{"id":217149,"date":"2020-04-08T17:00:11","date_gmt":"2020-04-08T15:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=217149"},"modified":"2020-04-08T17:00:11","modified_gmt":"2020-04-08T15:00:11","slug":"217149-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/217149-2\/","title":{"rendered":"Die Schwarmintelligenz von Tieren nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Tiere legen Wanderrouten zur\u00fcck &#8211; aus verschiedenen Gr\u00fcnden: Bei Zugv\u00f6geln ist es etwa der Wechsel zwischen dem Sommer- und dem Winterquartier. Biologen k\u00f6nnten aus diesen Wanderrouten wichtige Informationen lesen. Bisher war das allerdings kaum m\u00f6glich. Das Projekt ICARUS soll dies \u00e4ndern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.htwk-leipzig.de\/no_cache\/hochschule\/aktuelles\/newsdetail\/artikel\/3109\/\">Marco Krondorf, Professor f\u00fcr Nachrichtentechnik<\/a>, arbeitete jahrelang an dem Projekt. Im M\u00e4rz 2020 war es soweit: Die Kommunikation zwischen Funksensoren und seinem Garten in Dresden war erfolgreich! Die Daten konnten verlustfrei zwischen Erde und Weltall transportiert werden.<\/p>\n<p>Mit diesem Durchbruch k\u00f6nnen die Forschenden des <a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/13414092\/max-planck-institut-fuer-verhaltensbiologie\"><em>Max-Planck-Instituts f\u00fcr Verhaltensbiologi<\/em><\/a>e in Radolfzell\/Konstanz ein lang gehegtes Projekt verwirklichen: Sie werden Amseln und andere wandernde Tierarten mit speziellen Funksensoren ausstatten. Jedes Mal, wenn die Raumstation ISS die Tiere \u00fcberfliegt, fragt sie dann verschiedene Messwerte ab. So k\u00f6nnen Wanderrouten von Tieren rund um den Globus beobachtet werden.<\/p>\n<h3>Interdisziplin\u00e4re Forschung<\/h3>\n<p>Die H\u00fcrde die Krondorf nehmen musste, war es, ein Signal zu erzeugen, das ausreichend stark ist, um im Weltall empfangen werden zu k\u00f6nnen. Im Weltall ist das Hintergrundrauschen tausendfach st\u00e4rker als ein konventionell erzeugtes Funksignal. Deshalb hat Krondorf Verfahren aus dem Mobilfunk, der Radartechnik und der Satellitenkommunikation kombiniert und Algorithmen entwickelt, die auf der Raumstation aus dem Rauschen die richtigen Informationen herausfiltern.<\/p>\n<p>Seine Technologie besteht aus Funksensoren (Tags) und einer Antenne. Die Antenne wurde schon im Sommer 2018 an der Au\u00dfenhaut der ISS Raumstation ISS installiert. Die Funksensoren sind eine Art Minicomputer, der Daten wie Position, Beschleunigung, Temperatur, Magnetfeld und Luftdruck aufzeichnet und diese an die Raumstation ISS sendet.<\/p>\n<h3>Beobachtung von Wanderrouten<\/h3>\n<p>Leiter des Projekts ICARUS ist Professor Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Verhaltensbiologie. F\u00fcr ihn ist mit dem Durchbruch ein <strong>neues Zeitalter in der Erdbeobachtung <\/strong>angebrochen. Tiere fliehen oft vor Erdbeben und anderen Naturkatastrophen, bevor der Mensch die drohende Gefahr bemerkt. Jetzt ist es m\u00f6glich, die Informationen aus dem Sp\u00fcrsinn der Tiere zu nutzen. Die Daten aus dem ICARUS-Projekt k\u00f6nnten die Schwarmintelligenz der Tiere nutzbar machen und f\u00fcr den Katastrophenschutz eingesetzt werden.<\/p>\n<blockquote><p>Durch die Technologie werden wilde Tiere f\u00fcr uns Menschen so wichtig, dass wir sie immer besser sch\u00fctzen wollen. Professor Martin Wikelski, Wikelski.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dar\u00fcberhinaus sind auch Epidemiologen an der Technik interessiert. Sie m\u00f6chten mithilfe von ICARUS die Ausbreitung von Seuchen durch tierische Tr\u00e4ger besser \u00fcberwachen.<\/p>\n<h3>Noch kleinere Funksensoren<\/h3>\n<p>Erforscht werden sollen nicht nur die Wanderrouten von Amseln. Auch Flederm\u00e4use und Flughunde, Meeresschildkr\u00f6ten und Fische sowie gro\u00dfe Tiere sollen vom Weltraum aus beobachtet werden. Aktuell wiegen die Funksensoren f\u00fcnf Gramm. Im n\u00e4chsten Schritt sollen sie noch kleiner und leichter werden. F\u00fcr Tiere, die kleiner als Amseln sind, ist das zu schwer. \u201eMit sehr kleinen Tags k\u00f6nnten wir vielleicht sogar die Ausbreitung von Heuschreckenplagen aus dem All beobachten\u201c, sagt Krondorf.<\/p>\n<p><strong>ICARUS<\/strong><\/p>\n<p>Die ICARUS-Initiative (kurz f\u00fcr: International Cooperation for Animal Research Using Space) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft und des <a href=\"https:\/\/www.dlr.de\/DE\/Home\/home_node.html\"><em>Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt<\/em><\/a> sowie <a href=\"http:\/\/en.roscosmos.ru\/\"><em>Roskosmos<\/em><\/a>, der russischen Raumfahrtagentur. Marco Krondorf ist Professor f\u00fcr Nachrichtentechnik an der <a href=\"https:\/\/www.htwk-leipzig.de\/no_cache\/hochschule\/aktuelles\/newsdetail\/artikel\/3109\/\"><em>Hochschule f\u00fcr Technik, Wirtschaft und Kultur<\/em><\/a> (HTWK) Leipzig.<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/weltraumschrott-iss-satellitenabwehr\/\">Update: Weltraumschrott bedroht Internationale Raumstation ISS<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eden-iss-umfangreiche-gemueseernte-in-der-antarktis\/\">EDEN-ISS: Umfangreiche Gem\u00fcseernte in der Antarktis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tiere legen Wanderrouten zur\u00fcck &#8211; aus verschiedenen Gr\u00fcnden: Bei Zugv\u00f6geln ist es etwa der Wechsel zwischen dem Sommer- und dem Winterquartier. Biologen k\u00f6nnten aus diesen Wanderrouten wichtige Informationen lesen. 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