{"id":203995,"date":"2020-01-14T09:00:37","date_gmt":"2020-01-14T08:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=203995"},"modified":"2020-01-14T09:00:37","modified_gmt":"2020-01-14T08:00:37","slug":"schlaeft-ihr-kind-genug-ein-bluttest-koennte-es-verraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/schlaeft-ihr-kind-genug-ein-bluttest-koennte-es-verraten\/","title":{"rendered":"Schl\u00e4ft Ihr Kind genug? Ein Bluttest k\u00f6nnte es verraten"},"content":{"rendered":"<p>Acht Stunden Schlaf braucht der Mensch. Dass diese traditionelle Aussage nicht auf alle Menschen gleicherma\u00dfen zutrifft, ist seit L\u00e4ngerem bekannt, da das individuelle Schlafbed\u00fcrfnis variiert. Auch je nach Alter. Insbesondere Kinder ben\u00f6tigen entscheidend mehr Schlaf, da sie sich noch im Wachstum und in der Entwicklungsphase befinden. So sollten Schulkinder zwischen sechs und 13 Jahren neun bis elf Stunden schlafen, Jugendliche bis 17 Jahre zwischen acht und zehn Stunden. Immer mehr Kinder leiden aber unter Schlafmangel und Schlafst\u00f6rungen. Das f\u00fchrt nicht nur dazu, dass sie tags\u00fcber m\u00fcde und nicht leistungsf\u00e4hig sind, sondern auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen wie \u00dcbergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.<\/p>\n<p>Forscher des <a href=\"https:\/\/www.cnr.it\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Consiglio Nazionale delle Ricerche<\/a> (CNR) in Avellino haben nun einen einfachen Bluttest entwickelt, der verr\u00e4t, ob ein Kind zu wenig schl\u00e4ft. Das zeigt sich anhand der Konzentration bestimmter Molek\u00fcle im Blut, die bei Kindern und Jugendlichen mit der Schlafdauer zusammenh\u00e4ngen. Die sogenannte microRNAs zeigen, ob das Schlafverhalten \u201eden g\u00e4ngigen Empfehlungen entspricht\u201c, erkl\u00e4ren Giuseppe Iacomino und seine Kollegen.<\/p>\n<p>Im Rahmen ihrer Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/physoc.onlinelibrary.wiley.com\/journal\/1469445x#pane-01cbe741-499a-4611-874e-1061f1f4679e01\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Experimental Physiology<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurden, untersuchten die Forscher 111 Kinder und Jugendliche im Schulalter aus acht europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Die Probanden waren alle gesund und keines war \u00fcbergewichtig, ihre Schlafdauer variierte jedoch, weshalb sie in zwei Gruppen eingeteilt wurden: Kurzschl\u00e4fer und Normalschl\u00e4fer ein. Als Auswahlkriterien dienten den Forschern die wissenschaftlichen Schlafempfehlungen von neun Stunden f\u00fcr Kinder unter 13 Jahren und acht Stunden f\u00fcr Jugendliche ab 13 Jahren.<\/p>\n<p>Um herauszufinden, ob sich ausreichender bzw. mangelnder Schlaf im Blutbild zeigt, konzentrierten sich die Forscher auf die Anzahl der microRNAs. Sie w\u00fcrden eine \u201ewichtige Rolle f\u00fcr die Regulation der Genexpression spielen und k\u00f6nnen auch circardiane Rhythmen [24-Stunden-Rhythmus, d. Red,] und Schlafmuster beeinflussen\u201c, sagen die Forscher.<\/p>\n<figure id=\"attachment_203992\" aria-describedby=\"caption-attachment-203992\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-203992 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/neonbrand-zFSo6bnZJTw-unsplash-600x373.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"373\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-203992\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 NeONBRAND on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Kovarianten ver\u00e4ndern Ergebnis nicht<\/h3>\n<p>Das Ergebnis der Bluttest zeigte, dass Studienteilnehmer, die zu wenig schliefen, weniger microRNAs im Blut hatten als Normalschl\u00e4fer. Die Unterschiede blieben auch bestehen, nachdem die Forscher Faktoren wie das unterschiedliche Alter oder das Geschlecht in die Auswertung miteinbezogen. Durch einen einfachen Bluttest und die Bestimmung der Konzentration der microRNAs k\u00f6nnte daher k\u00fcnftig besser zeigen, ob der Nachwuchs genug schl\u00e4ft als eine Befragung der Kinder und ihrer Eltern, betonten Iacomino und seine Kollegen. Au\u00dferdem k\u00f6nnte man so auch Hinweise darauf gewinnen, wie wahrscheinlich die Kinder gesundheitliche Beschwerden und Krankheiten entwickeln w\u00fcrden, die mit Schlafmangel in Zusammenhang gebracht werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gaben die Wissenschaftler aber auch zu, dass es bei der Studie gewisse Einschr\u00e4nkungen gebe. Die erste und wichtigste sei, dass die Korrelation zwischen der miRNA-Konzentration und der Schlafdauer, die bei Normalschl\u00e4fern beobachtet wurde, zwar statistisch signifikant, m\u00fcsse aber trotzdem vorsichtig interpretiert werden sollte. Lifestyle-Faktoren k\u00f6nnten die Ergebnisse m\u00f6glicherweise beeinflussen, das Hinzuf\u00fcgen von Kovariaten zu den statistischen Modellen habe jedoch keinen Einfluss auf die Verbindung mit der Schlafdauer gehabt. Diese Gesamtschlafdauer wurde mit Hilfe von Frageb\u00f6gen zur Selbstauskunft ermittelt, was auch zu Messfehlern und Ungenauigkeiten f\u00fchren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse der italienischen Wissenschaftler gewinnt besondere Bedeutung, wenn man eine Studie der <a href=\"https:\/\/www.uu.se\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Uppsala<\/a> bedenkt. Dort haben die Forscher festgestellt, dass schon eine einzige schlaflose Nacht \u2013 nicht nur bei \u00e4lteren Menschen, sondern auch bei jungen Erwachsenen, zu einem Anstieg des Tau-Proteins f\u00fchrt. Ablagerungen dieses Eiwei\u00dfes im Gehirn sind ein wichtiges Kennzeichen von Alzheimer und anderer neurodegenerativer Erkrankungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Acht Stunden Schlaf braucht der Mensch. Dass diese traditionelle Aussage nicht auf alle Menschen gleicherma\u00dfen zutrifft, ist seit L\u00e4ngerem bekannt, da das individuelle Schlafbed\u00fcrfnis variiert. Auch je nach Alter. Insbesondere Kinder ben\u00f6tigen entscheidend mehr Schlaf, da sie sich noch im Wachstum und in der Entwicklungsphase befinden. 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