge mit einer neuartigen Immuntherapie erzielen. Allerdings ist diese Therapie nicht ganz billig. Stolze 320.000 Euro berechnen Hersteller f\u00fcr die Produktion der Immunzellen f\u00fcr einen einzigen Patienten. Wissenschaftler des <a href=\"https:\/\/www.dkfz.de\/de\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Krebsforschungszentrums<\/a> (DKFZ) haben nun aber eine Methode gefunden, wie die zellul\u00e4re Immuntherapie zu etwa einem Zehntel dieses Preises hergestellt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Therapie werden dem Patienten zun\u00e4chst k\u00f6rpereigene Abwehrzellen (T-Zellen) entnommen. Diese werden dann im Labor mit dem Gen f\u00fcr ein besonderes Rezeptorprotein ausgestattet, um die b\u00f6sartigen Leuk\u00e4miezellen besser angreifen zu k\u00f6nnen. Dieser \u201echim\u00e4re&#8221; Antigenrezeptor (CAR) erkenne als Zielstruktur ein Proteinmolek\u00fcl, das bei bestimmten Leuk\u00e4mieformen von jeder Krebszelle ausgebildet werde, sagen die Forscher. Anschlie\u00dfend werden diese CAR-T-Zellen vermehrt und dem Patienten wieder \u00fcbertragen. Die Ergebnisse der Therapie waren bisher \u201ezum Teil spektakul\u00e4r\u201c: Zwei Jahre nach der Therapie leben noch 40 bis 60 Prozent der Behandelten r\u00fcckfallfrei.<\/p>\n<h3>Zu wenige Hersteller<\/h3>\n<p>\u201eNoch kommt eine CAR-T-Zell-Therapie nur f\u00fcr wenige Krebspatienten in Frage, aber es besteht die Hoffnung, dass dieser Behandlungsansatz auf andere Krebsarten ausgedehnt werden kann\u201c, erkl\u00e4rt Michael Schlander, Gesundheits\u00f6konom am Deutschen Krebsforschungszentrum. \u201eDie Bef\u00fcrchtungen sind gro\u00df, dass unsere Gesundheitssysteme bei steigenden Patientenzahlen diese Kosten nicht mehr stemmen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Bisher entwickelten nur zwei gro\u00dfe Pharmaunternehmen solche CAR-T-Zellprodukte, es arbeiten aber mittlerweile zahlreiche Forschungseinrichtungen daran. Auch am DKFZ arbeitet man an einer hauseigenen Herstellung der therapeutischen Zellen und hat erstmals eine detaillierte Aufstellung der Kosten einer Herstellung von CAR-T-Zell-Therapien gemacht.<\/p>\n<p>In diese Vollkostenrechnung wurden neben der Einrichtung eines Reinraums, Labormaterialien und Ger\u00e4teausstattung auch s\u00e4mtliche Lohn- und Lohnnebenkosten f\u00fcr das speziell ausgebildete Laborpersonal mit aufgenommen. Da die errechneten Kosten stark abh\u00e4ngig waren von der Auslastung des vollautomatisierten Herstellungssystems f\u00fcr die Zellen, legten die Forscher ihrer Rechnung unterschiedliche Szenarien zugrunde. Unter anderem eine maximale j\u00e4hrliche Kapazit\u00e4tsauslastung des Ger\u00e4ts mit 18 CAR-T-Zell-Produkten.<\/p>\n<h3>Kostenersparnis und Vorteile f\u00fcr Patienten<\/h3>\n<p>Am Ende kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die Herstellung eines CAR-T-Zellprodukts im DKFZ f\u00fcr einen Patienten weniger als 60.000 Euro kosten wurde. Im Gegensatz zu den aktuellen 320.000 Euro. \u201eDamit w\u00fcrden wir bei nur etwa einem F\u00fcnftel des Preises liegen, den die Unternehmen verlangen. Und unsere Kosten lassen sich noch erheblich weiter senken&#8221;, betont Michael Schlander. Am meisten lie\u00dfe sich einsparen, wenn gleichzeitig mehrere der automatisierten Herstellungsger\u00e4te betrieben w\u00fcrden. Ein alternatives Verfahren zur \u00dcbertragung der Gene f\u00fcr den chim\u00e4ren Rezeptor k\u00f6nnte die Herstellungskosten weiter auf bis zu etwa 33.000 Euro oder ein Zehntel des derzeitigen kommerziellen Preises reduzieren, sagen die Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Neben der unmittelbaren Kostenersparnis g\u00e4be es bei einer dezentralen Herstellung der CAR-T-Zellen auch einen gro\u00dfen Vorteil f\u00fcr Patienten. \u201eDadurch, dass die Zeiten f\u00fcr den Versand des Patientenbluts sowie auch der fertigen Zelltherapie entfallen, k\u00f6nnen wir die Behandlung innerhalb von 12 bis 14 Tagen zur Verf\u00fcgung stellen\u201c, sagt der Immunologe Stefan Eichm\u00fcller. \u201eEine deutliche Verk\u00fcrzung der drei- bis vierw\u00f6chigen Wartezeit, die bei den kommerziell angebotenen Produkten anf\u00e4llt. Die Patienten brauchen dann m\u00f6glicherweise weniger Chemotherapien und h\u00e4tten k\u00fcrzere Krankenhausaufenthalte \u2013 was weitere Kosteneinsparungen mit sich bringt.\u201c<\/p>\n<p>Analyse Kosten, die f\u00fcr Lizenzgeb\u00fchren entstehen k\u00f6nnen, wurden in der Kostenrechnung des DKFZ nicht ber\u00fccksichtigt. Schlander und Eichm\u00fcller hoffen, dass sie die Herstellerunternehmen mit ihrer aktuellen Studie vielleicht dazu bringen k\u00f6nnen, \u201eihre derzeitige Preisgestaltung f\u00fcr CAR-T-Zell-Therapien \u00fcberdenken\u201c.<\/p>\n<p><em><strong>Titelbild<\/strong>: Unter Reinraumbedingungen z\u00e4hlen DKFZ-Mitarbeiter CAR-T-Zellen aus. Quelle: Stefan Eichm\u00fcller\/DKFZ<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kampf gegen einige Krebsarten des Bluts und des Lymphsystems konnten \u00c4rzte seit einiger Zeit immer wieder bedeutende Erfolge mit einer neuartigen Immuntherapie erzielen. Allerdings ist diese Therapie nicht ganz billig. Stolze 320.000 Euro berechnen Hersteller f\u00fcr die Produktion der Immunzellen f\u00fcr einen einzigen Patienten. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun aber eine Methode [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1660,"featured_media":227450,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[36846],"tags":[33199,33091,33097],"location":[24328],"article_type":[],"serie":[],"archives":[],"internal_archives":[],"reboot-archive":[],"class_list":["post-227452","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheit-de","tag-dkfz-de","tag-krebs-de","tag-leukaemie-de","location-deutschland"],"blocksy_meta":[],"acf":{"subtitle":"","text_display_homepage":false},"author_meta":{"display_name":"Petra Wiesmayer","author_link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/author\/petra-wiesmayer\/"},"featured_img":null,"coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/gesundheit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Gesundheit<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Gesundheit<\/span>"]},"tags":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/gesundheit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">DKFZ<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/gesundheit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">krebs<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/gesundheit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Leuk\u00e4mie<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">DKFZ<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">krebs<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">Leuk\u00e4mie<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 6 years ago","modified":"Updated 6 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on June 24, 2020","modified":"Updated on June 24, 2020"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on June 24, 2020 3:00 pm","modified":"Updated on June 24, 2020 3:00 pm"},"featured_img_caption":"","series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/227452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1660"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=227452"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/227452\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=227452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=227452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=227452"},{"taxonomy":"location","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/location?post=227452"},{"taxonomy":"article_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/article_type?post=227452"},{"taxonomy":"serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/serie?post=227452"},{"taxonomy":"archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/archives?post=227452"},{"taxonomy":"internal_archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/internal_archives?post=227452"},{"taxonomy":"reboot-archive","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/reboot-archive?post=227452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}