{"id":214946,"date":"2020-03-26T19:00:36","date_gmt":"2020-03-26T18:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=214946"},"modified":"2020-03-26T19:00:36","modified_gmt":"2020-03-26T18:00:36","slug":"sars-cov-2-coronavirus-computermodell-simuliert-schrittweise-ruecknahme-der-massnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/sars-cov-2-coronavirus-computermodell-simuliert-schrittweise-ruecknahme-der-massnahmen\/","title":{"rendered":"SARS-CoV-2 (Coronavirus) \u2013 Computermodell simuliert schrittweise R\u00fccknahme der Ma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Schon eine Woche nach Anordnung zeigten die Ma\u00dfnahmen der \u00f6sterreichischen Regierung Wirkung: Die Reduktion der Personenkontakte verlangsamte die Ausbreitung des <em>SARS-CoV-2 Virus<\/em>. F\u00fcr das Start-up dwh eine Best\u00e4tigung. Genau das hatte ihr Computermodell prognostiziert. Jetzt simulierte dwh verschiedene Szenarien zu einer schrittweisen R\u00fccknahme der Ma\u00dfnahmen. Der \u00dcbergang zu einem regul\u00e4ren Schulbetrieb nach Ostern ist dabei eher unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Die Zahl der <em>SARS-CoV-<\/em>2 Infektionen steige zwar noch, aber der t\u00e4gliche prozentuelle Anstieg habe sich reduziert. Wir sind auf einem guten Weg, erkl\u00e4rt <a href=\"http:\/\/www.dwh.at\/de\/uber\/mitarbeiter\/niki-popper\/\">Niki Popper<\/a>, Gr\u00fcnder von <a href=\"http:\/\/www.dwh.at\/de\/\">dwh<\/a> und oordinator des interfakult\u00e4ren Zentrums <a href=\"https:\/\/cocos.tuwien.ac.at\/home\/\"><em>Computational Complex Systems<\/em><\/a> der TU Wien. Am Anfang der <em>COVID-19<\/em> Krise verdoppelte sich die Zahl der best\u00e4tigten Infektionen alle zwei bis 2,5 Tage. Zuletzt habe sich das Wachstum verringert und jetzt sei von einer Verdopplungszeit von vier bis sechs Tagen auszugehen. Genau das war es, was sein Computermodell vorab berechnet habe, so der Forscher.<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen sollen zun\u00e4chst bis nach Ostern eingehalten werden und Popper ist schon zur Simulation von Szenarien zur R\u00fccknahme der Ma\u00dfnahmen \u00fcbergegangen. Eine Aufgabe, die gemeinsam mit der <em><a href=\"https:\/\/www.meduniwien.ac.at\/web\/\">Medizinischen Universit\u00e4t Wien<\/a> <\/em>und der <a href=\"https:\/\/goeg.at\/\"><em>Gesundheit \u00d6sterreich GmbH<\/em><\/a> bearbeitet werden soll. Basis f\u00fcr diese Absch\u00e4tzung werden gemessene Zahlen sein \u2013 und zwar jene von Tests. Dazu gelte es, m\u00f6glichst viele Menschen auf das <em>SARS-CoV-2<\/em> Virus zu testen.<\/p>\n<h3>Schrittweise R\u00fccknahme der Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n<p>Theoretisch w\u00e4ren noch weitere Versch\u00e4rfungen der Ma\u00dfnahmen denkbar, wie etwa das Stilllegen von \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, das Schlie\u00dfen von noch mehr Betrieben oder die Verh\u00e4ngung eines generellen Ausgangsverbots. Poppers Simulationen zeigen allerdings, dass sich Versch\u00e4rfungen ab einem gewissen Punkt nicht mehr sp\u00fcrbar auswirken. Er vergleicht das mit einem vollgesaugten Schwamm, aus dem man das Wasser bis zur totalen Komprimierung herausdr\u00fccken kann. Ist dies erfolgt, wirkt sich zus\u00e4tzlicher Druck kaum noch aus.<\/p>\n<p>Gleich nach Ostern wieder zu einem normalen Alltag \u00fcberzugehen, w\u00fcrde indes erneut zu einer raschen Ausbreitung von <em>COVID-19<\/em> f\u00fchren. Vielmehr gelte es punktuell durchdachte Ma\u00dfnahmen zu setzen, wie etwa die Zahl der Personenkontakte bei Risikogruppen einzuschr\u00e4nken. Zur Risikogruppe z\u00e4hlen zum einen Einsatzkr\u00e4fte und zum anderen \u00fcber 65-J\u00e4hrige sowie gesundheitlich Vorbelastete.<\/p>\n<p>F\u00fcr die schrittweise R\u00fccknahme der Ma\u00dfnahmen haben die Forscher mit ihrem Computermodell drei Szenarien simuliert:<\/p>\n<h3>Beibehalten des Staus Quo<\/h3>\n<p>Zum aktuellen Zeitpunkt sind Schulen und circa ein Viertel der Arbeitsst\u00e4tten geschlossen. Bei Freizeitkontakten geht man davon aus, dass diese um etwa die H\u00e4lfte gesenkt wurden. Bliebe man bei diesem Ma\u00dfnahmenpaket, dann w\u00fcrde die Zahl der SARS-CoV-2 Infektionen \u00fcber den Sommer kontinuierlich zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<h3>\u00d6ffnen der Arbeitsst\u00e4tten<\/h3>\n<p>In einem zweiten Szenario w\u00fcrde man nach Ostern die Arbeitsst\u00e4tten wieder \u00f6ffnen. Die Schulen w\u00fcrden aber weiter geschlossen bleiben und die Freizeitkontakte reduziert. Dabei w\u00fcrde der R\u00fcckgang der <em>SARS-CoV-2<\/em> Infektionen langsamer fortschreiten. Dennoch k\u00e4me das Gesundheitssystem nicht an seine Belastungsgrenze.<\/p>\n<h3>\u00d6ffnen der Arbeitsst\u00e4tten und Schulen<\/h3>\n<p>In einem dritten Szenario werden Arbeitsst\u00e4tten ab Ostern wieder ge\u00f6ffnet und ab 4. Mai \u2013 zwei Wochen vor der Matura \u2013 der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Blo\u00df die Zahl der Freizeitkontakte bleibt weiterhin um 50 Prozent reduziert. Das w\u00fcrde zwar nicht zu einem explosiven Anstieg der <em>SARS-CoV-2<\/em> Infektionen f\u00fchren, aber der Anstieg w\u00fcrde das Niveau der derzeitigen ersten Welle doch \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend verweist Popper auf die generelle Unsicherheit von Langzeitprognosen \u2013 umso mehr als \u00fcber die Ausbreitung des <em>SARS-C0V-2<\/em> Virus noch wenig bekannt sei. Weshalb es wichtig sei, die Modelle Woche f\u00fcr Woche weiter zu verbessern und an das neueste Datenmaterial anzupassen.<\/p>\n<h3>Problem der Dunkelziffer<\/h3>\n<p>Offen bleibt auch die Frage nach der Dunkelziffer: Wie viele Person haben sich mit dem <em>SARS-CoV-2<\/em> Virus infiziert und wissen es nicht, weil sie keine Symptome haben? Erste \u00dcberlegungen zu Sch\u00e4tzungen gibt es im <em>Institut f\u00fcr H\u00f6here Studien<\/em> (IHS), das ebenfalls mit dem Team Popper kooperiert.<\/p>\n<p>Hier finden Sie einen Link zum Blogbeitrag des IHS <a href=\"https:\/\/www.ihs.ac.at\/de\/publikationsportal\/blog\/beitraege\/infizierte-coronavirus\/\"><em>Ein Blick in die Glaskugel &#8211; Welche drei Faktoren es f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der SARS-CoV-2 Fallzahlen braucht<\/em><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr Popper ist eine hohe Dunkelziffer keine zwingend schlechte Nachricht. Weil diese den Anteil der bekannten schweren F\u00e4lle nach unten verschieben w\u00fcrde. Auch w\u00e4re man bei einer hohen Dunkelziffer dem Ziel der Herdenimmunit\u00e4t n\u00e4her. Dann w\u00fcrde es vielleicht nicht mehr so lange dauern, bis ausreichend viele Menschen gegen das Virus immun w\u00e4ren.<\/p>\n<h3>Agentenbasiertes Computermodell<\/h3>\n<p>Das Computermodell der Ausgr\u00fcndung der <a href=\"https:\/\/www.tuwien.at\/\"><em>TU Wien<\/em><\/a> ist agentenbasiert. In der Simulation der Ausbreitung von <em>COVID-19<\/em> werden einzelne virtuelle Personen abgebildet, die bestimmte Verhaltens- und Kontaktmuster haben. Reale Personen werden also durch <em>digitale Zwillinge<\/em> am Computer repr\u00e4sentiert und \u00fcber den gesamten zeitlichen Verlauf der Epidemie hinweg verfolgt. Die virtuelle Person legt jeden Tag bestimmte Wege zur\u00fcck \u2013 etwa zum Arbeitsplatz und wieder nach Hause. Simuliert wird Tag f\u00fcr Tag, welche Person welche Kontakte zu welchen anderen Personen hat.<\/p>\n<p>Die Datenbanken der <a href=\"http:\/\/www.statistik.at\/web_de\/statistiken\/index.html\"><em>Statistik Austria<\/em><\/a> erm\u00f6glichen regionale Bev\u00f6lkerungsdaten aus ganz \u00d6sterreich. Dazu kommen externe Faktoren wie die topographische Situation, die regionsspezifische Mobilit\u00e4t und die Gesundheitsinfrastruktur. In der Topographie spielt etwa die Seeh\u00f6he eine Rolle, in der Gesundheitsinfrastruktur die Krankenhauskapazit\u00e4ten. Letzteres kl\u00e4rt die Frage: Wo k\u00f6nnen wie viele Quarant\u00e4nebetten zur Verf\u00fcgung gestellt werden?<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/computermodell-berechnet-ausbreitung-von-covid-19\/\">Computermodell berechnet Ausbreitung von COVID-19<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/harvard-und-google-unterstuetzen-start-up-auf-der-suche-nach-covid-19-wirkstoff\/\">Harvard und Google unterst\u00fctzen Start-up auf der Suche nach Covid-19 Wirkstoff<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon eine Woche nach Anordnung zeigten die Ma\u00dfnahmen der \u00f6sterreichischen Regierung Wirkung: Die Reduktion der Personenkontakte verlangsamte die Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus. F\u00fcr das Start-up dwh eine Best\u00e4tigung. Genau das hatte ihr Computermodell prognostiziert. 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