{"id":217224,"date":"2020-04-11T14:00:37","date_gmt":"2020-04-11T12:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=217224"},"modified":"2020-04-11T14:00:37","modified_gmt":"2020-04-11T12:00:37","slug":"corona-krise-in-europa-warum-wir-unsere-kraefte-buendeln-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/corona-krise-in-europa-warum-wir-unsere-kraefte-buendeln-sollten\/","title":{"rendered":"Corona-Krise in Europa: Warum wir unsere Kr\u00e4fte b\u00fcndeln sollten"},"content":{"rendered":"<p>Die Lage ist an diesem Wochenende angespannt. \u201eBleibt weiter zuhause&#8221;, rufen die Regierungen in ganz Europa die Bev\u00f6lkerung auf. Denn wenn wir das weiterhin massenhaft tun, k\u00f6nnten die Corona-Ma\u00dfnahmen bald gelockert werden. Der Druck nach Entspannung nimmt zu. In ganz Europa warnen Experten vor Nachteilen f\u00fcr Sch\u00fcler, vor sozialen Unruhen und gro\u00dfen wirtschaftlichen Sch\u00e4den.<\/p>\n<p>Ist es schon Zeit, die T\u00fcren vorsichtig zu \u00f6ffnen? Haben die Ma\u00dfnahmen Sinn gemacht oder haben wir im entscheidenden Moment versagt? Innovation Origins hat Mitarbeiter in ganz Europa und zieht eine kritische Zwischenbilanz. Fazit: Augen zu und durch. \u201eWeil wir noch nicht wissen, wie weit die Krankheit tats\u00e4chlich verbreitet ist&#8221;, sagt Ren\u00e9 Gottschalk, Leiter des Gesundheitsdienstes in Frankfurt.<\/p>\n<p>Dies Unwissenheit ist auch die Ursache f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Situation. Die europ\u00e4ischen L\u00e4nder wollten die Gefahr lange Zeit nicht wahrhaben. Erst als sich das Virus von Italien, Spanien und Frankreich aus nach Norden ausbreitete, wachten die Regierungen auf. Das zeigt sich an den erheblich niedrigeren Infektionsraten in L\u00e4ndern wie Polen und D\u00e4nemark. Dort dauerte es nicht lange, die Gesellschaft zu isolieren und die Grenzen zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<blockquote><p>Es w\u00e4re besser gewesen, wenn Europa von Anfang an seine Kr\u00e4fte geb\u00fcndelt h\u00e4tte, Antonio Zapatero<\/p><\/blockquote>\n<p>Einzelne europ\u00e4ische L\u00e4nder dachten zu lange, dass Covid-19 an ihren Grenzen Halt machen w\u00fcrde. W\u00e4hrend sich jeder buchst\u00e4blich ausrechnen konnte, wie schnell sich das Virus verbreiten w\u00fcrde. Zu diesem Zeitpunkt h\u00e4tte die EU die Koordinierung \u00fcbernehmen sollen. Nun ist die Situation \u00e4hnlich wie die in Deutschland. Dort wird viel Kritik an der abweichenden Politik einiger Bundesl\u00e4nder ge\u00fcbt. Die Deutschen wollen eine einheitliche Politik, die von Berlin aus gesteuert wird. Ein \u00e4hnliches Bild ergibt sich aus der Tour der Herausgeber von Innovation Origins. Wir haben im Verlauf der Krise voneinander gelernt. Aber es w\u00e4re besser gewesen, wenn wir den Kampf gegen das Virus auf europ\u00e4ischer Ebene angegangen w\u00e4ren. Das ist jetzt schon die Lehre aus dieser Krise.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-217684\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/image0-6-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname1\">Die Niederlande haben eine wichtige Wende vollzogen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname3\">Deutschland will schnellstm\u00f6gliche Lockerung nach Ostern<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname4\">Polen sieht Gesundheitsversorgung zusammenbrechen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname5\">Friseure in \u00d6sterreich ab 1. Mai wieder ge\u00f6ffnet<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname7\">Italien bleibt trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Infektionszahlen wachsam<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname6\">Belgien mindestens bis zum 3. Mai im Lockdown<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ankerlinkname2\">Spanien reagierte zu sp\u00e4t auf den Ausbruch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eine-chronik-des-todes-die-niemand-kommen-sah\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Korrespondent Koen Greven aus Spanien: Eine Chronik des Todes, die niemand kommen sah<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eu-experte-ueber-die-europaeische-reaktion-auf-das-virus-telekom-daten-zur-verfolgung-von-corona-koennen-anonymisiert-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lesen Sie auch: Telekom-Daten zur Verfolgung von Corona<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Gesundheitssystem in Polen ist zusammengebrochen, Ariel Szczotok<\/p><\/blockquote>\n<p><a id=\"ankerlinkname4\"><\/a>\u201eW\u00e4re das Coronavirus im Januar in <a>Polen aufgetaucht, h\u00e4tte es in dem Land mit seiner alternden Gesellschaft, seinen Volkskrankheiten und vollen Kirchen jeden Sonntag eine Trag\u00f6die wie in Italiens gegeben&#8221;, sagte Ariel Szczotok, Sanit\u00e4ter und Pr\u00e4sident der <\/a><a href=\"http:\/\/www.iaep.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">International Paramedic Association<\/a><a id=\"ankerlinkname4\"><\/a>. Gl\u00fccklicherweise brach die Krise erst im M\u00e4rz aus. Die Regierung reagierte sehr schnell. Am 11. M\u00e4rz, als es nur 25 Erkrankte gab, k\u00fcndigte sie eine Abriegelung und Einschr\u00e4nkungen an, die sp\u00e4ter versch\u00e4rft wurden. Die Kontakte sind beschr\u00e4nkt, h\u00f6chstens zwei Personen d\u00fcrfen zusammen spazierengehen, die Zahl der Besucher in einer Kirche betr\u00e4gt maximal f\u00fcnf und viele Gesch\u00e4fte sind geschlossen. Es funktioniert. Die Epidemie verlangsamt sich. Gegenw\u00e4rtig gibt es etwa 5.500 Tausend Infizierte, 174 Tote und etwa 350 neue F\u00e4lle pro Tag. 153.000 Menschen wurden unter Quarant\u00e4ne gestellt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_217434\" aria-describedby=\"caption-attachment-217434\" style=\"width: 317px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-217434 size-full\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Maciej-Bukowski-4.jpg\" alt=\"\" width=\"317\" height=\"313\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-217434\" class=\"wp-caption-text\">Maciej Bukowski<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Lage ist derzeit viel besser, als die Regierung im M\u00e4rz vorhergesagt hatte. Aber es gibt zwei Opfer: das Gesundheitssystem und die Wirtschaft. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Kliniken und viele Krankenh\u00e4user sind geschlossen, der Zugang zu Fach\u00e4rzten ist sehr schwierig. \u201eDas medizinische Personal wird nicht durch das Coronavirus, sondern durch das Sanit\u00e4rregime dezimiert. Wenn jemand direkten Kontakt mit einer Person hatte, die an COVID-19 leidet, wird er automatisch in eine vierzehnt\u00e4gige Quarant\u00e4ne gesteckt. Ein infizierter Arzt bedeutet also die Schlie\u00dfung eines ganzen Krankenhauses. Das ist absurd&#8221;, sagt Ariel Szczotok.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungsweise gibt es bereits mehrere hunderttausend Menschen, vielleicht eine Million, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Mehrere hunderttausend Kleinunternehmen haben zugesperrt.<\/p>\n<p>\u201eDie Katastrophe, von der bestimmte Sektoren, z.B. Restaurants oder Dienstleistungen, betroffen sind, ist ausschlie\u00dflich auf administrative Verbote zur\u00fcckzuf\u00fchren. Aber diese Verbote mussten erlassen werden&#8221;, sagt Maciej Bukowski, der Pr\u00e4sident des Think-Tanks WiseEurope. \u201eDas Problem ist, dass in Polen die Abriegelung fr\u00fcher beginnen musste, weil die Regierung bef\u00fcrchtete, dass das Gesundheitssystem zusammenbrechen w\u00fcrde. Wir werden warten m\u00fcssen, bis die Krankheit selbst verschwindet. Jetzt freuen sich alle auf das n\u00e4chste Wochenende. Wenn das polnische Volk die Disziplin bis Ostern aufrechterh\u00e4lt, besteht die Chance, dass das Land Anfang Mai wieder ge\u00f6ffnet werden kann. Wenn nicht, wird die Sperre verl\u00e4ngert. Abh\u00e4ngig von der Dauer des Lockdowns wird die Wirtschaft in Polen um zwei bis f\u00fcnf Prozent schrumpfen, bei einer Verl\u00e4ngerung des Lockdowns sogar um 20 Prozent. Einige Sektoren werden das nicht \u00fcberleben&#8221;, sagt Bukowski.<\/p>\n<blockquote><p>Die Niederlande haben eine wichtige Wende vollzogen, Xander Kooman<\/p><\/blockquote>\n<p><a id=\"ankerlinkname1\"><\/a>Laut dem Gesundheits\u00f6konomen Xander Koolman hat sich in den Niederlanden in den letzten Tagen eine wichtige Wende vollzogen. \u201eDie niederl\u00e4ndische Regierung z\u00f6gerte, Innovationen einzusetzen. Jetzt werden sie untersuchen, wie Apps die Verbreitung des Virus verlangsamen k\u00f6nnen&#8221;, sagt er. Eine solche App sollte anzeigen, wenn jemand mit einem an Corona Erkrankten in Kontakt gekommen ist, damit er fr\u00fchzeitig in Quarant\u00e4ne gehen und andere nicht mehr infizieren kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_217227\" aria-describedby=\"caption-attachment-217227\" style=\"width: 151px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-217227\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Xander-Koolman-copyright-VU-Amsterdam.jpg\" alt=\"\" width=\"151\" height=\"227\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-217227\" class=\"wp-caption-text\">Xander Koolman<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist jedoch wichtig, die Vor- und Nachteile klar aufzulisten, zum Beispiel im Bereich der Privatsph\u00e4re. Eine \u00fcbereilte Entscheidung ist in solchen Situationen oft nicht gut. Koolman: \u201eEin Lockdown hat dramatische Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Wirtschaft kann maximal einen Monat lang zum Erliegen kommen, danach wird es f\u00fcr Unternehmer schwieriger und Unternehmen gehen in Konkurs. Die Regierung hat sehr schnell Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt, was aus wirtschaftlicher Sicht sehr sinnvoll ist. Obwohl wir das nat\u00fcrlich nicht lange durchhalten k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen nach einer neuen Strategie suchen, um die Ausbreitung des Virus zu bek\u00e4mpfen und die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Digitale Innovation, wie eine App, kann dabei helfen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr bestimmte Sektoren, so Koolman, k\u00e4me dies zu sp\u00e4t. \u201eSektoren wie Luftfahrt und Gastgewerbe sind kaum noch zu retten. Eine Entfernung von 1,5 Metern ist fast unm\u00f6glich einzuhalten, die Flugzeuge sind viel weniger voll, was das Reisen sehr viel teurer macht. Das wird dramatische Folgen haben. Es wird noch eineinhalb Jahre dauern, bis die Wirtschaft wieder voll funktionsf\u00e4hig ist&#8221;, meint Koolman.<\/p>\n<p>\u201eWir stehen in den Niederlanden noch am Anfang der Krise&#8221;, sagt der Gesundheits\u00f6konom. \u201eEin Impfstoff w\u00fcrde der Krise auf einen Schlag ein Ende bereiten, aber das ist noch nicht der Fall. Es ist wichtig, dass die europ\u00e4ischen L\u00e4nder gemeinsam eine Strategie zur Coronavirus-Politik erarbeiten. Das ist wichtig, um die Grenzen wieder zu \u00f6ffnen und zu verhindern, dass L\u00e4nder beschlie\u00dfen, sie in Zukunft wieder zu schlie\u00dfen. Das h\u00e4tte enorme wirtschaftliche Konsequenzen. Wenn die Ziele aufeinander abgestimmt sind, k\u00f6nnen L\u00e4nder Unterschiede in der Gewichtung schaffen. Jedes Land arbeitet auf eine andere Weise. So kann man voneinander lernen&#8221;, sagt Koolman.<\/p>\n<blockquote><p>Wir h\u00e4tten uns in Spanien viel schneller auf das Schlimmste vorbereiten m\u00fcssen, sagt Antonio Zapatero.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-217408 aligncenter\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/image0-5-1024x576.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><\/p><\/blockquote>\n<p>Antonio Zapatero ist seit dem 21. M\u00e4rz medizinischer Direktor des gr\u00f6\u00dften Krankenhauses in <a id=\"ankerlinkname2\"><\/a> Spanien. Ungef\u00e4hr zweitausend Patienten mit Covid-19 wurden in den letzten Wochen im Ifema-Messezentrum in Madrid aufgenommen. Tausende von ihnen wurden bereits f\u00fcr geheilt erkl\u00e4rt und entlassen. Das Coronavirus hat in der spanischen Hauptstadt mehr als 5.500 Todesopfer gefordert. In ganz Spanien ist diese Zahl drei Mal so hoch. Dennoch ist die Stimmung in einer der gr\u00f6\u00dften Hochburgen der Welt verhalten positiv. Nach einem einmonatigen Lockdown hat endlich an allen Fronten ein Abw\u00e4rtstrend eingesetzt.<\/p>\n<p>Zapatero steht im Rampenlicht, seit er seinen Posten als medizinischer Direktor des f\u00fchrenden Universit\u00e4tskrankenhauses in Fuenlabrada gegen das Notfallkrankenhaus getauscht hat. \u201eUns stehen schwierige Wochen bevor&#8221;, sagte der Internist bei seinem Amtsantritt vor einigen Wochen voraus. Und diese Vorhersage hat sich bewahrheitet. Spanien zahlte einen sehr hohen Preis daf\u00fcr, dass man en Ernst der Situation am Anfang untersch\u00e4tzt hat. Infolgedessen hinkt die medizinische Versorgung seit Wochen hinterher.<\/p>\n<h3>Verhindern, was man verhindern kann<\/h3>\n<p>Laut Zapatero h\u00e4tte viel Leid verhindert werden k\u00f6nnen, wenn es eine fr\u00fchere Intervention gegeben h\u00e4tte. Er sieht diesen Fehler vor allem als eine Lektion f\u00fcr L\u00e4nder und Regionen, in denen das Virus noch nicht weit verbreitet ist. \u201eErst jetzt, da wir selbst mitten in der Krise stecken, sehen wir, wie schlimm sie ist. Mein Rat ist, aus den Fehlern in Italien und Spanien zu lernen. Seien Sie nicht gleichg\u00fcltig, wenn das Problem noch nicht gro\u00df ist. Alle Arten von sozialen Aktivit\u00e4ten gingen hier weiter. Daf\u00fcr zahlen wir jetzt einen hohen Preis. Das Virus verh\u00e4lt sich manchmal viel aggressiver als wir erwartet hatten. Es f\u00fchrt zu unz\u00e4hligen Todesf\u00e4llen, vor allem unter \u00e4lteren Menschen. Wir h\u00e4tten uns viel schneller auf das Schlimmste vorbereiten m\u00fcssen. Lassen Sie sich das eine Lehre f\u00fcr andere sein. Richten Sie Notfalleinrichtungen ein. Und verhindern, was man verhindern kann&#8221;, sagte der Spanier in einem kurzen Telefoninterview.<\/p>\n<p>Zapatero unterst\u00fctzt die von der spanischen Regierung eingef\u00fchrten strengen Ma\u00dfnahmen. Seit dem 14. M\u00e4rz gibt es in dem Land eine Ausgangssperre, die am 28. M\u00e4rz noch versch\u00e4rft wurde. Nur noch Menschen mit \u201ewesentlichen Berufen&#8221; d\u00fcrfen auf die Stra\u00dfe gehen. Gew\u00f6hnliche B\u00fcrger d\u00fcrfen nur f\u00fcr eine Besorgung, einen Arztbesuch oder eine Runde mit dem Hund nach drau\u00dfen gehen. \u201eJe fr\u00fcher Sie Patienten isolieren und je mehr Menschen drinnen bleiben, desto schneller wird alles unter Kontrolle sein. Das ist es, was wir hier jetzt sehen&#8221;, sagt Zapatero.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte Spanien von anderen L\u00e4ndern gelernt haben? Zapatero: \u201eIch glaube, es w\u00e4re viel besser gewesen, wenn Europa von Anfang an seine Kr\u00e4fte geb\u00fcndelt h\u00e4tte. Leider ist es jetzt schon lange ein Kampf f\u00fcr alle.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Schritt f\u00fcr Schritt zur\u00fcck zur Normalit\u00e4t, Minister Jens Spahn (Deutschland)<\/p>\n<figure id=\"attachment_217266\" aria-describedby=\"caption-attachment-217266\" style=\"width: 569px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-217266\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/csm_Spahn_Rednerpult-PK_665x443_625c635c43-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"569\" height=\"379\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-217266\" class=\"wp-caption-text\">Jens Spahn<\/figcaption><\/figure><\/blockquote>\n<p><a id=\"ankerlinkname3\"><\/a>Schritt f\u00fcr Schritt zur\u00fcck in den Alltag. So stellt sich der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn den Ausweg aus der Coronakrise vor. Der Ruf nach einer Ausstiegsstrategie aus den Coronama\u00dfnahmen wird von Tag zu Tag lauter. Spahn sagte in deutschen Medien, bei der Zahl der Infektionen sei ein \u201epositiver Trend&#8221; erkennbar. Dieser Trend habe sich aber noch nicht \u201estabilisiert&#8221;. Voraussetzung f\u00fcr m\u00f6gliche Schritte in Richtung Normalit\u00e4t ist, dass sich die Bev\u00f6lkerung auch w\u00e4hrend der Osterferien an die Einschr\u00e4nkungen im t\u00e4glichen Leben h\u00e4lt.<\/p>\n<p>\u201eWenn der derzeitige positive Trend bei den Infektionsraten anh\u00e4lt, kann die Bundesregierung mit den Ministerpr\u00e4sidenten der Bundesl\u00e4nder eine schrittweise R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t nach den Osterfeiertagen diskutieren&#8221;, sagte Spahn. Er f\u00fcgte hinzu, man d\u00fcrfe nicht vergessen, dass es nach der Infektion eine Zeitverz\u00f6gerung von 10 bis 20 Tagen gibt, bis ein Patient auf der Intensivstation eintrifft. Deshalb sei es \u201ezu fr\u00fch f\u00fcr Entwarnung&#8221;.<\/p>\n<p>Das sieht auch der nieders\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil so. \u201eNiemand sollte damit rechnen, ab dem 20. April sozusagen von vorne anfangen zu k\u00f6nnen, ganz und gar nicht&#8221;, sagte der SPD-Politiker im deutschen Fernsehen. \u201eOb es eine Entspannung geben kann, wei\u00df ich nicht.&#8221; Weil \u00e4u\u00dferte die Hoffnung, dass sich die Staaten auf ein einheitliches Vorgehen einigen w\u00fcrden. So k\u00f6nnte Verwirrung vermieden werden.<\/p>\n<p>In Deutschland gibt es inzwischen viel Kritik an den unterschiedlichen Ans\u00e4tzen der einzelnen Bundesl\u00e4nder. Die allgemeine Frage ist, warum sich die L\u00e4nder nicht auf eine einheitliche Regelung einigen k\u00f6nnen. Wenn eine Gemeinde oder ein Bezirk besonders stark von dem Virus betroffen ist, k\u00f6nnen dort nach Ansicht verschiedener Kommentatoren immer noch strengere Regeln auferlegt werden.<\/p>\n<blockquote><p>Mindestens bis Ende April weiter im Home Office arbeiten Margarete Schramb\u00f6ck (\u00d6sterreich)<\/p><\/blockquote>\n<p>In <a id=\"ankerlinkname5\"><\/a> \u00d6sterreich scheint die Er\u00f6ffnung kleiner Gesch\u00e4fte am kommenden Dienstag den Beginn einer Lockerung der Corona-Ma\u00dfnahmen zu signalisieren. Wirtschaftsministerin Margarete Schramb\u00f6ck (\u00d6VP) sowie die Wirtschaftskammer \u00d6sterreich (WK\u00d6) und die Arbeiterkammer (AK) forderten die Unternehmen auf, Heimarbeit und Telearbeit m\u00f6glichst bis mindestens Ende April aufrechtzuerhalten. Mit der strengen Abriegelung folgte \u00d6sterreich der Strategie der s\u00fcdlichen L\u00e4nder. Es hat funktioniert. Dennoch will \u00d6sterreich die Z\u00fcgel nur langsam wieder locker lassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_217502\" aria-describedby=\"caption-attachment-217502\" style=\"width: 162px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-217502\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/schramboeck-113x150.jpg\" alt=\"\" width=\"162\" height=\"215\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-217502\" class=\"wp-caption-text\">Margarete Schramb\u00f6ck<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eHome-Office ist ein wirksames Mittel, um die physischen Kontakte und damit das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus so weit wie m\u00f6glich zu reduzieren&#8221;, sagte Schramb\u00f6ck letzte Woche. \u201eJeder, der von zu Hause aus arbeitet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Eind\u00e4mmung der Pandemie.\u201c<\/p>\n<p>Zur Zeit sind nur Superm\u00e4rkte, Drogerien, Apotheken und Tabakl\u00e4den ge\u00f6ffnet. Ab dem 14. April k\u00f6nnen auch andere kleine Gesch\u00e4fte und Handwerksbetriebe sowie Heimwerkerl\u00e4den und Gartenzentren ihre Arbeit wieder aufnehmen. Ab dem 1. Mai d\u00fcrfen alle Gesch\u00e4fte und Friseure unter strengen Auflagen \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Hotels, Restaurants und alle anderen Unternehmen im Dienstleistungssektor m\u00fcssen noch l\u00e4nger warten. Die Lage wird Ende April im Hinblick auf eine schrittweise \u00d6ffnung ab Mitte Mai entsprechend dem Fahrplan der Regierung bewertet. Es gibt Spekulationen, dass Schulen und Kinderg\u00e4rten nach und nach wieder ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<blockquote><p>Wir d\u00fcrfen unsere Wachsamkeit nicht aufgeben, Silvio Brusaferro (Italien)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der <a id=\"ankerlinkname7\"><\/a> italienische Premierminister Giuseppe Conte erwartet eine leichte Lockerung des Produktionsstopps bis Ende April. \u201eEinige Sektoren der Wirtschaft werden ihre Aktivit\u00e4ten wieder aufnehmen k\u00f6nnen. Wenn die Wissenschaftler ihre Zustimmung geben, werden wir ab Ende April einige Ma\u00dfnahmen lockern k\u00f6nnen&#8221;, sagte Conte in einem Interview mit der BBC. \u201eEs sind positive Zeichen, aber t\u00e4uschen Sie sich nicht: Wir sind noch lange nicht \u00fcber den Berg.\u201c Gesundheitsinstitute geben auch an, dass die Infektionskurve abnimmt. \u201eEs ist ein positives Zeichen, aber es sollte uns nicht dazu veranlassen, in unserer Wachsamkeit nachzulassen&#8221;, sagte Silvio Brusaferro, Pr\u00e4sident des H\u00f6heren Instituts f\u00fcr Gesundheit. \u201eDer Trend zeigt, wie wirksam die ergriffenen Ma\u00dfnahmen in verschiedenen Kontexten zur Verlangsamung der Epidemie beigetragen haben. Der positive Trend wird in der Lombardei best\u00e4tigt&#8221;, f\u00fcgte er hinzu. Selbst in den s\u00fcdlichen Regionen sind die Zahlen r\u00fcckl\u00e4ufig, \u201ewenn auch begrenzt&#8221;.<\/p>\n<blockquote><p>Es wird ein Vor und ein Nach Covid-19 geben, Sophie Wilm\u00e8s, Premierministerin (Belgien)<\/p><\/blockquote>\n<p>Belgiens <a id=\"ankerlinkname6\"><\/a> oberste f\u00f6derale und regionale Minister und wissenschaftliche Experten werden Mitte n\u00e4chster Woche erneut \u00fcber die Abriegelung diskutieren. Premierminister Wilm\u00e8s hat die Zusammensetzung der GEES bekannt gegeben, der Expertengruppe, die die Ausstiegsstrategie entwickeln wird. Es handelt sich um eine Gruppe von \u00c4rzten, Virologen und Wirtschaftswissenschaftlern. Diese Experten m\u00fcssen eine Strategie entwickeln, um die von der Regierung im Kampf gegen das Coronavirus ergriffenen Ma\u00dfnahmen flexibler zu gestalten.<\/p>\n<p>Es ist jedoch klar, dass es nach dem 19. April nicht mehr so sein wird wie vor der Krise. Aber es gibt \u00c4rger, auch im Bildungsbereich, weil Politiker und Experten erst n\u00e4chste Woche Entscheidungen treffen werden. Viele Unternehmen, die vor Wochen panisch ihre T\u00fcren geschlossen haben, wollen jetzt auch Klarheit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_217514\" aria-describedby=\"caption-attachment-217514\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-217514\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Schermafdruk-2020-04-10-14.50.15.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"204\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-217514\" class=\"wp-caption-text\">Premierministerin Sophie Wilm\u00e8s<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eEs wird ein Vor und Nach Covid-19 geben&#8221;, sagte die Premierministerin letzte Woche im belgischen Parlament. \u201eSowohl in der Art, wie wir unsere Beziehung zu anderen betrachten, als auch in der Art, wie wir unsere Gesellschaft aufbauen. Das ist mir klar. Und die Frage der wirtschaftlichen Wiederbelebung oder der Entwicklung oder Neuausrichtung, wie wir sie nennen m\u00f6chten, wird in der Tat eine vorherrschende Rolle bei dieser Reflexion spielen, sowohl auf belgischer als auch auf europ\u00e4ischer und internationaler Ebene.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd all diese sehr strategischen Fragen, sollten meines Erachtens, zumindest auf belgischer Ebene, nicht auf diese Weise er\u00f6rtert werden, sondern in einer Regierung mit vollen Befugnissen sowie innerhalb des Parlaments, wenn es um grundlegende Entscheidungen f\u00fcr die Zukunft unseres Landes geht.&#8221;<\/p>\n<p><em><strong>An diesem Artikel haben mitgearbeitet: <\/strong><\/em><em><strong> Linda Bak (Niederlande), Katarzyna Zachariasz (Polen), Koen Greven (Spanien), Arnoud Cornelissen (Deutschland).<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lage ist an diesem Wochenende angespannt. \u201eBleibt weiter zuhause&#8221;, rufen die Regierungen in ganz Europa die Bev\u00f6lkerung auf. Denn wenn wir das weiterhin massenhaft tun, k\u00f6nnten die Corona-Ma\u00dfnahmen bald gelockert werden. Der Druck nach Entspannung nimmt zu. In ganz Europa warnen Experten vor Nachteilen f\u00fcr Sch\u00fcler, vor sozialen Unruhen und gro\u00dfen wirtschaftlichen Sch\u00e4den. Ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1760,"featured_media":517161,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[25213],"tags":[49037,49608],"location":[],"article_type":[],"serie":[],"archives":[],"internal_archives":[],"reboot-archive":[],"class_list":["post-217224","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachhaltigkeit-de","tag-coronakrise","tag-europaeische-union"],"blocksy_meta":[],"acf":{"subtitle":"","text_display_homepage":false},"author_meta":{"display_name":"Arnoud Cornelissen","author_link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/author\/arnoud-cornelissen\/"},"featured_img":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/image0-4-300x167.jpeg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Nachhaltigkeit<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Nachhaltigkeit<\/span>"]},"tags":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Coronakrise<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Europ\u00e4ische Union<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Coronakrise<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">Europ\u00e4ische Union<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 6 years ago","modified":"Updated 6 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on April 11, 2020","modified":"Updated on April 11, 2020"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on April 11, 2020 2:00 pm","modified":"Updated on April 11, 2020 2:00 pm"},"featured_img_caption":"","series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1760"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217224"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217224\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media\/517161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=217224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=217224"},{"taxonomy":"location","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/location?post=217224"},{"taxonomy":"article_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/article_type?post=217224"},{"taxonomy":"serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/serie?post=217224"},{"taxonomy":"archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/archives?post=217224"},{"taxonomy":"internal_archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/internal_archives?post=217224"},{"taxonomy":"reboot-archive","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/reboot-archive?post=217224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}