{"id":218235,"date":"2020-04-14T17:00:52","date_gmt":"2020-04-14T15:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=218235"},"modified":"2020-04-14T17:00:52","modified_gmt":"2020-04-14T15:00:52","slug":"mit-handerek-technologies-wird-abfall-in-etwas-wertvolles-verwandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/mit-handerek-technologies-wird-abfall-in-etwas-wertvolles-verwandelt\/","title":{"rendered":"Mit Ha\u0144derek Technologies wird Abfall in etwas Wertvolles verwandelt"},"content":{"rendered":"<p>Was w\u00e4re, wenn wir in einer Welt leben w\u00fcrden, in der wir darauf achten, Dinge wiederzuverwenden, anstatt sie wegzuwerfen? Zwar k\u00f6nnen wir feststellen, dass das Bewusstsein in Bezug auf Nachhaltigkeit stetig w\u00e4chst. Doch leider reicht das immer noch nicht aus.<\/p>\n<p>Adam Ha\u0144derek, CEO und Gr\u00fcnder der polnischen Firma &#8220;Ha\u0144derek Technologies&#8221;, arbeitet daran, den Abfall des einen in den Schatz des anderen zu verwandeln. Wenn wir Abfall sagen, meinen wir nicht wiederverwertbares Plastik. Ha\u0144derek hat einen Weg gefunden, es zu recyceln und wiederverwertbar zu machen. Die Kernkompetenz seines Unternehmens ist eine Technologie, die aus Altkunststoff raffinierte Kraftstoffe herstellt.<\/p>\n<p>Adam Ha\u0144derek bekennt, dass er in einer Familie aufgewachsen ist, in der nichts verschwendet oder weggeworfen wurde. Seine Mutter warf nicht einmal ein trockenes St\u00fcck Brot in den M\u00fcll.<br \/>\n&#8220;Als ich ein Teenager war &#8211; in den 1970er Jahren also &#8211; war der Konsumismus, wie wir ihn heute kennen, bereits im Gange. Meine Mutter allerdings war weiterhin der Meinung, dass wir kein neues Hemd und keinen Pullover mehr brauchten, wenn wir noch gen\u00fcgend Kleider auf dem Dachboden hatten. Und dann benutzte meine Oma die Stoffe dieser Kleider, um mir ein neues Hemd zu machen. Seitdem sind f\u00fcnfzig Jahre vergangen, und wir sind dabei, auf solche Verfahren zur\u00fcckzukommen&#8221;.<\/p>\n<p>Diese Haltung brachte Ha\u0144derek dazu, dar\u00fcber nachzudenken, wie er selbst die Welt ein wenig machen besser k\u00f6nnte. Seine Firma hat inzwischen f\u00fcr ihre innovativen Leistungen mehrere Preise gewonnen. Sie hat mit zahlreichen Unternehmen international zusammengearbeitet und hat noch weitere ehrgeizige Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<h3>Wie sind Sie zu Ihrer Idee gekommen?<\/h3>\n<p>&#8220;Es ist eine lange Geschichte, die vor fast f\u00fcnfzehn Jahren begann. In den 2000er Jahren versuchte ich, eine Idee umzusetzen, die damals eine Innovation war. Und zwar wollte ich einen sauren Katalysator in einen alkalischen Katalysator umwandeln. Damals verwendeten die meisten L\u00e4nder in Europa zur Herstellung von Biokraftstoff ausschlie\u00dflich Raps\u00f6l. Unsere Idee war es, neben raffinierten \u00d6len, Fetten aus Kl\u00e4ranlagen oder aus der Lebensmittelindustrie auch andere Fettabf\u00e4lle zu verwenden. Irgendwann stie\u00df ich auf eine Technologie, die als Polymerisationskracken von Kunststoffabf\u00e4llen bekannt ist. Ich verbrachte Stunden damit, dies gr\u00fcndlich zu erforschen, und machte mich an die Entwicklung einer neuen Technologie. Ich finanzierte diese Forschung selbst und betrachtete sie als ein sehr teures Hobby. Maciej Kowalczyk, ein guter Freund von mir, und ich gaben all unsere Ersparnisse aus, um unsere Arbeit voranzutreiben.<\/p>\n<p>Das hat sich gelohnt. Der entscheidende Durchbruch gelang 2014. Wir fanden eine L\u00f6sung, die nicht die M\u00e4ngel unserer fr\u00fcheren Versuche aufwies. Wir begannen, in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab zu arbeiten, und im Moment sind wir dabei, unsere erste Industrieanlage zu bauen.&#8221;<\/p>\n<h3>Wie haben Ihre Kunden reagiert?<\/h3>\n<p>&#8220;Die Leute haben von Anfang an positiv auf unsere Idee reagiert. Und das tun sie immer noch. Es war und ist f\u00fcr uns unglaublich wichtig, professionell zu sein und sicherzustellen, dass unsere Produkte in h\u00f6chstm\u00f6glicher Qualit\u00e4t hergestellt werden. Aus diesem Grund haben wir eine Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Automobilindustrie PIMOT in Warschau begonnen. Nach sechsmonatiger Forschungsarbeit erhielten wir die offizielle Best\u00e4tigung, dass unsere Idee in der Tat einzigartig ist. Im Vergleich zu anderen zuvor getesteten Produkten bietet sie die besten M\u00f6glichkeiten. Ich muss zugeben, dass das ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr uns war. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat best\u00e4tigt, dass das, was wir tun, richtig ist!<\/p>\n<p>Und dann ging alles sehr schnell. Wir wurden zu einem Start-up-Wettbewerb eingeladen. Wir waren die einzige polnische Firma, die ins Finale kam, zusammen mit sechs asiatischen Firmen. Und wir haben gewonnen. Pl\u00f6tzlich haben wir auf dem internationalen Markt Anerkennung gefunden. Wir haben sogar hier in Polen einen Investitionsvorschlag zur Umsetzung in Pekin angeboten. Allerdings zogen wir diesen Vorschlag aufgrund verschiedener Umst\u00e4nde zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter \u00fcberzeugte uns die PIMOT, unsere Erfindung einem gr\u00f6\u00dferen Publikum vorzustellen. Wir besuchten Messen in Barcelona und Moskau. In Moskau gewannen wir den ersten Preis. Und wir besuchten den Europ\u00e4ischen Wirtschaftskongress in Kattowitz in Polen. Unsere gr\u00f6\u00dfte Errungenschaft aber war der Hauptpreis auf einer Messe in N\u00fcrnberg, in Deutschland. Wir waren in der ganzen Geschichte dieser Veranstaltung das erste polnische Unternehmen \u00fcberhaupt, das den ersten Preis gewonnen hat. Das erste Mal in \u00fcber siebzig Jahren!<\/p>\n<p>Durch all das wurde das Interesse der Medien geweckt. Dank der Zusammenarbeit mit PIMOT wurde unsere Forschung immer zuverl\u00e4ssiger. Als wir mehrere Angebote von einigen der gr\u00f6\u00dften Unternehmen der Welt erhielten, wussten wir, dass unsere Innovation einen sehr guten Standard erreicht hat. Wir erhielten Anfragen aus Kolumbien und aus mehreren afrikanischen L\u00e4ndern, Japan, China, S\u00fcdkorea und nat\u00fcrlich aus Europa. Manchmal bin ich ein bisschen besorgt, ob es uns gelingt, uns auf alle zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Wir gelten heute als Experten, wenn es um das Recycling von Kunststoffabf\u00e4llen geht. Dar\u00fcber hinaus wenden sich viele Unternehmen &#8211; die unsere Konkurrenten sein sollten &#8211; an uns, weil sie an unserem Produkt interessiert sind.<br \/>\nDie Umweltverschmutzung war sehr lange Zeit ein gro\u00dfes Thema. Ich glaube, wir hatten das Gl\u00fcck, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Menschen sch\u00e4tzten die Tatsache, dass wir in dieser Zeit wirkliche L\u00f6sungen gefunden haben.&#8221;<\/p>\n<h3>Was war das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, dem Sie begegnet sind?<\/h3>\n<p>&#8220;Das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr jeden Erfinder ist immer die Geduld. Edison hat bewiesen, dass es mehr als tausend M\u00f6glichkeiten gibt, die Gl\u00fchbirne zu erfinden &#8230; die nicht funktionieren. Trotz dieser fehlgeschlagenen Versuche gab er nicht auf und kam schlie\u00dflich zum Erfolg. Dasselbe gilt f\u00fcr die Entwicklung neuer Technologien. Daher sind die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen Geduld, Bescheidenheit und der feste Glaube, dass es f\u00fcr ein bestimmtes Problem eine L\u00f6sung gibt &#8211; sie wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Auf die Frage nach der Definition von Erfolg soll Churchill gesagt haben: Erfolg bedeutet, ohne Verlust an Begeisterung von Misserfolg zu Misserfolg zu gehen. Und ich stimme dieser Aussage von ganzem Herzen zu.&#8221;<\/p>\n<h3>Was sind Ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft?<\/h3>\n<p>&#8220;Wir haben sehr konkrete Pl\u00e4ne. Wir arbeiten mit finanziell soliden Investoren zusammen. Wir haben den Plan, etwa f\u00fcnf oder sechs Industrieanlagen an verschiedenen Standorten in ganz Polen zu bauen. Wir sind diesbez\u00fcglich im Gespr\u00e4ch mit zwei gro\u00dfen Energiekonzernen aus Europa und Asien.<\/p>\n<figure id=\"attachment_218280\" aria-describedby=\"caption-attachment-218280\" style=\"width: 384px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-218280\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Adam-Han\u0301derek-1-600x400.jpeg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"256\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-218280\" class=\"wp-caption-text\">Adam Ha\u0144derek<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine interessante Tatsache ist: wenn wir mit einigen unserer Vorhaben zwei Jahre fr\u00fcher begonnen h\u00e4tten, dann w\u00e4ren wir jetzt in gro\u00dfen Schwierigkeiten wegen der Coronavirus-Pandemie. Unsere Mitgr\u00fcnderin Susan Kim-Chonicka macht immer etwas Druck, indem sie sagt, dass jeder Monat, der vergeht, Geld kostet. Dieses Mal haben wir unsere Pl\u00e4ne tats\u00e4chlich nicht rechtzeitig umgesetzt. Wir hatten geplant, im Fr\u00fchjahr dieses Jahres mit dem Bau unserer ersten Fabrik zu beginnen, damit sie Ende 2021 fertig ist. Die gegenw\u00e4rtige Situation wird unsere Pl\u00e4ne ein wenig verz\u00f6gern, aber es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir werden sie auch in zwei Jahren umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit sollte sich die Wirtschaft nach der Krise erholt haben. Wir konnten aufgrund von Papierkram und B\u00fcrokratie nicht wie geplant mit der Arbeit beginnen, und das hat mich irgendwann wirklich w\u00fctend gemacht. Aber jetzt bin ich froh, dass es so gekommen ist. Dank dieser Verz\u00f6gerung sind wir jetzt an einem relativ sicheren Punkt. Wir hatten Gl\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<h3>Wie w\u00fcrden Sie Ihr endg\u00fcltiges Ziel beschreiben?<\/h3>\n<p>&#8220;Das ist eine wirklich schwierige Frage, und ich kann sie nicht mit nur einem Satz beantworten. Ich fange mal damit an, dass ich immer diesen Gedanken im Kopf hatte: Lasst uns sehen, ob unser Abfall f\u00fcr etwas anderes wiederverwendet werden kann. Also, unser M\u00fcll kann der Schatz eines anderen sein.<br \/>\nSehen Sie, ich habe &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; eine gegens\u00e4tzliche Position zu dieser Industrie, die versucht, uns davon zu \u00fcberzeugen, dass unsere im letzten Fr\u00fchjahr gekauften Jeans in der n\u00e4chsten Saison nicht mehr tragbar sind. Heutzutage werden Dinge hergestellt, um gleich wieder kaputt zu gehen, so dass wir sie so schnell wie m\u00f6glich ersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vor langer Zeit erkannten die Hersteller von Gl\u00fchbirnen, dass, wenn ihre Produkte lange halten, die Menschen sie nicht oft genug kaufen werden. Aus diesem Grund trafen sie die Vereinbarung, Gl\u00fchbirnen herzustellen, die nur tausend Stunden halten. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde man sich bewusst, dass Produkte, die sehr lange funktionieren, nicht gut f\u00fcr den gesch\u00e4ftlichen Erfolg sind. F\u00fcr mich ist dieses Ereignis der Auftakt f\u00fcr das, was heute geschieht.<\/p>\n<p>Ich wette, dass sich die gesamte Weltwirtschaft in den n\u00e4chsten zwanzig Jahren ver\u00e4ndern wird. Ich denke, dass unsere Art, die Welt und die Gesellschaft zu sehen, immer mehr Beachtung finden wird. Die Weltwirtschaft wird sich durch die Pandemie definitiv ein wenig ver\u00e4ndern. Ich wei\u00df nicht, ob ich noch lange genug am Leben sein werde, um all diese Ver\u00e4nderungen zu sehen. Aber ich bin sicher, dass sie kommen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was w\u00e4re, wenn wir in einer Welt leben w\u00fcrden, in der wir darauf achten, Dinge wiederzuverwenden, anstatt sie wegzuwerfen? Zwar k\u00f6nnen wir feststellen, dass das Bewusstsein in Bezug auf Nachhaltigkeit stetig w\u00e4chst. 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