{"id":212366,"date":"2020-03-26T17:00:18","date_gmt":"2020-03-26T16:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=212366"},"modified":"2020-03-26T17:00:18","modified_gmt":"2020-03-26T16:00:18","slug":"ladestation-e-auto-ohne-kabel-aufladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ladestation-e-auto-ohne-kabel-aufladen\/","title":{"rendered":"Ladestation: E-Auto ohne Kabel aufladen"},"content":{"rendered":"<p>Schon 2013 war Christian Flechl klar: <strong>E-Mobilit\u00e4t ist die Zukunft<\/strong>. Was ihn aber st\u00f6rte, war das umst\u00e4ndliche Laden. In einer Zeit in der alles <strong>kontaktlos<\/strong> wurde, schien ihm das st\u00e4ndige Hantieren an der Ladestation mit dem Kabel nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.\u00a0Gemeinsam mit Automobilherstellern entwickelte er ein automatisiertes und interoperables Ladesystem.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.volterio.com\/\"><em>Volterio<\/em><\/a>\u00a0setzt im Gegensatz zu anderen Technologien auf ein <strong>neuartiges Kontaktierungssystem<\/strong>. Es verbindet das Basismodul mit einem Roboterarm automatisch mit der Fahrzeugeinheit (engl.: Vehicle Unit), die sich unter dem E-Auto befindet. Das Lademodul ist am Boden des Parkplatzes verankert. Da das Ladesystem konduktiv arbeitet, stellt es eine direkte Verbindung zwischen Bodenmodul und Fahrzeugeinheit her.<\/p>\n<p>Christian Flechl erkl\u00e4rt im Interview hat im Interview mit <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/\">Innovation Origins<\/a>, wie seine Ladestation funktioniert und wie es mit Volerio weitergeht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_212367\" aria-describedby=\"caption-attachment-212367\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-212367\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Portrait-Flechl-464x600.jpg\" alt=\"Christian Flechl, Gr\u00fcnder des Start-ups Volterio, das eine Ladestation ohne Stecker entwickelt hat. \" width=\"220\" height=\"284\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-212367\" class=\"wp-caption-text\">Christian Flechl (c) Volterio<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Was waren die Anf\u00e4nge von Volterio?<\/h3>\n<p>Die Idee ist im Studium an der <a href=\"https:\/\/www.tugraz.at\/home\/\"><em>TU Graz<\/em><\/a> entstanden. Dort habe ich mich mit der <strong>Netzintegration der E-Mobilit\u00e4t und den Auswirkungen auf das Niederspannungsnetz<\/strong> besch\u00e4ftigt. Mit automatisiertem Laden hat das zwar nicht wirklich etwas zu tun. Aber schon damals, 2013, zeigte sich, dass E-Mobilit\u00e4t die Zukunft ist. Biotreibstoff und Wasserstoff machten \u00f6konomisch und \u00f6kologisch keinen Sinn. Im gleiche Jahr wurde der Ladestecker EU-weite standardisiert.<\/p>\n<p>Bereits damals arbeiteten gro\u00dfe Unternehmen intensiv an einem induktiven Ladesystem, das nur ein Ladepad hat. Es hie\u00df, das Produkt sei serienreif. Aber ich hatte meine Zweifel. Die Ladeleistung war gering und das E-Auto musste direkt \u00fcber dem Pad stehen. Au\u00dferdem entwickelte sich beim Ladevorgang ein starkes elektromagnetisches Feld. Das ist gef\u00e4hrlich, wenn sich zum Beispiel eine Katze oder ein Metallgegenstand zwischen Basisstation und Fahrzeugeinheit befindet. Problematisch war auch der gro\u00dfe Bauraum, der einer Interoperabilit\u00e4t entgegenstand.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das induktive Ladesystem in der E-Mobilit\u00e4t bis heute ineffizient. BMW ist der einzige Hersteller, der es f\u00fchrt &#8211; und das nur f\u00fcr ein einziges Serienmodell (530e). Zudem fehlt eine Standardisierung.<\/p>\n<h3>Wie haben Sie das Problem gel\u00f6st?<\/h3>\n<p>Bisher scheiterte es an einer erschwinglichen Robotik, dass der Kabelstecker f\u00fcr Menschen optimiert ist \u2013 und nicht f\u00fcr Roboter. Der Ansteckvorgang ben\u00f6tigt eine bis zu sechsachsige Bewegung. Er muss sich neigen und drehen k\u00f6nnen. F\u00fcr den Roboter ist es aufw\u00e4ndig und kompliziert, die Position genau zu erfassen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig macht ein normaler Ladestecker mit Pins f\u00fcr automatisierte Verbindungen keinen Sinn. Denn er ist nicht auf die Bed\u00fcrfnisse einer Robotik optimiert. Deshalb hat unser Stecker keine Pins und kann sich selbst zentrieren. Unser Ladesystem bildet den standardisierten Stecker funktionell nach &#8211; hat allerdings eine neue Geometrie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_212369\" aria-describedby=\"caption-attachment-212369\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-212369 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Volterio_Connector-600x294.jpg\" alt=\"Die Ladestation von Volterio befindet sich auf dem Boden des Parkplatzes und wird automatisch mit der Fahrzeugeinheit verbunden. \" width=\"600\" height=\"294\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-212369\" class=\"wp-caption-text\">Volterio Stecker (c) Volterio<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Wie konnten Sie die Idee umsetzen?<\/h3>\n<p>Die beiden Schl\u00fcsselpatente hatte ich schon 2015 angemeldet. Ein Jahr nach Gr\u00fcndung ist dann ein f\u00fchrender Automobilhersteller auf uns zugekommen. Mittlerweile sind es zehn Automobilhersteller, die mit uns kooperieren. Alle haben das gleiche Ziel: Ein interoperables Ladesystem anzubieten mit so wenig Bauraum und Komplexit\u00e4t im Fahrzeug wie m\u00f6glich. Damit die Fahrzeugeinheit in unterschiedliche Fahrzeugtypen passt, ist die am kleinsten m\u00f6gliche L\u00f6sung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Unser Ladesystem ist kompakt und kosteng\u00fcnstig. Wir wollen es zum weltweiten Standard in der E-Mobilit\u00e4t machen. Gemeinsam wissen wir, wie man in diesem Bereich forscht. Mit Abstand sind wir weltweit Technologief\u00fchrer. Als Start-up allein w\u00e4re das unm\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<h3>Das klingt, als sei das ganz einfach gewesen?<\/h3>\n<p>Entscheidend war, einen Automobilhersteller zu finden, der an die L\u00f6sung glaubt und sie mit uns weiterentwickelt. Wir haben uns nie um einen Kontakt bem\u00fcht. Alle Automobilhersteller sind auf uns zugekommen. Dadurch haben wir eine gro\u00dfe Allianz, die uns unterst\u00fctzt.\u00a0Entscheidend war auch das Timing. Drei Jahre fr\u00fcher w\u00e4re die Idee verraucht. Drei Jahre sp\u00e4ter w\u00e4re der Zug abgefahren gewesen. Das zeigt sich auch jetzt in den Normierungsverfahren.<\/p>\n<h3>Wie schwer war es, eine Finanzierung zu bekommen?<\/h3>\n<p>Wir haben bis heute keinen Investor gebraucht und finanzieren uns haupts\u00e4chlich durch echte Ums\u00e4tze aus Pilotsystemen. Schon ein Jahr nach Gr\u00fcndung haben wir sechsstellige Ums\u00e4tze gemacht. Heute kooperieren wir mit einigen der f\u00fchrenden Automobilhersteller aus Europa, Amerika und Asien.<\/p>\n<figure id=\"attachment_212370\" aria-describedby=\"caption-attachment-212370\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-212370\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Volterio_charging_robot-600x296.jpg\" alt=\"Ladesystem, Volterio, Automobilhersteller, E-Mobilit\u00e4t\" width=\"600\" height=\"296\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-212370\" class=\"wp-caption-text\">Das Ladesystem (c) Volterio<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Wie geht es jetzt weiter?<\/h3>\n<p>Durch das laufende Standardisierungsverfahren entscheidet sich jetzt gerade sehr viel. In zwei bis drei Jahren sollte sich der Standard gefestigt haben. Dann geht es um die Skalierung. Danach sollte es nicht mehr lang dauern, bis unser Ladesystem bei verschiedenen Automobilherstellern am Markt ist.<\/p>\n<p>Als Start-up k\u00f6nnten wir die Industrialisierung des Systems unm\u00f6glich selbst finanzieren. \u00a0Deshalb vergeben wir die Technologie als Lizenz. Dazu kooperieren wir mit Originalausr\u00fcstungsherstellern (OEM) sowie deren Zulieferer. Der Wert von <strong>Volterio<\/strong> besteht aus einer Reihe von Patenten, die nur schwer zu umgehen sind.<\/p>\n<p>Unsere aktuelle L\u00f6sung ist auf die Nutzung in Garagen und an Pl\u00e4tzen ohne Installationsaufwand ausgerichtet. Aber wir stehen wenige Monate vor der Pr\u00e4sentation der zweiten Version. Sie ist auf den Einsatz im \u00f6ffentlichen Raum fokussiert und l\u00e4sst sich vollst\u00e4ndig im Boden versenken. Die ideale Ladestation ist unsichtbar. So k\u00f6nnen wir jeden Anwendungsfall abdecken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/startups\/\">Sie interessieren sich f\u00fcr Start-ups? Lesen Sie hier alle Artikel aus unserer Serie: <\/a><\/p>\n<h3>Hiring?<\/h3>\n<p>Im Bereich der Software-Entwicklung sind wir immer auf der Suche nach au\u00dfergew\u00f6hnlich guten und fachlich kompetenten Leuten, die gut ins Team passen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_212368\" aria-describedby=\"caption-attachment-212368\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-212368 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Approaching_Volterio-600x361.jpg\" alt=\"Die Abbildung zeigt zwei -E-Autos um die Gr\u00f6\u00dfe der Ladestation im Verh\u00e4ltnis darzustellen\" width=\"600\" height=\"361\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-212368\" class=\"wp-caption-text\">Ladesystem (c) Volterio<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Foto: Die Abbildung zeigt die Gr\u00f6\u00dfe des Ladesystems und die Positionierung der Fahrzeugeinheit.<\/em><\/p>\n<h4>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon 2013 war Christian Flechl klar: E-Mobilit\u00e4t ist die Zukunft. 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