{"id":194544,"date":"2019-11-05T13:34:34","date_gmt":"2019-11-05T12:34:34","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=194544"},"modified":"2019-11-05T13:34:34","modified_gmt":"2019-11-05T12:34:34","slug":"wem-gehoeren-ki-basierte-werke-die-gesetzgebung-steht-vor-einer-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/wem-gehoeren-ki-basierte-werke-die-gesetzgebung-steht-vor-einer-herausforderung\/","title":{"rendered":"Wem geh\u00f6ren KI-basierte Werke? Die Gesetzgebung steht vor einer Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unser Urheberrecht ist dazu da, Werke zu sch\u00fctzen, die vom menschlichen Verstand geschaffen wurden. Aber mit der Verbreitung der k\u00fcnstlichen Intelligenz sind Produkte und Ideen zunehmend (teilweise) das Ergebnis von eigenst\u00e4ndigen Algorithmen. Rechtsanwalt Martin Hemmer fragt sich, ob unser Rechtssystem auf diese Entwicklung gut genug vorbereitet ist.<\/strong><\/p>\n<p>Wie viel menschlicher Input wird als notwendig erachtet, um das Urheberrecht in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen? Und wer ist der Eigent\u00fcmer eines Produkts, das aus einem KI-System stammt? Diese Fragen wirft Hemmer, der f\u00fcr die AKD-Anwalts- und Notariatskanzlei t\u00e4tig ist, in seinem Vortrag bei der Netzwerkveranstaltung \u201eDigital Dilemmas&#8221; des IT-Unternehmens Atos in Eindhoven auf. Als Jurist mit den Schwerpunkten Gewerblicher Rechtsschutz und IT sieht er Anzeichen daf\u00fcr, dass das in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Thema werden wird.<\/p>\n<h3>Rembrandt<\/h3>\n<p>K\u00f6nnen die Regeln f\u00fcr Menschen auch f\u00fcr Maschinen gelten? Als Beispiel nennt Hemmer das Projekt \u201eThe Next Rembrandt&#8221;, bei dem k\u00fcnstliche Intelligenz auf Grundlage existierender Rembrandt-Gem\u00e4lde ein \u00e4hnliches Gem\u00e4lde selbst herstellt. \u201eWer ist hier der rechtm\u00e4\u00dfige Eigent\u00fcmer? Ist es die Person, die das selbstlernende System erfunden hat? Oder die Person, die die Daten eingegeben hat &#8211; oder der Auftraggeber? Gibt es \u00fcberhaupt einen Urheberrechtsinhaber, und muss es daf\u00fcr wirklich einen Schutz geben? Wir haben noch keine Antwort auf diese Dilemmata.&#8221;<\/p>\n<figure id=\"attachment_193887\" aria-describedby=\"caption-attachment-193887\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-193887 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/25681989673_d4ec5cf44d_k-600x412.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"412\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-193887\" class=\"wp-caption-text\">Das Ergebnis des Algorithmus. Aber wem geh\u00f6rt das Urheberrecht? Foto: ING<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Menschliche Interventionen<\/h3>\n<p>Das Thema stand auch auf der Tagesordnung der Jahreskonferenz der International Association for the Protection of Intellectual Property (AIPPI) im September. Hemmer war f\u00fcr die Niederlande vor Ort, um eine internationale Einigung \u00fcber die Vorgehensweise in dieser Frage zu erzielen. Es wurde einstimmig beschlossen, dass es f\u00fcr Werke, die ausschlie\u00dflich von der KI generiert wurden, keinen Urheberrechtsschutz geben soll. Es gebe zwei wichtige Voraussetzungen f\u00fcr einen eventuellen Schutz, erkl\u00e4rt Hemmer. \u201eEs muss menschliche Intervention geben, und die Originalit\u00e4t des Werkes muss ein offensichtliches Ergebnis davon sein.&#8221;<\/p>\n<p>Wenn man Software entwirft, die eigene Werke produzieren kann, dann sei das nach Angaben der IVfgR immer noch kein ausreichender Grund f\u00fcr die Geltendmachung des Urheberrechts, erkl\u00e4rt der Anwalt. \u201eAber wenn zum Beispiel die Ergebnisse tats\u00e4chlich von einem Menschen ausgew\u00e4hlt werden und diese Ergebnisse zu einem originalen Endergebnis f\u00fchren, k\u00f6nnen Urheberrechtsschutzma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt werden.&#8221;<\/p>\n<h3>Patente<\/h3>\n<p>Hemmer rechnet auch mit einer hitzigen Debatte im Patentrecht. \u201eApotheker nutzen seit langem KI, um neue Anwendungen f\u00fcr Medikamente zu finden. Um es ganz offen zu sagen, diese Befunde werden nun von einem Computer ausgespuckt. Kann man da immer noch von Innovationsf\u00e4higkeit sprechen, wie im traditionellen Patentrecht?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eUnter dem Strich spielt KI eine immer wichtigere Rolle bei der Entstehung von Werken und Erfindungen&#8221;, schlie\u00dft Hemmer. \u201eDie Diskussion, die in den n\u00e4chsten Jahrzehnten im Gerichtssaal stattfinden wird, ist, ob der menschliche Beitrag gro\u00df genug war.&#8221;<\/p>\n<p>Was ist k\u00fcnstliche Intelligenz? Was kann man damit machen und was sind die Chancen und Risiken? Buster Franken und Vincent M\u00fcller beantworten in diesem IO-Video die wichtigsten Fragen:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"What is AI? - is it a threat, an opportunity or an essential solution?\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/f0qVl8AnMlc?start=1&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=k%C3%BCnstliche+intelligenz\">Mehr Artikel zu Thema KI finden Sie hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Urheberrecht ist dazu da, Werke zu sch\u00fctzen, die vom menschlichen Verstand geschaffen wurden. Aber mit der Verbreitung der k\u00fcnstlichen Intelligenz sind Produkte und Ideen zunehmend (teilweise) das Ergebnis von eigenst\u00e4ndigen Algorithmen. 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