{"id":216348,"date":"2020-04-03T21:11:49","date_gmt":"2020-04-03T19:11:49","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=216348"},"modified":"2020-04-03T21:11:49","modified_gmt":"2020-04-03T19:11:49","slug":"fahren-mit-einem-fahrrad-aus-den-verschluessen-alter-plastikflaschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/fahren-mit-einem-fahrrad-aus-den-verschluessen-alter-plastikflaschen\/","title":{"rendered":"Fahren mit einem Fahrrad aus den Verschl\u00fcssen alter Plastikflaschen"},"content":{"rendered":"<p>Es war nicht ein einzelner Moment. Es war eher ein l\u00e4ngerer Prozess, so erkl\u00e4rt es Johannes Alderse Baas. Ihm wurde bewusst, dass Fahrr\u00e4der tats\u00e4chlich produziert werden, um sie so schnell wie m\u00f6glich wegzuwerfen. Warum also nicht ein Fahrrad aus einem zirkulierenden Material herstellen? Zum Beispiel aus Plastik. Und so ist DutchFiets entstanden, eine Fahrradfabrik im niederl\u00e4ndischen Woudenberg, die Kunststofffahrr\u00e4der herstellt. Fahrr\u00e4der, die man am Ende ihres kommerziellen Lebenszyklus an die DutchFiets zur\u00fcckgeben kann. Zur Wiederverwendung.<\/p>\n<h3>Wie sind Sie auf die Idee f\u00fcr das Kunststoffrad gekommen?<\/h3>\n<p>&#8220;Schon w\u00e4hrend meines Maschinenbaustudiums hatte ich die Idee, Fahrr\u00e4der nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft herzustellen. Ich habe gesehen, wie man in Baum\u00e4rkten f\u00fcr wenig Geld Fahrr\u00e4der kaufen kann. Aber diese Fahrr\u00e4der, kann man im n\u00e4chsten Jahr eigentlich wieder wegwefen. Sie sind daf\u00fcr gemacht, entsorgt zu werden. Das ist eine enorme Verschwendung von Ressourcen. Hinzu kommen die Umweltauswirkungen des Transports aus den asiatischen Erzeugerl\u00e4ndern nach Europa.<\/p>\n<p>Ich wollte ein Fahrrad entwickeln, das in die Kreislaufwirtschaft passt. Zuerst wollte ich daf\u00fcr gebrauchte Fahrr\u00e4der verwenden. Das erwies sich in der Praxis als ung\u00fcnstig. Dann hatte ich die Idee, Kunststoff zu verwenden. Man kann Kunststoffe mit relativ geringem Energieaufwand wiederverwerten. Und wenn man den Verkauf mit einer Kaution verbindet, kann man sicher sein, dass das Fahrrad wieder zur\u00fcckkommt. Denn niemand wirft einfach 100 Euro weg.&#8221;<\/p>\n<h3>Was zeichnet Ihr Produkt aus?<\/h3>\n<p>&#8220;Eigentlich sind wir mit unserem Fahrrad aus Kunststoff einzigartig. Es wurden auch andere Prototypen gebaut. Aber es gab noch nie ein Fahrrad aus Kunststoff, das man wirklich kaufen konnte. Es ist ziemlich schwierig, so etwas zu produzieren. Sie m\u00fcssen sich mit allen m\u00f6glichen Sicherheitsaspekten befassen. Es muss alles sehr stabil sein, ohne dass es gleichzeitig zu schwer wird.&#8221;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Aftermovie oplevering Crowdfunding fietsen!\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/aDILfR8Mojs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h3>Was war das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, das Sie zu \u00fcberwinden hatten?<\/h3>\n<p>&#8220;Wir begannen mit Polyethylen, aus dem wir Rahmen und R\u00e4der herstellten. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es sehr robust sein muss, um alle europ\u00e4ischen Sicherheitsanforderungen zu erf\u00fcllen. Stahl ist viel h\u00e4rter. Man muss die mechanischen Eigenschaften ganz anders betrachten. Gl\u00fccklicherweise habe ich in dieser ersten Phase viel Unterst\u00fczung erhalten.<\/p>\n<p>Dank dieser Hilfe konnte ich einen ersten Prototyp entwickeln. Mit dem Geld, das durch die Crowdfunding-Kampagne hereinkam, konnte ich dann den Prototyp weiterentwickeln. Bestimmte Teile des Fahrrads sind aus Metall gefertigt, wie zum Beispiel die Vordergabel und die Lager. All dies musste speziell f\u00fcr dieses Fahrrad entwickelt werden. Aber die Sicherheit bleibt ein immer wiederkehrendes Thema. Auch beim neuen Modell 3.0. Es gibt Kunden, die ausdr\u00fccklich danach fragen. Kunden aus dem Unternehmensbereich. Das ist f\u00fcr uns sehr wichtig, denn es handelt sich um finanzielle Mittel, zus\u00e4tzlich zum Crowdfunding, die es uns erm\u00f6glichen, das Produkt weiter zu entwickeln.&#8221;<\/p>\n<h3>Worauf sind Sie besonders stolz?<\/h3>\n<p>&#8220;Besonders stolz war ich, als die Menschen, die am Crowdfunding teilgenommen hatten, zu uns kamen, um ihre bestellten Fahrr\u00e4der abzuholen. Da standen dann 70 Fahrr\u00e4der da. Das war ein tolles Gef\u00fchl.&#8221;<\/p>\n<h3>Was wird im kommenden Jahr im Unternehmen geschehen?<\/h3>\n<p>&#8220;Wir arbeiten an der Weiterentwicklung des Fahrrads. Ich habe nun das Design der n\u00e4chsten Generation an einen Fahrraddesigner delegiert. Ich bin kein Designer. Dankbar nutzen wir das Feedback, das wir von unseren Kunden erhalten. Diese Reaktionen haben uns auch zur Generation 2.0 gef\u00fchrt. Dank des gewerblichen Marktes k\u00f6nnen wir wieder in neue Generationen investieren. Unser Fahrrad ist zum Beispiel ideal f\u00fcr Hotels. Es ist wartungsarm und rostet nicht.&#8221;<\/p>\n<h3>Wo wird das Unternehmen in 5 Jahren stehen?<\/h3>\n<p>&#8220;In 5 Jahren wird sich das Fahrrad weiter entwickelt haben. Dann wird es noch mehr Teile geben, die vollst\u00e4ndig aus Kunststoff bestehen. Das Fahrrad verf\u00fcgt dann \u00fcber wartungsarme Lager, die nicht mehr geschmiert werden m\u00fcssen. F\u00fcr die Produktion verwenden wir Materialien wie alte Flaschenverschl\u00fcsse und andere Kunststoffe, so dass das Fahrrad wirklich vollst\u00e4ndig aus recycelten Materialien besteht.&#8221;<\/p>\n<h3>Welche Tipps haben Sie f\u00fcr junge Start-ups?<\/h3>\n<p>&#8220;Holen Sie das Beste aus Ihrem Netzwerk heraus. Das habe ich auch getan. Nur dank der Hilfe anderer konnte ich meine Ziele erreichen. Nat\u00fcrlich denkt man zun\u00e4chst, man w\u00fcsste alles ganz allein. Aber mit der Hilfe anderer geht es dreimal schneller. Wenn man nicht teilen kann, dann kann man auch nicht vervielfachen.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/startups\/\">Weitere Artikel \u00fcber Start-ups k\u00f6nnen Sie hier lesen.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war nicht ein einzelner Moment. Es war eher ein l\u00e4ngerer Prozess, so erkl\u00e4rt es Johannes Alderse Baas. Ihm wurde bewusst, dass Fahrr\u00e4der tats\u00e4chlich produziert werden, um sie so schnell wie m\u00f6glich wegzuwerfen. Warum also nicht ein Fahrrad aus einem zirkulierenden Material herstellen? Zum Beispiel aus Plastik. 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