{"id":209369,"date":"2020-02-17T11:00:00","date_gmt":"2020-02-17T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=209369"},"modified":"2020-02-17T11:00:00","modified_gmt":"2020-02-17T10:00:00","slug":"investieren-sie-in-eine-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/investieren-sie-in-eine-frau\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnderinnen: Investieren Sie in eine Frau!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von heute an besch\u00e4ftigen sich unsere Journalistinnen und Journalisten &#8211; zus\u00e4tzlich zu unseren regul\u00e4ren Berichten \u00fcber Innovation und Technologie &#8211; regelm\u00e4\u00dfig eine Woche lang mit einem besonderen Thema. Unser erstes Dossier befasst sich mit Gr\u00fcnderinnen. Lesen Sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/dossier-weibliche-start-ups\/\">hier<\/a> alle Geschichten.<\/strong><\/p>\n<p>[et_pb_section fb_built=&#8221;1&#8243; admin_label=&#8221;section&#8221; _builder_version=&#8221;3.22&#8243;][et_pb_row admin_label=&#8221;row&#8221; _builder_version=&#8221;3.25&#8243; background_size=&#8221;initial&#8221; background_position=&#8221;top_left&#8221; background_repeat=&#8221;repeat&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243; _builder_version=&#8221;4.2.2&#8243;][et_pb_toggle title=&#8221;Mehr\u00a0\u00fcber dieses Dossier&#8221; open_toggle_text_color=&#8221;#FFFFFF&#8221; open_toggle_background_color=&#8221;#c5a769&#8243; closed_toggle_background_color=&#8221;#c5a769&#8243; icon_color=&#8221;#FFFFFF&#8221; _builder_version=&#8221;4.2.2&#8243; title_text_color=&#8221;#FFFFFF&#8221; hover_enabled=&#8221;0&#8243;]<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-209192\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Erzs\u00f3-Alf\u00f6ldy-portret-medium-kleur-kopie.jpeg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"309\" \/>Dieses Dossier \u00fcber Gr\u00fcnderinnen wurde von Erzs\u00f3 Alf\u00f6ldy erstellt und durch Artikel anderer Autoren von &#8220;Innovation Origins&#8221; erg\u00e4nzt. Erzs\u00f3 erkl\u00e4rt, warum sie es geschrieben hat:<\/strong><\/p>\n<p>Es ist noch gar nicht so lange her, dass niederl\u00e4ndische Frauen ihre Arbeit aufgeben mussten, sobald sie verheiratet waren und Kinder hatten. Meine Mutter, alleinerziehend, musste in meinem Heimatland, dem damaligen kommunistischen Ungarn, Vollzeit und sogar sechs Tage in der Woche arbeiten. Aus emanzipatorischer Perspektive betrachtet w\u00e4re die Tatsache, dass sie in einem technischen Beruf t\u00e4tig war, sehr zu begr\u00fc\u00dfen gewesen. Dennoch war meine Mutter mit der Situation sehr unzufrieden. Ebenso wie viele niederl\u00e4ndische Frauen, die gezwungen waren, zu Hause zu arbeiten, ohne ihre Talente entwickeln zu k\u00f6nnen und ohne Aussicht auf wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<h2>Gr\u00fcnderinnen: Chanchengleichheit und Vielfalt<\/h2>\n<p>Letztlich geht es darum, eine Wahl zu haben. Und dass die Voraussetzungen gegeben sind, um eine wohldurchdachte Entscheidung zu treffen. Es geht bei all dem \u00fcber das Thema der Lohngleichheit weit hinaus &#8211; wie wichtig dies auch sein mag. Es geht um die Chancengleichheit von M\u00e4nnern und Frauen. Und es geht nicht nur um \u00c4mter und Stellen, sondern auch um grundlegende Strukturen. Warum ist das wichtig? Neben der Relevanz f\u00fcr die Frauen selbst und der wirtschaftlichen Bedeutung, weibliche Talente nicht zu vernachl\u00e4ssigen, hat sich auch gezeigt, dass mehr Vielfalt den Unternehmen zugute kommt.<\/p>\n<p>Ich bin fasziniert von Frauen, die in einem<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/das-netzwerk-female-tech-heroes-waechst-wir-ermutigen-frauen-im-technikbereich-zu-arbeiten\/\"> traditionell m\u00e4nnlich dominierten Arbeitsumfeld<\/a> arbeiten: Wie haben sie es geschafft? Wie haben sie sich behaupten k\u00f6nnen? Ich habe f\u00fcr eine Reihe von Portr\u00e4ts von Wissenschaftlerinnen verfasst &#8211; anl\u00e4sslich der Ernennung der allerersten Professorin vor hundert Jahren. In den vergangenen zwei Jahren habe ich auch Frauen interviewt, die in Berufen arbeiten, die fr\u00fcher nur M\u00e4nnern vorbehalten waren: von der Fussball-Nationalspielerin, F\u00f6rsterin, Hubschrauberpilotin bei der Luftwaffe und Kapit\u00e4nin der Binnenschifffahrt bis hin zur Kardiologin, Polizeichefin, Botschafterin und zum Senatsmitglied. Obwohl es in den letzten Jahren in vielen Berufen zweifellos eine Wende gegeben hat und die Dinge f\u00fcr die j\u00fcngere Generation selbstverst\u00e4ndlicher sind als f\u00fcr die Generation davor, ziehe ich meinen Hut vor dem Mut und der Beharrlichkeit all dieser Frauen.<\/p>\n<h2>M\u00e4nnerdominiert<\/h2>\n<p>Unternehmer ist ein weiterer Berufsstand, der immer noch in der Regel von M\u00e4nnern dominiert wird. Frauen sind zwar keine besseren, aber sicherlich auch keine schlechteren Unternehmer als M\u00e4nner. Dennoch wird der Gro\u00dfteil des Risikokapitals nach wie vor in von M\u00e4nnern gef\u00fchrte Start-ups investiert. Warum ist das so? Welche Mechanismen spielen hier eine Rolle? Und vor allem: Was muss getan werden, um dies zu \u00e4ndern, um die geschlechtsspezifische Investitionsl\u00fccke zu schlie\u00dfen? Und schlie\u00dflich: Welche Erfahrungen haben die Unternehmerinnen selbst gemacht?<\/p>\n<p>F\u00fcr Innovation Origins habe ich mit Vertretern verschiedener Initiativen gesprochen, die Risikokapital mit weiblichen Unternehmertalenten verbinden. Ich tauschte mich auch mit Gr\u00fcnderinnen aus. Mich erwartete ein vielf\u00e4ltiges Portfolio: von energieerzeugenden Fassadenplatten und einer Suchmaschine f\u00fcr nachhaltige Bekleidungsmarken bis hin zu einer Plattform f\u00fcr die Suche nach besonderen K\u00fcnstlerinnen sowie einer, die anderen Unternehmerinnen Wissen und Netzwerke vermittelt. Eine faszinierende Erfahrung, die nach Fortsetzung verlangt!<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n<p>Der Anteil von Gr\u00fcnderinnen liegt meilenweit hinter dem von Gr\u00fcndern. Dar\u00fcber hinaus sind die Betr\u00e4ge, die Kapitalanleger bereit sind zu investieren, ebenfalls ungleichm\u00e4\u00dfig verteilt. Initiativen wie FundRight, der Borski-Fonds und HearstLab wollen dies \u00e4ndern. Erkl\u00e4rtes Ziel ist es, die Investitionsl\u00fccke zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<h2>R\u00fcckstand<\/h2>\n<p>Gr\u00fcnderinnen werden strukturell benachteiligt. Sie leiden unter Vorurteilen und mangelnder finanzieller Unterst\u00fctzung, so der Bericht <a href=\"https:\/\/www.hollandalumni.nl\/medias\/editor\/files\/gender-diversity-in-the-netherlands.pdf\">Gender Diversity in the Netherlands<\/a>, der k\u00fcrzlich von TechLeap.NL ver\u00f6ffentlicht wurde. Die darin vorgestellten Schlussfolgerungen best\u00e4tigen fr\u00fchere Erkenntnisse aus dem Bericht &#8220;Fixing the funding gap&#8221; der Forscher und Investoren Eva de Mol und Janneke Niessen vom September 2018.<br \/>\nLaut De Mol und Niessen bestand 2017 nur 1 von 50 Teams ausschlie\u00dflich aus weiblichen Mitgliedern. Magere 6,8 % Frauen gab es in gemischten Teams, und laut TechLeap gingen in den vergangenen zehn Jahren nur 5,7 % der Investitionsgelder an niederl\u00e4ndische Start-ups mit einer weiblichen Mitbegr\u00fcnderin. Darunter waren 4,9% gemischte Teams und 0,9%, das hei\u00dft weniger als 1% bestand nur aus Frauen. Die restlichen 94,3% der untersuchten Neugr\u00fcndungen stammten alle von M\u00e4nnern.<\/p>\n<h2>Vorurteile und Investitionsl\u00fccke<\/h2>\n<p>Warum ist das so? Risikokapitalgeber sind eher geneigt, Geld in Start-ups mit m\u00e4nnlichen als mit weiblichen Mitarbeiterinnen zu investieren. Auch werden Unternehmerinnen anders beurteilt als M\u00e4nner: Frauen werden nach ihrer tats\u00e4chlichen Leistung beurteilt, w\u00e4hrend M\u00e4nner nach ihrem Potenzial beurteilt werden.<br \/>\nCharaktereigenschaften, die bei m\u00e4nnlichen Unternehmern als positiv wahrgenommen werden, werden bei Frauen negativ interpretiert. Wie zum Beispiel Mut. Was bei M\u00e4nnern so aussieht: &#8220;Sehen Sie, das ist ein echter Unternehmer, schlie\u00dflich wagt er es, Risiken einzugehen&#8221;, ruft bei Frauen die Assoziation von Leichtsinn hervor: &#8220;Sie geht unn\u00f6tige Risiken ein, m\u00fcssen wir uns um unser Geld Sorgen machen?&#8221; Oder nehmen wir Entschlossenheit: ein Mann wird daf\u00fcr gesch\u00e4tzt, als &#8220;jemand, der sich nach vorne wagt und Entscheidungen nicht scheut&#8221;. Bei einer Frau wird dieselbe Eigenschaft als &#8220;dominant, kein echter Teamplayer&#8221; interpretiert.<br \/>\nSchlie\u00dflich sind die meisten Investoren selbst M\u00e4nner und daher eher geneigt, ihr Geld in Unternehmer und Produkte zu investieren, die ihrer eigenen Erfahrungswelt nahe stehen. Die von weiblichen Start-ups angebotenen Produkte oder Dienstleistungen werden als weniger relevant und marktw\u00fcrdig wahrgenommen.<br \/>\nFazit: Obwohl 30 % der Start-ups inzwischen aus Frauen bestehen, erhalten nur 1,6 % von ihnen F\u00f6rdermittel.<\/p>\n<h2>\u00c4nderungen sind dringend erforderlich<\/h2>\n<p>Warum ist das schlecht? Auf diese Weise geht viel unternehmerisches Talent verloren. Talente, die die niederl\u00e4ndische Wirtschaft gut gebrauchen kann. Schlie\u00dflich geht es in dieser Branche um viel Geld: Allein im Jahr 2018 wurden in den Niederlanden nicht weniger als 580 Millionen Dollar an Risikokapital investiert. Aber auch, weil die Forschung, einschlie\u00dflich der Promotion von Sander Hoogendoorn an der UvA, gezeigt hat, dass gemischte Teams besser funktionieren als homogene. Sie sind innovativer und leistungsf\u00e4higer.<br \/>\nDass es h\u00f6chste Zeit ist, die Dinge in Bewegung zu bringen, meinen nicht nur viele Frauen, sondern auch M\u00e4nner. Etwa 25 Investmentfonds haben k\u00fcrzlich in Zusammenarbeit mit TechLeap.NL (ehemals StartupDelta) die Initiative <a href=\"https:\/\/fundright.nl\/\">&#8220;It&#8217;s time to fundright&#8221;<\/a> ins Leben gerufen. Mit einem Appell an die Investoren, sich f\u00fcr dieses Thema zu engagieren, damit weibliche Talente sich entfalten k\u00f6nnen. Rund 200 Start-ups haben sich inzwischen dem Fonds angeschlossen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu FundRight wurden vor kurzem, nicht ganz zuf\u00e4llig, weitere Investitionsfonds zur Unterst\u00fctzung von Unternehmerinnen eingerichtet. Mehrere Investoren haben sich im <a href=\"https:\/\/borskifund.com\/?lang=en\">Borski-Fonds<\/a> zusammengeschlossen, einer Initiative von Laura Roosenboom, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Start Green Capital, und Simone Brummelhuis, Gr\u00fcnderin des Investmentfonds <a href=\"https:\/\/thenextwomen.com\/\">The Next Women<\/a>. Schlie\u00dflich hat das Medienunternehmen Hearst k\u00fcrzlich den HearstLab-Investmentfonds eingerichtet, um Unternehmerinnen mit speziellen, marktf\u00e4higen Ideen zu f\u00f6rdern. Neben dem Geld k\u00f6nnen die ausgew\u00e4hlten Teams auch auf Unterst\u00fctzung in Form von Beratung und Vernetzung z\u00e4hlen.<br \/>\n<em>Die Zeiten sind im Wandel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von heute an besch\u00e4ftigen sich unsere Journalistinnen und Journalisten &#8211; zus\u00e4tzlich zu unseren regul\u00e4ren Berichten \u00fcber Innovation und Technologie &#8211; regelm\u00e4\u00dfig eine Woche lang mit einem besonderen Thema. Unser erstes Dossier befasst sich mit Gr\u00fcnderinnen. Lesen Sie hier alle Geschichten. 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