{"id":204905,"date":"2020-01-21T06:00:51","date_gmt":"2020-01-21T05:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=204905"},"modified":"2020-01-21T06:00:51","modified_gmt":"2020-01-21T05:00:51","slug":"bald-schon-kolonien-auf-dem-mond-die-esa-koennte-es-moeglich-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/bald-schon-kolonien-auf-dem-mond-die-esa-koennte-es-moeglich-machen\/","title":{"rendered":"Bald schon Kolonien auf dem Mond? Die ESA k\u00f6nnte es m\u00f6glich machen"},"content":{"rendered":"<p>Seit Urzeiten tr\u00e4umen die Menschen von einem Leben auf dem Mond. Schon in den 1970er Jahren zeigte uns die britische Science-Fiction-Serie \u201eMondbasis Alpha 1\u201c, wie so ein Leben auf dem Erdtrabanten aussehen k\u00f6nnte. Dieser Traum schien aufgrund der unwirtlichen Bedingungen auf dem Mond aber bis auf Weiteres nm\u00f6glich. Es gibt weder Sauerstoff noch Wasser, nur jede Menge Staub. Genau dieser Staub k\u00f6nnte nun jedoch der Schl\u00fcssel dazu werden, dass Menschen vielleicht doch in nicht allzu ferner Zukunft auf dem Mond leben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">European Space Agency<\/a> ESA hat im Labor f\u00fcr Werkstoffe und elektrische Komponenten des Europ\u00e4ischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrums <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/About_Us\/ESTEC\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ESTEC<\/a> in Noordwijk in den Niederlanden eine Sauerstoff-Prototypanlage errichtet. Dort wollen die Wissenschaftler aus simuliertem Mondstaub Sauerstoff gewinnen. \u201eDie eigene Anlage erm\u00f6glicht es uns, uns auf die Sauerstoffproduktion zu konzentrieren, indem wir sie mit einem Massenspektrometer messen, w\u00e4hrend er aus der Regolith-Simulation gewonnen wird&#8221;, sagt Beth Lomax von der Universit\u00e4t Glasgow. \u201eDie M\u00f6glichkeit, Sauerstoff aus den auf dem Mond gefundenen Ressourcen zu gewinnen, w\u00e4re offensichtlich f\u00fcr zuk\u00fcnftige Mondsiedler von gro\u00dfem Nutzen, sowohl f\u00fcr die Atmung als auch f\u00fcr die lokale Produktion von Raketentreibstoff.\u201c<\/p>\n<p>In Proben, die von der Oberfl\u00e4che zur\u00fcckgebracht wurden, zeigte sich, dass im Mondstab Sauerstoff enthalten ist. Allerdings ist dieser Sauerstoff chemisch als Oxide in Form von Mineralien oder Glas gebunden und kann nicht ohne Weiteres extrahiert werden. Bei ESTEC kann der Sauerstoff aber mit einer Methode namens Schmelzflusselektrolyse dem Staub entzogen werden. Dabei wird das Regolith in einem Metallkorb zusammen mit geschmolzenem Calciumchlorid, das als Elektrolyt dient, auf 950\u00b0C erhitzt. Das Regolith bleibt bei dieser Temperatur fest. Anschlie\u00dfend wird es unter Strom gesetzt, wodurch dem Regolith der Sauerstoff entzogen wird. Der wird in der Anlage zun\u00e4chst in ein Abluftrohr abgelassen, nach zuk\u00fcnftigen Upgrades soll er aber im System gespeichert werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_204904\" aria-describedby=\"caption-attachment-204904\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-204904\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oxygen_and_metal_from_lunar_regolith_pillars-600x357.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"357\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-204904\" class=\"wp-caption-text\">Sauerstoff und Metall aus dem Lunar-Regolith \u00a9 Beth Lomax &#8211; University of Glasgow<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Weitere Metalle als \u201eAbfallprodukte\u201c<\/h3>\n<p>Ein Bonus bei diesem Prozess ist, dass dabei auch eine brauchbare Metalllegierung \u201e\u00fcbrig bleibt&#8221;. Wozu man sie verwenden k\u00f6nnte, ist zur Zeit zwar noch nicht klar, aber: \u201eDer Produktionsprozess hinterl\u00e4sst ein Gewirr von verschiedenen Metallen&#8221;, sagt ESA-Forschungsstipendiat Alexandre Meurisse. Auch diese seien n\u00fctzlich f\u00fcr weitere Forschungen, um herauszufinden, welche Legierungen hergestellt werden k\u00f6nnen und wie man diese verwenden k\u00f6nnte. \u201eK\u00f6nnten sie zum Beispiel direkt in 3D gedruckt werden oder m\u00fcssten sie veredelt werden? Die genaue Kombination der Metalle wird davon abh\u00e4ngen, wo auf dem Mond der Regolith gewonnen wird &#8211; es g\u00e4be erhebliche regionale Unterschiede.\u201c<\/p>\n<p>Im Zentrum der Forschungen steht aber erst mal die Sauerstoffgewinnung aus dem Mondstaub, um dem Traum vom Leben auf dem Mond \u2013 und sp\u00e4ter vielleicht auch auf dem Mars \u2013 einen Schritt n\u00e4her zu kommen. Immerhin w\u00fcrden ESA und NASA wieder mit bemannten Missionen zum Mond fliegen und \u201ediesmal mit dem Ziel zu bleiben&#8221;, sagt Tommaso Ghidini, Leiter der ESA-Abteilung f\u00fcr Strukturen, Mechanismen und Materialien.<\/p>\n<p>Die Anlage in den Niederlanden ist bereits in Betrieb, momentan finden Arbeiten zur Feinabstimmung statt, wie eine Reduzierung der Betriebstemperatur. Das Endziel der Forscher ist es, eine Pilotanlage zu entwerfen, die nachhaltig auf dem Mond betrieben werden k\u00f6nnte. Die erste Technologiedemonstration ist f\u00fcr Mitte der 20er Jahre geplant.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=mond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mehr Artikel zum Thema Mond finden Sie hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Urzeiten tr\u00e4umen die Menschen von einem Leben auf dem Mond. 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