{"id":221079,"date":"2020-05-02T07:11:04","date_gmt":"2020-05-02T05:11:04","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=221079"},"modified":"2020-05-02T07:11:04","modified_gmt":"2020-05-02T05:11:04","slug":"ein-besseres-morgen-corona-und-innovation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ein-besseres-morgen-corona-und-innovation\/","title":{"rendered":"Ein besseres Morgen: Corona und Innovation"},"content":{"rendered":"<p>Wir leben in verr\u00fcckten Zeiten. Was noch vor ein paar Wochen als normal und selbstverst\u00e4ndlich galt, gilt heute nicht mehr. Covid-19 oder Corona hat viele Gewohnheiten und Selbstverst\u00e4ndlichkeiten in unserem Leben auf den Kopf gestellt. Innerhalb weniger Tage wurden unsere Erwartungen f\u00fcr das Jahr 2020 auf den Kopf gestellt. Pl\u00f6tzlich ist alles anders. Wir versuchen zu begreifen, was da gerade passiert, und ob es eine Bedrohung oder eine Chance ist. Pl\u00f6tzlich sind es nicht mehr Startups, die M\u00e4rkte und Gesch\u00e4ftsmodelle disruptiv ver\u00e4ndern, sondern die Natur stellt unsere Welt auf den Kopf, unser Gesellschaftsmodell, unsere Erwartungen an die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten unseres Lebens. Ma\u00dfnahmen, die vor wenigen Monaten noch unvorstellbar waren, wurden konsequent umgesetzt, B\u00fcrgerrechte ausgesetzt, Gesch\u00e4fte und Unternehmen zwangsgeschlossen und globale Lieferketten eingefroren. Wir k\u00f6nnen nicht mehr wie gewohnt zur Arbeit fahren, einkaufen oder Sport machen. Vieles ist anders geworden.<\/p>\n<h3>Erwartungsmachine<\/h3>\n<p>Was wir in den letzten Wochen rund um den Globus erfahren haben, ist eine massive Abweichung unserer Erwartungen \u2013 an das Jahr 2020, an die wirtschaftliche Entwicklung unserer Unternehmen, an politische Entscheidungen und die Art und Weise, wie wir im Fr\u00fchjahr 2020 leben und arbeiten. Unser Gehirn ist eine \u201eErwartungsmaschine\u201c (prediction machine). Permanent stellt es Erwartungen an die Umwelt auf, \u00fcberpr\u00fcft diese anhand der Signale unserer Sinnesorgane und gleicht die Erwartungen mit der wahrgenommenen Realit\u00e4t ab. Kommt es zu bedeutenden Abweichungen und gibt es zu diesen keine Vorerfahrungen, reagiert es in dem es unsere Aufmerksamkeit mittels von Gef\u00fchlen und Gedanken auf diese Abweichung lenkt. Ist das, was da passiert eine Bedrohung oder eine Chance und kennen wir irgendwelche Muster, Gewohnheiten und Routinen, die uns helfen, diese neue Situation zu verstehen und begreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir konnten die Zukunft noch nie vorhersagen. Da menschliches Verhalten und Denken sich in der Regel nicht so schnell \u00e4ndert, konnten wir uns auf die Stabilit\u00e4t dieser Verhaltens- und Denkmuster verlassen kurz- und mittelfristig einigerma\u00dfen verlassen. Auf lange Sicht waren diese Vorhersagen noch nie zuverl\u00e4ssig m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Kurzfristige Vorsehbarkeit<\/h3>\n<p>Was wir gerade erleben ist, dass unser Bed\u00fcrfnis nach kurzfristiger Vorhersehbarkeit und das sich daraus ableitende Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit und Stabilit\u00e4t nicht mehr so funktioniert, wie vor Corona. Viele unserer Erfahrungen, Pr\u00e4gungen und Routinen helfen uns nicht mehr. Nur wenige haben eine solche Krise schon einmal erlebt.<\/p>\n<p>Wir sind gezwungen auf Sicht zu leben, unwissend, welche politischen Entscheidungen in den n\u00e4chsten Tagen getroffen werden, ob Ma\u00dfnahmen gelockert werden, wann Gesch\u00e4fte und Unternehmen wieder normal arbeiten d\u00fcrfen, wie sich der Lockdown auf die wirtschaftliche Entwicklung und der Virus sich auf unsere Gesundheit und damit unser aller Leben auswirken wird. Wir m\u00fcssen lernen, im Hier und Jetzt zu leben.<\/p>\n<p>Typische Reaktionen sind jetzt Angst, Schuld und Zweifel. Da die Zukunft erst einmal keine Stabilit\u00e4t zul\u00e4sst, reagieren wir nat\u00fcrlicherweise mit Unsicherheit und Vorsicht. Da unsere Erfahrungen und Gewohnheiten uns oft nicht weiterhelfen, mit einer Krise solchen Ausma\u00dfes umgehen zu k\u00f6nnen, zweifeln viele Menschen \u00fcber den jetzt richtigen Weg, die richtigen Ma\u00dfnahmen und Entscheidungen. Und manche fangen an in der Vergangenheit nach Schuldigen zu suchen, denen man die Verantwortung f\u00fcr diese Krise zuschieben kann, ohne sich die Frage stellen zu m\u00fcssen, welche Antworten man\/frau sich selbst zu dieser Krise geben m\u00fcsste. Manche w\u00fcnschen sich, dass wir m\u00f6glichst schnell wieder zu der Zeit und den Umst\u00e4nden vor \u201eCorona\u201c zur\u00fcckkehren werden. Je l\u00e4nger diese Krise anh\u00e4lt, desto unwahrscheinlicher wird dies sein.<\/p>\n<h3>Neue Probleme, neue Innovationen<\/h3>\n<p>Andererseits werden wir Menschen, je l\u00e4nger die Krise anh\u00e4lt, Kreativit\u00e4t und damit Innovation entwickeln, um die neuen, durch Corona entstandenen oder hervorgetretenen Probleme bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. In manchen Bereichen k\u00f6nnen wir das heute schon beobachten.<br \/>\nInnovation war schon immer die Reaktion auf bestehende Probleme. Neue Probleme werden damit neue Innovationen hervorbringen, die im weiteren Zeitverlauf ihrerseits wieder zu neuen Problemen werden, die ihrerseits neue L\u00f6sungen und Innovationen erfordern werden. Die Innovationen von gestern erfordern die Innovationen von heute die die Innovationen von morgen erfordern werden.<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen, politische, finanzielle, wirtschaftliche, pers\u00f6nliche, medizinischen, und viele mehr zeigen uns, dass viel mehr m\u00f6glich ist, als wir bisher geglaubt haben und das wir uns gesellschaftlich zugetraut haben. Die Ma\u00dfnahmen zeigen uns auch, dass pl\u00f6tzlich sehr vieles m\u00f6glich ist, was bisher in diesem Ausma\u00df nicht f\u00fcr vorstellbar war:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn wir lernen zu verstehen, dass absolut nichts so sein muss, wie es ist, k\u00f6nnen wir anfangen zu \u00fcberdenken, wie wir die Welt um uns gerne h\u00e4tten. Genau das erfahren wir gerade.<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Sinne ist Corona eine einzigartige Gelegenheit, Gewohnheiten und Erfahrungen zu \u00fcberwinden, hinzu einer anderen, neuen Welt. Wir scheitern nicht an Corona, wenn wir es nicht schaffen sollten, zum Ausgangspunkt zur\u00fcckzukehren. Wir scheitern, sollten es uns nicht gelingen, diese Krise und Wendepunkt als Chance zu weltbewegenden technologischen, gesellschaftlichen und pers\u00f6nlichen Transformationen f\u00fcr diese Welt zu nutzen.<\/p>\n<p>Bleiben Sie gesund.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber diese Kolumne:<\/strong><\/p>\n<p>In einer w\u00f6chentlichen Kolumne, die abwechselnd von\u00a0<strong>Bert Overlack<\/strong>, Mary Fiers, Peter de Kock, Eveline van Zeeland, Tessie Hartjes, Jan Wouters, Katleen Gabriels und Auke Hoekstra geschrieben wird, versucht Innovation Origins herauszufinden, wie die Zukunft aussehen wird. Diese Kolumnisten, gelegentlich erg\u00e4nzt durch Gast-Blogger, arbeiten alle auf ihre Weise an L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme unserer Zeit. Damit es morgen besser wird. <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=besseres+morgen\">Hier sind alle vorherigen Episoden<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben in verr\u00fcckten Zeiten. 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