{"id":202998,"date":"2020-01-07T15:00:12","date_gmt":"2020-01-07T14:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=202998"},"modified":"2020-01-07T15:00:12","modified_gmt":"2020-01-07T14:00:12","slug":"eigentlich-wirkungsloses-medikament-hilft-bei-prostatakrebstherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/eigentlich-wirkungsloses-medikament-hilft-bei-prostatakrebstherapie\/","title":{"rendered":"Eigentlich wirkungsloses Medikament hilft bei Prostatakrebstherapie"},"content":{"rendered":"<p>Die g\u00e4ngige Behandlung von Prostatakrebs beginnt nach der Diagnose im Allgemeinen mit der Entfernung der Prostata, danach folgt Strahlentherapie von au\u00dfen oder innen, und\/oder auch eine Chemo- oder Hormontherapie. Ist der Krebs aber schon fortgeschritten, gibt es oft kaum noch Therapiem\u00f6glichkeiten. Eine M\u00f6glichkeit ist, radioaktive Molek\u00fcle \u00fcber eine Andockstelle der Tumoroberfl\u00e4che, PSMA, in die Zelle einzuschleusen. Diese Molek\u00fcle sollen die Zelle dann zerst\u00f6ren. Nuklearmediziner der <a href=\"https:\/\/www.uni-saarland.de\/start.html\">Universit\u00e4t des Saarlandes<\/a> in Saarbr\u00fccken haben jetzt herausgefunden, dass eigentlich schon wirkungslos gewordenes Medikament dazu f\u00fchrt, dass auf der Tumoroberfl\u00e4che viel mehr PSMA-Molek\u00fcle entstehen, die wiederum weit mehr Radioaktivit\u00e4t in die Tumorzellen senden, als das bis dato der Fall ist.<\/p>\n<p>Entscheidend dabei sind zwei Rezeptoren auf der Tumoroberfl\u00e4che: Das \u201eProstataspezifische Membranantigen\u201c (PSMA), das sehr h\u00e4ufig auf der Oberfl\u00e4che von Prostatatumoren vorkommt. Au\u00dferdem spielt eine Sorte Rezeptoren auf dem Tumor eine Rolle, an die m\u00e4nnliche Geschlechtshormone wie Testosteron andocken. \u00dcber das PSMA ist es den Wissenschaftlern gelungen\u201a radioaktiv strahlende Substanzen in die Tumorzelle einzuschmuggeln, um so die b\u00f6sartigen Zellen von innen zu zerst\u00f6ren. Prinzipiell k\u00f6nnen die \u00c4rzte umso mehr Radioaktivit\u00e4t in die Zellen einbringen, je mehr es davon gibt, ohne die Gesamtdosis zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>\u201eProstatatumore ben\u00f6tigen Testosteron wie ein Auto Benzin\u201c, erkl\u00e4rt der Nuklearmediziner Professor Samer Ezziddin. Wie seine Kollegen ist Endizzin auf die Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs spezialisiert. Eine bestimmte Therapie zielt daher darauf ab, diese Rezeptoren zu blockieren und dem Krebs somit den Sprit zu entziehen. \u201eDas funktioniert mit Medikamenten wie zum Beispiel Enzalutamid eine Zeitlang sehr gut, der Tumor schrumpft dann in der Folge\u201d, wei\u00df der Mediziner. \u201eNach einer gewissen Zeit \u2013 einige Monate, vielleicht zwei Jahre, wenn es gut l\u00e4uft \u2013 wirkt das Medikament aber nicht mehr, der Tumor w\u00e4chst dann wieder.\u201c Das das Medikament dann nicht mehr wirkt, wird es meistens abgesetzt.<\/p>\n<h3>Weitere Studien n\u00f6tig<\/h3>\n<p>Die besondere Wirkung dieses eigentlich wirkungslosen Medikaments entdeckten die Wissenschaftler, indem sie ihrem Bauchgef\u00fchl folgten. \u201eWir hatten den Verdacht und sp\u00e4ter eindeutige Hinweise, dass die PSMA-Dichte zunimmt, wenn der Androgenrezeptor auf der Tumoroberfl\u00e4che, an den das Testosteron andockt, blockiert ist\u201c, sagt Ezziddin. Und sie hatten Recht. \u201eWir konnten nachweisen, dass mit der Gabe von Enzalutamid die PSMA-Dichte auf der Tumoroberfl\u00e4che deutlich zugenommen hat, selbst wenn es eigentlich gar keine Wirkung mehr in seinem urspr\u00fcnglichen Sinn gezeigt hat und schon abgesetzt wurde\u201c, erl\u00e4utert Samer Ezziddin.<\/p>\n<p>Die Studie war zwar auf nur zehn Patienten begrenzt, nach der Verabreichung von Enzalutamid stieg die Anzahl der PSMA-Molek\u00fcle auf den Tumorzellen bei allen aber deutlich an. \u201eAuf diese Weise ist es uns m\u00f6glich, viel mehr radioaktive Substanz in die Tumorzellen einzuschleusen und diese gezielt bis auf Mikrometerebene hinab zu von innen zu bestrahlen\u201c, erkl\u00e4rt Ezziddin. Mit der so genannten PSMA-gerichteten Radioligandentherapie lie\u00dfen sich Prostatatumore k\u00fcnftig viel effizienter und schonender behandeln als bisher.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes m\u00fcssten diese Studienergebnisse in gr\u00f6\u00dferen Studien weiter erforscht und untermauert werden, erkl\u00e4rt Samer Ezziddin das weitere Vorgehen in der Forschung. Er und seine Kollegen wollten ihre Entdeckung jedoch so schnell wie m\u00f6glich verbreiten, da diese neuen Erkenntnisse vielen Patienten helfen k\u00f6nnten, betont er. \u201eDaher haben wir uns f\u00fcr diese \u201ashort communication\u2018 entschieden. Denn ich gehe davon aus, dass selbst diese kleine Studie zu einem drastischen \u201aManagement change\u2018 in der Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakrebses f\u00fchren wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die g\u00e4ngige Behandlung von Prostatakrebs beginnt nach der Diagnose im Allgemeinen mit der Entfernung der Prostata, danach folgt Strahlentherapie von au\u00dfen oder innen, und\/oder auch eine Chemo- oder Hormontherapie. Ist der Krebs aber schon fortgeschritten, gibt es oft kaum noch Therapiem\u00f6glichkeiten. 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