{"id":219398,"date":"2020-04-21T14:08:26","date_gmt":"2020-04-21T12:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=219398"},"modified":"2020-04-21T14:08:26","modified_gmt":"2020-04-21T12:08:26","slug":"umweltfreundlicher-und-effizienter-bergbau-durch-roentgenanalyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/umweltfreundlicher-und-effizienter-bergbau-durch-roentgenanalyse\/","title":{"rendered":"Umweltfreundlicher und effizienter Bergbau durch R\u00f6ntgenanalyse"},"content":{"rendered":"<p>Bergbau und Umweltfreundlichkeit ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Damit sich das so bald wie m\u00f6glich \u00e4ndert, arbeitet ein internationales Konsortium an fortschrittlichen R\u00f6ntgen- und 3D-Bildgebungstechnologien. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EU<\/a> f\u00f6rdert es unter dem Namen X-MINE-Projekt. Es soll europ\u00e4ischen Bergleuten erm\u00f6glichen, wichtige Metall- und Mineralressourcen effizienter und nachhaltiger abzubauen, als das bislang der Fall ist.<\/p>\n<p>Mit diesen neuen Technologien sollen Vorkommen von Metallen wie Kupfer und Gold besser genutzt werden. Ziel ist, den Ressourcenbedarf Europas mit weniger Abfall und geringeren Umweltauswirkungen zu decken. Aktuell werden diese Technologien an Pilotstandorten in Schweden und Griechenland getestet. In Bulgarien und Zypern sind weitere Tests geplant.<\/p>\n<h2>Geringe Produktion hoher Verbrauch<\/h2>\n<p>\u201eAuf die EU-L\u00e4nder entfallen etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs an Metallen und Mineralien. Aber sie produzieren nur etwa drei Prozent des Gesamtangebots\u201c, sagt Projektkoordinator Janne Paaso vom <a href=\"https:\/\/www.vttresearch.com\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Technischen Forschungszentrum VTT<\/a> in Finnland. \u201eDie Erfassungs- und 3D-Modellierungstechnologien des X-MINE-Projekts werden dazu beitragen, diese L\u00fccke zwischen Angebot und Nachfrage zu schlie\u00dfen, indem sie eine effizientere Erzexploration und -gewinnung erm\u00f6glichen.&#8221; Das werde zu einem verbesserten Abbau bestehender Mineralvorkommen f\u00fchren, \u201edie Entdeckung neuer Vorkommen unterst\u00fctzen und den Abbau von Vorkommen mit geringerem Volumen, niedrigerem Gehalt und komplexen Lagerst\u00e4tten wirtschaftlich machbar machen&#8221;.<\/p>\n<h2>Revolution im Bergbau<\/h2>\n<p>Aufbauend auf bahnbrechenden Innovationen in der R\u00f6ntgenanalyse und 3D-Bildgebungstechnologie, die bereits wichtige Anwendungen im Gesundheitsbereich haben, habe das X-MINE-Team ein Werkzeug namens X-Analyzer entwickelt. Mit seiner Hilfe lassen sich Gesteinsproben scannen und analysieren, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler. \u201eDie tomographische Technologie erm\u00f6glicht es, eine Bohrkernprobe in weniger als 30 Minuten an der Bohrstelle zu analysieren.\u201c So k\u00f6nnen Geologen tief in das Gestein hineinschauen. Seine Struktur, geochemische und mineralogische Zusammensetzung des Erzes lassen sich schnell und genau beurteilen. Es entf\u00e4llt der Transport der Proben zur Analyse au\u00dferhalb des Standorts.<\/p>\n<p>Getestet wird das System in Bergwerken, in denen eine Vielzahl von Metallen vorkommen. Zu ihnen geh\u00f6ren \u00a0Zink, Silber, Blei, Kupfer und Gold. Es kann aber auch Metalle wie Indium, Gallium, Germanium, Platingruppenmetalle und Seltene Erden nachweisen. Metalle, die in der modernen High-Tech-Industrie sehr gefragt sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_219397\" aria-describedby=\"caption-attachment-219397\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-219397 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/20_04_20_small-600x375.jpg\" alt=\"Bergbau - mit R\u00f6ntgentechnologie lassen sich Metalle erkennen\" width=\"600\" height=\"375\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-219397\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Orexplore, 2018<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDie ersten beiden Bohrkernscanner sind seit \u00fcber einem Jahr in der Lovisagruvan-Mine in Schweden und in der Hellas-Goldmine in Griechenland in Betrieb&#8221;, sagt Paaso. \u201eEs wurden viele interessante Messungen durchgef\u00fchrt. Und es wird weiter erforscht, wie diese Ergebnisse f\u00fcr die umfassendere 3D-Geomodellierung von Mineralvorkommen genutzt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Laut Aussagen der Forscher k\u00f6nnten die neuen Analysemethoden, die im Rahmen von X-MINE entwickelt wurden, auf l\u00e4ngere Sicht zu einer Revolution im Bergbau f\u00fchren. \u201eDas w\u00fcrde nicht nur den Bergbau effizienter machen. Sondern auch seine Auswirkungen auf die Umwelt auf verschiedene Weise verringern. Beispielsweise durch die Minimierung des Abfalls durch die genauere Auswahl von Spreng- und Abbaustellen, was wiederum den Energieverbrauch, die Transportkosten und die CO2-Emissionen senken w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<h2>Automatische Sortierung<\/h2>\n<p>In einem anderen Pilotprojekt, X-AnalySorters, werden R\u00f6ntgen- und 3D-Bildgebungstechnologie zur automatischen Identifizierung und Sortierung von Erzen eingesetzt. Hier wird ein Prototyp in Lovisagruvan, Schweden, getestet. Weitere Versuche sollen auch in der Hellas-Goldmine in Griechenland und im Bergbau- und Verarbeitungskomplex Assarel-Medet JSC Mining and Processing Complex, einem Kupfertagebau in Bulgarien, durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Und die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Der Prototyp konnte Abfallgestein vom Erz mit hoher Genauigkeit trennen. Das f\u00fchrt zu erheblichen Einsparungen bei Transportkosten und CO2-Emissionen. \u201eWir haben auch die ersten positiven Ergebnisse bei der Umwandlung alter Halden von Altgestein in wertvolles Erz erzielt&#8221;, sagt der Projektkoordinator.<\/p>\n<p>Ziel des Projekts ist es, beide Technologien zu kombinieren. So lie\u00dfen sich \u00a0Transportkosten an den Abbaust\u00e4tten um 20 Prozent und die CO2-Emissionen um 10 bis 30 Prozent verringern. \u201eNeben diesen Vorteilen f\u00fcr die Umwelt kann eine Reduzierung der Emissionen, des Energieverbrauchs und des Abfalls auch zu einer besseren sozialen Akzeptanz des Bergbaubetriebs beitragen&#8221;, so Paaso.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer am Projekt, das von Juni 2017 bis Februar 2021 l\u00e4uft, sind Finnland (Koordinator), Schweden, Tschechien, Polen, Australien, Griechenland, Bulgarien, Zypern, Rum\u00e4nien. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 12.064.712 Euro, der EU-Beitrag betr\u00e4gt 9.318.197 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bergbau und Umweltfreundlichkeit ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Damit sich das so bald wie m\u00f6glich \u00e4ndert, arbeitet ein internationales Konsortium an fortschrittlichen R\u00f6ntgen- und 3D-Bildgebungstechnologien. Die\u00a0EU f\u00f6rdert es unter dem Namen X-MINE-Projekt. 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