{"id":221512,"date":"2020-05-05T17:00:33","date_gmt":"2020-05-05T15:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=221512"},"modified":"2020-05-05T17:00:33","modified_gmt":"2020-05-05T15:00:33","slug":"kreislaufwirtschaft-abfall-und-reststoffe-sinnvoll-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/kreislaufwirtschaft-abfall-und-reststoffe-sinnvoll-nutzen\/","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft: Abfall und Reststoffe sinnvoll nutzen"},"content":{"rendered":"<p>W\u00fcrden Unternehmen, ans\u00e4ssig in Gewerbegebieten, zusammenarbeiten, k\u00f6nnte der Umgang mit Abf\u00e4llen und Reststoffen wesentlich nachhaltiger gestaltet werden. Diese Art der Kreislaufwirtschaft w\u00e4re ein Beitrag f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit. Das Start-up <a href=\"https:\/\/www.pulsup.nl\">PulsUp<\/a>\u00a0hat sich genau das \u00a0zur Aufgabe gemacht. Es erm\u00f6glicht \u00fcber eine Online-Plattform und einen Makler, dass der Abfall eines Unternehmens als Rohstoff f\u00fcr ein anderes Unternehmen verwendet wird. Reststoffe erhalten somit einen neuen Wert.<\/p>\n<p>Im Namen von PulsUp erz\u00e4hlt uns Gesellschafter Jan Jongert mehr \u00fcber die Wiederverwendung von Abfallstr\u00f6men in Gewerbegebieten.<\/p>\n<h2>Wie ist die Idee f\u00fcr PulsUp entstanden?<\/h2>\n<p>Als Architekturb\u00fcro besch\u00e4ftigen wir uns schon seit einiger Zeit mit Reststoffen und Kreislaufwirtschaft. F\u00fcr die Realisierung unserer Entw\u00fcrfe verwendeten wir haupts\u00e4chlich ausrangierte Materialien aus der unmittelbaren Umgebung. Diese stammen aus abgerissenen Geb\u00e4uden oder sind Produktionsr\u00fcckst\u00e4nde aus der Industrie. Mit dieser Erfahrung wollten wir die Wiederverwendung in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab auch f\u00fcr die Industrie nutzbar machen. Wie k\u00f6nnen Unternehmen Reststoffe miteinander teilen? Was ist vor Ort m\u00f6glich? Mit der Unterst\u00fctzung des Stimuleringsfonds voor architectuur konnten wir diese Idee 2015 weiterentwickeln.<\/p>\n<h3>K\u00f6nnen Sie die Aktivit\u00e4ten in Punkto Kreislaufwirtschaft n\u00e4her erl\u00e4utern?<\/h3>\n<p>Wir arbeiten mit einem Stufenkonzept. Zun\u00e4chst erl\u00e4utern wir Unternehmern das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Wir erkl\u00e4ren die Vorteile, die durch den Austausch von Reststoffen entstehen. In der Regel wissen die Unternehmen nicht, dass sie \u00fcber Materialien verf\u00fcgen, die ihr Nachbar gut gebrauchen kann.<\/p>\n<p>In der Praxis ist es uns das bereits gelungen. So konnten wir Getreide als Nebenprodukt aus einer B\u00e4ckerei nutzbar machen. \u00a0F\u00fcr eine Bierbrauerei ist das ein idealer Rohstoff. Von letzterem ist bereits CO2 in den Produktionsprozess einer Algenfarm gelangt. Es zeigt sich, dass Rohstoffe ihren Wert behalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes kommt der Puls-Scout ins Spiel. Er spricht mit den Unternehmen, die im Bereich des Gewerbeparks angesiedelt sind. So werden M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft ergr\u00fcndet und die Bed\u00fcrfnisse erforscht. Anschlie\u00dfend wird versucht, Zahlen \u00fcber das Volumen, \u00fcber die Qualit\u00e4t und \u00fcber den Wert von Stoff- und Energiestr\u00f6men zu finden.<\/p>\n<h3>Wie geht es dann weiter?<\/h3>\n<p>Schlie\u00dflich wird Rohstoffmakler wird hinzugezogen. Er unterst\u00fctzt Unternehmen bei der Suche nach praktischen L\u00f6sungen f\u00fcr den Austausch und die Wiederverwendung bestehender Abfallstr\u00f6me. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Pulsapp. Es handelt sich um eine digitale, von Maklern verwaltete Online-Rohstoffplattform. Sie bietet einen Einblick in die verf\u00fcgbaren Reststoffe von Unternehmen in einem Gebiet. Im Idealfall arbeitet diese App mit aktuellen Daten von Antragstellern und Reststofflieferanten. Die Pulsapp gibt Einblick in die Materialfl\u00fcsse pro Gewerbegebiet, pro Reststoffart und pro Produktionskette.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich werden Ergebnisse pr\u00e4sentiert, Vereinbarungen f\u00fcr die Zukunft getroffen und Verantwortlichkeiten \u00fcbertragen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_220722\" aria-describedby=\"caption-attachment-220722\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-220722 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/JanJongertPulsUp-1024x683.jpg\" alt=\"Gr\u00fcnder von PulsUp, ein Start-up, das auf Kreislaufwirtschaft setzt\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-220722\" class=\"wp-caption-text\">Jan Jongert \u00a9PulsUp<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Wie unterscheidet sich PulsUp von \u00e4hnlichen Projekten?<\/h3>\n<p>Es entehen immer mehr Marktpl\u00e4tze zur Stimulierung der Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet, das Angebot an ausgedienten Rohstoffen mit der Nachfrage nach Reststoffen, die noch einen wirtschaftlichen Wert haben, in Einklang zu bringen. Das Besondere ist, dass wir dies auf Gebietsebene tun, also f\u00fcr Gewerbegebiete.<\/p>\n<p>In Zukunft glauben wir, dass auch die Auswahlpolitik f\u00fcr einen Gewerbepark darauf basieren sollte, wie Unternehmen sich zirkul\u00e4r erg\u00e4nzen k\u00f6nnen. Also, ob ein Unternehmen f\u00fcr ein anderes in Bezug auf die Reststoffe von Wert sein kann und umgekehrt. Zusammen mit PulsUp konnten wir dem <a href=\"https:\/\/www.dcmr.nl\/en\">Rijnmond Environmental Service<\/a> und der Gemeinde Den Haag im Jahr 2016 unsere erste Beratung anbieten.<\/p>\n<h3>Was ist der bisher gr\u00f6\u00dfte Erfolg?<\/h3>\n<p>Das ist ein Pilotprojekt in China. Ein Mega-Businesspark hat die erste Lizenz auf unserer Plattform gekauft. Das Budget war ausreichend und eine Provinz mit 130 Gewerbegebieten war interessiert. Es sah vielversprechend aus. In den Niederlanden zeigen seit kurzem auch die Provinz S\u00fcd-Holland und die Umweltdienste Interesse an dem Konzept.<\/p>\n<h3>Und was waren die R\u00fcckschl\u00e4ge?<\/h3>\n<p>Dies steht im Zusammenhang mit dem Erfolg in China. Dort hat eine neue Anforderung, innerhalb von drei Jahren \u00fcberall mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Propriet%C3%A4re_Software\">propriet\u00e4rer<\/a> Software zu arbeiten, unserer Plattform einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die L\u00f6sung besteht nun darin, dort zusammen mit unserer Schwestergesellschaft in China, in Hongkong, ein neues Unternehmen zu gr\u00fcnden, um das Pilotprojekt weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem, auf das wir sto\u00dfen, ist die gemeinsame Nutzung von Daten durch Unternehmen, um Einblick in die Reststoffstr\u00f6me zu gewinnen und ihren Wert zu bestimmen. Dazu muss der Rohstoffmakler Vertrauen aufbauen. Aber das funktioniert schon recht gut.<\/p>\n<h3>Welche Reaktionen gibt es auf die Initiative von PulsUp, die Gewerbegebiete zirkul\u00e4r zu gestalten?<\/h3>\n<p>Es ist f\u00fcr viele Unternehmen immer noch eine komplexe Geschichte, die es zu erkl\u00e4ren gilt. Aber Provinzen und Beh\u00f6rden reagieren gut. Das passt zu dem erkl\u00e4rten Ziel, auf Gebietsebene zirkul\u00e4r zu arbeiten.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen den Niederlanden und China, wo alle Prozesse viel schneller ablaufen k\u00f6nnen. Es gibt dort viel Geld, und die Unternehmen wagen es, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und unerwartete Kooperationen einzugehen. Gl\u00fccklicherweise treffen wir seit den Klimapl\u00e4nen des Kabinetts auch in den Niederlanden immer mehr Unternehmen dieser Art.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen mit Aktion\u00e4ren, die eher kurzfristig orientiert sind. Dann wird es schwieriger. Sie haben vor allem die nahe Zukunft im Blick.<\/p>\n<h3>Was hat PulsUp f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr geplant?<\/h3>\n<p>Die Coronakrise macht deutlich, wie wichtig der Informationsaustausch ist. Wenn Unternehmen voneinander wissen, welche Rohstoffe und Abfallprodukte sie verwenden, wird es viel einfacher sein, voneinander einzukaufen und sich auszutauschen, wenn die internationale Logistik unterbrochen wird. Konkret bereiten wir uns darauf vor, unseren Ansatz in Gewerbegebieten in S\u00fcd-Holland zu starten und zu testen. Und wir werden ein neues Unternehmen in Hongkong gr\u00fcnden.<\/p>\n<h3>Wo wird PulsUp in f\u00fcnf Jahren stehen?<\/h3>\n<p>&#8220;Wir hoffen, f\u00fcnf bis zehn Prozent der niederl\u00e4ndischen Gewerbegebiete mit unserer Methode bedienen zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/startups\/\"><strong><em>Weitere Artikel \u00fcber Start-ups k\u00f6nnen Sie hier lesen.<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00fcrden Unternehmen, ans\u00e4ssig in Gewerbegebieten, zusammenarbeiten, k\u00f6nnte der Umgang mit Abf\u00e4llen und Reststoffen wesentlich nachhaltiger gestaltet werden. Diese Art der Kreislaufwirtschaft w\u00e4re ein Beitrag f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit. Das Start-up PulsUp\u00a0hat sich genau das \u00a0zur Aufgabe gemacht. 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