{"id":216199,"date":"2020-04-03T13:43:24","date_gmt":"2020-04-03T11:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=216199"},"modified":"2020-04-03T13:43:24","modified_gmt":"2020-04-03T11:43:24","slug":"216199-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/216199-2\/","title":{"rendered":"COVID-19 Tracking App k\u00f6nnte europaweit Standard werden"},"content":{"rendered":"<p>In China, Singapur, S\u00fcdkorea und Israel ist sie schon in Gebrauch \u2013 jetzt soll sie auch von den europ\u00e4ischen Regierungen im Kampf gegen <em>COVID-19<\/em> genutzt werden: die Tracking App! Mehrere Forscherteams arbeiten an L\u00f6sungen. Am Mittwoch wurde in Berlin das Projekt <em>PEPP-PT<\/em> pr\u00e4sentiert. Die Technologie soll ausgereift sein und k\u00f6nnte schon Mitte April eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Initiator des gemeinn\u00fctzigen Forschungsprojekts <a href=\"https:\/\/www.pepp-pt.org\/\"><em>PEPP-PT<\/em><\/a> ist der deutsche IT-Unternehmer und Regierungsberater <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chris_Boos\">Hans-Christian Boos<\/a>. Er entwickelte die <em>COVID-19<\/em> Tracking App mit zahlreichen europ\u00e4ischen Wissenschaftern, Forschungsinstituten und Universit\u00e4ten. Darunter auch die deutschen Institute <a href=\"https:\/\/www.hhi.fraunhofer.de\/\"><em>Fraunhofer-Heinrich-Hertz Berlin<\/em><\/a> (HHI) und <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Home\/homepage_node.html\"><em>Robert Koch<\/em> <\/a>(RKI).<\/p>\n<h3>Eind\u00e4mmung von <em>COVID-19<\/em><\/h3>\n<p>Die Erwartung an eine <em>COVID-19<\/em> Tracking App ist die konsequente Nachverfolgung von Infektionsketten. Betroffene werden fr\u00fch \u00fcber eine Infektion informiert und k\u00f6nnen somit fr\u00fch isoliert und behandelt werden. Positiv stimmt etwa <a href=\"https:\/\/mobilbranche.de\/2020\/03\/mit-smartphone-tracking-gegen-covid-19\">das Beispiel Shenzhen<\/a> wo innerhalb kurzer Zeit die Zahl der Neuinfizierten pro Tag von 20 bis 60 auf drei reduziert werden konnte.<\/p>\n<p>Auch in Europa sucht man nach Ma\u00dfnahmen, die es erlauben, rasch wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckzukehren. Gro\u00dfe H\u00fcrde f\u00fcr die Tracking App ist allerdings der Datenschutz der via <em>DSGVO<\/em> in den Grundrechten verankert ist. Die meisten deutschen Politiker dr\u00e4ngen auf den freiwilligen Einsatz der App. Allerdings steigt die Erfolgsrate mit der Zahl der Nutzer \u2013 und der korrekten Nutzung. Deshalb werden auch steuerliche Anreize diskutiert. Das w\u00fcrde zu einer Scheinfreiwilligkeit f\u00fchren.<\/p>\n<h3>Basierend auf Positionsdaten<\/h3>\n<p>Die Technologie basiert auf Positionsdaten von <em>Bluetooth Low Energy.<\/em> Halten\u00a0 Nutzer den empfohlenen Abstand von zwei Metern nicht ein, so tauschen deren Smartphones eine Nummer zur Identifizierung (ID) aus. Nutzer, die positiv auf <em>COVID-19<\/em> getestet wurden, geben das in ihre Tracking App ein und das System informiert alle Kontakte, die der Erkrankte in der Woche zuvor hatte.<\/p>\n<p>Der Algorithmus soll \u00fcbrigens auch erkennen, ob sich eine Wand oder eine Scheibe zwischen den Nutzern befindet. Das k\u00f6nnte in einem Geb\u00e4ude oder einem Verkehrsstau der Fall sein. Grundlegend war die Vermessung der Bluetooth-Funk-Abstrahlungsprofile der g\u00e4ngigsten Smartphone-Modelle in Deutschland \u2013 und eine entsprechende Abgleichung der App, so Boos gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article206939411\/Coronavirus-Diese-App-soll-jetzt-das-Virus-killen.html\">welt.de<\/a>.<\/p>\n<h3>In bestehende Apps integrierbar<\/h3>\n<p>Es handle sich dabei bewusst um keine App, sondern ein System, das in bestehende Apps integriert werden kann, erkl\u00e4rt Boos. Dadurch m\u00fcsse keine extra App heruntergeladen werden. Nutzer bekommen das Trackingsystem automatisch im Update auf bestehende Apps. Aktiv werde dieses erst nach Einwilligung des Nutzers. Wenn diese erfolgt sei, generiere das Smartphone eine einmalige, regelm\u00e4\u00dfig wechselnde (ID) und sende diese \u00fcber <em>Bluetooth Low Energy<\/em> aus.<\/p>\n<h3>Europaweiter Standard<\/h3>\n<p>Um die Infektionsketten \u00fcber mehrere Grenzen hinweg zur\u00fcckverfolgen zu k\u00f6nnen, sollen die IDs auch eine L\u00e4nderkennung erhalten. Auch die <em>PEPP-PT<\/em> Technologie ist gewappnet. Den L\u00e4nder sollen eine gemeinsame Softwarebasis zur Verf\u00fcgung stehen. Die Software besteht aus drei Elementen:<\/p>\n<ul>\n<li>das oben genannte Frontend, das per Algorithmus Kontakte analysiert und in bestehende Apps integriert werden kann;<\/li>\n<li>ein Backend, das f\u00fcr Hunderte Millionen Teilnehmer skalierbar ist; es sammelt und verteilt die Daten der Apps;<\/li>\n<li>eine sichere Schnittstelle, die es Beh\u00f6rden erm\u00f6glicht, die Infektion eines Nutzers zu verifizieren;<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Debatte \u00fcber Datenschutz<\/h3>\n<p>Nach erfolgreichem Abschluss der Forschung will man jetzt in Kooperation mit der Bundeswehr zum Test der Software \u00fcbergehen. Gleichzeitig wird eine Debatte \u00fcber Datenschutz einsetzen. Laut<em> <a href=\"https:\/\/www.iuk.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer AISEC<\/a> <\/em> entspreche die <em>COVID-19<\/em> Tracking App den Richtlinien der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Ds Institut war an der Entwicklung des Sicherheitskonzepts beteiligt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iuk.fraunhofer.de\/de\/themen\/loesungen-und-kompetenzen-zur-bewaeltigung-der-corona-krise\/pepp-pt.html\">In einer Aussendung<\/a> versichert das <em>Fraunhofer AISEC<\/em>, dass weder Bewegungsprofile der Nutzer erstellt, noch Bewegungsdaten gespeichert werden. Es werden lediglich Begegnungen gespeichert: anonymisiert, lokal auf den Smartphones und nur f\u00fcr 21 Tage. \u00c4ltere IDs werden automatisch gel\u00f6scht. Die Informationen werden dezentral zwischengespeichert. Das habe den zus\u00e4tzlichen Vorteil, dass kein zentraler Angriffspunkt f\u00fcr Missbrauch (Hacking) entstehe.<\/p>\n<p>Die \u00dcbermittlung der ID an das Backend erfolge nur im Fall einer Infektion und durch erneute Best\u00e4tigung des betroffenen Nutzers. Auch hier sei die Speicherzeit auf 21 Tage beschr\u00e4nkt und der Datenschutz sei zu jeder Zeit gew\u00e4hrleistet, so die Experten von Fraunhofer.<\/p>\n<h3>Frei f\u00fcr alle zug\u00e4nglich<\/h3>\n<p><em>PEPP-PT<\/em> soll in der Schweiz als gemeinn\u00fctzige Organisation gegr\u00fcndet werden. Die Technologie und die Standards werden frei f\u00fcr alle zug\u00e4nglich sein. Die Beh\u00f6rden der einzelnen L\u00e4nder k\u00f6nnen eine Abwicklungsplattform nutzen. Diese erm\u00f6glicht es ihnen, europaweit harmonisierende Apps zu entwickeln, die auch mit den Anforderungen der nationalen Gesundheitssysteme \u00fcbereinstimmen. Die gemeinsame Softwarebasis gew\u00e4hrleistet den Austausch von Warnungen \u00fcber Grenzen hinweg.<\/p>\n<p><em>PEPP-PT<\/em> steht f\u00fcr <em>Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing<\/em>. Die gemeinn\u00fctzige Initiative wird durch Spenden finanziert. Gem\u00e4\u00df den WHO-Standards soll jegliche externe Einflussnahme vermieden werden.<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/das-potenzial-von-mobilfunkdaten-in-der-coronakrise\/\">Das Potenzial von Mobilfunkdaten in der Coronakrise<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/wie-sich-covid-19-auf-die-mobilitaet-auswirken-koennte\/\">Wie sich Covid-19 auf die Mobilit\u00e4t auswirken k\u00f6nnte<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In China, Singapur, S\u00fcdkorea und Israel ist sie schon in Gebrauch \u2013 jetzt soll sie auch von den europ\u00e4ischen Regierungen im Kampf gegen COVID-19 genutzt werden: die Tracking App! Mehrere Forscherteams arbeiten an L\u00f6sungen. Am Mittwoch wurde in Berlin das Projekt PEPP-PT pr\u00e4sentiert. Die Technologie soll ausgereift sein und k\u00f6nnte schon Mitte April eingesetzt werden. 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