{"id":200904,"date":"2019-12-18T18:09:01","date_gmt":"2019-12-18T17:09:01","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=200904"},"modified":"2019-12-18T18:09:01","modified_gmt":"2019-12-18T17:09:01","slug":"start-up-of-the-day-endlich-effiziente-solarenergie-fuer-entwicklungslaender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/start-up-of-the-day-endlich-effiziente-solarenergie-fuer-entwicklungslaender\/","title":{"rendered":"Start-up of the Day: endlich effiziente Solarenergie f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p>Das Wiener Start-up Solabolic will den Einsatz der Solarenergie beschleunigen und gleichzeitig Wertsch\u00f6pfung in den meist armen solarressourcen-intensiven Regionen schaffen. Die L\u00f6sung ist eine neue Art von Parabolrinnen, die in Lizenz vergeben wird.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist die Parabolrinne die ausgereifteste <em>Concentrated Solar Power (CSP)<\/em>-Technologie f\u00fcr die Strom- und W\u00e4rmeerzeugung. Die Technik basiert auf kurvenf\u00f6rmigen (parabolischen) Spiegeln, welche die Eigenschaft haben, parallel einfallende Sonnenstrahlen an einem Punkt oder einer Linie zu fokussieren und so thermische Energie (W\u00e4rme) zu erzeugen. Diese Energie ist f\u00fcr Stromerzeugung, thermische Wasserentsalzung oder die Erhitzung von Wasser in der industriellen Produktion zu nutzen.<\/p>\n<p>Bisweilen litt die Technologie noch an hohen Kosten. <a href=\"http:\/\/www.solabolic.com\/\">Solabolic<\/a> meisterte die letzten technischen H\u00fcrden: Das Start-up vereinfachte die Konstruktion und erm\u00f6glicht damit die Produktion in den armen Regionen mit gro\u00dfen Solarressourcen. Also dort, wo die Polarrinnen auch eingesetzt werden. So k\u00f6nnen Kosten gesenkt werden und Wertsch\u00f6pfung in den Regionen generiert.<\/p>\n<p>Die Machbarkeit der Technologie wurde in Kooperation mit der <a href=\"https:\/\/www.tuwien.at\/\"><em>Technischen Universit\u00e4t Wien<\/em><\/a> bereits bewiesen. Die erste Pilotanlage entsteht gerade bei einem Lizenzpartner in Abu Dhabi. Mit Ausnahme der Elektronik sind alle Komponenten lokal herstellbar.<\/p>\n<p><em>Der Gr\u00fcnder <a href=\"http:\/\/www.solabolic.com\/management-team\">Ahmed Adel<\/a> im Interview: <\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_200914\" aria-describedby=\"caption-attachment-200914\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-200914 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Solabolic-Team-2-600x385.png\" alt=\"Parabolrinnen, Solarressourcen, Solabolic, \" width=\"600\" height=\"385\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-200914\" class=\"wp-caption-text\">Ahmed Adel (vorne Mitte) mit dem Team Solabolic (c) Thomas Blazina<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Wie entstand die Idee zum Start-up Solabolic?<\/h4>\n<p>Ich arbeitete an der TU Wien in der Forschung, als ich f\u00fcr ein Projekt eine Pilotanlage mit einem konventionellen <em>Parabolrinnen-Kollektor<\/em> (PRK) mit Photovoltaik Receivern errichten sollte. Den Parabolrinnen-Kollektor bestellte ich von einem deutschen Lieferanten. Aber der Kollektor kam besch\u00e4digt an. Das wiederholte sich auch bei einer zweiten Bestellung. Daraus lernte ich, dass der Transport von Parabolrinnen riskant und teuer ist. Ich dachte mir, wenn eine relativ kleine Parabolrinne schon bei der kurzen Distanz besch\u00e4digt wird, wie ist das erst beim Transport von gro\u00dfen Parabolrinnen \u00fcber Kontinente. Zum Beispiel, wenn ein US-Unternehmen eine Parabolrinne nach Afrika sendet. Ich forschte weiter und fand heraus, dass der gr\u00f6\u00dfte Kostenfaktor entsteht, weil der Kollektor nicht dort hergestellt werden kann, wo er eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Der Betrieb einer Parabolrinne braucht eine W\u00fcste wie die Sahara, wo das Sonnenlicht sehr stark ist. Der tats\u00e4chliche Markt ist also in den Entwicklungsl\u00e4ndern, wo es die gr\u00f6\u00dften Solarressourcen gibt, aber kein lokales Know-how, die Ger\u00e4te herzustellen. Das macht die Entscheidung f\u00fcr Politiker in den betreffenden Regionen schwierig. Es werden weder lokale Jobs geschaffen noch lokale Wertsch\u00f6pfung. Diese Probleme wollte ich l\u00f6sen.<\/p>\n<h4>Was war das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, das Sie \u00fcberwinden mussten?<\/h4>\n<p>In der Anfangsphase war die Finanzierung die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde. Das lag zum Teil am Gesch\u00e4ftskonzept. Wenn man als High Tech-Start-up in \u00d6sterreich um staatliche Subventionen anfragt, wird man gefragt: Was hat \u00d6sterreich davon? Daraus lernte ich, das Gesch\u00e4ftsmodell so zu formulieren, dass der Vorteil verstanden wird. Zuerst hatte ich nur die technischen Vorteile dargestellt. Aber durch die Einbeziehung der wirtschaftlichen Komponente konnte ich den Kompromiss darstellen. Man kann durch Lizenzvertr\u00e4ge lokale Wertsch\u00f6pfung in \u00d6sterreich erwirken und gleichzeitig Vorteile f\u00fcr junge Unternehmen in S\u00fcdostasien. Das muss kein Widerspruch sein.<\/p>\n<h4>Wie sind die Bedingungen an Ihrem Standort. K\u00f6nnten Sie sich einen besseren\/idealen Ort f\u00fcr Ihr Start-up vorstellen?<\/h4>\n<p>Die F\u00f6rderlandschaft in \u00d6sterreich ist nahezu ideal. Es gibt f\u00fcr jede Technologie und jede Entwicklungsphase die ideale F\u00f6rderung. Aber bei privaten Investoren \u2013 <em>Business Angels<\/em> und <em>Venture Capital Investors<\/em> \u2013 wird es schwierig. Es gibt zwar viel Geld, aber nur wenige sind bereit, Risiken einzugehen. Unser erster und bisweilen einziger Investor ist aus den Arabischen Emiraten.<\/p>\n<h4>Wo m\u00f6chten Sie mit Ihrem Unternehmen in f\u00fcnf Jahren sein?<\/h4>\n<p>In f\u00fcnf Jahren m\u00f6chten wir unsere Entwicklung vielen Unternehmen weltweit angeboten haben und damit nicht nur das Klima verbessern, sondern auch die Wirtschaft in armen Regionen unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h4>Was ist Ihr h\u00f6chstes Ziel?<\/h4>\n<p>Wir m\u00f6chten weltweit den Einsatz von Solarenergie beschleunigen. Unsere Technologie soll kleine Unternehmen in den Entwicklungsl\u00e4ndern ermutigen, die lokalen Solarressourcen zu nutzen und davon zu profitieren. Dort denkt man nicht, dass das m\u00f6glich ist. Sondern glaubt, dass ein Energieriese kommen wird, um den Profit zu vereinnahmen.<\/p>\n<h4>Was macht Ihre Innovation besser\/anders als existierende Dinge?<\/h4>\n<p>Auf technologischer Ebene haben wir einen Paradigmenwechsel erzielt. Statt starrer Unterkonstruktionen setzen wir Zugkr\u00e4fte ein. Der Vergleich zwsichen unserer Technologie und anderen ist der Vergleich zwischen einer H\u00e4ngebr\u00fccke und einer konventionellen Br\u00fccke. Die Hauptseile der H\u00e4ngebr\u00fccke nehmen automatisch eine Kurvenform an, eine parabolische Form. Diese Form setzen wir ein, um Sonnenlicht zu fokussieren. Herk\u00f6mmliche Parabolrinnen bestehen aus Stahlkonstruktionen und diese in der W\u00fcste zu bauen, erfordert den Bau einer Halle und teure Hight-Tech-Konstruktionsweisen. Mit unserer Innovation kann man darauf verzichten. Die parabolische Form wird durch die Zugkr\u00e4fte erzeugt und die Parabolrinnen k\u00f6nnen kosteng\u00fcnstig durch einfache Techniker zusammengebaut werden. Das ist mit dem lokalen Know-how in einem Entwicklungsland m\u00f6glich. Nur so kann man den Einsatz der Solarenergie beschleunigen.<\/p>\n<p>Die Technologie bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Der Einsatz der Zugkr\u00e4fte erm\u00f6glicht die Herstellung wesentlich gr\u00f6\u00dferer Kollektoren. Auch dieser Effekt ist vom Vergleich zwischen H\u00e4ngebr\u00fccken und normalen Br\u00fccken abzuleiten. Gr\u00f6\u00dfere Kollektoren erh\u00f6hen die Effizienz und reduzieren die Kosten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_200912\" aria-describedby=\"caption-attachment-200912\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-200912\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Unbenannt-600x208.png\" alt=\"Parabolrinnen, Parabolrinne, Solabolic, Ahmed Adel, \" width=\"600\" height=\"208\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-200912\" class=\"wp-caption-text\">(c) Solabolic<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Foto: H\u00e4ngebr\u00fccken erh\u00f6hten die Spannweite von Br\u00fccken enorm und senkten sowohl den Materialverbrauch als auch die Herstellungskosten. Die patentierte Solabolic Parabolrinne soll das f\u00fcr die Solarstromindustrie (CSP) leisten.<\/em><\/p>\n<h4>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/h4>\n<p>Hier finden Sie ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vxFJSUfypj0&amp;feature=emb_logo\">Erkl\u00e4rvideo<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/category\/startups\/\">Sie interessieren sich f\u00fcr Start-ups? Lesen Sie hier alle Artikel aus unserer Serie.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wiener Start-up Solabolic will den Einsatz der Solarenergie beschleunigen und gleichzeitig Wertsch\u00f6pfung in den meist armen solarressourcen-intensiven Regionen schaffen. Die L\u00f6sung ist eine neue Art von Parabolrinnen, die in Lizenz vergeben wird. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist die Parabolrinne die ausgereifteste Concentrated Solar Power (CSP)-Technologie f\u00fcr die Strom- und W\u00e4rmeerzeugung. 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