{"id":195264,"date":"2019-11-10T11:18:33","date_gmt":"2019-11-10T10:18:33","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=195264"},"modified":"2019-11-10T11:18:33","modified_gmt":"2019-11-10T10:18:33","slug":"meistgelesen-nur-eine-deutsch-flaemisch-niederlaendische-megacity-kann-wettbewerbsfaehig-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/meistgelesen-nur-eine-deutsch-flaemisch-niederlaendische-megacity-kann-wettbewerbsfaehig-sein\/","title":{"rendered":"Meistgelesen: Nur eine deutsch-fl\u00e4misch-niederl\u00e4ndische Megacity kann wettbewerbsf\u00e4hig sein"},"content":{"rendered":"<p>Asphalt, Stra\u00dfen, Steine, Geb\u00e4ude &#8211; so beschreibt Cees Jan Pen Veldhoven, den Standort von ASML. Als Wirtschaftsgeograph ist Pen unabh\u00e4ngiges Mitglied des SER in der Provinz Nordbrabant und Mitglied verschiedener nationaler Beratungsaussch\u00fcsse zur regionalen Entwicklung. Pen hat Bedenken bez\u00fcglich des Zustands der Innenstadt von Veldhoven. In dem am <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/nl\/dat-het-centrum-van-veldhoven-oogt-als-een-rotte-kies-baart-me-zorgen\/\">meistgelesenen Artikel<\/a> der letzten Woche beschreibt er, wie die Gemeinde dringend ein pulsierendes Herz braucht. Nicht nur f\u00fcr den geb\u00fcrtigen Veldhovener, sondern auch f\u00fcr den Expat aus Taiwan.<\/p>\n<p>Die Stadt muss aufgem\u00f6belt werden. Im Bereich der Stadtentwicklung besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Aber denkt Pen nicht zu engtirnig? Schlie\u00dflich ist Veldhoven Teil von Brainport Eindhoven, einer Region mit 21 Gemeinden und rund einer Million Einwohnern. Kann dieses Stadtgebiet bez\u00fcglich Infrastruktur und Umwelt nicht mit London (fast 9 Millionen Einwohner) konkurrieren?<\/p>\n<p>Nein, sagt auch Peter Savelberg, Sch\u00f6pfer des <a href=\"https:\/\/www.tristatecity.nl\">TristateCity<\/a>-Modells. Dieses Modell vereint die Niederlande, den fl\u00e4mischen Teil Belgiens und das Ruhrgebiet in Deutschland zu einer gro\u00dfen Metropolregion. \u201eIn den letzten zwanzig Jahren sind die Menschen im Zuge der Urbanisierung zunehmend in Gro\u00dfst\u00e4dte gezogen. Das hat zu einer riesigen st\u00e4dtischen Agglomeration gef\u00fchrt, in der zwischen 15 und 30 Millionen Menschen leben. Es gibt etwa sechzig dieser \u201eMegast\u00e4dte&#8221; auf der Welt. Alle diese St\u00e4dte oder Ballungsr\u00e4ume liefern sich einen Wettbewerb um Talente und Investitionen.&#8221;<\/p>\n<h3>Regionen verbinden<\/h3>\n<p>Niederl\u00e4ndische St\u00e4dte mit einer durchschnittlichen Einwohnerzahl von 150.000 sind laut Savelberg viel zu klein, um sich an diesem Kampf zu beteiligen. \u201eIn einem Gebiet wie Shanghai oder Mumbai, in dem etwa 20 bis 25 Millionen Menschen leben, ist die Konkurrenz zwischen Eindhoven und Amsterdam irrelevant. Ich denke, wir sollten uns vom Wettbewerb zwischen den St\u00e4dten verabschieden und die verschiedenen St\u00e4rken der verschiedenen Regionen zusammenlegen. Momentan reisen Gruppen aus verschiedenen Regionen getrennt um die Welt. Sie alle verk\u00fcnden, dass sie europ\u00e4ische Hotspots sind. Eine Metropolregion Amsterdam (mit 32 Gemeinden), eine Kooperation zwischen Arnheim und Nimwegen (mit 16 Randgemeinden, d. Red.), die Region Brainport &#8211; und jede Menge andere. Ich will die Menschen damit nicht ver\u00e4rgern, denn ich wei\u00df, dass es sich um ein heikles Thema handelt.&#8221;<\/p>\n<h3>Gemeinsam sind wir st\u00e4rker<\/h3>\n<p>Dennoch findet Savelberg es schade, dass die Regionen ihre M\u00e4rkte alleine erweitern wollen. \u201eIhr seid gemeinsam viel st\u00e4rker. Beginnt man mit den angrenzenden Flandern und Nordrhein-Westfalen, hat man ein Gebiet mit 35 Millionen Einwohnern. Es gibt viel Wohlstand und Reichtum in diesem Bereich und vor allem viel Wissen. Die Menschen sind hoch qualifiziert, und die Region verf\u00fcgt \u00fcber acht der 100 besten Universit\u00e4ten der Welt. Wenn man es so betrachtet, ist man unter den Top 10 der Welt, was die Megacitys betrifft.&#8221;<\/p>\n<p>Da stellt sich nur die Frage, wie verbindet man Regionen? Sollte alles gem\u00e4\u00df des chinesischen Metropolenmodell \u00fcberarbeitet werden? \u201eAuf keinen Fall, die Niederl\u00e4nder, Belgier und Deutschen wollen wirklich nicht in 100-st\u00f6ckigen Wolkenkratzern leben. Wir sind es gewohnt, Platz zu haben, einen privaten Garten, grillen zu k\u00f6nnen und dergleichen. W\u00e4hrend in China fast alles mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln gemacht wird, steigen die Niederl\u00e4nder auf ihre Fahrr\u00e4der. Aber auch die Deutschen und Belgier tun das immer mehr. Das ist nicht nur gut f\u00fcr die Nachhaltigkeit, sondern auch f\u00fcr das Wohlbefinden aller. Das wird mit dem Wachstum des Elektrofahrrads noch zunehmen&#8221;, sagt Savelberg.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-195220\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/V4-Infographic-Benelux-NRW-Tristate-City-PS-600x450.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" \/><\/p>\n<h3>Stadtgrenzen aufgeben<\/h3>\n<p>Und wie funktioniert diese Verbundenheit? Das gute Stra\u00dfennetz und der vielf\u00e4ltige gegenseitige Handel in der Region sind f\u00fcr diesen Zweck n\u00fctzlich. Savelberg: \u201eTrotz kultureller Unterschiede oder Sprachbarrieren ist es den Niederl\u00e4ndern, Belgiern und Deutschen seit Jahrzehnten gelungen, einen Weg zu finden, miteinander zu kooperieren. Diese Kooperationen k\u00f6nnten noch st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden. Die Universit\u00e4ten arbeiten bei europ\u00e4ischen Projekten zusammen, aber es w\u00e4re gut, wenn das strukturierter geschehen k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p>Savelberg fondet, dass noch zu viel \u00fcber die Innenst\u00e4dte nachgedacht wird: \u201eIn Maastricht wird viel auf dem Gebiet der Gesundheit geforscht. Das gilt auch f\u00fcr Utrecht, wo man von \u201elebendiger Gesundheit&#8221; und Groningen, wo man von \u201ealternder Gesundheit&#8221; spricht. Dann w\u00fcrde ich sagen: Sieh dir an, was du als Netzwerk f\u00fcr das Gesundheitswesen tun kannst. Gib diese Stadtgrenzen auf.&#8221;<\/p>\n<h3>Investitionen in die Bahn<\/h3>\n<p>Das bedeutet nicht, dass wir schon soweit sind. Obwohl das Stra\u00dfennetz in gutem Zustand ist, k\u00f6nnten die Bahnstrecken noch besser ausgebaut werden. Au\u00dferdem gibt es nicht so viele Z\u00fcge zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland, wie man es sich f\u00fcr eine solche \u201eKosmopolis&#8221; w\u00fcnschen w\u00fcrde. Savelberg: \u201eProrail hat gesch\u00e4tzt, dass es m\u00f6glich ist, viel mehr Z\u00fcge nacheinander zu fahren. Um das zu erreichen, m\u00fcssen wir in ein effektiveres Sicherheitssystem investieren. Au\u00dferdem sind mehr Hochgeschwindigkeitsstrecken erforderlich, um die Verbindungen zwischen den Gebieten zu verbessern.&#8221;<\/p>\n<p>Savelberg: \u201eWir stehen vor gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen; rasante technische Entwicklung, noch mehr von Daten, Robotisierung und so weiter. Das ver\u00e4ndert die Wirtschaftsordnung und die Unternehmen, die wir derzeit kennen. Vielleicht werden sich in einigen Jahren die produzierenden Unternehmen, wie wir sie heute kennen, in Datenunternehmen verwandelt haben. Wer wei\u00df? Wir wollen weiter nach vorne schauen, die n\u00e4chsten Schritte in Richtung Wachstum machen. Das Netzwerk, das man um sich herum aufbaut, spielt dabei eine wichtige Rolle.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Asphalt, Stra\u00dfen, Steine, Geb\u00e4ude &#8211; so beschreibt Cees Jan Pen Veldhoven, den Standort von ASML. Als Wirtschaftsgeograph ist Pen unabh\u00e4ngiges Mitglied des SER in der Provinz Nordbrabant und Mitglied verschiedener nationaler Beratungsaussch\u00fcsse zur regionalen Entwicklung. Pen hat Bedenken bez\u00fcglich des Zustands der Innenstadt von Veldhoven. 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