{"id":211450,"date":"2020-03-03T16:51:11","date_gmt":"2020-03-03T15:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=211450"},"modified":"2020-03-03T16:51:11","modified_gmt":"2020-03-03T15:51:11","slug":"prognose-vom-psychologen-so-lange-haelt-ihre-beziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/prognose-vom-psychologen-so-lange-haelt-ihre-beziehung\/","title":{"rendered":"Prognose vom Psychologen: So lange h\u00e4lt Ihre Beziehung"},"content":{"rendered":"<p>Jede Partnerb\u00f6rse sucht die Menschen, die am besten zueinander passen (sollten) auf Basis von Algorithmen aus. Nicht immer treffen sie auch ins Schwarze. T\u00e4ten sie das, g\u00e4be es B\u00fccher wie \u201e<em>100 Miese Dates<\/em>\u201c von Nadine Kretz nicht. Ist es aber \u00fcberhaupt m\u00f6glich zu Beginn einer Beziehung vorherzusagen, ob oder sogar wie lange sie h\u00e4lt? Psychologen der <a href=\"https:\/\/www.uni-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.ualberta.ca\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">University of Alberta<\/a>, Kanada, sind dieser Frage nachgegangen und zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: &#8220;Prognosen \u00fcber die Langlebigkeit einer Beziehung sind durchaus m\u00f6glich.&#8221;<\/p>\n<p>Dr. Christine Finn von der Universit\u00e4t Jena und ihre Kollegen von vier deutschen Universit\u00e4ten haben im Rahmen der Langzeitstudie \u201epairfam&#8221; seit 2008 die Entwicklung von \u00fcber 12.000 Personen unterschiedlichen Alters untersucht. Von den 2.000 Paaren, die Christine Finn regelm\u00e4\u00dfig befragte, trennten sich 16 im Laufe dieses Zeitraums. \u201eBereits zu Beginn einer Beziehung lassen sich Pr\u00e4diktoren &#8211; also gewisse Vorhersagevariablen &#8211; finden, die Informationen dar\u00fcber liefern, ob die Beziehung lange h\u00e4lt oder nicht&#8221;, erkl\u00e4rt Finn.<\/p>\n<p>Laut Finn gibt es in der Psychologie derzeit zwei wissenschaftliche Modelle, die den Verlauf einer Paarbeziehung unterschiedlich beschreiben. Ein Modell geht davon aus, dass alle Paare zu Beginn etwa gleich gl\u00fccklich sind und eine Trennung aufgrund von Problemen geschehe, die sich erst im Laufe der gemeinsamen Zeit entwickelt haben. Bei Modell zwei sind die beiden Beteiligten bereits von Anfang an unterschiedlich gl\u00fccklich. Zwar w\u00fcrden sie diese unterschiedlichen Niveaus meist halten, die negativere Ausgangs\u00acsituation erh\u00f6he jedoch die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Beziehung.<\/p>\n<p>\u201eWir haben nun herausgefunden, dass eine Mischung aus beiden Modellen wohl zutrifft&#8221;, sagt die Jenaer Psychologin. \u201eAuch wir k\u00f6nnen ein unterschiedliches Ausgangsniveau best\u00e4tigen. Zus\u00e4tzlich nimmt bei beiden Gruppen die Gl\u00fccklichkeit ab &#8211; bei denen, die sich sp\u00e4ter trennen, passiert das allerdings deutlich rapider. Das bedeutet: Wer ungl\u00fccklich startet, wird noch ungl\u00fccklicher.&#8221; Somit k\u00f6nne man also schon zu Beginn einer Beziehung einiges \u00fcber ihren Verlauf verraten.<\/p>\n<h3>Keine Beziehung ist von vornherein zum Scheitern verurteilt<\/h3>\n<p>Die H\u00f6he des Gl\u00fccksniveaus der Paare ermittelten die Forscher beispielsweise durch Fragen, wie sehr die Partner ihre jeweiligen Bed\u00fcrfnisse befriedigt sehen. Das Ergebnis war, dass diejenigen Paare generell l\u00e4nger zusammenblieben, die \u00e4hnliche Bed\u00fcrfnisse, wie zum Beispiel nach N\u00e4he hatten, gleichzeitig aber auch weiter ihre eigenen Interessen verfolgen konnten.<\/p>\n<p>Eine Prognose, wie eine Beziehung verlaufen k\u00f6nnte, ist aufgrund der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse also m\u00f6glich. Wollen wir das aber wirklich wissen? Und w\u00e4re es \u00fcberhaupt gut, eine Beziehung schon mit dem Gedanken zu beginnen, dass sie wahrscheinlich nach einer gewissen Zeit sowieso schiefgeht? \u201eUns geht es nicht darum, den allgemeinen Optimierungstrend weiter zu unterf\u00fcttern und eine Beziehung nur ergebnisorientiert mit der Aussicht auf Langlebigkeit zu f\u00fchren\u201c, schr\u00e4nkt Christine Finn ein. \u201eWenn sich Paare nach einiger Zeit trennen, kann das trotzdem eine wertvolle und wichtige Phase in ihrem Leben sein &#8211; die m\u00f6glicherweise die folgenden Beziehungen positiv beeinflusst. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Paare das Gemeinsame, wie das Ausleben von N\u00e4he und Unabh\u00e4ngigkeit, auch bewusst steuern und daran arbeiten. Keine Beziehung ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.&#8221; F\u00fcr Beratungsstellen und Therapeuten k\u00f6nnten die Ergebnisse der Studie also durchaus wertvoll sein.<\/p>\n<p>Die Langzeitstudie \u201epairfam\u201c wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gef\u00f6rdert und l\u00e4uft noch bis ins Jahr 2022. Erste Ergebnisse wurden unter dem Titel \u201e<em><a href=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/doiLanding?doi=10.1037%2Fdev0000897\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Happily (N)ever After? Codevelopment of Romantic Partners in Continuing and Dissolving Unions<\/a><\/em>\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jede Partnerb\u00f6rse sucht die Menschen, die am besten zueinander passen (sollten) auf Basis von Algorithmen aus. Nicht immer treffen sie auch ins Schwarze. 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