{"id":196705,"date":"2019-11-24T07:00:53","date_gmt":"2019-11-24T06:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=196705"},"modified":"2019-11-24T07:00:53","modified_gmt":"2019-11-24T06:00:53","slug":"bio-gardinen-die-haengenden-gaerten-von-bioblinds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/bio-gardinen-die-haengenden-gaerten-von-bioblinds\/","title":{"rendered":"Bio-Gardinen \u2013 die h\u00e4ngenden G\u00e4rten von Bioblinds"},"content":{"rendered":"<p>Bewuchs an H\u00e4usern ist nichts Neues: So waren es fr\u00fcher vor allem die Fassaden, die mit Rank-Pflanzen begr\u00fcnt wurden. Doch nun sollen zus\u00e4tzlich auch Fenster und T\u00fcren per kinetischer, h\u00e4ngender \u201eBlumenk\u00e4sten\u201c f\u00fcr gr\u00fcne Ausblicke sorgen. Der Vorteil w\u00e4re eine h\u00f6here Sauerstoffproduktion, die Verbesserung des Klimas, K\u00fchleffekte im Wohnbereich sowie auch Energieeinsparung, ein erh\u00f6hter Wohnkomfort und zu guter Letzt sch\u00f6n anzuschauende Hausw\u00e4nde. Diese Vision zumindest hat das Team von Bioblinds: Mit einem kostenlosen DIY-Tool-Kit der von ihnen entwickelten Bio-Gardinen-Mechanik zum Download m\u00f6chte es zuk\u00fcnftig f\u00fcr mehr Gr\u00fcn in den St\u00e4dten sorgen. Die notwendigen Bauteile sind n\u00e4mliche alle im Baumarkt erh\u00e4ltlich. Doch bis zur Realisierung ist noch einiges zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Weitere IO-Artikel \u00fcber nachhaltiges Wohnen finden Sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=fassade\">hier<\/a><\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Bioblinds \u2013 The Green Skyline Initiative\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/372155680?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"1280\" height=\"720\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write; encrypted-media; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Idee stammt vom Kreativb\u00fcro Jan Engel, dessen Inhaber vor Jahren in New York lebte und dort in seiner Erdgeschosswohnung an seinem unsch\u00f6nen Ausblick auf die M\u00fclltonnen feilte. Seitdem arbeitet er daran, urbane Aussichten minderwertiger Wohnungen attraktiver zu gestalten. Engel erinnert sich:<\/p>\n<blockquote><p>Viele Versuche in den letzten 20 Jahren sind gescheitert \u2012 weil ich versucht habe auf bestehenden Forschungen aufzubauen. Anfang 2019 konnten wir dann endlich mit dem Produktdesigner aus unserem Team die Grund-Mechanik identifizieren und \u00fcber unsere Prototypen verfeinern.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-196713 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bioblinds-view-out-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><\/p><\/blockquote>\n<h3>Crowd-Funding f\u00fcr Forschung gestartet<\/h3>\n<p>Bis jetzt testete Engel seine vertikalen G\u00e4rten auf privaten Balkonen in Berlin und in seinem Landb\u00fcro im Harz. Doch nun m\u00f6chte das Team um Bioblinds \u2013 symbolisch als Geste zum 30-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Deutschen Einheit \u2013, ein Land-Art-Projekt als Tr\u00e4ger der Botschaft von demokratischer Freiheit initiieren. Daf\u00fcr will die Gruppe einen zweist\u00f6ckigen Forschungskubus in Osterwieck an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bauen. Dieser soll notwendige soziale, mechanische und gestalterische Daten generieren. Gleichzeitig soll er sowohl Menschen als auch Pflanzen unterschiedlicher Kulturen zusammenbringen.<\/p>\n<p>Engel erkl\u00e4rt:<\/p>\n<blockquote><p>Wir haben mehrere Prototypen gebaut, die alle funktionieren. Die Grund-Mechanik ist gefunden und soll nun im n\u00e4chsten Schritt in Bezug auf unterschiedliche Pflanzen und Klimazonen adaptiert werden. Daf\u00fcr planen wir den Forschungskubus.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur Realisierung startet Bioblinds im Dezember 2019 eine <a href=\"https:\/\/bit.ly\/2NAXVe6\">Crowd-Funding-Kampagne<\/a>. So m\u00f6chten die Initiatoren herausfinden, ob \u00fcberhaupt Interesse an einem solchen Projekt besteht. Gebaut, bepflanzt und geforscht werden soll dann ab kommenden Fr\u00fchjahr und im Sommer.<\/p>\n<blockquote><p>Ab Oktober 2020 st\u00fcnden dann alle Daten des digitalen Toolkits zur Verf\u00fcgung und ab dem Fr\u00fchjahr 2021 k\u00f6nnten theoretisch alle Menschen ihre eigenen \u201aSauerstoffmaschinen\u2018 nach unseren Bauanleitungen planen\u201c, hofft Engel.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit der Idee m\u00f6chte Bioblinds einen Impuls f\u00fcr gr\u00fcnere St\u00e4dte setzen.<\/p>\n<h3>Durchdachtes Konzept<\/h3>\n<p>Das endg\u00fcltige Produkt wird das Do-It-Yourself-Kit sein. Dieses wird neben Einkaufslisten die technischen Baupl\u00e4ne sowie auch Pflanzeninformationen beinhalten. Dazu Engel:<\/p>\n<blockquote><p>Jahrelang dachten wir, wir m\u00fcssten eine Pflanze genetisch ver\u00e4ndern. Dies ist zum Gl\u00fcck nicht der Fall, wie Gespr\u00e4che mit Spezialisten von bspw. KWS gezeigt haben. Die Mechanik funktioniert mit ausgew\u00e4hlten Ranke- und H\u00e4ngepflanzen. Selbstverst\u00e4ndlich h\u00e4ngt die Auswahl von den pers\u00f6nlichen Vorlieben, aber auch von den klimatischen und architektonischen Gegebenheiten ab. Bisher haben wir Versuche mit Hopfen, Efeu, Blauregen, Jasmin, wildem Wein, Dichondra und Kiwi gemacht.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_196711\" aria-describedby=\"caption-attachment-196711\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-196711\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Bioblinds-City-Loft-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-196711\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bioblinds<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei der Entwicklung achteten die Initiatoren neben der speziellen Mechanik darauf, dass die Pflanzen nicht verletzt wurden und auch die Wasserversorgung garantiert war. Prinzipiell k\u00f6nnte sie sogar in einem noch gr\u00f6\u00dferen Abstand angebracht werden. So k\u00f6nnten neue, luftige R\u00e4ume geschaffen und auch Glasfassaden begr\u00fcnt werden.<\/p>\n<blockquote><p>\u00dcber unsere Mechanik lassen sich die Bioblinds ganz einfach \u00f6ffnen \u2013 theoretisch auch elektronisch. Sprich: Der Blick aus dem Fenster bleibt, wenn gewollt, frei. Gleichzeitig kann er aber auch Sichtschutz bieten. Ob offen oder geschlossen \u2013 die Pflanzen werden nicht strapaziert\u201c, freut sich Engel.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Pflege der Pflanzen und Schutz der H\u00e4userfassaden<\/h3>\n<p>Und auch \u00fcber die Pflege der wachsenden Bio-Gardinen hat sich das Team Gedanken gemacht.<\/p>\n<blockquote><p>In der DIY-Version werden die vertikalen G\u00e4rten von den Wohnungs- bzw. Hausbesitzern gepflegt \u2012 im Erdgeschoss von au\u00dfen oder innen, ab der ersten Etage aus dem Fenster heraus\u201c, erkl\u00e4rt Engel, \u201ewenn man allerdings ein Hochhaus mit Bioblinds verkleiden m\u00f6chte, m\u00fcsste man, \u00e4hnlich wie bei der Reinigung von Glasfassaden, auf Spezialisten \/ G\u00e4rtner zur\u00fcckgreifen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ebenso m\u00fcssen aber auch die H\u00e4userfassanden gesch\u00fctzt werden. Zwar geschieht dies &#8211; vor allem vor Witterung &#8211; einerseits durch den Bewuchs. Gleichzeitig sorgt aber auch der in der Grundmechanik integrierte Abstandshalter von 10-20 cm f\u00fcr Schutz. Dieser h\u00e4lt beispielsweise die Saug\u00e4rmchen von Efeu fern. Und dank der \u2013 auch abnehmbaren \u2013, Mechanik ist sogar ein Reinigen der Fassaden bequem m\u00f6glich. Momentan versucht das Team zudem Pflanzen zu finden, die \u00fcber nat\u00fcrliche Bakterien einen Schutz liefern k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3>Kostenloses Open-Source Projekt<\/h3>\n<p>Wichtig ist den Initiatoren, dass es bei dem ganzen Projekt nicht ums Geld verdienen geht. Das prim\u00e4re Ziel ist ihnen, Menschen dazu zu inspirieren, ihre \u201eBlumenk\u00e4sten\u201c \u00fcber den Fenstern und T\u00fcren anzubringen. Und zwar mit Hilfe der von Bioblinds entwickelten Mechanik als Vorhang. Wobei diese nicht den Anspruch hat, das perfekte Produkt zu sein. In der Community ist jeder dazu eingeladen, seine Erfahrungen und Ideen zu teilen. Bioblinds soll ein kostenloses Open-Source Projekt sein, dass Hausfassaden auf der ganzen Welt demokratisch begr\u00fcnen k\u00f6nnte. Und genau das ist auch der Grund, warum das Team schon jetzt viele Informationen \u00f6ffentlich macht. So will es verhindern, dass eine gro\u00dfe Firma mit ihrer Idee ein Patent anmeldet und das Angebot dann nicht mehr kostenfrei w\u00e4re. Sollte das Community-Commons-Projekt funktionieren, wird es nicht nur stets &#8220;work-in-progress&#8221; sein, sondern auch international die gr\u00fcne Kommunikation verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Zum Team geh\u00f6ren neben Engel der Produktdesigner Tino Seubert aus London, Anne Jacobs, Journalistin und PR Fachfrau, R\u00fcdiger Engel, pensionierter Unternehmer und Ex-Marketing-Club-Leiter Harz e.V. sowie Judith Jacobs, Schauspielerin und Kulturberaterin in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewuchs an H\u00e4usern ist nichts Neues: So waren es fr\u00fcher vor allem die Fassaden, die mit Rank-Pflanzen begr\u00fcnt wurden. Doch nun sollen zus\u00e4tzlich auch Fenster und T\u00fcren per kinetischer, h\u00e4ngender \u201eBlumenk\u00e4sten\u201c f\u00fcr gr\u00fcne Ausblicke sorgen. 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