{"id":195531,"date":"2019-11-12T14:00:13","date_gmt":"2019-11-12T13:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=195531"},"modified":"2019-11-12T14:00:13","modified_gmt":"2019-11-12T13:00:13","slug":"volvo-macht-herkunft-des-kobalts-fuer-akkus-mit-blockchain-nachvollziehbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/volvo-macht-herkunft-des-kobalts-fuer-akkus-mit-blockchain-nachvollziehbar\/","title":{"rendered":"Volvo macht Herkunft des Kobalts f\u00fcr Akkus mit Blockchain nachvollziehbar"},"content":{"rendered":"<p>Elektroautos gelten derzeit als die umweltfreundlichste Art der mobilisierten Fortbewegung, solange der Strom f\u00fcr die Fahrzeuge nicht gerade aus Kohlekraftwerken kommt. Allerdings gibt es neben der Stromgewinnung aus dem doch recht dreckigen Strommix einen weiteren Punkt, der Elektromobilit\u00e4t nicht ganz so sauber aussehen l\u00e4sst: das Kobalt, das f\u00fcr die Akkus der Fahrzeuge verwendet wird (wie \u00fcbrigens auch f\u00fcr Handyakkus und Speicher f\u00fcr regenerative Energien) wird zum gro\u00dfen Teil wenig umweltschonend und durch Kinderarbeit abgebaut. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des weltweit verwendeten Kobalts kommt aus dem Kongo, auch aus Kleinstminen, in denen Menschen unter extremen und \u00e4u\u00dferst gesundheitssch\u00e4dlichen Bedingungen arbeiten.<\/p>\n<p>Woher das Kobalt f\u00fcr die einzelnen Ger\u00e4te kommt, l\u00e4sst sich im Allgemeinen aber nicht nachverfolgen. Bis jetzt. Als erster Automobilhersteller setzt <a href=\"https:\/\/www.volvocars.com\/de\">Volvo Cars<\/a> Blockchaintechnologie ein, um das in seinen Hochvoltbatterien verwendete Kobalt weltweit r\u00fcckverfolgbar zu machen. Das schwedische Unternehmen kann k\u00fcnftig genau verfolgen, woher das Material stammt, das zum Beispiel im neuen vollelektrischen Volvo XC40 Recharge verbaut wird.<\/p>\n<blockquote><p>Wir ver\u00e4ndern unser Unternehmen durch konkrete Ma\u00dfnahmen und nicht durch symbolische Zusagen,<\/p><\/blockquote>\n<p>sagt H\u00e5kan Samuelsson, CEO und Pr\u00e4sident der Volvo Car Group. \u201eBei Volvo Cars k\u00fcmmern wir uns um das, was wir selbst steuern k\u00f6nnen \u2013 also sowohl die Emissionen des Gesch\u00e4ftsbetriebs als auch der Fahrzeuge. Und wir werden uns mit den M\u00f6glichkeiten auseinandersetzten, die wir beeinflussen k\u00f6nnen, indem wir unsere Lieferanten und den Energiesektor auffordern, sich gemeinsam mit uns f\u00fcr eine klimaneutrale Zukunft einzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Volvo Cars sehe sich als Unternehmen in der Pflicht, Verantwortung f\u00fcr die Gesellschaft und die Umwelt zu \u00fcbernehmen, hei\u00dft es in G\u00f6teborg. Deshalb hat der schwedische Hersteller vor kurzem einen umfangreichen Nachhaltigkeitsplan ver\u00f6ffentlicht. Dieser Plan sieht unter anderem vor, dass Volvo Cars ab 2040 klimaneutral arbeitet und bis 2025 die H\u00e4lfte der verkauften Fahrzeuge weltweit Elektromodelle sein sollen \u2013 und zu dieser Verantwortung geh\u00f6re auch die Transparenz und das Wissen, dass seltene Rohstoffe, wie unter anderem Kobalt, verantwortungsvoll gewonnen werden. So k\u00f6nnten die Kunden guten Gewissens elektrifizierte Volvo Modelle fahren.<\/p>\n<p>\u201eWir haben uns schon immer zu einer ethisch verantwortungsvollen Lieferkette f\u00fcr unsere Rohstoffe verpflichtet\u201c, erkl\u00e4rt Martina Buchhauser, Vorst\u00e4ndin f\u00fcr Beschaffung bei Volvo Cars. \u201eMit der Blockchain-Technik machen wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten den n\u00e4chsten Schritt zur Sicherstellung der vollst\u00e4ndigen R\u00fcckverfolgbarkeit unserer Lieferkette und zur Minimierung damit verbundener Risiken.\u201c<\/p>\n<h3>Volle Transparenz in der Lieferkette<\/h3>\n<p>Mithilfe der Blockchain-Technik kann ein zuverl\u00e4ssiges, geteiltes Datennetzwerk aufgebaut werden, wodurch die Herkunft des Kobalts genau nachvollziehbar ist und die Daten nicht unbemerkt ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Zu dieser Transparenz in der Lieferkette haben sich auch die beiden Batterielieferanten des Unternehmens, CATL aus China und LG Chem aus S\u00fcdkorea, verpflichtet. Die Blockchaintechnologie kommt von den Technologieunternehmen Circulor und Oracle. Beide Unternehmen betreiben die Blockchain nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Sommer in der gesamten Lieferkette von CATL. Das Responsible Sourcing Blockchain Network (RSBN) f\u00fchrt zusammen mit den verantwortlichen Spezialisten RCS Global und IBM die Technik in der Lieferkette von LG Chem ein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=elektro\">Mehr Artikel zum Thema Elektromobilit\u00e4t finden Sie hier.<\/a><\/p>\n<p>In einer Blockchain sind in einer Liste Datens\u00e4tze \u00fcber Transaktionen per Kryptographie miteinander verbunden. Dadurch kann keiner der Datens\u00e4tze ge\u00e4ndert werden, gleichzeitig sorgt die Technik f\u00fcr einheitliche Regeln f\u00fcr die Datenerfassung. So k\u00f6nnen alle Beteiligten die Transaktionen selbstst\u00e4ndig zu verifizieren und zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die Daten in der Blockchain beinhalten die Herkunft des Kobalts, Attribute wie Gewicht und Gr\u00f6\u00dfe, die Konformit\u00e4tsbescheinigung (CoC) und \u201eInformationen, die belegen, dass das Verhalten der Beteiligten mit den OECD-Lieferkettenrichtlinien* \u00fcbereinstimmt\u201c. All dastrage dazu bei, Vertrauen entlang der Lieferkette zu schaffen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_195528\" aria-describedby=\"caption-attachment-195528\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-195528\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/7-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-195528\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Volvo Cars<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Nachhaltiger Anbau nicht sicher<\/h3>\n<p>Sicherstellen, dass das verwendete Kobalt aus nachhaltigem Anbau stammt, k\u00f6nne man durch Blockchain aber nicht, erkl\u00e4rte Volvo auf Nachfrage von Innovation Origins. \u201eCATL und LG Chem sind renommierte Batteriehersteller, die \u00fcber langj\u00e4hrige Erfahrungen bei der Lieferung von Lithium-Ionen-Batterien an die globale Automobilindustrie verf\u00fcgen. Sie erf\u00fcllen die strengen Beschaffungsrichtlinien von Volvo Cars in Bezug auf technologische Vorreiterrolle, verantwortungsvolle Lieferketten, Reduzierung der CO2-Emissionen und wettbewerbsf\u00e4hige Preise\u201c, schreibt das Unternehmen in einer Erkl\u00e4rung. \u201eVolvo Cars arbeitet eng und st\u00e4ndig mit den beiden Zulieferern zusammen, intensive Gespr\u00e4che, Diskussionen und gemeinsame Entscheidungen sind dabei ein Schl\u00fcssel, um die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei allen Partnern zu verankern und sicherzustellen.\u201c<\/p>\n<p>Blockchain erm\u00f6gliche es Volvo Cars zwar jederzeit zu wissen, woher das Kobalt kommt, aber nicht unter welchen Umst\u00e4nden es gewonnen wurde. Deshalb gebe es externe Audits entlang der Lieferkette. Zus\u00e4tzlich ist Volvo Cars der RCS Global Group \u201eBetter Mining\u201c beigetreten, und kann deren Daten nutzen, um den Zustand der Minen innerhalb der Lieferkette zu \u00fcberwachen. Trotzdem k\u00f6nne man alleine mit Blockchain nicht garantieren, dass das Kobalt aus nachhaltigen Quellen stammt. Aber: \u201eNeben Inspektionen vor Ort verpflichten sich Volvo Cars und seine Lieferanten zur Einhaltung des sogenannten \u201aCode of Conduct\u2018. Diese Verhaltensregeln respektieren unter anderen die Internationalen Menschenrechte. Dazu z\u00e4hlt auch der Kampf gegen Zwangs- und Kinderarbeit\u201c, betonen die Schweden. Der Verbraucher kann laut Volvo aktuell allerdings noch nicht nachverfolgen, woher das Kobalt kommt. \u201eStand heute gibt es f\u00fcr die Verbraucher keine M\u00f6glichkeit nachzuvollziehen, woher das verwendete Kobalt kommt, da die Etablierung der Blockchain gerade gestartet ist.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elektroautos gelten derzeit als die umweltfreundlichste Art der mobilisierten Fortbewegung, solange der Strom f\u00fcr die Fahrzeuge nicht gerade aus Kohlekraftwerken kommt. 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