{"id":193631,"date":"2019-10-30T14:41:46","date_gmt":"2019-10-30T13:41:46","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=193631"},"modified":"2019-10-30T14:41:46","modified_gmt":"2019-10-30T13:41:46","slug":"autonome-autos-werden-im-zentrum-von-amsterdam-nie-moeglich-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/autonome-autos-werden-im-zentrum-von-amsterdam-nie-moeglich-sein\/","title":{"rendered":"Autonome Autos werden im Zentrum von Amsterdam nie m\u00f6glich sein"},"content":{"rendered":"<p>Wer glaubt, dass das selbstfahrende Auto die Zukunft ist, liegt falsch. Zumindest wenn es um das chaotische Durcheinander in Innenst\u00e4dten wie Amsterdam geht. Diese sind so un\u00fcbersichtlich und unvorhersehbar, dass es f\u00fcr autonome Fahrzeuge unm\u00f6glich w\u00e4re, die Verkehrssituation vorherzusagen. Das hat Carlo van de Weijer bei der Er\u00f6ffnung des <a href=\"https:\/\/www.tue.nl\/en\/our-university\/calendar-and-events\/29-10-2019-ai-symposium\/\">AI in Engineering<\/a> Symposiums vorhergesagt. Er ist Direktor des neuen Eindhoven Artificial Intelligence Systems Institute (EAISI, ausgesprochen &#8220;easy&#8221; auf Englisch) an der TU Eindhoven in den Niederlanden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_193514\" aria-describedby=\"caption-attachment-193514\" style=\"width: 4032px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-193514 size-full\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG-1466-1.jpg\" alt=\"\" width=\"4032\" height=\"3024\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-193514\" class=\"wp-caption-text\">Das Verkehrschaos im Zentrum von Amsterdam ist zu gro\u00df f\u00fcr selbstfahrende Autos. Foto: Lucette Mascini<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Experiment in den USA<\/h3>\n<p>Van de Weijer arbeitete lange Zeit in der Automobilindustrie und wollte die Frage beantworten, warum wir immer noch nicht mit selbstfahrenden Autos durch das Land fahren. Der Grund ist, dass es sehr schwierig ist, automatisierte Fahrzeuge wie einen Menschen funktionieren zu lassen. Van de Weijer nannte ein Beispiel f\u00fcr ein Experiment in den USA, bei dem ein Roboterauto weiter auf der rechten Spur fuhr, w\u00e4hrend ein sehr langsamer Lastwagen auf der linken Spur neben ihm fuhr. Ein Dr\u00e4ngler hinter dem Roboterauto wollte vorbei, konnte es aber nicht.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/author\/carlo-van-de-weijer\/\">Lesen Sie hier weitere Kolumnen von Carlo van de Weijer auf Innovation Origins<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p>W\u00e4re der Roboter ein Mensch gewesen, w\u00e4re er wahrscheinlich schneller gefahren und der Dr\u00e4ngler h\u00e4tte vor dem LKW auf die linke Spur fahren k\u00f6nnen. (In den USA ist das erlaubt.) Aber weil der Roboter die H\u00f6chstgeschwindigkeit f\u00fcr die rechte Fahrspur, auf der er fuhr, beibehielt, tat er das nicht. Erst als der LKW Gas gab, ihn \u00fcberholte und vor ihm einscherte, musste das Roboterauto das Tempo verlangsamen und der Dr\u00e4ngler konnte auf die linke Spur und \u00fcberholen.<\/p>\n<h3>Unfall auf der Autobahn<\/h3>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr ein fehlgeschlagenes Man\u00f6ver war der Unfall eines Roboterautos auf der Autobahn. Der Fahrer kam ums Leben. Gem\u00e4\u00df Forschungsergebnissen war der Grund, dass die wei\u00dfe Linie auf der Fahrbahnoberfl\u00e4che abgenutzt war, so dass der Sensor des Autopiloten sie nicht sehen konnte. Diese Situation h\u00e4tte gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, indem man die Fahrbahn so eingerichtet und gewartet h\u00e4tte, dass alle selbstfahrenden Fahrzeuge sicher darauf fahren k\u00f6nnen. F\u00fcr Menschen ist eine abgenutzte Fahrbahnmarkierung kein Problem, weil sie sich vorzustellen k\u00f6nnen, wo die Linien sein sollten, da sie die aus der Richtung fortf\u00fchren, aus der sie gekommen sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_193510\" aria-describedby=\"caption-attachment-193510\" style=\"width: 4032px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-193510 size-full\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG-1470.jpg\" alt=\"\" width=\"4032\" height=\"3024\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-193510\" class=\"wp-caption-text\">In den USA crashte ein Roboterauto, weil die Markierungsline auf der Stra\u00dfe abgenutzt war und der Sensor sie nicht erkennen konnte Foto: Lucette Mascini<\/figcaption><\/figure>\n<h3>In Amsterdam gewinnt der Radfahrer<\/h3>\n<p>F\u00fcr bestimmte Verkehrssituationen werde es nie eine L\u00f6sung f\u00fcr Roboterautos geben, erkl\u00e4rte Van de Weijer. Er zeigte ein Bild der Amsterdamer Innenstadt. Der Fotograf Thomas Schlijper hatte schon seit einiger Zeit den Verkehr an einer Kreuzung nahe der Korte Prinsengracht gefilmt. Der Film zeigte, ein Durcheinander von Radfahrern und Fu\u00dfg\u00e4ngern, und es gab sogar zwei Radfahrer, die miteinander kollidierten.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"160915 haarlemmerstraat korte prinsengracht\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TITrlxPxWiY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Autofahrer warteten darauf, sich von links und rechts der Stra\u00dfe durch das Gewirr von Radfahrern und Fu\u00dfg\u00e4ngern quetschen zu k\u00f6nnen. \u201eWenn man will, dass hier mal selbstfahrende Autos fahren, muss man alle in das KI-System der Autos miteinbeziehen\u201c, sagte Van de Weijer. \u201eUnd selbst dann wird es nicht gut genug funktionieren. Hunde, Katzen, alles muss da drin sein. Das kann man unm\u00f6glich machen.&#8221;<\/p>\n<p>An solchen Orten sei ein Auto einfach nicht das beste Transportmittel, so Van de Weijer. Das muss aber kein Problem sein: Da gibt es die Stra\u00dfenbahn, die U-Bahn, das Fahrrad. Und auch zu Fu\u00df gehen ist eine Option.<\/p>\n<h3>Roboterauto f\u00e4hrt auf Kommando vorw\u00e4rts<\/h3>\n<p>Wenn wir selbstfahrende Autos in Zukunft nur noch f\u00fcr l\u00e4ngere Strecken auf speziell daf\u00fcr vorgesehenen Stra\u00dfen haben, wird das Auto an einigen Stellen irgendwann von der Stra\u00dfe verschwinden. Die Idee ist, dass man dann ein Auto bestellen w\u00fcrde, das einen irgendwo abholt und irgendwo hinf\u00fchrt. Es ist kein Privateigentum mehr, sondern ein Shared Service.<\/p>\n<figure id=\"attachment_193509\" aria-describedby=\"caption-attachment-193509\" style=\"width: 4032px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-193509 size-full\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG-1462.jpg\" alt=\"\" width=\"4032\" height=\"3024\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-193509\" class=\"wp-caption-text\">In Zukunft werden wir einen selbstfahrenden Wagen bestellen, wenn wir irgendwo hinfahren m\u00fcssen, sagt Direktor Carlo van de Weijer von EAISI voraus. Foto: Lucette Mascini<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer glaubt, dass das selbstfahrende Auto die Zukunft ist, liegt falsch. Zumindest wenn es um das chaotische Durcheinander in Innenst\u00e4dten wie Amsterdam geht. 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