{"id":222817,"date":"2020-05-23T10:00:33","date_gmt":"2020-05-23T08:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=222817"},"modified":"2020-05-23T10:00:33","modified_gmt":"2020-05-23T08:00:33","slug":"smarte-toolbox-unterstuetzt-das-krisenmanagement-in-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/smarte-toolbox-unterstuetzt-das-krisenmanagement-in-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Smarte Toolbox unterst\u00fctzt das Krisenmanagement in der Pandemie"},"content":{"rendered":"<p>Die COVID 19 Krise hat die Welt kalt erwischt. Das Virus breitete sich rasch und mit hohen Infektionsraten global aus. Viele Regierungen hatten keine Strategie in der Schublade und mussten ihre Ma\u00dfnahmen ad hoc entwickeln. In manchen L\u00e4ndern waren Gesundheitssysteme \u00fcberfordert. In Zukunft will man in der <em>Europ\u00e4ischen Union<\/em> besser mit Pandemien umgehen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr soll die Forschung sorgen. Eines der Projekte ist STAMINA, in dem Teams aus 19 L\u00e4ndern zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Die Forscherteams bringen viele verschiedene Tools ein, die im Projekt getestet werden. Am Ende soll eine erprobte und ausgereifte Toolbox f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung von Pandemien stehen. Beispiele f\u00fcr Tools sind Schnelldiagnosetests oder Simulationstools. Eine gro\u00dfe Rolle spielen Informationstechnologien, welche die Organisationen und Akteure im Krisenmanagement in ihrer t\u00e4glichen Arbeit unterst\u00fctzen sollen. Im Krisenfall m\u00fcssen alle gut zusammenarbeiten &#8211; und das \u00fcber Verwaltungs- und Zust\u00e4ndigkeitsgrenzen hinweg.<\/p>\n<p>Die Kette der am Krisenmanagement Beteiligten ist lang und reicht von den Beh\u00f6rden und Einsatzorganisationen \u00fcber Wirtschaft, Infrastruktur-Betreiber und Wissenschaft bis hin zu den B\u00fcrgern. Im Sinne der Nachbarschaftshilfe sind es auch L\u00e4ndergrenzen, die \u00fcberschritten werden. Im Projekt STAMINA soll f\u00fcr alle an der Krisenkommunikation Beteiligten ein gemeinsamer Informationsraum geschaffen werden. Mit einer Kommunikation, die \u00fcber alle Strukturen und Rahmenbedingungen hinweg funktioniert \u2013 und auch \u00fcber l\u00e4nderweise verschiedene Begriffe, erkl\u00e4rt der Projektleiter Georg Neubauer vom AIT <em>Austrian Institute of Technology<\/em> in Wien. Auch Missverst\u00e4ndnisse haben schon zu fatalen Fehlentscheidungen gef\u00fchrt. Das AIT bringt unter anderem das Test-Software Modul ein und koordiniert alle Tests im Rahmen des Projekts. Neubauer im Interview mit <em>Innovation Origins<\/em>:<\/p>\n<figure id=\"attachment_222819\" aria-describedby=\"caption-attachment-222819\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-222819\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Neubauer-2011-10-400x600.jpg\" alt=\"Krisenmanagement, Pandemie\" width=\"400\" height=\"600\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-222819\" class=\"wp-caption-text\">Georg Neubauer (c) AIT<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Die Technologien wurden urspr\u00fcnglich f\u00fcr das Krisenmanagement bei Naturkatastrophen getestet. Inwiefern k\u00f6nnen diese Systeme auf eine Pandemie angewendet werden?<\/h3>\n<p>Es sind sehr oft die Beh\u00f6rden, bei denen viele Informationen zusammenlaufen: Bundes- und Landesbeh\u00f6rden, Landessanit\u00e4tsorganisationen, &#8230; Im Fall einer Pandemie sind nur die Akteure teilweise andere. Zum Beispiel braucht es ein Testlabor. Aber es geht immer darum, dass die Informationen zeitnah erfolgen und alle den gleichen Informationsstand haben. Insofern k\u00f6nnen wir die Grundkonzepte des Informationsaustauschs und Datenmanagements auf oberster Ebene beibehalten. Hier gibt es wichtige Punkte, die in jeder Art von Krise sicher zutreffend sind<\/p>\n<h3>Was ist im Krisenmanagement einer Pandemie entscheidend?<\/h3>\n<p>Es geht darum, die Arbeit der beteiligten Organisationen zu unterst\u00fctzen oder \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen. Im Vordergrund stehen Planung und Bereitstellung von Material und Ausr\u00fcstung, zum Beispiel medizinische Produkte wie Schutzmasken oder Beatmungsger\u00e4te. Aber auch Ressourcen wie ausreichende Bettenkapazit\u00e4ten in Spit\u00e4lern oder die Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Lebensmitteln sind von zentraler Bedeutung. Im Gesundheitswesen ist es wichtig, standardisierte Testm\u00f6glichkeiten verf\u00fcgbar zu machen. Entscheidend sind aber auch reibungsloser Informationsaustausch und optimiertes Datenmanagement.<\/p>\n<p class=\"entry-title\"><strong>Auch interessant:<\/strong> <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/risikokommunikation-bei-naturgefahren-wie-sie-verbessert-werden-kann\/\">Risikokommunikation bei Naturgefahren: Wie sie verbessert werden kann<\/a><\/p>\n<p>Wobei das nur die wichtigsten Anforderungen sind. Es gibt noch viele weitere. Zum Beispiel geht es auch um Kommunikation mit der Bev\u00f6lkerung. Aus dem Ausland wird \u00fcber Probleme mit nicht kooperativen Teilen der Bev\u00f6lkerung berichtet. All das muss geplant und entsprechend unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h3>Welche Technologien k\u00f6nnen dabei unterst\u00fctzen?<\/h3>\n<p>\u00dcber Informationsaustausch und das Management von Daten wurde in den Medien bisher kaum berichtet. In Befragungen von Beteiligten haben wir aber herausgefunden, dass diese Themen gro\u00dfe Relevanz haben. Dabei geht es um viele verschiedene Herausforderungen, die mit Informationstechnologien bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen. Wie etwa den automatisierten, zeitsparenden Informationsaustausch oder die Notwendigkeit eines gemeinsamen Lagebildes als Grundlage f\u00fcr Entscheidungen. Problematisch kann auch die Analyse von heterogenen Gesundheitsdaten sein. Das sind Daten, die verschiedene Formate haben k\u00f6nnen. Dazu braucht es Informationstechnologien, die deren Auswertung unterst\u00fctzen. Davon profitieren Organisationen wie zum Beispiel Landeswarnzentralen, die f\u00fcr die Sammlung, Analyse und Verteilung von Informationen zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<h3>Sie testen in STAMINA auch Tools zur Analyse von sozialen Medien \u2013 was ist darunter zu verstehen?<\/h3>\n<p>Die Analyse sozialer Medien kann zus\u00e4tzlich zu den Tests angewendet werden \u2013 um Tendenzen \u00fcber die H\u00e4ufigkeit von Erkrankungen zu finden. Es gibt eine Clusterh\u00e4ufigkeit, die sich in Pandemien zum Beispiel in Wohngebieten \u00e4u\u00dfern kann. Wir werden testen, ob wir Clusterh\u00e4ufigkeiten \u00fcber die sozialen Medien identifizieren k\u00f6nnen. Das tun wir, indem wir sie nach Keyw\u00f6rtern wie <em>Fieber <\/em>oder <em>Halsweh<\/em> untersuchen. Viele Leute berichten noch bevor sie zum Arzt gehen in den sozialen Medien dar\u00fcber. Wenn diese Keyw\u00f6rter in einer Region h\u00e4ufig vorkommen, ist das ein Hinweis, die Region im Auge zu behalten.<\/p>\n<p>Die Informationen aus den sozialen Medien kann man verwenden, um ein Lagebild zu erstellen &#8211; gemeinsam mit anderen Quellen. Ob sich die Analyse der sozialen Medien auch f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung einer Pandemie eignet, m\u00fcssen wir allerdings erst testen. Vielleicht ist das auch nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Welchen Beitrag leistet das AIT mit seinen Technologien?<\/h3>\n<p>Die am AIT entwickelten Technologien werden ein gemeinsames Lagebild erm\u00f6glichen, das f\u00fcr alle Akteure im Krisenmanagement zug\u00e4nglich ist. Es hilft sicherzustellen, dass alle Akteure schnell und gleichzeitig informiert werden. Daraus abzulesen ist zum Beispiel die Zahl der lokal Erkrankten und das verf\u00fcgbare medizinische Equipment. Dazu werden wir unsere <em><a href=\"https:\/\/cdm-demo.ait.ac.at\/portal\/projects\/emt\/\">Emergency Map Tools<\/a> (EMT), <\/em>f\u00fcr pandemische Zwecke anpassen. Erg\u00e4nzend planen wir den Einsatz des <a href=\"https:\/\/www.ait.ac.at\/themen\/crisis-and-disaster-management\/community-interaction-engagement\/public-safety-hub\/\"><em>Public Safety Hubs<\/em> <\/a>(PSH), ein Tool, das den Informationsaustausch \u00fcber Verwaltungs- und Zust\u00e4ndigkeitsgrenzen hinweg erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus sind wir f\u00fcr die Koordination der insgesamt zw\u00f6lf Tests zust\u00e4ndig. Dabei setzen wir die von uns entwickelten Technologien ein: Mit dem <a href=\"https:\/\/pos.driver-project.eu\/de\/node\/73\"><em>Portfolio of Solution<\/em><\/a> (PoS) k\u00f6nnen wir uns verschiedene L\u00f6sungen f\u00fcr das Krisen- und Katastrophenmanagement ansehen und diese beschreiben. Um die L\u00f6sungen zu vergleichen, ist zus\u00e4tzlich unser <a href=\"https:\/\/pos.driver-project.eu\/de\/node\/64\"><em>Trial Guidance Tool<\/em> <\/a>(TGT) notwendig. Es erm\u00f6glicht den systematischen Test von einer oder mehrerer L\u00f6sungen f\u00fcr das Management von Pandemien.<\/p>\n<h3>Nach den zw\u00f6lf Probel\u00e4ufen ist auch eine gro\u00dfe Simulations\u00fcbung geplant. Was sind die kritischen Momente?<\/h3>\n<p>Es ist wichtig, die Tests detailliert zu planen. Man muss f\u00fcr jeden Test ein Szenario aufstellen und \u00fcberlegen, welche Tools dem Szenario gerecht werden. Wenn eine Epidemie auftritt, erfolgt beispielsweise ein Alarm aus der Region X an die Nachbarl\u00e4nder. Aus der Krisenregion gehen Informationen \u00fcber die Lage ein. Wenn die verf\u00fcgbaren Mittel und Einsatzkr\u00e4fte nicht ausreichen, k\u00f6nnen Organisationen Ansuchen an die Nachbarl\u00e4nder stellen &#8230; Wir bewerten die technischen L\u00f6sungen nach einem Protokoll und vorher festgelegten Merkmalen. So stellen wir sicher, dass die Tools den Anforderungen im Krisenfall tats\u00e4chlich entsprechen. Zum Beispiel k\u00f6nnte es die Anforderung geben, mit einem Tool mindestens 50 freiwillige Helfer zu erreichen. Wenn das nicht gelingt, dann wird das Tool verbessert und noch einmal getestet. Jeder Test l\u00e4uft nach dem gleichen Protokoll ab. Wenn ein Tool nicht performt, wird es verworfen.<\/p>\n<h3>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/h3>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<div id=\"main-content\">\n<div class=\"container\">\n<div id=\"content-area\" class=\"clearfix\">\n<div class=\"et_pb_extra_column_main\">\n<article id=\"post-216469\" class=\"module single-post-module post-216469 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-digital-de category-dossier-covid-19-de category-eindhoven category-empfohlene tag-besseres-morgen tag-covid-19-de tag-ki et-has-post-format-content et_post_format-et-post-format-standard\">\n<div class=\"post-header\">\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/besseres-morgen-eine-kristallkugel-fuer-covid-19-oder-die-rolle-der-kuenstliche-intelligenz-in-dieser-pandemie\/\">Besseres Morgen: Eine Kristallkugel f\u00fcr COVID-19 oder die Rolle der (k\u00fcnstliche) Intelligenz in dieser Pandemie<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die COVID 19 Krise hat die Welt kalt erwischt. 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