{"id":206303,"date":"2020-01-29T17:00:39","date_gmt":"2020-01-29T16:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=206303"},"modified":"2020-01-29T17:00:39","modified_gmt":"2020-01-29T16:00:39","slug":"start-up-of-the-day-digitale-reha-und-praeventionsklinik-caspar-health","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/start-up-of-the-day-digitale-reha-und-praeventionsklinik-caspar-health\/","title":{"rendered":"Start-up of the day: Digitale Reha- und Pr\u00e4ventionsklinik Caspar Health"},"content":{"rendered":"<p>Wer in seinem Leben schon mal eine Reha- oder Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme gemacht hat, kennt das Problem: Nach dem t\u00e4glichen Programm vor Ort f\u00fchlt man sich wieder gest\u00e4rkt f\u00fcr den Alltag. Doch kaum zu Hause, f\u00e4llt die Leistungskurve steil ab. Denn entweder hat man im Alltag keine Zeit oder auch nicht das Angebot, an einem geeigneten Nachsorgeprogramm teilzunehmen. So gehen nicht nur die erreichten Therapieerfolge verloren, sondern auch das erlernte Wissen \u00fcber Gesundheit, Ern\u00e4hrung und Entspannungstechniken. Wir sprachen mit Maximilian Michels, der gemeinsam mit Benjamin Pochhammer und Maximilian von Waldenfels Caspar Health gr\u00fcndete. Die erste digitale Reha- und Pr\u00e4ventionsklinik, die zum Ziel hat, die oben beschriebene Nachsorgel\u00fccke zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<h3><em>Wie kamen Sie auf die Idee, Caspar Health zu gr\u00fcnden?<\/em><\/h3>\n<p>Nun, ich habe 8 Jahre lang Rehakliniken geleitet und dabei beobachtet, wie die Patienten mit orthop\u00e4dischen, neurologischen und vielen weiteren Indikationen zu uns kamen. Vor Ort machten sie t\u00e4glich f\u00fcnf bis sechs Stunden Therapie mit einem multiprofessionellen Team. Sobald sie aber wieder in den Alltag zur\u00fcckkamen, wurde die Nachsorge aus verschiedensten Gr\u00fcnden \u2013 entweder hatten die Patienten schlichtweg keine Zeit oder ihr Heimatsort kein entsprechendes Angebot \u2013 nicht durchgef\u00fchrt. Eine Analyse der Deutschen Rentenversicherung stellte fest: Dies trifft auf insgesamt 86 Prozent der Patienten zu. Ziemlich frustrierend, wenn man bedenkt, wieviel Arbeit sich die \u00c4rzte und Therapeuten vor Ort machen. Um eben diese Nachsorgel\u00fccke zu schlie\u00dfen entstand \u2013 in einer gem\u00fctlichen Runde bei einem GinTonic \u2013, die Idee, Caspar Health als digitale Rehaklinik zu gr\u00fcnden.<\/p>\n\n<h3><em>Wie setzt sich Ihr Angebot genau zusammen?<\/em><\/h3>\n<p>Wichtig ist zu wissen: Das eine geht nicht ohne das andere. Das hei\u00dft: Zun\u00e4chst werden die Patienten schon in der Rehama\u00dfnahme auf die Nachsorge vorbereitet. Sie arbeiten also schon vor Ort gemeinsam mit ihren Therapeuten und der Caspar Health App. So kann dieser die Nachsorge-Therapie individuell an den Bedarf des Patienten anpassen und die Einstellungen konfigurieren. In der App werden verschiedene Parameter gespeichert, sie bietet einen multimodalen Trainingsplan welcher sich an den Rehatherapiestandards orientiert. Und sollte der Patient daheim Fragen haben, kann er sie per Chat direkt an den ihn betreuenden Therapeuten stellen.<\/p>\n<h3><em>Zuhause trainieren \u2013 steigen Ihnen jetzt nicht die Physiotherapeuten aufs Dach?<\/em><\/h3>\n<p>Nein, ganz im Gegenteil bzw.: Tats\u00e4chlich hatten wir am Anfang sehr viel \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten. Denn Digitalisierung war im Jahr 2016 noch nicht so \u00fcblich. Die Therapeuten hatten zun\u00e4chst die Bef\u00fcrchtung, dass erstens per App die Qualit\u00e4t der Therapie leidet und zweitens sich auch ihr Berufsfeld \u00e4ndert bzw. ihr Beruf eventuell damit wegrationalisiert werden sollte. Doch wir konnten sie davon \u00fcberzeugen, dass genau das Gegenteil geschieht und ihre Arbeit vor Ort durch die digitale Nachsorge \u2013 im Gegensatz zur aktuellen Situation \u2013 nachhaltig verstetigt wird. Zumal die Akzeptanz bei den Patienten schon immer da war.<\/p>\n<figure id=\"attachment_206327\" aria-describedby=\"caption-attachment-206327\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-206327\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSC_0211-002-1024x681.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"681\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-206327\" class=\"wp-caption-text\">Caspar Health Team \u00a9Caspar Health<\/figcaption><\/figure>\n<h3><em>Was macht Sie in Bezug auf die Gr\u00fcndung besonders stolz?<\/em><\/h3>\n<p>Dass wir da sind, wo wir heute stehen: Die Patienten und Kliniken nutzen unser Angebot. Beispielsweise beenden 92 Prozent der Patienten, welche ein digitales Nachsorgeangebot mit Caspar gestartet haben, das Programm erfolgreich. Wir schaffen es also tats\u00e4chlich mit unserer Idee, das Nachsorgeloch zu schlie\u00dfen. Auch macht mich unser tolles Team stolz, mit dem wir gemeinsam unser Produkt und die damit verbundenen Konzepte entwickeln. Und nat\u00fcrlich der Schneeballeffekt, denn w\u00f6chentlich gewinnen wir neue Kliniken hinzu. Mittlerweile arbeiten wir mit \u00fcber 100 Rehakliniken zusammen und in 2020 kommen ca. weitere 100 hinzu.<\/p>\n<h3><em>Wie stehen Krankenkassen und -versicherungen zu Caspar Health?<\/em><\/h3>\n<p>Da sich unser digitales Angebot 1:1 an die Qualit\u00e4tsstandards der Leistungstr\u00e4ger \u2013 inklusive der vier S\u00e4ulen Bewegung, Wissen, Entspannung und Ern\u00e4hrung \u2013 h\u00e4lt, erhalten wir von ihnen volle Unterst\u00fctzung. Das hei\u00dft: Die digitale Nachsorge wird von ihnen in gro\u00dfen Teilen als Leistung \u00fcbernommen. In Anbetracht der 86 Prozent, die Face-to-Face-Nachsorge nicht in Anspruch nehmen, und der jetzigen Erfolge, ist die digitale Nachsorge ein neues Gesch\u00e4fts- und Versorgungsmodell f\u00fcr medizinische Einrichtungen.<\/p>\n<h3><em>Welche Ausbaum\u00f6glichkeiten sehen Sie in Bezug auf Ihr Angebot \u2013 wo m\u00f6chten Sie in f\u00fcnf bzw. zehn Jahren stehen?<\/em><\/h3>\n<p>Zum einen arbeiten wir derzeit daran, das Produkt an sich weiter auszubauen. Wir f\u00fcgen sukzessive neue Features zu der App hinzu. Desweiteren arbeiten wir an neuen Konzepten im Bereich Akutversorgung, Pr\u00e4vention, BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement) und Kinder-Rehabilitation.<\/p>\n<p>Und: Neben dem \u00f6sterreichischen und Schweizer Markt ist nat\u00fcrlich auch der Bedarf an unserem Angebot in anderen L\u00e4ndern interessant. In Deutschland haben wir ein ausgepr\u00e4gt soziales Gesundheitssystem. Unser Angebot k\u00f6nnte in anderen L\u00e4ndern, in denen es dies beispielsweise nicht gibt, eventuell auch f\u00fcr Ausbildungszwecke genutzt werden.<\/p>\n<h3><em>Eine Gr\u00fcndung ist nicht immer leicht \u2013 Welchen Tipp haben Sie f\u00fcr Gr\u00fcnder?<\/em><\/h3>\n<p>Auch wenn eine Idee gut ist und einen Mehrwert bringt, stellt euch die Frage nach der Zielgruppe: Wer hat etwas von dem Produkt? Wer zahlt das Ganze? Warum machst du das? Und wie bringst du deine vielleicht gute Idee an den Mann? Nur so kann man unrentable Moonshots vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in seinem Leben schon mal eine Reha- oder Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme gemacht hat, kennt das Problem: Nach dem t\u00e4glichen Programm vor Ort f\u00fchlt man sich wieder gest\u00e4rkt f\u00fcr den Alltag. Doch kaum zu Hause, f\u00e4llt die Leistungskurve steil ab. 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