{"id":217310,"date":"2020-04-09T17:49:27","date_gmt":"2020-04-09T15:49:27","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=217310"},"modified":"2020-04-09T17:49:27","modified_gmt":"2020-04-09T15:49:27","slug":"app-bringt-krebspatienten-bei-wie-sie-mit-ermuedungserscheinungen-umgehen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/app-bringt-krebspatienten-bei-wie-sie-mit-ermuedungserscheinungen-umgehen-koennen\/","title":{"rendered":"Die Untire App bringt Krebspatienten bei, wie sie mit Erm\u00fcdungserscheinungen umgehen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Door Vonk, Mitbegr\u00fcnderin und CCO von <a href=\"https:\/\/tiredofcancerapp.com\/nl\/\">&#8220;Tired of Cancer&#8221;<\/a>, hatte jahrelang eine eigene Beratungsfirma, mit der sie alle m\u00f6glichen, haupts\u00e4chlich karitativen Organisationen wie das <a href=\"https:\/\/www.mcdonalds-kinderhilfe.org\/\">Ronald McDonald Children&#8217;s Fund<\/a> unterst\u00fctzte. Sie war auch f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.hdi.nl\">Helen Dowling-Institute<\/a> (HDI) t\u00e4tig, einer Einrichtung, die von einer Krebserkrankung betroffene dabei unterst\u00fctzt, mit \u00c4ngsten, Stimmungsproblemen oder einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung umzugehen. Hier lernte sie Bram Kuiper, den damaligen Vorstandsvorsitzenden des HDI, kennen. Als Psychologin hatte sie selbst jahrzehntelange Erfahrung in der Behandlung von Krebspatienten, die infolge ihrer Krankheit mit psychischen Beschwerden zu k\u00e4mpfen hatten.<\/p>\n<p>Gemeinsam kamen sie auf die Idee f\u00fcr eine App, aus der schlie\u00dflich die <a href=\"https:\/\/untire.me\/nl\/\">Untire App<\/a> wurde: ein Selbstmanagement-Programm f\u00fcr (Ex-)Krebspatienten mit krebsbedingten M\u00fcdigkeitsbeschwerden. Die App gibt ihnen nicht nur Einblick in die Ursache ihrer Beschwerden, sondern auch Tipps, wie sie mehr Energie bekommen und ihre Lebensqualit\u00e4t verbessern k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus handelt es sich um ein leicht zug\u00e4ngliches Instrument.\u00a0 Es wird von (ehemaligen) Patienten genutzt, aber ebenso von Angeh\u00f6rige medizinischer Berufe.<\/p>\n<h3>Wie sind Sie auf die Idee f\u00fcr die Untire-App gekommen?<\/h3>\n<p>&#8220;Das Helen Dowling-Institut war bereits in der Behandlung von Krebsm\u00fcdigkeit t\u00e4tig, zun\u00e4chst face-to-face und sp\u00e4ter auch in Form von Internet-Therapie. Die Ergebnisse der Forschung zu dieser Form der Fernhilfe waren sehr positiv, denn sie kann einer sehr gro\u00dfen Gruppe von Menschen erreichen. Alle pers\u00f6nlich zu betreuen w\u00e4re nicht m\u00f6glich. Diese Online-Therapie hat uns inspiriert, unsere App zu entwickeln, um so vielen (Ex-)Krebspatienten wie m\u00f6glich zu helfen.&#8221;<\/p>\n<figure id=\"attachment_216038\" aria-describedby=\"caption-attachment-216038\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-216038 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bram_Door_2018_BL1A3395-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-216038\" class=\"wp-caption-text\">Des Krebses \u00fcberdr\u00fcssig. Untire. Dr. Bram Kuiper und Door Vonk. Foto Tjitske Sluis<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Woraus genau besteht Ihr Produkt?<\/h3>\n<p>&#8220;Die Untire-App bietet ein Selbstmanagment-Programm in Form von Information und Bildung. Hinzu kommen allerlei Dinge wie ein Bewegungsprogramm, ein Schlafprogramm und Informationen \u00fcber Ern\u00e4hrung. Dazu haben wir Experten konsultiert, wie Physiotherapeuten, Schlaf- und Ern\u00e4hrungsexperten.<\/p>\n<p>Die App bietet Ihnen Einblick in Ihr eigenes Energiemanagement. Woher bekommen Sie Energie und wodurch wird sie Ihnen geraubt? Das kann Stress und Angst sein, Angst vor der R\u00fcckkehr der Krankheit. Aber auch eine verschlechterte Beziehung zu Ihrem Partner kann eine Rolle spielen. Dinge, die st\u00e4ndig auf uns Einfluss nehmen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, wie viel Energie sie uns entziehen. Nat\u00fcrlich kann man nicht sagen: Wir beseitigen diese Angst. Auch diese Angst ist real. Wir k\u00f6nnen jedoch lernen zu verstehen, was mit uns geschieht. So k\u00f6nnen wir erreichen, dass wir weniger Energie verlieren. In der App werden verschiedene Wege zur Behandlung dieser Themen vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Wir nutzen Erkenntnisse aus der kognitiven Verhaltenstherapie, bei der man seine Gedanken nutzt, um das eigene Verhalten zu \u00e4ndern. Wir arbeiten aber auch mit Methoden der Achtsamkeit. Hier geht es darum zu verstehen, das Gedanken kurzlebig sind. Sie kommen und gehen. Sie k\u00f6nnen aber auch sehr hilfreiche, praktische Tipps beinhalten.&#8221;<\/p>\n<h3>K\u00f6nnten Sie uns ein konkretes Beispiel nennen?<\/h3>\n<p>&#8220;Stellen Sie sich vor: Sie wachen nachts auf, und Ihr Kopf spielt verr\u00fcckt. Dann sollten Sie sich angew\u00f6hnen, tags\u00fcber eine kleine Auszeit zu nehmen, w\u00e4hrend der Sie alle Ihre Sorgen aufschreiben. So k\u00f6nnen Sie lernen sich nachts zu sagen: &#8216;Ich muss nicht jetzt dar\u00fcber nachdenken, ich besch\u00e4ftige mich morgen damit.&#8217; Nat\u00fcrlich ist das keine Soforthilfe, aber wenn man daran arbeitet, hilft es wirklich.&#8221;<\/p>\n<h3>Welchen Bedarf deckt die App ab?<\/h3>\n<p>&#8220;Die gr\u00f6\u00dfte Nebenwirkung von Krebs und den Behandlungen ist eine extreme, lang anhaltende M\u00fcdigkeit. Mindestens 80% der (ehemaligen) Krebspatienten leiden im ersten Jahr daran, bei etwa 30%-40% dauern die Symptome \u00fcber einen langen Zeitraum, bis zu zehn Jahren, an. Sowohl Patienten als auch Angeh\u00f6rige der Gesundheitsberufe sind der Ansicht, dass dies ein sehr gro\u00dfes Problem ist. Zugleich ist es ein sehr komplexes Problem. Wir haben eine sehr gute Versorgung in den Niederlanden. Und diese Angeh\u00f6rigen der Gesundheitsberufe versuchen wirklich, etwas gegen diese M\u00fcdigkeitsbeschwerden zu unternehmen. Zumindest gegen die k\u00f6rperlichen Ursachen, wie z.B. An\u00e4mie. Aber wenn keine physischen Ursachen gefunden werden k\u00f6nnen, kommen die Angeh\u00f6rigen der Gesundheitsberufe nicht weiter.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass das Problem der M\u00fcdigkeit f\u00fcr das Umfeld des (Ex-)Patienten oft schwer zu verstehen ist. Es ist von au\u00dfen kaum zu erkennen. Mit der App k\u00f6nnen Sie Einblick in Ihren Energiehaushalt erhalten. Das ist nicht nur f\u00fcr den (Ex-)Patienten wichtig, sondern auch f\u00fcr sein Umfeld. Es sorgt f\u00fcr Anerkennung und mehr Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich stellen wir fest, dass unsere App zunehmend von medizinischem Fachpersonal in Krankenh\u00e4usern genutzt wird, von Krankenschwestern und Krankenpflegern, aber auch von Physiotherapeuten . Sie empfehlen die App ihren Patienten.&#8221;<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-216040 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vijf-screenshots-1024x652.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"652\" \/><\/strong><\/p>\n<h3>Was macht die Untire-App unverwechselbar?<\/h3>\n<p>&#8220;Auf dem Gebiet der Onkologie gibt es weltweit alle Arten von Apps, die sich an unsere Zielgruppe richten. Aber in der Regel sind sie auf Messung und \u00dcberwachung ausgerichtet. Was unsere App auszeichnet, ist, dass sie ein sehr kosteneffizientes und benutzerfreundliches Hilfsmittel ist. Sie kann von einer sehr gro\u00dfen Gruppe von Menschen genutzt werden. Nicht anstelle von therapeutischer Betreuung, sondern als eine Erg\u00e4nzung. F\u00fcr Menschen, die diese Art von Unterst\u00fctzung sonst nicht erhalten w\u00fcrden.&#8221;<\/p>\n<h3>Wie sind die Erfahrungen mit der Untire-App?<\/h3>\n<p>&#8220;Wir stehen in engem Kontakt mit den Anwendern, mit Patienten und Selbsthilfegruppen von Patienten. Und wir erhalten positive Reaktionen von Menschen, die viel mit der App arbeiten oder gearbeitet haben. Daraus geht hervor, dass die App 1) das Problem anerkennt, 2) dass die Menschen sich nicht allein f\u00fchlen und 3) dass sie ihr Problem in den Griff bekommen und daf\u00fcr selbst etwas tun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die Universit\u00e4t Groningen hat die Wirksamkeit der App bei 870 Personen untersucht. Diese Untersuchung zeigt, dass es zu einer signifikanten Verringerung der M\u00fcdigkeit und einer Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t kommt. Die App ist daher effektiv. Wir lassen die Erkenntnisse aus dieser Studie bei der Weiterentwicklung der App einflie\u00dfen.&#8221;<\/p>\n<h3>Gab es auch schwierige Momente in der Entwicklung der App?<\/h3>\n<p>&#8220;Als Unternehmen haben wir einen langen Weg zur\u00fcckgelegt. Nat\u00fcrlich mussten wir uns mit Problemen wie Investitionen und der Suche und Leitung eines eigenen Teams befassen. Aber das Schwierigste war, quasi aus dem Nichts zu einem Ergebnis zu kommen. Von der Idee, die uns vorschwebte, zu einem konkreten und greifbaren Produkt zu gelangen und dabei die verschiedensten Menschen mitzunehmen, erwies sich als ein sehr z\u00e4her und komplizierter Prozess. Gl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen wir jetzt sagen, dass es uns gelungen ist. Und nat\u00fcrlich werden wir auch in Zukunft st\u00e4ndig an Verbesserungen arbeiten.&#8221;<\/p>\n<h3>Die App ist sehr praktisch, besonders auch jetzt, w\u00e4hrend der Corona-Krise<\/h3>\n<p>&#8220;Das ist richtig, obwohl die Therapie derzeit ohnehin fast ausschlie\u00dflich \u00fcber Online-Chats oder Videoanrufe erfolgt. Unsere App bietet ein Programm, das eine sehr gro\u00dfe Gruppe von Menschen von zu Hause aus nutzen kann. Die digitale Betreuung, mit der man Menschen aus der Ferne helfen kann, wird in Zukunft noch weiter zunehmen.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/startups\/\"><em>Weitere Artikel \u00fcber Start-ups k\u00f6nnen Sie hier lesen.<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Door Vonk, Mitbegr\u00fcnderin und CCO von &#8220;Tired of Cancer&#8221;, hatte jahrelang eine eigene Beratungsfirma, mit der sie alle m\u00f6glichen, haupts\u00e4chlich karitativen Organisationen wie das Ronald McDonald Children&#8217;s Fund unterst\u00fctzte. Sie war auch f\u00fcr das Helen Dowling-Institute (HDI) t\u00e4tig, einer Einrichtung, die von einer Krebserkrankung betroffene dabei unterst\u00fctzt, mit \u00c4ngsten, Stimmungsproblemen oder einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung umzugehen. 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