{"id":224632,"date":"2020-05-27T09:00:19","date_gmt":"2020-05-27T07:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=224632"},"modified":"2020-05-27T09:00:19","modified_gmt":"2020-05-27T07:00:19","slug":"seenotrettung-hilfe-mathematik-algorithmus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/seenotrettung-hilfe-mathematik-algorithmus\/","title":{"rendered":"Seenotrettung mit Hilfe eines neuen mathematischen Algorithmus"},"content":{"rendered":"<p>Rettungen und Bergungen auf hoher See sind f\u00fcr die Retter besonders herausfordernd, da es meist eine gewisse Zeit dauert, bis die Einsatzkr\u00e4fte vor Ort sind. In dieser Zeitspanne k\u00f6nnen die Verungl\u00fcckten, bedingt durch Gezeiten, wechselhafte Wetterbedingungen oder auch instabile K\u00fcstenstr\u00f6mungen schon kilometerweit von der Ungl\u00fccksstelle abgerieben worden sein k\u00f6nnen. Den Seenotrettern bleiben aber im Allgemeinen nur etwa sechs Stunden Zeit, um Menschen zu bergen, die auf dem Wasser treiben. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit, jemand lebend zu finden, signifikant. Somit ertrinken jedes Jahr hunderte Menschen bei Schiffsunf\u00e4llen oder Flugzeugabst\u00fcrzen auf dem offenen Meer.<\/p>\n<p>Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von George Haller, Professor f\u00fcr nichtlineare Dynamik an der <a href=\"https:\/\/ethz.ch\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ETH Z\u00fcrich<\/a>, und des <a href=\"http:\/\/www.mit.edu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MIT<\/a> hat jetzt eine Berechnungsmethode entwickelt, um die Suche auf dem Meer zu erleichtern. Dieser neue Algorithmus, den das Team mit Hilfe von Werkzeugen aus den dynamischen Systemtheorien sowie Daten der K\u00fcstenwache entwickelt hat, kann voraussagen, wohin Menschen oder Objekte an der Meeresoberfl\u00e4che getrieben werden.<\/p>\n<p>\u201eWir hoffen, dass unsere Arbeit hilft, mehr Menschenleben zu retten\u201c, sagt Mattia Serra, ehemaliger Postdoktorand an der ETH Z\u00fcrich und nun Postdoc-Stipendiat in Harvard sowie Erstautor der k\u00fcrzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications publizierten Studie.<\/p>\n<h3>Algorithmus zeigt Weg zu den Vermissten<\/h3>\n<p>Bisher bekommen die Seenotretter bei ihren Eins\u00e4tzen ihre Informationen, wohin ein Mensch oder Objekt gerieben sein k\u00f6nnte, anhand von aufw\u00e4ndigen Modellen der Meeresdynamik und des Wetterberichts. Diese Vorhersagen sind jedoch aufgrund der sich schnell ver\u00e4ndernden K\u00fcstengew\u00e4sser, unsicherer Parameter und fehlender Daten oft recht ungenau. Die Folge ist, dass h\u00e4ufig zuerst an einem v\u00f6llig falschen Ort gesucht wird und dadurch viel wertvolle Zeit verloren geht.<\/p>\n<p>Bei ihren mathematischen Berechnungen haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass sich Objekte, die an der Meeresoberfl\u00e4che treiben, an bestimmten kurven\u00e4hnlichen Linien sammeln. Diese sogenannten \u201eTRansient Attracting Profiles\u201c (TRAPs) &#8211; Profile mit vor\u00fcbergehender Anziehung &#8211; sind mit blo\u00dfem Auge nicht erkennbar. Sie lassen sich aber mit dem neuen Algorithmus aber aus den Str\u00f6mungsdaten der Meeresoberfl\u00e4che errechnen. Diese Daten w\u00fcrden \u201eeine schnelle und pr\u00e4zise Planung der Routen f\u00fcr Rettungseins\u00e4tze erm\u00f6glichen, die weniger empfindlich auf unsichere Angaben zum Unfallzeitpunkt und \u2013ort reagieren\u201c, sagen die Forscher.<\/p>\n<h3>Erste Tests bestanden<\/h3>\n<p>Getestet wurde der neue Suchalgorithmus in zwei getrennten Experimenten in der N\u00e4he von Martha\u2019s Vineyard vor der amerikanischen Nordostk\u00fcste. Beteiligt an den Tests waren die ETH-Forscher, ein Team des Team des Maschinenbaudepartements des MIT, eine Gruppe des Woods Hole Oceanographic Institute und ein Team der amerikanischen K\u00fcstenwache. Die Teams verwendeten dieselben Echtzeitdaten wie die amerikanische K\u00fcstenwache und beobachteten, wie sich die ausgesetzten Bojen und Testpuppen entlang der berechneten Kurven sammelten. \u201eWir testeten mehrere Ans\u00e4tze und dies war der einzige, der vor Ort durchgehend funktionierte\u201c, betont Haller.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse sind leicht interpretierbar, schnell verf\u00fcgbar und g\u00fcnstig umzusetzen\u201c, erkl\u00e4rt Serra. Au\u00dferdem k\u00f6nnten mit der Methode auch gr\u00f6\u00dfere Objekte berechnet werden, die auf der Meeresoberfl\u00e4che treiben, wie zum Beispiel die Ausbreitung eines \u00d6lteppichs. Als N\u00e4chstes wollen die Wissenschaftler die Methode in weiteren Meeresregionen testen. \u201eWir hoffen, dass diese Methode zu einem Standardwerkzeug der K\u00fcstenwache wird\u201c, betont Haller.<\/p>\n<p><em>Titelbild: An der Wasseroberfl\u00e4che treibende Menschen sammeln sich an kurven\u00e4hnlichen Linien, sogenannten Traps. \u00a9 George Haller\/ETH Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rettungen und Bergungen auf hoher See sind f\u00fcr die Retter besonders herausfordernd, da es meist eine gewisse Zeit dauert, bis die Einsatzkr\u00e4fte vor Ort sind. In dieser Zeitspanne k\u00f6nnen die Verungl\u00fcckten, bedingt durch Gezeiten, wechselhafte Wetterbedingungen oder auch instabile K\u00fcstenstr\u00f6mungen schon kilometerweit von der Ungl\u00fccksstelle abgerieben worden sein k\u00f6nnen. 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