{"id":206915,"date":"2020-02-04T14:00:03","date_gmt":"2020-02-04T13:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=206915"},"modified":"2020-02-04T14:00:03","modified_gmt":"2020-02-04T13:00:03","slug":"austrian-start-ups-fordert-mehr-mut-von-der-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/austrian-start-ups-fordert-mehr-mut-von-der-regierung\/","title":{"rendered":"Austrian Start-ups fordern mehr Mut von der Regierung"},"content":{"rendered":"<p>Austrian Start-ups will das innovative Unternehmertum in \u00d6sterreich so popul\u00e4r machen, wie das Skifahren. Dass es dazu eine Vereinigung braucht, zeigt, dass das nicht so einfach ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.austrianstartups.com\/\">Austrian Start-ups<\/a> wurde aus der Community f\u00fcr die Community gegr\u00fcndet \u2013 von engagierten Gr\u00fcndern und Investoren. Damit wollten sie innovatives Gr\u00fcndertum f\u00f6rdern. Das war 2013, als der Verein gegr\u00fcndet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Runtastic\"><em>Runtastic<\/em><\/a> das damals erfolgreichste \u00f6sterreichische Start-up, auf ein Volumen von 22 Millionen Euro gewachsen. Zwei Jahre sp\u00e4ter ging die erfolgreiche Fitness-App f\u00fcr Smartphones um 220 Millionen Euro an <a href=\"https:\/\/www.runtastic.com\/de\/\">Adidas.<\/a> Das weckte den Enthusiasmus in der Community. Gleichzeitig verbreitete sich das Gef\u00fchl, den Anschluss an die Weltwirtschaft zu verlieren, in der die Speerspitze von Technologie-Unternehmen gebildet wurde.<\/p>\n<p>Seit drei Jahren ist Markus Raunig Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Austrian Start-ups. Der Betriebswirt kennt die Community nicht nur gut, sondern er bringt selbst Gr\u00fcndererfahrung mit. Im folgenden Interview spricht er \u00fcber die Orientierung der \u00f6sterreichischen Start-up Szene und das politische Umfeld:<\/p>\n<figure id=\"attachment_206973\" aria-describedby=\"caption-attachment-206973\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/AS-Stammtisch-66-26-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-206973 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/AS-Stammtisch-66-26-1-600x392.jpg\" alt=\"Markus Raunig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Austrian Start-ups auf der B\u00fchne\" width=\"600\" height=\"392\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-206973\" class=\"wp-caption-text\">Markus Raunig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Austrian Start-ups (c) Austrian Start-ups<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Austrian Start-ups will innovatives Unternehmertum in \u00d6sterreich so selbstverst\u00e4ndlich machen, wie Skifahren. Mit welcher Strategie?<\/h4>\n<p>(Lacht) \u00d6sterreich ist Weltklasse im Skifahren. Sobald die Kinder drei Jahr alt sind, werden sie auf die Skier gestellt und mit sechs oder sieben fahren sie schon wie kleine Weltmeister. In der Schule f\u00e4hrt dann die ganze Klasse gemeinsam zum Schulskikurs &#8211; und bei den olympischen Spielen sitzen alle vor dem Fernseher und jubeln den Skistars zu. In \u00d6sterreich hat wirklich jeder einen Bezug zum Skifahren \u2013 und genau diesen Bezug m\u00f6chten wir mit <em>Austrian Start-ups<\/em> zum Unternehmertum herstellen. Das tun wir \u00fcber drei zentrale Aktivit\u00e4tsfelder:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir sind kommunikationsorientiert und versuchen, Menschen zur Gr\u00fcndung zu motivieren. Sie sollen daran glauben, dass sie etwas bewegen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Wir versuchen sie zu vernetzen \u2013 untereinander und mit Menschen, die sie unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Das tun wir, indem wir eine erste Anlaufstelle online bieten und 60 bis 70 Events pro Jahr in \u00d6sterreich organisieren.<\/li>\n<li>Der dritte Punkt ist, dass wir die Rahmenbedingungen in \u00d6sterreich verbessern wollen \u2013 durch Forschung und politische Entscheidungstr\u00e4ger.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>\u00d6sterreichische Start-ups sagen, die heimische F\u00f6rderlandschaft sei sehr gut. Ist sie das auch im Vergleich zu anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern?<\/h4>\n<p>In Umfang und Auswahl an F\u00f6rderungen sicher. Aber das System hat auch eine Schw\u00e4che \u2013 es ist unflexibel. Die Start-ups leben von ihrer Flexibilit\u00e4t und der M\u00f6glichkeit sehr schnell auf Feedback aus dem Markt reagieren zu k\u00f6nnen &#8211; und Pl\u00e4ne umzusto\u00dfen. Das F\u00f6rdersystem ist sehr rigide, man muss im Vorhinein detailliert darlegen, was man mit dem Geld plant und an diesen Plan muss man sich auch halten. Das schr\u00e4nkt die Flexibilit\u00e4t der Start-ups ein und birgt viel Verbesserungspotenzial.<\/p>\n<h4>Nur jedes achte \u00f6sterreichische Start-up denkt, dass die Regierung ein ernsthaftes Interesse an der F\u00f6rderung von Start-ups hat. Das ergab der <em><a href=\"http:\/\/austrianstartupmonitor.at\/app\/uploads\/2018\/10\/Austrian-StartUpMonitor2018_12MB.pdf\">Austrian Start-up Monitor 2018<\/a>.<\/em> Was ist das Problem?<\/h4>\n<p>Es ist Interesse f\u00fcr die Start-up Szene vorhanden &#8211; und auch der Wille etwas zu tun, aber um strukturelle Verbesserungen umzusetzen, braucht es Mut. Auf politischer Ebene ist das nicht so einfach. Es gibt Menschen und Organisationen, die gegen Ver\u00e4nderung sind und vor allem gewisse Marktpositionen sch\u00fctzen wollen. Wir haben in \u00d6sterreich ein Problem mit dem Protektionismus. Das hei\u00dft der Markteintritt ist schwierig.<\/p>\n<h4>Das Gros der \u00f6sterreichischen Start-ups (34,9%) ist im Bereich Software t\u00e4tig und 21 Prozent davon haben das Gesch\u00e4ftsmodell <em>Software as a Service<\/em>. Ist diese Wahl vom Interesse der \u00f6sterreichischen Investoren gepr\u00e4gt?<\/h4>\n<p>Start-ups in \u00d6sterreich neigen zu einem Weg der fr\u00fchen Profitabilit\u00e4t; anders als in anderen L\u00e4ndern, wo es normal ist, dass man stark auf Wachstum setzt und einige Jahre hinweg nicht profitabel ist &#8211; besonders im Consumer-Bereich. Der Approach \u00f6sterreichischer Start-ups ist konservativer. Das wird einerseits kulturell weitergegeben und andererseits von Investoren &#8211; und es f\u00fchrt dazu, dass es sehr attraktiv ist, <em>Business-to-business<\/em> zu arbeiten. Weil da die Voraussetzungen f\u00fcr die Umsetzung gut sind und schnell Geld zu holen ist. Ich glaube, daran liegt es, dass <em>Software as a Service<\/em> in \u00d6sterreich ein Fokus ist. Andererseits gibt es auch schon einige Erfolgsbeispiele in dem Bereich \u2013 wie etwa <em>Runtastic<\/em> &#8211; und das hat dann Sogwirkung.<\/p>\n<h4>Wie innovativ ist die \u00f6sterreichische Wirtschaft? Das hei\u00dft, wie schwierig ist es f\u00fcr die Start-ups Kooperationspartner unter heimischen Unternehmen zu finden?<\/h4>\n<p>Das ist sehr vom Fall abh\u00e4ngig. Aber prinzipiell sind Kooperationen immer eine Herausforderung, weil sich Start-ups in Kultur und Geschwindigkeit sehr von bestehenden Unternehmen unterscheiden. Und wenn zwei verschiedene Kulturen aufeinanderprallen, dann birgt das oft sehr viele Herausforderungen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es Synergie-Effekte. Start-ups profitieren vom Marktzugang und der Glaubw\u00fcrdigkeit von Unternehmen. Es \u00f6ffnen sich T\u00fcren, die sich sonst wahrscheinlich nicht ge\u00f6ffnet h\u00e4tten. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von der Innovativit\u00e4t und dem Image der Start-ups.<\/p>\n<p>Aber wenn ein Start-up zu fr\u00fch eine Kooperation mit einem gro\u00dfen Unternehmen eingeht, dann fokussiert es sich zu sehr auf das Unternehmen und das kann die Geschwindigkeit enorm bremsen. Entscheidungen in gro\u00dfen Unternehmen dauern oft mehrere Monate.<\/p>\n<h4>Rund drei Viertel der befragten Startups haben bereits internationale M\u00e4rkte erschlossen, 42 Prozent wollen von Tag eins globale M\u00e4rkte erschlie\u00dfen. Ist der \u00f6sterreichische Markt zu klein? Die Produkte zu speziell?<\/h4>\n<p>Start-ups haben das wachstumsorientierte Denken in ihrer DNA. Jedes Land hat seine Eigenheiten und es kann durchaus falsche Schl\u00fcsse hervorrufen, wenn man alle Entscheidungen und alle Erfahrungswerte auf einem Markt aufbaut. Daher ist es sinnvoll, schnell auch l\u00e4nder\u00fcbergreifend zu agieren &#8211; wenn das Produkt das erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h4>Oft sind aber die Unternehmen am erfolgreichsten, die einen starken Heimmarkt haben?<\/h4>\n<p>Das ist sicher ein Faktor, der f\u00fcr Europa allgemein und im Vergleich zu Amerika gilt. Wir haben in Europa 27 Einzelm\u00e4rkte, die individuell reguliert sind und keinen gemeinsamen Markt wie in den USA. In einem gemeinsamen europ\u00e4ischen Markt w\u00e4re es einfacher ein wirklich erfolgreiches Start-up zu starten.<\/p>\n<h4>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/startups\/\">Sie interessieren sich f\u00fcr Start-ups? Lesen Sie hier alle Artikel aus unserer Serie.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Austrian Start-ups will das innovative Unternehmertum in \u00d6sterreich so popul\u00e4r machen, wie das Skifahren. 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