{"id":213297,"date":"2020-03-17T13:12:48","date_gmt":"2020-03-17T12:12:48","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=213297"},"modified":"2020-03-17T13:12:48","modified_gmt":"2020-03-17T12:12:48","slug":"pflanzenschutz-kommunikation-chemische-keule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/pflanzenschutz-kommunikation-chemische-keule\/","title":{"rendered":"Neue Art des Pflanzenschutzes: Kommunikation statt chemische Keule"},"content":{"rendered":"<p>Der Klimawandel und die damit immer l\u00e4ngeren Hitze- und Trockenperioden wird f\u00fcr Pflanzen zu einer immer gr\u00f6\u00dferen Herausforderung. Es entwickeln sich neue Krankheiten und ein kleiner Pilz kann da schnell mal t\u00f6dliche Auswirkungen haben. So breiten sich laut Informationen des <a href=\"http:\/\/www.kit.edu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie<\/a> (KIT) am Oberrhein neue Pflanzenkrankheiten aus, wie das Esca-Syndrom, durch das Rebst\u00f6cke absterben.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sollen aber chemische Keulen vermieden werden, um sowohl die Menschen als auch die Umwelt vor sch\u00e4dlichen Auswirkungen zu sch\u00fctzen. Deshalb forschen Wissenschaftler des KIT zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz und im Dialog mit Weinbauern, Landwirten und der Industrie an neuen Ans\u00e4tzen f\u00fcr Pflanzenschutz ohne Herbizide und Fungizide.<\/p>\n<p>\u201eWir suchen daher nach neuen Wegen, um die Pflanzen zu sch\u00fctzen\u201c, sagt Dr. Alexandra Wolf vom Botanischen Institut des KIT. Die Biologin koordiniert das Forschungsprojekt \u201eChemischer Dialog als Protektive Technologie im nachhaltigen Pflanzenschutz \u2013 DialogProTec\u201c. Die Fachleute aus den Disziplinen Pflanzenwissenschaften, Pilzgenetik, Chiptechnologie, Organische Chemie und Agrarwissenschaften wollen gemeinsam nachhaltige Wirkstoffe f\u00fcr den Pflanzenschutz zu finden, die ihre Wurzeln in der biologischen Evolution haben.<\/p>\n<h3>Chemische Kommunikation<\/h3>\n<p>Die Forscher wollen hierzu die chemischen Signale nutzen, durch die die Krankheitserreger und Pflanzen kommunizieren und so die Pflanzen sch\u00fctzen. \u201eEs geht darum, einzelne Signalstoffe zu finden, auf die die Pflanze mit einer Immunantwort reagiert, um sich besser gegen Pathogene verteidigen zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Christian Metzger, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Botanischen Institut. Allerdings sei es viel zu aufw\u00e4ndig, die chemische Kommunikation an ganzen Pflanzen zu untersuchen. Deshalb untersucht er die chemische Kommunikation in Zellen von Pflanzen und Pilzen auf einem Laborchip, die sich aber nicht ber\u00fchren. So kann er in kurzer Zeit eine Vielzahl von Signalen und Kombinationen testen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_213294\" aria-describedby=\"caption-attachment-213294\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-213294\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/2020_018_Pflanzenschutz-600x425.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"425\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-213294\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Alexandra Wolf, KIT<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wissenschaftler am Institut f\u00fcr Mikrostrukturtechnik des KIT haben f\u00fcr das \u00d6kosystem gemeinsam mit Botanikern einen sogenannten Mikrofluidik-Chip entwickelt. Au\u00dferdem nutzen die Forscher einen am Botanischen Institut entdeckten Genschalter aus einer Europ\u00e4ischen Wildrebe mit besonders starkem Immunsystem, um die chemischen Signale zu finden, die eine Immunreaktion ausl\u00f6sen. Diese Reaktion wollen die Wissenschaftler mit Licht von gr\u00fcn fluoreszierendem Protein messen, das sie zuvor ins Erbgut der Testzellen einbringen. \u201eDas Zusammenspiel von Natur und Technik ist faszinierend und erm\u00f6glicht einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Natur\u201c, sagt Metzger.<\/p>\n<p>Diese Forschung setze einen engen Austausch mit den Weinbauerinnen und Weinbauern am Oberrhein voraus, betont , Alexandra Wolf. \u201eZum Beispiel, um zu erfahren, welchen Bedarf an Pflanzenschutz sie sehen, und welche Anwendung f\u00fcr sie praktikabel ist.\u201c Sobald sie geeignete Signalstoffe gefunden haben, wollen die Wissenschaftler diese Stoffe in gr\u00f6\u00dferen Mengen herstellen und im Landbau realit\u00e4tsnah pr\u00fcfen \u2013 und die Erkenntnisse den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<h3>\u00dcber DialogProTec<\/h3>\n<p>Das Projekt DialogProTec wird im Rahmen des Programms Interreg Oberrhein durch den Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EU-Regionalfonds) im 500.000 Euro gef\u00f6rdert und l\u00e4uft noch bis Juni 2022. Von den Bundesl\u00e4ndern Baden-W\u00fcrttemberg und Rheinland-Pfalz sowie der franz\u00f6sischen Region Grand-Est kommen insgesamt 250.000 Euro. Wissenschaftliche Partner sind die Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg, die Universit\u00e4t Stra\u00dfburg, das im Schweizer Kanton Aargau ans\u00e4ssige Forschungsinstitut f\u00fcr biologischen Landbau (FiBL) sowie das Institut f\u00fcr Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF) in Kaiserslautern, das f\u00fcr die Signalsuche 20.000 Pilzst\u00e4mme in das Projekt einbringt.<\/p>\n<p><em><strong>Titelbild<\/strong>: Die Esca-Krankheit wird durch Pilze ausgel\u00f6st und kann zum Absterben von Trieben oder anzen Weinreben und damit zu erheblichen wirtschaftlichen Einbu\u00dfen f\u00fchren. \u00a9 Staatliches Weinbauinstitut Freiburg<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimawandel und die damit immer l\u00e4ngeren Hitze- und Trockenperioden wird f\u00fcr Pflanzen zu einer immer gr\u00f6\u00dferen Herausforderung. Es entwickeln sich neue Krankheiten und ein kleiner Pilz kann da schnell mal t\u00f6dliche Auswirkungen haben. 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